Ist der Islam aus dem Christentum entstanden?

14 Antworten

Um deine Frage direkt zu beantworten nein ist er nicht, weil die Bibel mit dem Christentum abgeschlossen wurde.

Zu dem weichen die Lehren des Koran zu sehr von der Bibel ab.

Zur Entstehung des Islams, gibt es sehr viele Theorien, zu denen ich mich nicht äußern möchte, weil ich die Quellen nicht Prüfen kan.

Woher ich das weiß:Hobby – Ich interessiere mich für alles rund um die Bibel.

Der Unterschied zwischen "aus... entstanden" und "von... eingehaucht" ist für mein Sprachverständnis nicht vorhanden:  Ein Beispiel für ein aufgeklärtes Denken >

Religionsgeschichte, Essay 14.1.2013

https://www.tagesspiegel.de/kultur/religionsgeschichte-der-islam-als-quintessenz-der-spaetantike/7623326-3.html

`Das Feuer des Glaubens´ von Christian Schröder

Seltsam auch, dass Mekka im Koran nur ein einziges Mal erwähnt wird. Dort hatte ein arabischer Kaufmann namens Mohammed gelebt, bis ihn eine Lebenskrise hinaustrieb in die Wüste, wo ihm der Erzengel Gabriel erschien und sprach: „Du bist der Abgesandte Gottes, es gibt keinen Gott außer ihm, dem Schöpfer aller Dinge.“ Für eine Stadt, die in einem würfelförmigen Lehmschrein – als Kaaba heute zentrales Heiligtum des Islam – ganze Heerscharen von Göttern verehrte, war das eine revolutionäre und lebensgefährliche Botschaft.

Als 622, zwölf Jahre nach der ersten Offenbarung, ein Mordkomplott gegen ihn vorbereitet wurde, floh Mohammed aus Mekka nach Medina. Mit diesem Ereignis, der Hijra genannten Wanderung des Propheten, beginnt für Muslime bis heute eine neue Zeitrechnung.

Doch Mekka war im siebten Jahrhundert nicht etwa eine multikulturelle Boomtown, sondern ein Wüstenkaff weit abseits der Handelsrouten. Dass dort der Koran entstanden sein könnte, in dem bis hin zu den Namen von Heiligen und Propheten zahllose Einflüsse aus Juden- und Christentum eingegangen sind, hält Holland für unwahrscheinlich. Stattdessen spekuliert er darüber, dass Mamre der Ort von Mohammeds Offenbarungen gewesen sein könnte, ein Wüstenheiligtum am Toten Meer, in dem bereits der Abraham des Alten Testaments gebetet hatte.

Der Islam – das ist Hollands These – wurde keineswegs aus dem historischen und kulturellen Nichts heraus von einem einzelnen, von Gott gesandten Mann erschaffen. Vielmehr sieht er in der islamischen Religion eine „Quintessenz der Spätantike“, die an die Traditionen gleich zweier Weltreiche anknüpfe. Wie mit dem Glaubensfeuer einer monotheistischen Religion ein Imperium zu erobern und zu modernisieren war, das hatten die Araber von den Römern und von den Persern gelernt. Der Prophet Zoroaster – auch bekannt als Zarathustra –, dem sich Gott nach einem rituellen Flussbad offenbarte, kann genauso als Vorläufer und Vorbild für Mohammed gelten wie der Apostel Paulus, der einst den Anstoß dazu gab, die biografischen Geschichten über Jesus Christus in einem „Neuen Testament“ zu sammeln.

Tom Holland weiß, dass er sich mit seinem Versuch, die Ursprünge des Islam zu dekonstruieren, auf ideologisch vermintes Gelände begibt. Jeder Ansatz, Mohammed nicht als heilige, sondern historische Figur zu begreifen, wird von strengen muslimischen Gelehrten als ikonoklastischer Angriff empfunden und entsprechend sanktioniert – mit Drohungen bis hin zur Fatwa. Das Christentum hat bereits, anfangs mühsam gegen den Klerus erkämpft, eine zweihundertjährige Geschichte von Aufklärung und Textkritik hinter sich. Holland versteht sein Buch als Aufruf an die Muslime, „sich ebenfalls auf diesen Weg zu begeben“.

Tom Holland: Im Schatten des Schwertes. Mohammed und die Entstehung des arabischen Weltreichs. Aus dem Englischen von Susanne Held, Klett-Cotta, Stuttgart 2012, 532 S., 29,95 €.

Weder ist der Islam aus dem Christentum entstanden, noch das Christentum aus dem Judentum. Das ist ganz falsch.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Autodidakt Islam seit 2010 und Fernstudium

Schwere Frage!

Der Islam versteht sich als Fortentwicklung von Judentum und Christentum, genauer gesagt als eine Rückbesinnung auf den ursprünglichen Glauben Abrahams.

Ausgangspunkt ist ein südarabischer Hochgottglaube: der Glaube an den einen Gott, dem damals in Mekka jedoch Göttertöchter "beigesellt" waren. Mohammed identifizierte diesen Hochgott als den Schöpfergott des Alten Testamentes, aus dem er einige Geschichten kannte.

Jesus betrachtete er als einen Propheten in der Folge der alttestamentlichen Propheten, nicht jedoch als Gottes Sohn. Mohammed ging davon aus, dass Gott Jesus das Evangelium, - er meinte damit ein Buch, das Weisungen für ein rechtschaffenes Leben enthält -, offenbart hätte. Den Inhalt der biblischen Evangelien kannte Mohammed jedoch nicht. Ihm waren nur die Geburtslegende nach Lukas und außerbiblische Legenden aus dem Kindheitsevangelium nach Thomas bekannt. Daneben griff er ein Element einer gnostischen Sonderlehre auf, nach der nicht Jesus gekreuzigt wurde, sondern wegen einer Verwechslung jemand anderes.

Weil der Islam Jesus nicht als Offenbarung Gottes und nicht als Erlöser betrachtet und wesentliche Elemente des Christentums nicht kennt, kann man nicht sagen, dass er sich aus dem Christentum entwickelt habe. Er hat lediglich einzelne Erzählmotive, aber nicht die Botschaft übernommen.

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