Kurz und knapp:
Ich habe seit 8 Jahren eine Schäferhündin, mit ca 1-2 Jahren Alter aus dem Tierschutz übernommen, sie ist jetzt also zwischen 9 und 10 und sie hat so schlimme Verlustängste, dass ich überlege, sie im schlimmsten Fall einzuschläfern.
Das klingt zwar erstmal hart, aber wenn ich sie nur 10min alleine lasse, zerbeißt sie Türen, Fenster (im Auto auch das Armaturenbrett, Lenkrad etc) und ist offensichtlich extrem gestresst. Sie kann mittlerweile unsere Fenster trotz extra Sicherungen innerhalb von 5min öffnen und läuft dann auf die Straße, um nach mir zu suchen.
Die naheliegende Lösung wäre natürlich Training, aber das habe ich schon viele Jahre versucht und manchmal hatten wir monatelang Phasen, in denen sie dann 3-4h allein geschafft hat, nur um nach einer Woche mit weniger Training den Fortschritt wieder komplett zu verlieren. Diesen Zyklus habe ich jetzt 4 oder 5 mal durch und ich kann einfach nicht mehr. Sie lernt es nicht mehr und auch wenn es natürlich meine Entscheidung war, mir einen Hund zuzulegen, fühle ich mich wie ihre Geisel. Ich kann nicht einkaufen gehen, ich kann nicht zum Arzt oder mal kurz an der Tankstelle zur Toilette gehen... Und ich habe schon tausende € in neue Türen, Fenster, Gurte, Lenkräder und Zäune investiert, sowie massenhaft Nerven dabei, sie einmal pro Woche stundenlang zu suchen.
Was ich schon versucht habe:
- Training mit immer länger werdenden Zeitintervallen
- Chilisoße an den Fenstergriffen
- anketten (sie schlüpft bis jetzt aus jedem Halsband weil ihr Kopf kleiner ist als ihr Hals)
- Kamera mit Sprachfunktion, um zu beruhigen
- vor dem alleine lassen viel Spielen und auspowern
Meine Optionen:
- Tierheim: ich mache mir Sorgen, dass ein so altes Tier mit einem so einschneidenden Problem keinen Menschen mehr findet. Außerdem hängt sie sehr an mir und ich will ihr das nicht antun. Ich kenne privat auch niemanden, der sie nehmen würde.
- Zwinger: wäre halt wieder extrem teuer und ich denke, sie könnte da vermutlich auch ausbrechen, ist aber gerade die realistischste Option. Sie soll da auch nicht jeden Tag rein, sondern eben nur ein- bis zweimal die Woche, wenn wir mal einkaufen oder sonstwas tun müssen.
- warten, dass sie endlich stirbt: ich möchte sie eigentlich nicht einschläfern lassen, es ist ja nicht ihre Schuld, dass sie so verkorkst ist. Die Option wäre also, dass ich einfach noch 3-5 Jahre die Zähne zusammenbeiße und mir danach nie wieder einen Hund zulege.
Gibt es irgendwelche offensichtlichen Ideen, die ich übersehen habe?
Wäre Tierheim/Vermittlung oder Zwinger eurer Meinung nach grausamer?