Genitiv oder Dativ - was ist richtig?

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8 Antworten

Beides gleichrichtig. Das Genitivattribut ist natürlich richtig, wie dir hier auch jeder bestätigt hat, aber auch die zweite Variante ist nicht falsch; die Präposition von erfordert den Dativ.

Sinnlicher ist natürlich die Präpositionalkonstruktion (Ein Kuss vom Gitarrenjungen), weil sie räumlich ist und folglich die Imagination des Lesers mehr anspricht. Das ist auch der Grund, warum man den Genitiv in der Umgangssprache für so etwas nicht verwendet (vermute ich).

Mir ist es ein Rätsel, warum eine Präpositionalphrase schlechtes Deutsch sein soll. Da zeigt sich wieder, wie sehr der Bildungsbürger den Genitiv liebt – bestärkt auch noch durch Bastian Sicks Wahnsinn von einem Buch.

Wie auch schon aufgezeigt wurde, kann der Genitiv wegen seiner zwei Varianten subjectivus und objectivus für Komplikationen sorgen. Es kann sowohl heißen, dass der Gitarrenjunge geküsst wird als auch, dass der Gitarrenjunge küsst. Durch den Kontext ist diese Verwirrung aber sowieso nicht gegeben.

Wie gesagt, ich rate dir zur Präpositionalphrase, an Genitiven findet man so und so genug.

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Wenn man "von" benutzt, hat man eine (in schlechtem Deutsch gesprochene) Präpositionalbildung. "von" regiert den Dativ.

Hätte man gesagt, "ein Kuss durch den Gitarrenjungen" , dann wäre es auch gegangen, denn man kann ja etwas durch jemand erhalten. In dem Fall hätten wir den Akkusativ, aber eben wegen der Präposition "durch".

Das Deutsch wäre dann aber genauso schlecht.

Vergleichbar ist das nicht. Denn der "Kuss des Jungen" ist ein Genitivattribut, während die Problematik des Dativs, der "dem Genitiv sein Tod" sei, sich auf Objekte im Satz bezieht.

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Richtig wäre 'Ein Kuss des Gitarrenjungen' aber der Dativ verdrängt den Genitiv immer mehr. 'Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod'... ;)

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Kommentar von Wakeup67
25.05.2016, 23:05

... Schön, dass er trotzdem von Sprachkundigen verwendet wird. Klimgt einfach gut. 

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Kommentar von Deponensvogel
26.05.2016, 13:23

Er wird nicht verdrängt. Das hat nur Bastian Sick in seiner unwissenschaftlichen Naivität angenommen. Der Genitiv erfreut sich seines Lebens mehr denn je, auch wenn er klugerweise in der Umgangssprache nicht für Präpositionen gebraucht wird (wegen, trotz etc.) und auch nicht für Attribute.

Es hat kein goldenes Zeitalter gegeben, in der der Genitiv mal von jedermann benutzt wurde und alles toll war. Präpositionalphrasen bekommen in der Umgangssprache immer den Vorzug, weil sie räumlich und nicht so abstrakt wie ein Kasus sind.

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Wie geht der Satz denn weiter.?

Ein Kuss des Gitarrenjungen brachte sie zum Träumen. 

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Zu allem Übel gibt es noch den Unterschied von genitivus subjectivus und 
genitivus objectivus

Bei "der Kuss des Gitarrenjungen" denkt man natürlich, dass der Gitarrenjunge geküsst hat. 

Es wäre aber auch eine Situation denkbar, wo jemand kritisieren will, dass ein Mann einen Gitarrenjungen in aller Öffentlichkeit geküsst hat. Dann könnte er verkürzt auch sagen: der Kuss des Gitarrenjungen in aller Öffentlichkeit war fehl am Platze. 

Das wäre sprachlich nicht elegant, aber eine weitere denkbare Bedeutungsvariante. 

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Warum schreibst du keinen kompletten Satz?

Ich habe gestern einen Kuss vom Gitarrenjungen bekommen.

Küsse des Gitarrenjungen sind sehr begehrt.

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Kommentar von Volens
25.05.2016, 23:23

So geht es auch. Wenn die Konstruktion so gemacht wird, ist es kein verunglücktes Attribut, sondern wird eindeutig als Objekt vom Prädikat gesteuert.

Hier wäre "des" völlig unmöglich, unter einem Genitivobjekt versteht man etwas völlig anderes.

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Des Gitarrenjungen

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Beides ist richtig.

Der Genitiv klingt allerdings eleganter, der präpositionale Dativ ein wenig hinterwäldlerisch. :-)

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Kommentar von atzef
26.05.2016, 12:30

Wobei das eigentlich auch wieder vom konkreten Zusammenhang des Redeanlasses abhängt ud auch genauso gut umgekehrt sein könnte...:-)

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