Externe Festplatte zum Videoschnitt?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Klassische externe Festplatten wie man sie in jedem Blöd-und-Geizig-Markt kaufen kann, sind eher ungeeignet. USB hat Latenzen (wenn sie auch mit jeder Generation weniger nehmen, aber sie sind da, nicht umsonst hatten professionelle externe Audio-Interfaces lange Zeit Firewire), selbst mit USB 3.x eine begrenzte Durchsatzrate und Videodateien haben generell, auch wenn das meiste in HD eingefangene Material irgendwie komprimiert ist und weniger Datenrate hat, als unkomprimiertes SD, wie man es lange Zeit mit Grabbern eingefangen hat, eine sehr hohe konstante Datenrate.

Es ist zwar möglich, aber die Arbeit wird eher hakelig dadurch. Bei Gopro-Videos würde ich behaupten, geht das noch, sogar locker, solang du keine Transitions oder Bild-in-Bild Effekte hast, wo mehrere Videos parallel laufen. Datenrate ist kein Thema, aber der Overhead von USB.

Beim Macbook wirst du ja sicher Thunderbolt haben. Thunderbolt geht direkt an den PCIe-Bus und ist daher deutlich besser zum Anbinden von Komponenten mit hohem Durchsatz und zeitkritischer Anwendung geeignet. Wenn du also etwas investieren willst, hol dir ein Thunderbolt-Gehäuse, gerne auch leer, und die passenden Festplatten dazu. Obwohl USB-C (3.1) schon einiges besser geworden ist, wird das die Arbeit deutlich aufwerten.

Die Zugriffszeiten, die bei mehreren parallelen Videos auch bei direkter Anbindung zum Problem werden können, kannst du durch Einsatz von SSDs oder, wenn zu teuer, schnelldrehenden Festplatten mit 7200rpm entgegenwirken (ein Zugriff besteht aus Positionierung der Köpfe, die erst mal relativ unabhängig von der Drehzahl ist - ggf. haben die schnellen Platten aber etwas schnellere Aktuatoren für die Köpfe - und der Zeit, die die Platte braucht, bis nicht nur der Kopf in der Spur ist, sondern auch der jeweilige Sektor wieder am Kopf vorbeifliegt, und das geht bei hoher Drehzahl schneller), z.B. der Hitachi Ultrastar Serie und deren 7200rpm-Platten, die zudem sehr zuverlässig ist.

Ähnlich wird das im professionellen Umfeld gemacht, wo mit dem Aschenbecher (Mac Pro) geschnitten wird, dafür gibt es sogar Rackmount-Einbausätze, in die der Aschenbecher und ein per Thunderbolt angebundenes RAID-Storage eingebaut werden und das Gesamtkunstwerk dann in ein 19"-Rack geschraubt werden kann.

Zum Archivieren deiner Arbeitsplatte mit Thunderbolt (immerhin sind die Thunderbolt-Gehäuse ja teuer) kannst du preisgünstige USB-Festplatten verwenden.

Am schnellsten bist du natürlich unterwegs, wenn du auf der eingebauten Platte schneidest und extern nur archivierst. Das Macbook dürfte eine SSD, vermutlich sogar eine M2-SSD mit PCIe-Anbindung und somit gigantischen Schreib- und Leseleistungen im 4-stelligen Megabyte/s Bereich haben. Die hat so viel Power, dass du durch den Overhead des laufenden Betriebssystems weniger Leistung verschenkst, als mit einer USB-Anbindung und deren Overhead. Problematisch dürfte allerdings sein, dass du dir die Platte regelmäßig vollmachst und dann eine übermäßig hohe Abnutzung durch Swapfile und temporäre Dateien auf den wenigen verbleibenden SSD-Zellen stattfindet und du so die Lebenszeit der SSD stark verkürzt und zudem beim Swappen Leistungseinbußen hast. Dazu wäre wichtig zu wissen, wie eine SSD funktioniert. Schreiben geht schnell, lesen geht schnell, löschen dauert lange und macht die Zellen kaputt. Um das schnelle Schreiben ohne vorheriges Löschen beibehalten zu können, werden regelmäßig zum Löschen freigegebene Zellen per Trim-Befehl gelöscht, während gerade etwas Leerlauf herrscht. Ist eine SSD bis zum Anschlag voll, kann es sein, dass alle Zellen noch auf "zu löschen" stehen, bevor der nächste Trim kommt. Soll dann geschrieben werden, muss die Zelle während des Schreibens gelöscht werden und die Schreibperformance bricht auf das Niveau eines Computers aus den 90ern ein. Da dies meistens Swap-Prozesse sind, zieht das die Leistung des Rechners in den Keller. Da Löschprozesse die Zellen abnutzen, werden diese normalerweise auf Zellen mit wenigen Schreibzugriffen umgeleitet. Ist die Platte voll, kann der Wear-Leveler nur noch aus einer geringen Anzahl Zellen verfügen, die dann schnell durchgenudelt werden und diese Zellen kommen schnell an das Limit ihrer Schreibzyklen. Eine SSD sollte zwecks langer Haltbarkeit und hoher Leistung immer ca. 30% Kapazität frei haben, damit Trim und Wear-Leveler effektiv arbeiten können. Dann ist sie schnell und hält länger, als jede Magnetplatte. Hämmerst du sie voll, wird sie beim Schreiben langsam und du läufst Gefahr, abgenutzte und somit defekte Zellen zu erzeugen, wo Magnetplatten noch lange munter weiter drehen. Bei externen SSDs auf denen du nur mit Videodaten hantierst, entstehen weniger Schreibzyklen und somit weniger Probleme bei der Abnutzung.

Eine teure, aber auch sehr performante Alternative könnte ein NAS mit 10Gbit Ethernet und ein passendes 10GE-Interface (Thunderbolt) für dein Macbook sein. Die Synology- und Qnap-Modelle mit 10GE und >=4 Slots sollten in der Regel auch eine Erweiterung oder Umwidmung des RAIDs unterstützen, z.B. du fängst mit einem RAID-1 (zwei Platten Spiegel) zwecks Datensicherheit (wenn eine Platte ausfällt, hast du eine Spiegelung davon, nicht zu verwechseln mit Datensicherung, weil wenn dir ein Virus das RAID verschlüsselt oder du versehentilch was löschst, ist es genauso weg, wie ohne Spiegel) an und sobald du mehr Platten dazu steckst, wird es in ein RAID-5 mit Parität umgewidmet und die Partition um die Platte erweitert. Bei RAID-5 steigt die Kapazität und Leistung mit jeder weiteren Platte. Die Einbindung könnte per SMB aber auch per iSCSI erfolgen, SMB ist flexibler, iSCSI performanter. Wobei SMB mit 10GBE auch schon performat genug sein sollte.

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Puh 😅
Danke für die ausführliche Antwort!

Also für mich hört sich Thunderbolt als die beste Option an.

Welche Produkte kommen denn dann in Frage?
Ich hatte mir schonmal die LaCie Rugged angeschaut, die meines Erachtens auch als Thunderbolt-Version verkauft wird.
Ist die zu empfehlen oder spricht irgendwas gegen die Platte?

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33
@TheKommentierer

So tief stecke ich in der Thunderbolt-Materie auch nicht drin, aber mit LaCie und G-Technology machst du sicher einen guten Kauf

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A deiner Stelle würde ich eine schnelle SSD als externe Festplatte benutzen, um Videos zu bearbeiten. Dafür reichen bezahlbare 500GB oder 1TB aus.

Für die Speicherung und Archivierung der fertigen Videos kannst du eine weitere große HDD nehmen oder dir ein NAS zulegen.

9

Ok. Könnte ich dann die SSD nicht weglassen und mit der internen Festplatte schneiden? Weil sonst habe ich ja eine externe Festplatte, die genau wie mein MacBook Videoprojekte temporär speichert, und nach dem bearbeiten löscht...
Oder ist das nicht zu empfehlen auf der System-Platte gleichzeitig zu schneiden?

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41
@TheKommentierer

Ich denke. das ginge auch in Ordnung, wenn der Platz ausreicht. Du hast ja nicht geschrieben, wie groß die interne ist, es gibt sie ab 128GB und das wäre definitiv nicht ausreichend für Videoschnitt.

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