Futterumstellung mit verfressenen Katzen?

5 Antworten

Überfressen ist nicht gut da es durchaus Kandidaten gibt die nach übergeben in eher voll appetitlos gehen und überfressen ist auch alles andere als gesund erst recht beim trocken

ich vermute das der Futterneid da eine Rolle spielt und bei erwachsenen Katzen die es nicht kennen das 24/7 Futter Zugriff und kein Grund für Streit ist, ist es oft kaum möglich es ihnen danach zu lernen

meine Bande bekommt 4-5x am Tag nass und hat 24/7 an 4 verschiedenen Stellen Trockenfutter. Meine sind aber auch wie typisch Katze Snack fresser. Paar Happen gehen und danach wieder paar Happen nur haben meine das von kitten an ( würde mir aber nicht helfen auf nass Zeiten zu verzichten da würden meine keinen Spaß verstehen )

was du versuchen kannst ihnen das Snack futtern zu lernen bedeutet normal nass und dann immer wieder bissl Trockenfutter als Snack. Wâre aber zeitaufwendig so etwas zur Gewohnheit zu machen bis dann Zugriff auf volle Trockenfutter Schüssel möglich ist ( da red ich schon von paar Monaten)

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – 1 Aussi 4 Coons, Eigenwurf

eliothecat 
Beitragsersteller
 29.05.2025, 13:30

Mhh verstehe, guter Punkt! Wir haben nicht vor, das Nassfutter wegzulassen. Das Trockenfutter soll nur auch dastehen können. Und naja, wenn das so lange dauert, dann ist das so. Ein bisschen frustrierend, weil ich weiß, dass das mit meinen beiden funktioniert hätte (die sind auch so aufgewachsen), aber wir haben das Trockenfutter weg gestellt, als mein Freund mit seiner Katze eingezogen ist, die es nicht kannte. Vielleicht lässt es sich ja wieder antrainieren...

Beccs2590  29.05.2025, 13:43
@eliothecat

Wenn’s deine kannten hast Chance und nein nass muss bleiben und soviel TV stellen wie Katzen da kann man etwas gegen Futterneid arbeiten wenn’s daran liegt. Sie müssen hald save genug bekommen so eher Zusatz Zeit nass. Meine fressen aktuell wie die irren was auch an Jahreszeit liegt und meine sind gefühlt nur Haut und Knochen

Die wilden Vorfahren, von denen unsere Hauskatzen abstammen, sind Wüstenbewohner. Deshalb ist der Körper der Katze darauf optimiert, den Flüssigkeitsbedarf über die Nahrung zu decken. Die ganzen Beutetiere, die sie in der Natur fressen, sind dafür auch gut geeignet, da diese zu ca. 3/4 aus Wasser bestehen.

Trockenfutter besteht hingegen nur zu ungefähr 1/10 aus Wasser. Da klappt das also absolut nicht mit dem Decken des Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung! Trinken ist aber wegen dieses natürlichen "Konzepts" nicht wirklich Teil ihres natürlichen Verhaltensrepertoires. Hier und da mal einen Schluck vielleicht, aber nicht in den dabei benötigten Mengen... Sie sind auch super ineffiziente Trinker - mit so einem Schlapps am Napf befördern sie gerade mal 0,1ml ins Mäulchen. Für relevante Trinkmengen müssen sie also ewig am Napf stehen und schlabbern, was sie aber nun eher nicht tun, weil das eben nicht zu ihrem eigentlichen Verhalten gehört...

Deshalb ist Trockenfutter etwas, was man nach Möglichkeit nicht in die normale Katzenernährung "einbauen" sollte. Im Rahmen von Bewegung und Beschäftigung in kleinen Mengen geht's mal und bei Katzen, die sich absolut weigern, irgendwas anderes zu fressen, ist ein gutes Trockenfutter dann immer noch besser als eine verhungernde Katze. Aber Katzen, die ihr Nassfutter gut und gern fressen, auf Trockenfutter "umzustellen", um über Nacht wegbleiben zu können? Nee, ganz miese Idee...

Eine wesentlich bessere Lösung sind dabei Futterautomaten! Die gibt's für Nassfutter sowohl mit Kühlpaks als auch inzwischen mit aktiver Kühlung. Und mit Platz für bis zu sechs Mahlzeiten! Denn auch das ist so ein Punkt, den man bei der Fütterung von Katzen bedenken sollte: sie fressen natürlicherweise viele kleine Portionen über den Tag verteilt, nicht 2-3 große. Also auch abseits von Nächten außer Haus kann so ein Automat mit Kühlung extrem sinnvoll sein, um auch für berufstätige Katzenhalter zu ermöglichen, den Tieren diese vielen kleinen Portionen über den Tag verteilt zu geben :).


eliothecat 
Beitragsersteller
 29.05.2025, 13:22

Danke für die liebe und ausführliche Antwort! Wir haben nicht vor, die Katzen völlig auf Trockenfutter umzustellen. Sie sollen es nur dastehen haben, um sich selbst bedienen zu können. Und wir wollen die Katzen auch nicht allein lassen nachts, weil uns das gerade so passt. Derzeit haben wir nicht wirklich eine Wahl (Hausbau, wir müssen oft raus auf die Baustelle, da können die Katzen nicht mitkommen).
Ich wusste nicht, dass es diese Futterspender auch für Nassfutter gibt. Werde mal schauen, was ich da finden kann. Danke!

Strahlkraft  29.05.2025, 13:25
@eliothecat

Hallo Du,

ich habe spontan den Eindruck, dass deine Katzen nicht verfressen sind, sondern nicht ausreichend genug Futter bekommen. Wie viel Gramm fütterst du pro Katze am Tag?

eliothecat 
Beitragsersteller
 29.05.2025, 13:45
@Strahlkraft

Ich bin für diese Idee absolut offen! Ehrlich gesagt bin ich mir nämlich auch nicht sicher. Auch deshalb soll das Trockenfutter da stehen. Derzeit kriegen die 3 alle zusammen 830g-1200g (abhängig von Wetter/Fressverhalten). Das macht pro Katze 280-400g/Tag. Eigentlich sollte das ausreichen? Sagt zumindest das Internet. Wir haben 2 Maine-Coon-Mixe (eher Hauskatze als Coonie), Katze 3kg und Kater 5kg, beide 1 Jahr. Und einen großen Norweger mit 8kg, 6 Jahre.

Hey, würde dir so einen Napf empfehlen, wo automatisch das Trockenfutter wieder runterfällt, wenn er leer ist. Da kommen meine 3 immer ca. 4 Tage aus ohne dass ich nachfüllen muss. Ich persönlich würde das mit dem Nassfutter nicht machen, dass sie gar keins mehr bekommen, vorallem wenn sie schon älter als 1 Jahr sind und daran gewöhnt sind. Du kannst es ja reduzieren und sie haben ja im Notfall immer noch Trockenfutter. Mach es bei mir immer so, wenn ich in die Arbeit gehe morgens oder länger weg bin, dass ich Ihnen einfach die doppelte Portion Nassfutter gebe, dann kommen sie schon gut länger aus. :) Lg

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hallo Du,

"verfressen" lässt auf ungenügende Futterroutinen, Hunger, Futterneid sowie Langeweile schließen.

Du schreibst weiter unten in einem Kommentar:

Derzeit kriegen die 3 alle zusammen 830g-1200g (abhängig von Wetter/Fressverhalten). Das macht pro Katze 280-400g/Tag. Eigentlich sollte das ausreichen? Sagt zumindest das Internet. Wir haben 2 Maine-Coon-Mixe (eher Hauskatze als Coonie), Katze 3kg und Kater 5kg, beide 1 Jahr. Und einen großen Norweger mit 8kg, 6 Jahre.

Man sagt, dass eine Katze die ihren Grundumsatz aufrecht erhalten kann, bei moderater Bewegung in Wohnungshaltung, 60kcal pro Kilo Körpergewicht braucht.

Eine erwachsene Maine Coon Katze (ab 1 Jahr) wiegt zwischen 4,5 und 6 Kilogramm (Weibchen) und 5,5 bis 9 Kilogramm (Männchen). 

Die meisten Nassfuttermittel (Mittelklasse) haben auf 100 Gramm so um die 90kcal.

Wir setzen bei der Berechnung des Gesamtumsatzes die allgemein gültigen Richtwerte für Main Coons an:

4,5 Kilo KM x 60kcal = 270kcal/ Tag = knapp 300 Gramm Nassfutter bei 90kcal/100 Gramm.
6 Kilo KM x 60kcal = 360kcal/Tag = 400 Gramm Nassfutter bei 90kcal/100 Gramm.
9 Kilo KM x 60kcal/Tag = 540kcal/Tag = 600 Gramm Nassfutter bei 90kcal/100 Gramm.

Macht am Tag 1,3 Kilo Nassfutter. Wobei man hier bedenken muss, dass die jeweilige Katze auch gezielt für ihren Grundumsatz gefüttert wird. Somit bieten sich 3 Mikrochip gesteuerte Futterautomaten von Surefeed an. Dazu müssen die Katzen gechipt sein. Der Vorteil ist: Jede Katze bekommt ihr Futter, ohne, dass die anderen dieses Futter klauen können. Somit kann auch jede Katze in ihrem Tempo fressen.

Weshalb ist 2x am Tag füttern zu wenig, als Intervall?

Der Magen einer Katze ist klein und auf Häppchen ausgelegt, nicht auf Vorratfressen. Das kommt daher, dass Katzen in freier Wildbahn so um die 10-20 Mäuse am Tag fängt und frisst. Die Katze ist das Raubtier mit dem höchsten Jagderfolg und muss damit keine großen Mengen fressen.

Deshalb ist 2x füttern und große Mengen eine Über- und Belastung des Verdauungssystems. Mindestens 4-6x füttern am Tag kommt ihrer Physiologie näher.

Wenn du also die Futterautomaten mit Nassfutter befüllst, kann es sein, dass sie lernen, dass sie sich, entspannt und ohne Druck, ihr Futter einteilen können und somit zurückkommen zum Häppchen fressen.

Trockenfutter ist hochkalorisch und wiegt oft wie ein Stein im Katzenmagen, braucht also deutlich länger, bis es verdaut ist. Manche Katzen erbrechen noch nach über 12h ganze Pellet.

Die Katzen mögen das Trockenfutter ZU SEHR. Sobald wir etwas hinstellen, wird es nieder gemacht. Egal, wie viel wir hinstellen, die Näpfe sind leer. Ja, auch nachdem es schon (Nass-)Futter gab. Sollen wir weiter kleine Portionen füttern und hoffen, dass es irgendwann klappt? 

Ich lebe mit 2 Katern, dem Mishu (8) und dem Leo (7) aus dem Tierschutz seit 3 Jahren zusammen. Mishu ist ein Trockenfutterjunkie. Bis heute - trotzdem ich 6-10x am Tag kleine Portionen TroFu füttere - hat er nicht gelernt Reste liegen zu lassen. Er muss immer alles und sofort auffressen. das scheint tief in ihm verwurzelt zu sein. gebe ich ihm größere Portionen, dann frisst er sie komplett auf, bekommt Magenschmerzen, kauert und oft erbricht er sich. Somit kann ich das leider mit ihm so nicht machen.

Meine beiden Jungs haben einen Mikrochip gesteuerten Surefeed Futterautomaten, somit haben sie keinen Grund alles auffressen zu müssen.

Leo hingegen frisst nur vereinzelt und sehr wenig Trockenfutter, wie eine Art Leckerlie. Oft lässt er auch Pellet liegen für später.

In deinem Fall, bei einem Mehrkatzenhaushalt mit "verfressenen" Katzen die sich das Futter nicht einteilen können, Futterneid empfinden, habe ich außer den Surefeed Futterautomaten keinen Tipp, da alle anderen Futterautomaten ungeschützt sind und man so die Futtermenge nicht regulieren kann.

Oft kommt Verfressenheit nicht nur von Futterneid und einer zu seltenen Fütterung am Tag, sondern auch durch Unterforderung am Tag. Meint: Die Katze sieht die Fütterung als einzig wirkliche Highlight am Tag. Deshalb ist es wichtig, dass Wohnungskatzen neben ausreichender Fütterungsmenge und artgerechten Fütterungsintervallen auch ausreichend körperlich und geistig beschäftigt werden. Hier bieten sich Fummelbretter und Parkourtraining an.

Noch eine letzte Anmerkung:

Zum geschützten Futterautomaten würde ich auch die Position der Futterstellen kritisch betrachten. Soll heißen: Jede Futterstelle sollte mindestens 1,5 - 2 Meter voneinander entfernt sein. Auch, wenn katzen vermeintlich nebeneinander fressen können, bedeutet die Enge Stress, was zum Schlingen führen kann.

Deinen Katzen alles erdenklich Gute.

beste Grüße 🙋‍♀️ +😺 +😺