Der Glauben an den Weihnachtsmann - gut oder schlecht?

50 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Sesshomarux,

Deine Frage und Gedanken finde ich super! Ich wünsche mehr Menschen würden diese alten Bräuche einmal kritisch hinterfragen und nachdenken, was es bei den Kindern auslöst.

Ich selbst kann mich noch an das erste Weihnachten erinnern, an dem ich wusste, dass es kein Christkind gibt. Das schlimmste war für mich, dass meine Eltern und älteren Geschwister darauf bestanden haben das Spiel weiterzuspielen und mich zwingen wollten weiter mitzumachen - das bedeutet vor der Türe warten, während die anderen die Kerzen anzünden und die Geschenke schmücken. Das war für mich damals demütigend und ich habe das Weihnachtsfest weinend unter dem Sofa verbracht.

Ist es für Kinder nicht (fast) genau so schön, wenn sie wissen, dass es Geschichten sind, die man zu Weihnachten spielt? Kinder lieben Geschichten und spielen. Und gespielt und echt ist in der Phantasie und im Spiel egal.

Meine Tochter (3) habe ich dieses Jahr über den Weihnachtsmann "aufgeklärt". Sie hat es sofort verstanden. Meine Tochter: "Der Weihnachtsmann ist ausgestorben. Das bedeutet von dem gibt es nur noch Knochen." (Na klar! Wie bei den Dinos ;). Und Menschen verkleiden sich und geben Kindern Geschenke um daran zu erinnern, was Nikolaus für ein guter Mann war. So kann man auch religiöses/historisches Wissen durch Bräuche vermitteln.

Trotzdem hat sie mit Begeitsterung ihr Gedichtlein einstudiert, für den Nikolaus Plätzchen gebacken, ein Bild gemalt und mit leuchtenden Augen den Nikolaus Besuch erlebt. Danach kam sie dann zu mir und hat nochmal gefragt, ob das ein verkleideter Mann war und hatte selbst bemerkt, dass es ein junger Mann war.

Im letzten Jahr ist mir außerdem aufgefalllen, dass meine Tochter sehr oft fragt und Interesse zeigt an dem war ist, was war, was echt ist und was ausgedacht. Sie fragt z.B. immer wieder nach Dinos, Gespenstern, Hexen, Zauberern, Rittern, Piraten etc. Das sind ja auch Figuren, denen mann in Büchern, Filmen und bei Halloween oder Ritterspielen begegnet.

In dem Alter ist es enorm wichtig die Realität kennenzulernen und zu verstehen und gleichzeitig Phantasie und Geschichten zu geniesen und zu spielen

Und für mich als Mutter ist es wichtig, dass sich mein Kind auf meine Aussagen verlassen kann.

Beispiel Kind mit 3: Mama sagt es gibt den Nikolaus. Mama sagt es gibt keine Gespenster. Kind mit 4: Ich habe gemerkt, dass der Nikolaus nicht echt ist. Ich habe nachts Angst. Vielleicht gibt es doch Gespenster. Kind mit 5: Mama sagt ich soll nicht lügen. Mama hat mich selbst angelogen.

Darum bleibe ich bei meiner Überzeugung und dem Gebot "Du sollst nicht lügen". Dann kommt man auch nicht in die Verstrickung von Widersprüchen und muss sich keine Gedanken machen wann und wie man dem Kind doch schonend die Wahrheit beibringt. Spart sich eventuelle Tränen und Enttäuschungen.

Seltsam....warum wird gerade im Zusammenhang mit christlichen Feiertagen so massiv gelogen, obwohl dies absolut unchristlich ist?! Es heist ja nicht "Du sollst nicht lügen...aber Kinder anlügen wenn man sie dadurch glücklich macht ist erlaubt." :)

LG, Hourriyah

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Darum bleibe ich bei meiner Überzeugung und dem Gebot "Du sollst nicht lügen". Dann kommt man auch nicht in die Verstrickung von Widersprüchen und muss sich keine Gedanken machen wann und wie man dem Kind doch schonend die Wahrheit beibringt. Spart sich eventuelle Tränen und Enttäuschungen.

DH!

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@Sturmwolke
Ist es für Kinder nicht (fast) genau so schön, wenn sie wissen, dass es Geschichten sind, die man zu Weihnachten spielt? Kinder lieben Geschichten und spielen. Und gespielt und echt ist in der Phantasie und im Spiel egal.

genau das ist Weihnachten doch, ein Fest, dass die Sinne anregt. nichts anderes, als Geschichten.... wenn das alles Lügen sind, sollten wir auf der Stelle alle Bücher/ Hörbücher/ Filme etc. verbrennen, wer will schon Lügen lesen/ hören/ sehen?

Und ich kenne niemanden, der seinem kind vor Beginn eines Filmes/ Buches etc. darauf hinweist, dass es fiktiv ist, genausowenig, wie beim Weihnachtsfest.

Das kommt von alleine mit der Reife des Geistes, dass ein Kind solche Dinge begreift.

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@inspireone

Fantasie schadet ja nicht. Aber ich finde auch, dass die Realität keinen umbringt. Man kann doch etwas Abstraktes genießen ohne angelogen zu werden. Wenn ich ein Buch lese, dann glaube ich auch nicht gleich daran. Aber ich finde es toll! Ein Mensch kann kreativ sein und das auch ausdrücken. :)

Ich fand diese Antwort jetzt wirklich super! Ich finde es toll, wie du mit deiner Tochter umgehst und das du deine eigene Erfahrung mit in diese Antwort gebracht hast! Vielen Dank! :)

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@Sesshomarux33
Wenn ich ein Buch lese, dann glaube ich auch nicht gleich daran. Aber ich finde es toll!

Nichts anderes ist Weihnachten mit Christkind, Weihnachtsmann und co. ;-)

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@inspireone

Erzählst du denn einem Kind: Harry Potter gibt es wirklich und wenn du brav bist kommst du nach Hogwarts?

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@notknowing

Nein, wieso auch? Die Frage stellt sich doch gar nicht. Das hinterfragen Kinder von allein, wenn die geistige Reife gegeben ist und dann sind sie auch soweit selbst herauszufinden, was es mit Geschichten auf sich hat.

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@inspireone

@inspireone

Wenn Dein Kind Dich fragt gibt es den Weihnachtsmann wirklich und Du antwortest mit einem ehrlichen "Nein" und einer Erklärung, dann sind wir völlig einer Meinung und müssen keine Bücher verbrennen ;)

Ich muss auch meiner Tochter nicht erklären, dass es keine sprechenden Tiere gibt, wenn wir ein Bilderbuch gelesen haben. Aber wenn sie mich nach einem Buch mit Feen und Hexen fragt, ob es die echt gibt, dann erkläre ich es ihr und ich finde es interessant, dass es für kleine Kinder sehr schwierig ist Realität und Phantasie zu unterscheiden. Eltern haben die Aufgabe sie dabei zu unterstützen das zu lernen.

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@hourriyah29

Dann stellt sich doch die Frage, warum Du ihr überhaupt "so eine Lüge" vorliest?

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@inspireone

Es ist ein Unterschied, ob man Realität und Fantasie voneinander unterscheiden kannst. Alle Bücher die du liest, weißt du das sie echt sind? Ja, weißt du und dennoch liest du sie, weil´s einfach schön ist. Genauso können Kinder etwas Abstraktes genießen, ohne das man ihnen auftischt, dass alle Märchen Realität sind.

Hier möchte keiner Fantasie verbieten. Man sollte es nur eben unterscheiden können. Man muss sein Kind also nicht anlügen, wenn man ihm was vorliest.

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@inspireone

@ inspireone, so lange man nicht sagt, dass es Realität ist ist es keine Lüge. Siehst Du was Deine Eltern angerichtet haben?! Du kannst Lüge und Phantasie nicht unterscheiden. Schade :(

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@hourriyah29

Das seh ich anders. Mit Hexen und co macht man Kindern Angst, genauso mit einem mürrischen Knecht Ruprecht. Beides sind Erzählungen und bei beiden hinterfragt ein Kind irgendwann. Vielleicht hab ich etwas verpasst? Ja, die Leute, die den Weihnachtsmann in billigen Kostümen und Bärten bestellen vielleicht...^^

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@Sesshomarux33

Ehrlich gesagt weiß ich das nicht. Bei vielen Büchern wird vom Autor auch Fiktion und Realität vermischt. Ich frage mich hin und wieder bei einigen Passagen, ob das wohl real wirklich jemandem passiert ist, oder warum der Autor die Situation so lebendig beschreiben kann.

Jeder Fantasie liegt auch ein realer Ursprungsgedanke zugrunde.

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Für eine Muslimin ist die Antwort natürlich korrekt ,denn dort gibt es keine Auferstehung des Jesus Christus ,der ja da Christkind ist .(und somit lebt ..da es auferstanden ist ) es wäre dort gerade zu eine Blasphemie,dies auch nur zu denken.

Der Weihnachtsmann ist aber nicht identisch mit den Christikind . Es ist also durchaus keine Lüge zu s agen es gäbe ein Christkind .

Nur ein Dumkopf erzählt seinem Kind das Christkind würde persönlich die Geschenke bringen ...ein Christ hat das nicht nötig ,denn er erklärt seinen Kinder die Geburt christi und dessen Auferstehung von Anfang an ....Geschenke die sollten ein reiner Ausdruck der Freude sein ,über die Tatsache das das Wort fleisch geworden ist . Und der Nikolaus ..war ein christlicher Bischof ....und hat mit dem Christkind so viel zu tun als dass er das Christkind (Jesus Chrisgtus )als Gott bezeugt ,wie das Jeder Christ heute noch tut ..

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Danke für den Stern :)

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Als ich im Kindergarten war, wußten wir Kinder eigentlich alle, dass der Nikolaus unser Bäcker war. Wir kannten die Geschichte vom echten Nikolaus, der immer die Leute beschenkt hat und deshalb einmal im Jahr zu den Kindern kommt und ihnen Geschenke bringt. Dass der schon lange tot war und deshalb nicht persönlich vorbeikommen konnte, wußten wir natürlich nicht. Das kann man kleinen Kindern nicht erzählen, aber man kann ihnen erzählen, dass es so viele Kinder auf der Welt gibt, und der Nikolaus eben nicht bei jedem persönlich vorbeikommt, deshalb hat er eben jemanden geschickt, der das für ihn erledigt und sich eben auch so kleidet.

Bei den Erwachsenen kenn ich mich nicht aus, aber bei den Kindern schadet es überhaupt nicht. Ich fand es immer total schön wenn das (bei uns) Christkind kam und die Geschenke unter den Baum gelegt hat. Auch wenn ich jetzt nicht mehr daran glaube gehört es einfach dazu. Auch als ich erfahren habe, dass es das Christkind nicht gibt, war ich nicht wütend oder so auf meine Eltern, weil sie mich belogen hatten, sondern fühlte mich total cool, weil ich jetzt zu den "Grossen" gehörte. :)

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Verstehe :)

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