Eure Meinung zum Thema Abtreibung, was stimmt?

Das Ergebnis basiert auf 41 Abstimmungen

Darf jede Frau selber entscheiden 61%
Was anderes.. 24%
Jeder hat ein Recht auf Leben 15%

14 Antworten

Darf jede Frau selber entscheiden

Du hast Dich für das Kind entschieden und von daher ist jede Meinung der User eine Provokation, gegenüber den Gegnern.

Was anderes..

Im ersten Trimester okay, ist ja auch später nicht mehr erlaubt. Umso früher, umso besser. Besser abgetrieben als ein ungewünschtes Kind.

Was anderes..

Ich bin mir in der Frage extrem uneins.

Wenn man Abtreibungen komplett legal hat, werden manche Menschen, extrem unvorsichtig ohne Verhütung rumf*cken und nachher abtreiben. Jetzt denkt ihr, solche Menschen gibt es doch gar nicht. Und doch, es gibt solche Menschen. Ich kenne jemanden, der mit 16 schon über 20 Frauen zum Abtreiben gebracht hat (Pille danach mit eingerechnet). Er hat auch kein Verständnis dafür, dass man damit einen kleinen Menschen tötet.

Es wird auch Leute geben, die im 8. Monat noch sagen, ich möchte mein Kind umbringen.

Wenn ich nun Abtreibungen aber komplett verbiete, werden manche Frauen sich waghalsigen Prozeduren unterziehen, um trotzdem ihr Baby loszuwerden, wie den guten alten Kleiderbügel Trick.

Ein Ding dazwischen ist auch schlecht festzulegen, denn jemandem weis zu machen, dass sie vor 3 Tagen noch hätte abtreiben können aber jetzt nicht mehr, ist fast unmöglich.

Bei Vergewaltigungen kann man noch sagen, dass man das Kind später ja auch zur Adoption freigegeben kann.

Ich glaube nur bei akuter Lebensgefahr für die Mutter (z.B. Vergewaltigung einer 10 jährigen) oder einer festgestellten qualvollen Behinderung beim Kind (wie Katzenschreisyndrom) bin ich mir einig, dass man dort sicher abtreiben darf. Über den Rest bin ich mir nicht im Klaren. Ich halte mich dort generell raus.

Ich würde dir beim ersten Satz gleich schon widersprechen. Eine Abtreibung ist nichts, was man mal einfach so macht. Aber ich verstehe das man daran zuerst nicht denkt, wenn es einen selbst nicht betrifft.

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@bekindbevegan

Ich weiß, dass bei 99% der Menschen erstmal lange darüber nachgedacht wird, es ist sehr üblich, dass man die Entscheidung nicht so früh fällt, aber ich kenne ein Konkretes Besispiel, ne dem es eben so war. Ich weiß, dass das nicht für ein Verbot als Argument gilt, aber es gibt diese Menschen.

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@Timmeeey12

Warum kommst du dann zum Schluss, dass nur Frauen abtreiben sollten die lebensgefährlich bedroht sind?

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@bekindbevegan

Ich komme zum Schluss, dass ich mir da zu 100% sicher bin, dass es dort sinnvoll ist das legal zu haben. Das ist nur, wenn die Frau in akuter Lebensgefahr ist, oder das Kind eindeutig eine qualvolle Behinderung wie das Katzenschreisyndrom hat dazu zählt ausdrücklich nicht das Down-Syndrom, die meisten die das haben sind damit extrem glücklich.

Das heißt nicht, dass das das einzige sein soll, was legal ist. Das heißt nur, dass ich mir nur bei den beiden Fällen ganz sicher bin. Ich bin auch extrem glücklich darüber, nicht in der Situation zu sein, irgendetwas damit zutun haben zu müssen. Weder als Politiker, noch als Arzt, noch als Frau die abtreiben muss/möchte.

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Das Katzenschreisyndrom ist keine qualvolle Behinderung. Unter qualvoller Behinderung verstehe ich eine schwere Form des Autismus & Trisomie 21.

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@Laury95

Also Trisomie 21 ist wohl die mit Abstand schönste Behinderung sowohl für das Kind als auch für die Eltern. (Diese Denkweise wäre ein Grund für das Verbot, da komplett gesunde und glücklichwerdenden Kinder so häufig getötet werden.) Das mit dem Katzenschreisyndrom stimmt was du gesagt hast. Danke. Ich habe das aus dem Biologieuntericht vor 4 Jahren, dass das Katzenschreisyndrom eine der heftigsten Behinderungen ist. Nehmen wir ein anderes Beispiel. Trisomie 13, oder 18. Bei beiden werden die Kinder eh nach kurzer Zeit sterben, sodass es nur eine Qual für Frau und Kind wäre, dieses nicht abzutreiben. Bei Trisomie 21 leben die Menschen glücklich weiter.

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@Timmeeey12

Menschen mit Trisomie 21 leben nicht immer glücklich, es gibt auch welche mit Organschäden und die fast nur im Krankenhaus sind, weil sie ständig operiert werden müssen. Oder welche, die nicht mal selber laufen, essen etc. können. Es gibt sehr schwere Formen von Trisomie 21 und von Autismus ebenso.

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@Laury95

Meine Mutter ist Ärztin, und macht Schuleingangsuntersuchungen. Und mit unter wegen dem Irrglaube, dass Trisomie 21 eine "schlimme Behinderung" sei, ist sie Lebensschützerin.Menschen mit Down-Syndrom sind durchschnittlich sogar wesentlich fröhlicher, als "normale" Menschen.

Es gibt extrem viele Familien, die nur Downie Kinder haben (adoptiert). Da das eine Bereicherung für das Leben ist. Stell dir vor, du hast ungefähr 40 Jahre lang ein Kleinkind als Kind. Inklusive Neugierigkeit, Abenteuerlust und Freude im allgemeinen. Es werden extrem viele Kinder, die diese Behinderung haben abgetrieben, obwohl sie das Potenzial dazu haben, ein wunderschönes, wenn auch etwas verkürzten Leben zu führen. Und die Menschen, die damit unglücklich sind, sind einfach nicht genug Downie.

Das ist meiner Meinung nach das stärkste, wenn nicht einzig sinnvolle Argument gegen weichere Abtreibungsgesetze. Ich kenne tatsächlich einige Menschen, die dazu genötigt würden ihr Kind abzutreiben, da es Trisomie 21 hatte. Und ALLE, die sich dagegen entschieden haben, haben es nicht bereut.

Das Wort Downie ist übrigens nicht negativ gemeint.😉

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@Timmeeey12

Wie gesagt, als Ärztin muss deine Mutter wissen, dass es auch schlimme Formen von Trisomie 21 gibt.

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@Laury95

Natürlich gibt es extrem wenige Ausprägungen, die "schlimm" sind. Das ist aber ein bisschen so, als wolltest du alle Kinder abtreiben lassen wollen, die von Eltern über 35 sind, da sie ja theoretisch behindert werden könnten. Genau so sollte man nicht urglückliche, wenn auch körperlich etwas eingeschränkter Kinder abtreiben, da sie ja möglicherweise eine stärkere Form der Downsyndroms bekämen.

Und es geht mir dabei nicht darum, dass die Frau, oder das Paar dann die Entscheidung für sich darüber fällt. Sondern, dass man auf Grund von Familie, Nachbarn, "Freunden", und vor allem den Medien dazu gebracht wird abzutreiben, da das Kind sonst ja behindert wird.

Oder noch besser anders herum. Was würdest du machen, wenn dir dein Arzt im 3. Monat sagen würde, dass dein Kind mit 60%iger Wahrscheinlichkeit irgendeine Form des Down-Syndroms hat. Würdest du abtreiben?

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Wenn man Abtreibungen komplett legal hat, werden manche Menschen, extrem unvorsichtig ohne Verhütung rumf*cken und nachher abtreiben.

Menschen die so drauf sind, und ja einige wenige sind tatsächlich so, lassen sich doch jetzt schon nicht davon abhalten, bloß weil sie momentan noch vorher zur Beratung müssen, denn der Unterschied zwischen jetzt und Legal wäre lediglich die Beratung. Beweist dein Beispiel ja auch.

Ich kenne jemanden, der mit 16 schon über 20 Frauen zum Abtreiben gebracht hat (Pille danach mit eingerechnet).

Rechne die Pille danach gleich mal wieder raus, denn die beendet keine bestehende SS sondern verschiebt den Eisprung damit es nicht zu einer SS kommt.

IST Frau bei Einnahme der Pille danach schon schwanger, dann passiert rein gar nichts.

Außerdem darf man so absolute Ausnahmen nicht mit einbeziehen in so eine Entscheidung, denn sonst müsste man nahezu ALLE Medikamente/Behandlungen verbieten, weil alles von irgendwem missbräuchlich eingesetzt wird.

Er hat auch kein Verständnis dafür, dass man damit einen kleinen Menschen tötet.

Geht mir genauso, Föten sind eher leere menschliche Hüllen, in denen vor der 24 Woche noch niemand "Wohnt".

Es wird auch Leute geben, die im 8. Monat noch sagen, ich möchte mein Kind umbringen.

Warum sollte Frau sich auch 8 Monate den Stress einer SS antun, und DANN abtreiben? Völliger Schwachsinn! Vielleicht gibt es ein oder zwei Ausnahmen, aber deswegen darf man doch die Allgemeinheit nicht kriminalisieren!

Wenn ich nun Abtreibungen aber komplett verbiete, werden manche Frauen sich waghalsigen Prozeduren unterziehen, um trotzdem ihr Baby loszuwerden, wie den guten alten Kleiderbügel Trick.

Nicht manche, die meisten. Ein Verbot von Abtreibungen sorgt nicht für weniger Abtreibungen sondern nur für mehr tote und schwer verletzte Frauen.

Ein Ding dazwischen ist auch schlecht festzulegen, denn jemandem weis zu machen, dass sie vor 3 Tagen noch hätte abtreiben können aber jetzt nicht mehr, ist fast unmöglich.

Warum nicht? Ich fände bis zur 22 Woche gut, weil in der 24 Woche das Gehirn soweit wäre, das der Fötus etwas "wahrnehmen" kann.

Bei Vergewaltigungen kann man noch sagen, dass man das Kind später ja auch zur Adoption freigegeben kann.

Das würde für die Frau aber bedeuten, das sie lebenslang in der Angst leben muss, das das Kind des Vergewaltigers eines Tages vor ihr steht, außerdem würde es dauerhafte Spuren an ihrem Körper hinterlassen, wie hängende Brüste, Schwangerschaftsstreifen, und evtl auch Krankheiten wie Diabetis, die manchmal nach der SS nicht wieder weg gehen. All das würde sie immer und immer wieder an die Vergewaltigung erinnern, nur damit ein Fötus, der eh nix merkt, weiter ausgetragen wird.

Ich glaube nur bei akuter Lebensgefahr für die Mutter (z.B. Vergewaltigung einer 10 jährigen) oder einer festgestellten qualvollen Behinderung beim Kind (wie Katzenschreisyndrom) bin ich mir einig, dass man dort sicher abtreiben darf.

Das Katzenschreisyndrom ist erst nach der Geburt feststellbar.

Über den Rest bin ich mir nicht im Klaren. Ich halte mich dort generell raus.

Ich hoffe ich konnte dir etwas Klarheit bringen.

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@Deamonia

Danke. Die meisten Argumente kenne ich zwar. Ich bin auch überhaupt nicht überzeugt von der "Lebensschützer Seite", aber von eurer auch nicht. Generell sind die Argumente sehr ähnlich wie bei einer Drogenlegalisierung. Ich gehe dort genauso davon aus, dass es eh die machen würden die es wollen, nur halt in einem Sichereren Umfeld. Jedoch empfinde ich persönlich Abtreibungen als etwas sehr schlechtes. Ich weiß, dass ist überhaupt kein Argument, aber es ist so.😅 Es hält mich nur davon ab, mich FÜR weichere Abtreibungsgesetze auszusprechen. Ich würde auch niemanden verurteilen dafür, dass sie abtreiben musste. Die haben es meist so schon schwer genug. Ihr könnt euch gerne dafür einsetzen. Aber ich würde nicht mitmachen. Setz du dich für weichere Abtreibungsgesetze ein, und ich mich für eine offenere Drogenpolitik, und wir beide machen das Land vielleicht etwas freier.

Und wirklich, gut geschrieben. Kann ich dir nur mitgeben. Je offener und argumentativer du auf deine Gegenseite eingehst, desto besser denkt man von dir, und desto mehr Inhalt kommt auch zurück. Nicht anflamen sondern sachlich diskutieren. 👍

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@Timmeeey12
Jedoch empfinde ich persönlich Abtreibungen als etwas sehr schlechtes. Ich weiß, dass ist überhaupt kein Argument, aber es ist so.😅 Es hält mich nur davon ab, mich FÜR weichere Abtreibungsgesetze auszusprechen. Ich würde auch niemanden verurteilen dafür, dass sie abtreiben musste. 

und genau das unterscheidet dich von Abtreibungsgegnern, du versuchst nicht, deine Einstellung allen aufzuzwingen.

Setz du dich für weichere Abtreibungsgesetze ein, und ich mich für eine offenere Drogenpolitik, und wir beide machen das Land vielleicht etwas freier.

Guter plan ;)

Und wirklich, gut geschrieben. Kann ich dir nur mitgeben. Je offener und argumentativer du auf deine Gegenseite eingehst, desto besser denkt man von dir, und desto mehr Inhalt kommt auch zurück. Nicht anflamen sondern sachlich diskutieren.

Danke für die lieben Worte, ich bemühe mich tatsächlich immer möglichst sachlich zu argumentieren, aber gerade bei diesem Thema führt das leider oft dazu, das man als herzloses Monster hingestellt wird...

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Was anderes..

Eine Schwangerschaft, in der über eine Abtreibung nachgedacht wird, ist immer eine Konfliktschwangerschaft, in der es kein ganz richtig oder ganz falsch gibt. Es gibt dann immer gute Argumente für oder gegen das Austragen des Kindes.

Meiner Meinung nach sollten zuerst alle Möglichkeiten ausgelotet werden, um dem Kind die Möglichkeit des Lebens zu geben, sei es durch Hilfen während der Schwangerschaft und auch danach, sei es durch Adoption oder In-Pflege-Nahme durch eine Pflegefamilie.

Genau dafür gibt es ja auch Beratungsstellen, deren Besuch zwingend vorgeschrieben ist, bevor eine Abtreibung durchgeführt werden darf.

Letztlich muss aber die Frau entscheiden, die das Kind/das Embryo/den Fötus im Bauch trägt, ob sie das Kind austragen will und kann. Dabei wird sie in der Regel nicht nur die eigenen Interessen bewerten, sondern auch die des Kindes, das ja auch in lebenswerte Umstände hineingeboren werden sollte. Es wird halt oft verkannt, welche traumatischen Auswirkungen ein Schwangerschaftsabbruch auf die Frau haben kann.

An sich eine schöne Antwort, bis auf das:

 Es wird halt oft verkannt, welche traumatischen Auswirkungen ein Schwangerschaftsabbruch auf die Frau haben kann.

Denn das genaue Gegenteil ist der Fall, es wird viel zu sehr übertrieben, welche Auswirkungen Abtreibungen angeblich haben sollen, denn die allermeisten kommen wunderbar damit zurecht, und Studien haben gezeigt, das von denen die eine unerwünschte SS austragen ebenso viele Psychische Probs haben, wie die, die abtreiben. Daher ist wenn dann nicht die Abtreibung, sondern die ungewollte SS der Auslöser Psychischer Probleme.

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Darf jede Frau selber entscheiden

Jede Frau kann während ihrer rund 35 Jahre Fruchtbarkeit in die Situation kommen, ungeplant schwanger zu werden, ob nun durch Leichtsinn, Naivität, Unkenntnis, Dummheit, falsche Anwendung von Verhütungsmitteln, Geldmangel, Gewalt, unterschwelligen Druck des Partners oder einfach Pech.

Schön, wenn dann dem ungeplant ein nun doch gewollt folgt und man nie in eine Schwangerschaftskonfliktsituation kommt. Aber was ist, wenn die Frau nicht gewiss ist, es aus physischen, psychischen, finanziellen, beruflichen, partnerschaftlichen oder lebensplanerischen Umständen "stemmen" zu können.

Es kommt sehr häufig vor, dass man sich in der Theorie eine abstrakte Meinung bildet ("Ich habe mir eigentlich immer gesagt, ... ich möchte nicht abtreiben."), bis man dann tatsächlich in eine Konfliktsituation gerät und einen die Praxis geradezu erschlägt.

Ich bin dafür, dass Frauen selbstbestimmt über ihr Leben, ihren Körper und damit auch ihre Reproduktion entscheiden können. Das Recht auf reproduktive und sexuelle Gesundheit und Selbstbestimmung schließt aus dieser Perspektive auch das Recht auf den Abbruch einer ungewollten Schwangerschaft ein.

Was sagt ihr zu den Verschwörungstheorien?

Was meinst du?

Alles Gute für dich!

Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Ich bin seit fast 40 Jahren Hebamme