Freundin ist zu nichts fähig, was tun?

16 Antworten

Nichts davon ist Deine Schuld. Wieso sollte das jemand denken, der auch nur einen Funken Empathie besitzt?

Deine Lage ist sehr schwierig und ich möchte erst gar nicht so tun, als würde ich wissen, wie man das am besten angeht. Ich bin nur in einer ähnlichen Situation mit meinem Partner (ich bin diejenige mit der schweren Depression und den Traumata. Er ist also auch in Deiner Situation, mehr oder weniger).

Es ist ziemlich schwer, wenn jemand sagt, dass man sein Leben genießen dürfe und das von einem einfordert, wenn man jahrelang genau das Gegenteil eingetrichtert bekommen hat. Stell Dir vor, Du wärst ein Leben im Gefängnis gewohnt, hast keine Pläne geschmiedet, weil Du nicht dran glaubst jemals rauszukommen, und dann kommt jemand und sagt, dass Du entlassen wirst. Und "plötzlich" sitzt Du vor dem Nichts.

Vielleicht geht es ihr so. Vielleicht ist die Leere ihr Freund, oder sie bereits die Leere, sodass sie alles andere überfordert. Dass sie gar nichts anderes mehr will, oder ihr Glauben daran nicht stark genug ist, also wieso versuchen (extra provokant formuliert). Wenn man so lange so viel Energie verbraucht hat, dann erschöpft einen irgendwann jede Kleinigkeit. Putzen, Einkaufen. Alles zu viel.

Bei ihr könnten es ebenfalls die Medikamente sein. Vergesslichkeit und Konzentrationsschwäche sind oft Nebenwirkungen. Vielleicht ist sie auch nicht richtig eingestellt auf die Medikamente oder braucht andere (nicht alle Psychopharmaka oder Antidepressiva funktionieren auf lange Sicht).

Auch eine andere Therapieform kann Besserung verschaffen. Nicht jede Verhaltenstherapie hilft Traumapatienten. Bei ihr kann es ähnlich sein.

Dass Du die Trennung ansprichst, werden einige Dir vielleicht vorwerfen. Aber ich kann es verstehen. Du siehst, wie sich ein Mensch, den Du liebst, dahin rafft. Das tut weh. Da will man den Blick abwenden. Und außerdem kannst Du sie nicht tragen. Du kannst sie stützen. Aber sie muss es von alleine wollen. Wenn sie das nicht tut, dann kann niemand Dir vorwerfen, dass Du Dein Glück nicht wegwirfst, nur weil sie an ihrem nicht arbeiten will.

Sprich mit ihr. Sag ihr, wie viel davon abhängt. Sag ihr, dass Du für sie da sein und ihr helfen willst, aber das nicht funktioniert, wenn sie nicht will. Wenn sie sich bemüht, nimm ihre Hand und halt sie fest. Und hab Geduld. Sie war diesen Zuständen sehr lange ausgesetzt und man sagt, dass es die doppelte Zeit für eine Genesung braucht (das ist natürlich nicht auf jeden zutreffend). Und falls sie nicht will oder nicht kann und daran nichts ändern will.. Du hast es versucht.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Intensive Beschäftigung mit der menschlichen Psyche

Danke, ich fühle mit ihr. Es ist ja nicht so als würde ich nicht verstehen warum sie sich so entwickelt hat, ich weiß bloß nicht wie man jemanden da rausholt. Wenn das überhaupt jemals möglich war.

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@Popopapa

Das musst Du auch nicht wissen, das kann niemand von Dir erwarten und das ist auch nicht Deine Aufgabe. Viel eher sollte es Deine Aufgabe sein (wenn man es Aufgabe nennen kann) mit ihr gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Du bist nicht ihre Lösung. Du kannst nur helfen, so schwer das oft zu akzeptieren ist.

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Sowas macht mich sehr traurig. Emotionaler Mißbrauch hat gravierende Folgen und sie selbst hat sich das sicher nicht ausgesucht! Auf der einen Seite kann ich deine Verzweiflung verstehen, auf der anderen Seite ist jedoch etwas mehr Empathie gefragt. Sie hat ihr lebenlang praktisch gelitten und das lässt sich nicht auf einmal ändern, auch nicht, wenn ihr Umfeld jetzt anders ist. Das braucht seine Zeit. Zudem ist sie noch sehr jung, die Einsicht/Mitwirkung kommt meist' erst später. Obwohl sie schon so lange eine Therapie macht, scheint die keine Wirkung zu erzielen. Da sollte das Therapiekonzept mal hinterfragt werden. Vielleicht käme eine andere, effektivere Therapieart für sie in Frage?! Das ist schon hart, wenn man so lange in Therapie ist, aber keine wirklichen Ergebnisse erzielt. Leider ist das mit den Tabletten auch nicht so toll. Meistens werden dadurch nur die Symptome bekämpft, aber die Ursachen bleiben auf der Strecke. Natürlich kann man die Vergangenheit nicht ändern, jedoch die Vergangenheit aufarbeiten. Leben muss man damit ja sowieso. Was für eine Therapie macht sie? Ich denke da besteht erheblichen Bedarf, zumindest hört es sich so an. Sie redet oft darüber, weil sie damit noch nicht abgeschlossen hat (verständlich, sie ist ja auch noch jung wie gesagt und das ist ein harter Brocken). Tabletten sollte man nicht unterschätzten, die lassen einen irgendwie wie "Scheintod" "teilnahmslos" wirken. Du gibst ihr Halt und etwas Normalität, auch wenn sie selbst das (noch) nicht so sieht. Sie braucht dich. 😔Lass' keinesfalls zu, dass sie in ihr toxisches "Zuhause" zurück kehrt. Wenn schlussendlich doch nur eine Trennung in Betracht kommt, dann gibt es auch andere Orte, an denen sie leben/wohnen kann. Ich kann verstehen, dass es für dich belastend ist, aber gib sie nicht auf. (Noch nicht).

Ich denke du kannst es verstehen das sich manche wundern wie du überhaupt mit ihr zusammengekommen bist wo ihr doch so verschieden klingt und sie eher eine Last ist.

Ich kann dich da gut verstehen das es schwer ist mit einer depressiven Person zusammenzusein. Sowas ist nicht einfach. Es sollte dir dabei auch klar werden, dass du alleine ihr nicht helfen kannst. Auch wenn es lieb gemeint ist. Letztendlich muss sie diejenige sein die sich bemüht und etwas ändern will. Du kannst sie nur bei dem unterstützen was sie selbst bessern möchte, aber ihr nicht Dinge vorgeben die sie ändern soll. Das muss von ihr selbst kommen.

Des Weiteren musst du dich nicht wundern das sich noch nichts besserte. Sowas kann Jahre dauern und nicht paar Monate. Du müsstest da wirklich sehr viel Geduld aufwenden.

Ich persönlich könnte das nicht. Daher würde ich es dir auch nicht verübeln es zu beenden. Man muss auch an sein eigenes Glück denken. Du musst aber für dich selbst abwägen ob du da noch Jahre abwarten könntest.

Abwarten? Worauf? Dass sie ein normaler Mensch wird? Das wird sie nicht. Aber sie kann trotzdem ein besonderer Mensch sein, mit dem es sich gegen die Krankheit zu kämpfen lohnt.

Es kann jeden Tag ein bisschen besser werden. Man muss die kleinen Erfolge feiern, nicht die großen.

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@Noeru

Das meinte ich ja mit abwarten. Du schreibst doch selbst das es jeden Tag ein kleines bisschen besser wird. Das habe ich auch gemeint :) Nicht das es komplett anders wird.

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Nein, das denke ich überhaupt gar nicht. Erst mal, Hallo. Und Danke, für deine Geschichte und ehrlichen Worte. Ich kann deine Gefühle sehr gut nach empfinden ! Auch sie zum Teil, da ich selbst psychisch Krank bin. Doch was du beschreibst, ist so weit weg vom Leben, wie die Sonne von der Erde. Ich finde, du Verdienst ein Lob. Du gibst dir wirklich sehr viel Mühe , das finde ich ganz toll und so einen Mann, würde ich mir gerne wünschen. Einen psychisch Kranken zu lieben oder Bett und Tisch zu teilen, ist etwas ganz anderes, als eine " normale " Beziehung. Da ist der gesunde Teil, wirklich gefordert. Aber ! Kann dich auch emotional auslaugen. Deshalb, pass gut auf dich auf. Sie ! Erstmal! Muss selbst, eine Veränderung " wollen" . Krankheit hin oder her , sie ist trotzdem in der Lage, ihr Leben ( mit dir) aktiv zu gestalten. Sich auch zu ändern in gewissen Punkten. Es ist möglich. Aber ihr Wille muss da sein. Wenn du so viel, für sie schon tust, was ich Bewundernswert finde, glaube ich kaum, sie noch irgendwie zu ereichen! Leider. Aber ich mach dir da keine grossen Hoffnungen. Tut mir leid. Es ist wirklich schwer bei einem so schwer psychisch Kranken, ihn "wiederzubeleben". Wenn sie auf dich , so positiven Menschen nicht reagiert! Ist sie kaputt gespielt und wird immer so bleiben. Jeder Mensch, auch psychisch Kranke, haben Hoffnungen, Wünsche & Träume. Bedürfnisse. Wenn da nicht s kommt, spielst du dich am Ende kaputt. Und nicht's kommt bei raus. Mitleid, hilft dir da auch nicht weiter . Wenn sie dich , nicht ein bisschen glücklich machen kann? Du immer nur gibst ? Dann überleg dir gut, was das für Konsequenzen für deine Zukunft hat? Alles Gute

Schwierig, meine Mutter war manisch depressiv mit schizophrenen Phasen. Versucht einen anderen Arzt zu finden, der mehr Zeit hat, eine Langzeittherapie, die etwas Licht in ihr Dunkel bringt. Psychotherapie, um Erlebtes gründlich aufzuarbeiten. Das dauert aber lange.

Prinzipiell musst du aber damit rechnen, dass sich nicht viel ändern wird.

Medikamentenreduktion kann psychotische, manische und depressive Phasen hervor rufen. Vorsicht damit.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – mehrere Semester Psychologie, Erfahrung m. psychisch Kranken

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