Gibt es viele gläubige Wissenschaftler?

17 Antworten

Hallo susan327,

Grundsätzlich forscht die Wissenschaft nach Dingen, die erforschbar, messbar oder belegbar sind, Dinge also, die innerhalb unserer materiellen Welt zu finden sind. Die Existenz eines Gottes liegt jedoch außerhalb der Grenzen des Erforschbaren und es kann somit kein exakter wissenschaftlicher Beweis erbracht werden, dass es ihn gibt.

Andererseits wäre es auch nicht unwissenschaftlich, die Existenz eines Schöpfers in die Überlegungen mit einzubeziehen, da in der belebten wie auch der unbelebten Welt vieles auf eine intelligente, planende und ordnende Macht hindeutet. Wenn Wissenschaft in jedem Fall darauf ausgerichtet ist, die Wahrheit hinter allen Dingen zu ermitteln, ist es dann wirklich wissenschaftlich, die Existenz Gottes von vornherein auszuschließen?

Natürlich wäre es zu billig, immer dann, wenn man in einer naturwissenschaftlichen Frage nicht weiterkommt und keine Antworten findet, Gott ins Spiel zu bringen. Ihn als Lückenbüßer für ungeklärte Fragen innerhalb der Wissenschaft einzusetzen, hieße, den Boden der Sachlichkeit zu verlassen. Bei der Frage nach Gott geht es auch nicht darum, wie gewisse Abläufe und Zusammenhänge in der Natur zu verstehen sind, sondern vielmehr darum, wie diese zustande gekommen sind.

Ein Beispiel: Die Wissenschaft hat schon zu einem großen Teil erforscht, wie eine lebende Zelle aufgebaut ist und funktioniert. Was sie jedoch nicht erklären kann, wie eine erste Zelle ins Dasein gekommen ist. Sie geht davon aus, dass es ein evolutiver Vorgang gewesen ist, doch beweisen kann sie dieses nicht. Selbst jahrzehntelange Forschungen, die der Frage nachgingen, wie das Leben entstanden ist, haben die Wissenschaft nicht weitergebracht. Auch die Behauptung, aus einer einzigen Zelle heraus hätten sich sämtliche Lebensformen im Laufe von Jahrmillionen entwickelt, ist nicht wirklich bewiesen.

Im Grunde genommen lässt die Naturwissenschaft genug Spielraum, an einen Schöpfer glauben zu können. Mit anderen Worten: Niemand, der an Gott glaubt, verlässt dadurch automatisch den Boden der Wissenschaft. Ich habe etliche Berichte von Wissenschaftler gelesen, die gerade durch ihr wissenschaftliches Forschen zu der Überzeugung gelangt sind, dass es eine schöpferische Kraft geben muss, die die komplexen Strukturen des Lebens ins Dasein gebracht hat. Der Physiker H.S. Lipson sagte: „Die einzig akzeptable Erklärung ist die Schöpfung. Ich weiß, daß das für Physiker, wie in der Tat auch für mich, ein Anathema bedeutet, aber wir dürfen eine Theorie, die uns nicht gefällt, nicht verwerfen, wenn sie durch experimentelle Beweise gestützt wird“ (Physics Bulletin, 1980, Band 31, Seite 138). Dieser Wissenschaftler sagt also, dass die Theorie der Schöpfung des Lebens "durch experimentelle Beweise gestützt wird"! Dem stimmen dem Grunde nach auch viele andere Wissenschaftler zu. Hier ist eine kleine Auswahl an Wissenschaftlern, die sich eindeutig zum Glauben an Gott bekannt haben:

Alberts, Louw (Physiker)
Artist, Russell Charles (Biologe)
Barton, D. H. R. (Professor für Chemie)
Baumgardner, John R. (Geophysiker)
Behe, Michael J. (Biochemiker)
Block, David (Astronom)
Boyle, Robert (Chemiker)
Chiozzi, Paola (Biochemikerin)
Collins, Francis (Molekularbiologe)
Compton, Arthur H. (Nobelpreisträger)
Davies, Paul (Physiker)
Dembski, William A. (Mathematiker)
Dirac, P. (Mathematiker)
Dumoulin, Frédéric (Pharmazeut)
Dyson, Freeman (Physiker)
Einstein, Albert (Physiker)
Faraday, Michael (Physiker)
Flew, Antony (Philosoph)
Galileo Galilei (Mathematiker, Physiker)
Giertych, Maciej (Genetiker)
Gish, Duane T. (Biochemiker)
Granolleras, Céline (Nierenspezialistin)
He, Wenlong (Physiker)
Hernández Lemus, Enrique (Physiker)
Hooker, Dr. Worthington
Hoyle, Fred (Astrophysiker)
Hutton, Dr. James H. (ehemaliger Präsident der Medical Societies)
Jastrow, Robert (Astronom)
Jeans, Sir James (Mathematiker, Physiker, Astronom)
Kelvin, Lord (Physiker)
Kincheloe, Paula (Biologin)
Klopsteg, Dr. Paul E. (ehemaliger Präsident der Science Association)
Knobloch, Irving (Naturwissenschaftler)
Kotlar, Hans Kristian (Biotechnologe)
Kreider, Marlin (Physiologe)
Krogdahl, Wasley (Astronom, Physiker)
Lennox, John (Mathematikprofessor)
Lipson, H. S. (Mitglied der Königlichen Akademie der Naturwissenschaften)
Loos, Davey (Biochemiker)
Newton, Sir Isaac (Physiker)
O’Keefe, Dr. John A.
Pasteur, Louis (Biochemiker)
Phillips, William D. (Physiker)
Polkinghorne, John (Physiker)
Rubbia, Carlo (Physiker)
Sandage, Allan (Astronom)
Schaefer, Henry (Professor für Chemie)
Schenck, Brett (Ökologe)
Schroeder, Dr. Gerald (Kernphysiker)
Tanaka, Kenneth (Astrogeologe)
von Braun, Wernher (Physiker)
Vyskočil, František (Professor für Neurophysiologie)
Wallace, Alfred Russel (Naturforscher)
Weinberg, Steven (Physiker)
White, Robert (Hirnchirurg)
Yang, Feng-Ling (Mikrobiologin)

Wie Du siehst, sind in dieser Aufstellung auch einige wissenschaftliche Größen zu finden. Wenn Wissenschaft grundsätzlich dazu führen müsste, einen Gott auszuschließen, dann würde es wohl kaum einen ernstzunehmenden Wissenschaftler geben, der noch an dem Glauben festhält. Ob ein Wissenschaftler an einen Schöpfer glaubt oder nicht, hängt weniger von seinem Status als Wissenschaftler, sondern eher von seiner eigenen Weltanschauung ab. Und diese kann, wie bei allen übrigen Menschen auch, sehr unterschiedlich sein.

LG Philipp

das diese Macht existiert; ob man sie jetzt Urknall oder Gott nennt, ist doch unbestritten,

Das ist keineswegs unbestritten. Alleiin der Umstand, dass es tausende von Gottesvorstellungen gibt, die miteinander nicht vereinbar sind. Jede von ihnen bestreitet den Gott der anderen. Ein Christ bestreitet die Existenz von Zeus oder Odin. Die können keinesfalls Ein und der Gleich sein.

dass diese große Überzahl an (für die Wissenschaft) unerklärlichen
Dingen überhand nehmen, dass es zu einem Beweis für Übernatürliches
wird.

Nein. Es gibt nichts Übernatürliches. Es gibt in der Natur Dinge, die wir nicht wissenschaftlich erklären können. Aber die Wissenschaft ist das einzig legitime System, Dinge zu erklären. Es gibt nichts außerhalb der Natur.

Was sie nicht erklären kann, bleibt solange unerklärt, bis es halt verstanden wird. Es ist absolut nicht richtig, sich einfach Erklärungen auszudenken, für die es in der Natur keinen Beleg gibt.

Außerdem ist es doch (woran die Wissenschaft auch schon gescheitert ist) sehr unwahrscheinlich, dass aus unbelebter Materie belebte Materie wird kurz: das aus nichts ETWAS wird.

Die Wissenschaft ist doch nicht gescheitert, weil eine Erklärung für ein Phänomen nocht nicht gefunden ist. Das hieße in Deiner Logik ja, dass die Wissenschaft in jedem Punkt solange als gescheitert zu gelten hätte, bis sie eine Frage beantwortet hat. Bevor wir wußten, wie Elektrizität funktioniert, wären wir gescheitert, bevor wir wußten, was Penicillin kann, wären wir gescheitert. Wissenschaft wäre nach Deinen Kriterien nur dann erfolgreich, wenn sie alle, wirklich alle Fragen beantwortet hätte. Und die alle auf einen Streich.

Nein, das ist eine falsche Betrachtung. Wenn man sich unsere Welt und unser Wissen anschaut, erkennt man, wie überaus erfolgreich das wissenschaftliche Prinzip dabei ist, die Welt um uns zu erklären.

Es ist in vielen Experimenten gelungen, aus unbelebter Materie organische Materie zu erzeugen. Das ist noch kein Leben, sicher, aber es macht deutlich, dass das Entstehen von organischer Materie ein gar nicht so unwahrscheinlicher und seltener Vorgang ist.

Das die Abiogenese noch nicht umfassend verstanden ist, ist keinesfalls Ausdruck des Scheiterns. Es dauert einfach noch einige Zeit.

Völlig falsch ist die Annahme, dass hier behauptet würde, irgend etwas wäre aus "Nichts" entstanden. Natürlich war da nicht NIchts. Da waren Unmengen an Atomen und Molekülen, die in der sogenannte Ursuppe herumschwammen. sich miteinander verbunden haben und wieder zerfallen sind. Ein ganzer Planet voll damit. Und ein paar Milliarden Jahre Zeit.

Es wäre erstaunlich, wenn dabei kein Leben entstehen würde.

Das etwas aus Nichts entsteht finden wir z.B. im Schöpfungsmythos der Bibel. Zuerst mal ist da ein Gott, der einfach da ist. Woher kommt er? Wie ist er entstanden? Wenn Du jetzt sagst, der was schon ewig einfach da, dann kann ich auch sagen, das Leben ist einfach so entstanden. Punkt.

So geht das aber nicht. In der Bibel findet sich kein Hinweis, woraus der Gott das Universum geschaffen haben soll. Schwupps, es war einfach so da. Aus dem Nichts.

Die Wissenschaft gibt sich mit solch einfachen und vor allem nicht überprüfbaren Antworten nicht zufrieden.

Was würde die Natur denn für einen Sinn hinter dem ständigen leben und sterben sehen?

Vielleicht ist es eine der wichtigsten Erkenntnisse, die man im Leben machen kann, zu verstehen, dass es einfach keinen Sinn gibt.

Sinn ist eine abstrakte Kategorie, die nur für Menschen Bedeutung hat. Wir sind aber weder Ursache noch Ziel der Natur.

Die Natur hat keinen Sinn, kein Ziel, keine Absicht. Sie ist einfach. Und sie funkioniert nach Regeln und Gesetzen im Ablauf kausaler Ketten.

Gibt es auch unter den Wissenschaftlern überzeugte Gläubige?

Natürlch gibt es die. So wie es auch Skifahrer unter ihnen gibt und Teetrinker. Glaube und Wissenschaft haben nichts miteinander zu tun. Glaube braucht keine Wissenschaft und Wissenschaft braucht keinen Glauben.

Aber die meisten Naturwissenschaftler sind nicht gläubig. Wer die Erklärungen der Wissenschaft für die Phänomene der Welt verstanden hat, erkennt, dass es dafür keines Gottes bedarf. NIchts, was wir im Universum bisher gesehen haben, braucht zur Erklärung einen Gott.

das diese Macht existiert; ob man sie jetzt Urknall oder Gott nennt

Das macht eben einen gewaltigen Unterschied. Die Wissenschaft "nennt" nicht einfach irgend etwas. Sie muss es sehr gut erforschen, erklären, überprüfen und sich immer der Widerlegung offen halten.

Gläubige können es bei einem "Gott war´s" bewenden sein sein lassen. Die Wissenschaft kann, darf und will das auch gar nicht.

Danke für diese ausführliche Antwort, sie hat eine meinige erübrigt. 

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Die Studiengemeinschaft Wort und Wissen ist beispielsweise ein wissenschaftlicher gemeinnütziger Verein, in der Wissenschaftler sich austauschen und mitarbeiten. Thematische Schwerpunkte der Arbeit bilden Grundlagenforschung und Bildungsarbeit im Spannungsfeld "Naturwissenschaft und christlicher Glaube": http://www.wort-und-wissen.de

Auch ansonsten dürfte es einige christliche Wissenschaftler geben (Prof. Dr. Wener Gitt, Prof. Dr. Walter Veit usw.). Warum auch nicht?

Sehr interessant sind auch die folgenden Zitate berühmter Naturwissenschaftler:

"Die Naturwissenschaften braucht der Mensch zum Erkennen, den Glauben zum Handeln. Religion und Naturwissenschaft schließen sich nicht aus, wie heutzutage manche glauben und fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller Überlegungen." Max Planck (1858-1947), deutscher Physiker, Begründer der Quantentheorie

"Die moderne Physik führt uns notwendig zu Gott hin, nicht von ihm fort. - Keiner der Erfinder des Atheismus war Naturwissenschaftler. Alle waren sie sehr mittelmäßige Philosophen." Sir Arthur Stanley Eddington (1882-1946), englischer Astronom und Physiker

"Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott." Werner Heisenberg (1901-1976), deutscher Physiker

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In der Psychologie ordnet man solche Dinge ja einer psychischen Erkrankung, einer Psychose zu.

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