Deutsche Lehrer und Lehrerin, gibt es in eurer Schule, häufig Schlägereien und Mobbing?

4 Antworten

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In der Schweiz im Kanton Zürich habe ich an sehr vielen Schulen als Ersatzlehrer gearbeitet. Die Situation ist von Schule zu Schule extrem unterschiedlich. Es kommt nicht so sehr auf den Anteil der Migranten an, wie andere hier behaupten. Der entscheidende Punkt ist der Sozialstatus. Ist dieser tief, so gibt es auch unter Schweizern Schlägereien und Zickenkriege. Aber Migranten mit hohem Sozialstatus, etwa die Kinder des tschechischen Arztes oder des japanischen Diplomaten machen keine Probleme.

Der Zusammenhang mit der Migration ist, dass viele Migranten einen tiefen Sozialstatus haben.

Sehr richtig, das sehe ich auch so. Wir haben 80 Nationalitäten an unserer Schule und arbeiten trotzdem meist sehr stress- und aggressionsfrei miteinander.

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Seltsam, da Leute mit hohem "Sozialstatus" ja eig. keine Zeit für ihre Kinder haben und die deshalb doch viel eher verwahrlosen und soziopathisch werden. Ebenso sind solche Kinder meist auch extrem arrogant, weil sie sich durch die ungerechte Güterverteilung alles leisten können, die vom Mittelstand oder Unterschicht eher nicht. Anders wiederum müssten Kinder unterer Schichten deutlich selbständiger und sozial erfahrener sein, da die im Gegensatz zu Jenen der Oberschicht ihr Leben jeden Tag aufs neue aushandeln müssen.

Also ich widerspreche deiner Erfahrung= Je höher der "Sozialstatus" der Eltern, desto weniger Mobbing und aggressionsaffin das Kind.

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@Avatarez2

Du hast insofern recht, als wir natürlich nicht sagen können: "Aha, tiefer Sozialstatus, also bist du ein Rüppel."

Es wäre ja schön, wenn alle arbeitslosen Eltern sich umso mehr um ihre Kinder kümmern würden. Manche tun dies sicher. Aber eben keineswegs alle. Ausserdem gibt es ja auch die mit tiefem Sozialstatus, die umso mehr arbeiten müssen. Und die Alleinerziehenden, die viel arbeiten und doch wenig verdienen.

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@diderot2019

Komisch oder? Es gibt Leute, die viel arbeiten, viel mehr als so viele mit "hohem" Sozialstatus und trotzdem wird deren Mehrarbeit nie bei der Güterverteilung honoriert, während die meisten jener mit "hohem Sozialstatus" gar nicht mehr arbeiten, sondern ihr Geld arbeiten lassen und durch Nichtstun mehr kriegen, als ganze Dörfer zusammen.

Vielleicht sollte man überlegen, ob das Konzept "hoher Sozialstatus" überhaupt noch rechtmäßig und zeitgemäß sein sollte, ebenso wie die Frage, ob ein Diplomat, Politiker oder Geschäftsführer die Millionen kriegen sollte, die anderen dafür fehlen, welche aber deren Geld erarbeiten.

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@Avatarez2

Ich bin mit der üblichen Einschätzung von 'hohem' oder 'tiefem' Sozialstatus auch oft nicht einverstanden. Sicher mache ich diesen nicht allein am Lohn fest. Ich finde auch, viele, die sehr viel 'verdienen', verdienen das Geld nicht wirklich. Dennoch halte ich an meiner Aussage fest, und zwar nicht nur, weil die Studien dies zeigen, sondern auch, weil dies meine persönliche Erfahrung ist.

Ich war 13 Jahre lang in einem Quartier mit vielen sehr bildungsfernen Familien Lehrer, eben in einem Quartier mit tiefem Sozialstatus. Da war das Problem nicht nur das Einkommen dieser Leute. Wenn wir mit drei Klassen einen Elternabend machten und sagten, es gehe nun um die Berufswahl, der Elternabend sei obligatorisch, es sei ganz wichtig, dass alle Eltern kommen, denn die Eltern hätten die Verantwortung für die Berufswahl und wir wollen sagen, was wir von der Schule her machen, dann hätten eigentlich mindestens von 60 Elternpaaren einer kommen sollen. Es kamen 20!

Viele der Eltern waren arbeitslos und hatten eigentlich nichts anderes zu tun, als für ihre Kinder zu sorgen. Verschiedene der Jugendlichen sagten, sie brauchen keine Lehrstelle. Sie würden einmal von der Sozialhilfe leben, wie ihre Eltern. Oder: "Ich werde einmal ganz viele Kinder haben. Dann kriege ich viel Kinderzulage. Ich brauche keine Lehrstelle." Oder: "Ich werde mal Profi-Fussballer."

In diesem Schulhaus hatten wir jede Woche einen Gewaltvorfall und die Polizei war regelmässig auf dem Pausenplatz. An anderen Schulen, in denen die Eltern zum Elternabend und an den Besuchsmorgen kommen, gibt es das kaum. Die Kinder wissen da: "Schule ist wichtig. Die Eltern interessieren sich, was da passiert. Die kriegen das mit, wenn ich mich daneben benehme." - Und dass sind dann eben tendenziell Eltern mit höherem Sozialstatus. Und da zähle ich übrigens auch den Mittelstand dazu.

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Ich bin zwar keine Lehrerin, dafür aber Schülerin eines Gymnasiums.

An meiner Schule kommen Schlägereien relativ häufig vor, die sind aber meist recht klein.

Mobbing kommt auch recht oft vor, aber das ist meistens nicht so richtig krass, sondern das sind dann eher ständig kleinere Sticheleien oder so. Viele wissen auch nicht, wo die Grenze zwischen Mobbing und freundschaftlichem Ärgern ist.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Werden die Schlägereien dann meist aufgelöst oder hören Schüler von allein auf?

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@bestdude

Die Schüler hören von allein auf, meistens bemerken die Lehrer die Schlägereien nichtmal :,)

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Nein, das kommt nicht oft vor. Ich bin jetzt seit 15 Jahren an einer Schule beschäftigt und Schlägereien kamen erst 2x vor. Auch das Mobbing hält sich ziemlich in Grenzen.

ja, gefällt mir auch wenn das mal passiert. die besten schlagen die lehrer

wie oft denn bei dir?

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