Gibt es das Fegefeuer?

14 Antworten

Das Purgatorium gibt es in der römisch-katholischen Kirche, bei Orthodoxen und ähnliches bei einigen Anglikanern, Lutheraner und Methodisten:

the Eastern Orthodox Church, Oriental Orthodox Churches, and elements of the Anglican, Lutheran and Methodist traditions hold that for some there is cleansing after death and pray for the dead

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Purgatory

Im Islam gibt es ungefähr etwas Ähnliches: Barzakh ist ein Reich zwischen dem Paradies (Jannah) und der Hölle (Jahannam). Es reinigt aber nicht die Seele wie im Christentum, sondern ähnelt dem christlichen Limbus:

Barzakh is thought to be a realm between paradise (Jannah) and hell (Jahannam) and according to Ghazali the place of those who go neither to hell or to heaven.[136]
But because it does not purify the souls it resembles more the Christian limbo than the purgatory.

Bei Lutheranern und Methodisten glaub ich das nicht, ich vermute einen Fehler in Wiki.

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@HugoGuth

Also ich kann Englisch, da stand nichts von "einigen Lutheranern", sondern von "(einigen) Elementen" der lutherischen Tradition", entsprechend bei Methodisten.

Also wo da bei denen Gebet für die Toten empfohlen wird, das wüsste ich schon gerne.

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@helmutwk
wo da bei denen Gebet für die Toten empfohlen wird, das wüsste ich schon gerne.

eine Wiki-Quelle meint:

Gould, James B. (4 August 2016). Understanding Prayer for the Dead: Its Foundation in History and Logic. Wipf and Stock Publishers. pp. 57–58. ISBN 9781620329887. "The Roman Catholic and English Methodist churches both pray for the dead. Their consensus statement confirms that "over the centuries in the Catholic tradition praying for the dead has developed into a variety of practices, especially through the Mass. ... The Methodist church ... has prayers for the dead ... Methodists who pray for the dead thereby commend them to the continuing mercy of God."

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@wilmaed

Interessant, wusste ich noch nicht. Aber als jemnand, der als Kind in ner relativ lutherishen Gemeinde war, bin ich mir ziemlicjh sicher, dass Lutheraner so was nicht machen.

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@helmutwk

Unser Pfarrer empfielt die Verstorbenen auch immer Gott und seiner Barmherzigkeit!

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@HugoGuth

Eine Formel beim Begräbnis, ich weiß. Aber vor Gebet für die Toten wird gewarnt.

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@helmutwk
  • Aber vor Gebet für die Toten wird gewarnt.

Auf der Website der EKD ist folgendes Gebet für Verstorbene zu finden:

"Das folgende Gebet empfiehlt den Verstorbenen der Barmherzigkeit Gottes an, in der die Toten geborgen und die Lebenden bewahrt sind:

Ewiger Gott und Vater, du allein bist mächtig und gnädig: Gib unserem / unserer Entschlafenen die ewige Ruhe. Lass ihm / ihr dein Licht leuchten und vereine ihn / sie mit denen, die du vollendet hast. Uns alle lass dereinst dein Angesicht schauen und deine himmlische Herrlichkeit erlangen."

Ich habe (als evangelischer Christ) mit diesem Gebet theologisch überhaupt keine Probleme. In der Bibel wird das Gebet für Verstorbene nicht ausdrücklich verboten. Gewarnt wird in der Bibel (im AT) "nur" vor der Befragung von Toten (=okkult). Ich würde das Gebet für die Verstorbenen daher zu den Adiaphora ("Mitteldinge") zählen.

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@UW1969
Auf der Website der EKD ist folgendes Gebet für Verstorbene zu finden

Als Gebet bei der Beerdigung. Dass da so oder ähnlich gebetet wird, weiß ich. Aber mehr ist da sviw nicht.

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@wilmaed
and regarded prayers for the dead (though not for their salvation) permissible.

Hmm, welchen Sinn hat ein Gebt für Tote, wenn es nicht um deren Errettung geht? Alles andere ist doch den Toten egal.

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@helmutwk

Interessanterweise haben sich die Pfingstler 1961 mit der Frage beschäftigt, ob das Gebet für Verstorbene erlaubt ist (innerhalb des ACD-Vorstandes; der BFP (Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden) hieß früher ACD (Arbeitsgemeinschaft der Christengemeinden in Deutschland). Erwartungsgemäß gab es auch hier unterschiedliche Auffassungen.

"Einen Kompromiss konnten einige Pfingsttheologen sich so denken: Wir glauben nicht an den 'Seelenschlaf' der ungläubig Verstorbenen - wie etwa die Adventistengemeinden - sondern, dass die Toten in einem Wartezustand dem Gericht am jüngsten Tag entgegensehen. Es ist uns gesagt, dass Jesus die Schlüssel zum Totenreich hat (Offb 1,18), und wir dürfen wohl unseren Herrn bitten, an einen unserer Verstorbenen zu denken. Denn er kennt sie alle und weiß, an welchem Ort sie sich aufhalten (müssen). Wir lassen unseren Herrn entscheiden, dürfen aber wohl mit ihm über sie reden." (Ludwig David Eisenlöffel, Freikirchliche Pfingstbewegung in Deutschland. Innenansichten 1945-1985 (Diss.), Göttingen, 2006, S. 184.).

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Im Islam glaube ich nicht-bin mir aber nicht zu 100% sicher. Wenn; dann nennt es sich anders.

Das Fegefeuer gibt es im katholischen Glauben, von wo es auch kommt.

Biblisch ist es aber nicht:

Als Begründung wird folgende Stelle angeführt:

1. Korinther 3: 11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

12 Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut,

13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird. Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben.

14 Wenn jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleibt, so wird er Lohn empfangen;

15 wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.

Mir erschließt sich aber nicht, wie man da auf das Fegefeuer kommt. Ins Fegefeuer kommt man ja angeblich wegen der Sünden. Hier geht es aber um Werke!

Hier geht es aber darum, dass unsere Werke geprüft werden/ wo wir dem Herrn gedient haben.

Ob diese Werke kurzlebig und/oder wertlos(Holz, Heu, Stroh) oder von Bestand(Gold, Silber, Edelsteine) sind.

Es könnte auch sein, dass "Feuer" hier wie auch Holz, Stroh, Gold,ect bildlich gemeint ist. Aber das kann ich nicht sicher sagen.

Hier werden die Werke geprüft, nicht der Christ. Die Werke(nicht der Christ) gehen durchs Feuer-ob jetzt bildlich oder wörtlich.

Wenn die Werke Bestand haben, wird der Christ zusätzlich zu seiner Rettung(die ihm so oder so sicher ist) belohnt.

Wenn die Werke keinen Bestand haben, also verbrennen, muss der Christ das zum einen mitansehen(nicht gerade schön) und bekommt keine Belohnung, wird aber gerettet. "wie durchs Feuer hindurch" verstehe ich im Sinne von "gerade so gerettet". Zumal da "wie" steht. Also ein Vergleich-der Christ geht nicht wirklich durchs Feuer.

Fazit: Das Fegefeuer ist nicht gemeint. Hier werden die Werke geprüft, im angeblichen Fegefeuer ist man jedoch wegen der Sünden.

Und sind nahtoderfahrungen bekannt wo vom fegefeuer berichtet wurde?

Das kann ich dir nicht beantworten. Aber Nahtoderfahrungen sind auch nicht die beste Quelle.-da wird auch viel gelogen. Ich will nicht grundsätzlich ausschließen, dass Nahtoderfahrungen wahr sein können. Ich weiß von zweien, denen ich glaube. Aber es gibt auch genug erfundene Erfahrungen.

Z.B habe ich eine gesehen, wo einer angeblich in der Hölle war. Was er sagte war teilweise war(stimmte mit der Bibel überein), aber in einigen Punkten widersprach er eindeutig der Bibel-und somit für mich nicht glaubwürdig.

Man gerät leicht in Versuchung die Bibel anhand von Nahtoderfahrungen zu überprüfen/auszulegen. Aber es sollte genau andersrum sein! Nahtoderfahrungen an der Bibel prüfen!

LG

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Eigener Glaube -- bin bibelgläubiger Christ
  • Fazit: Das Fegefeuer ist nicht gemeint. Hier werden die Werke geprüft, im angeblichen Fegefeuer ist man jedoch wegen der Sünden.

Die röm.-kath. Kirche begründet die Lehre vom Fegfeuer, wie schon aus deiner Antwort ersichtlich, mit 1. Kor 3,15. Interessanterweise kommt der katholische Professor für Neues Testament Joachim Gnilka, der seine Doktorarbeit über 1. Kor 3,10-15 geschrieben hat, auch zum Ergebnis, dass man diese Bibelstelle nicht als Beleg für das Fegfeuer anführen kann: "Das Feuer hat nur eine Aufgabe zu erfüllen: die Prüfung des Werkes. Deshalb kann das Feuer nicht das Reinigungsfeuer oder die Hölle sein."

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Von Experte SurvivalRingen bestätigt

Das Fegefeuer ist eine Erfindung der katholischen Kirche aus dem 6. Jahrhundert. Genauer formuliert wurde diese Lehre 593 von Papst Gregor I. aufgestellt.

Im biblischen Kontext findet sich diese Lehre nicht. Die hauptsächliche Passage in der Schrift, auf die katholische Kirche im Bezug auf das Fegefeuer hinweisen, ist in 1. Korinther 3,15, wo es heißt, „wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden, er selbst aber wird gerettet werden, doch so, wie durchs Feuer hindurch“. Diese Passage (1. Korinther 3,12-15) ist eine Illustration von Dingen, die durchs Feuer gehen als eine Beschreibung der Werke der Gläubigen, wenn sie gerichtet werden. Wenn unsere Werke/Taten von guter Qualität sind „Gold, Silber, kostbare Steine“, dann werden sie unbeschädigt durch das Feuer hindurch gehen, und wir werden dafür belohnt werden. Wenn unsere Werke jedoch von schlechter Qualität sind „Holz, Heu und Stroh“, so werden sie im Feuer verbrennen und es gibt keine Belohnung. Diese Verse sprechen nicht davon, das die Gläubigen durchs Feuer gehen, sondern das die Taten/Werke der Gläubigen durchs Feuer gehen. 1. Korinther 3,15 bezieht sich auf den Gläubigen, wie er „den Flammen entkommt“, nicht „von den Flammen geläutert“ zu werden.

Der bloße Gedanke des Fegefeuers und die Lehren, die oft damit verhaftet sind (für die Toten zu beten, Ablass, verdienstvolle Werke für die Toten, usw.), mangeln alle am Verständnis, das der Tod Jesu ausreichend war, um für ALLE unsere Sünden zu bezahlen. Jesus, der die Verkörperung Gottes war (Johannes 1-1, 14), hat einen unendlichen Preis für unsere Sünden bezahlt. Jesus ist für unsere Sünden gestorben (1. Korinther 15,3). Jesus ist das Sühneopfer für unsere Sünden (1. Johannes 2,2). Das Opfer Jesu als Sühne der ursprünglichen Sünde oder für Sünden, die vor der Erlösung begangen wurden zu begrenzen ist ein Angriff auf die Person und das Werk Jesu Christi. Falls wir auf irgendeine Art für unsere Sünden bezahlen, büßen oder leiden müssten – würde das darauf hinweisen, das der Tod Jesu nicht ein perfektes, komplettes und ausreichendes Opfer war.

Für die Gläubigen bedeutet es, nach dem Tod „weg vom Leib und daheim beim Herrn“ zu sein (2. Korinther 5,6-8; Philipper 1,23). Beachte, dass es nicht heißt „weg vom Leib und in das läuternde Fegefeuer“. Alle, die an Gott glauben und Vergebung ihrer Sünden durch das stellvertretende Opfer von Jesus am Kreuz, der für unsere Schuld gestorben ist, erhalten haben, kommen in den Himmel.

Dort wird es sehr unvorstellbar schön werden, wenn wir Gott ins Angesicht sehen können und er unser Licht sein wird. Hier leben wir in einer gefallenen Schöpfung; die Welt ist schön, es gibt aber auch Leid, Kriege, Terrorismus, Krankheiten, Tod usw. Im Himmel bei Gott in Herrlichkeit wird das alles nicht mehr sein - dann wird das eigentliche Leben, für das wir bestimmt sind, anfangen. Darauf freue ich mich schon sehr. 

Irgendwann wird diese Erde nicht mehr sein und Gott wird eine neue Welt erschaffen. Alle Gläubigen, die nach ihrem Tod im Himmel sind und auch die zu dieser Zeit lebenden Gläubigen werden in dieser neuen Welt - in der es auch kein Leid und keine Sünde mehr gibt - leben dürfen.

In der Bibel steht:

  • "Denn siehe, ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird" (Jesaja 65,17).
  • "Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, weder Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!" (Offenbarung 21,4-5a).
Genauer formuliert wurde diese Lehre 593 von Papst Gregor I. aufgestellt.

Er konnte sich auf frühere Aussagen z.B. von Augustinus beziehen ...

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Es gibt weder das Fegefeuer noch die Hölle.

Die Bibel sagt: Gott ist Liebe .

Natürlich gibt es Nahtoderfahrungen mit Feuer und Hölle usw., doch nah tot ist nicht tot, und ein richtig Toter bleibt es und erzählt nichts mehr.

Natürlich gibt es solche Geschichten in der Religion, dem Geschäft mit der Angst.

Was nach dem Tod kommt weiß nur Das Allerhöchste, Das Ewige, wir können uns lediglich Vorstellungen machen und Geschichten aus Büchern glauben (lieber nicht). Dort liest man dann Legenden, die zu "Worten Gottes" erklärt wurden, erfunden, erdichtet, anbefohlen.

Keiner kann etwas über das Jenseits berichten, das er tatsächlich erfahren hätte.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Christentum und Islam, Physik und Leben

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