Backsteine ziehen Feuchtigkeit von unten an, was tun?

4 Antworten

Die Idee die Gipskartonschimmelversteckplatten rück zu bauen, ist schonmal gut.

Die Menschen früher haben viel mehr geheizt und gelüftet, das ist heute nicht mehr so. Aus diesem Grund sind heute Häuser die 100 Jahre lang keinen Schimmel hatten, völlig verschimmelt.

Also, Gipskartonplatten weg und dann noch eine dezentrale Lüftungsanlage rein. Dann wird die Wand nicht trocken, aber trockener. Möglicherweise so viel, dass sich kein Schimmel mehr bildet.

https://www.ebay.de/itm/Dezentrale-Wohnraumluftung-Luftungsgerate-mit-Enthalpie-Keramik-Warmetauscher/273692635754?epid=13031071991&hash=item3fb95a326a:g:tEIAAOSwIO9cXWzI

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Wenn man an der Außenwand entlang immergrüne Kletterpflanzen setzt, nehmen die schon einmal durch die Verdunstung über ihre Grünmasse etliches an Feuchtigkeit weg. Wenn man draußen den Platz hat, sind Birken noch besser (Allerdings nur während der Vegetationsperiode).

Und ja, den Gipskarton machst du wieder weg. Wenn die Wand dadurch zu häßlich wird, kann man sie mit einem Kalkputz verputzen.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Man kann eigentlich von außen nicht anpflanzen. Auf der einen Seite des Hauses ist die gepflasterte Hof Einfahrt des Nachbarn auf der anderen Seite ist ein betonierter weg

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@Mickerig

Dann geht das schon mal leider nicht. Aber wenn sich außen an der Hauswand durch Setzungserscheinungen Bodenfugen geöffnet haben, kann auch da viel Regenwaser durchsickern. Schau dir die Situation außen mal genau an.

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@Blumenacker

Von außen sieht die Situation weniger schlimm aus. Unten am Boden entlang sieht man hier und da Feuchtigkeit. Im Innenhof ist sogar nichts zu erkennen. Das ist etwas was ich sehr merkwürdig finde. Ich vermute dass die Mauer keine Isolation von unten hat sprich keine horizontalisolierung. Das war ja damals nicht üblich. Da das Haus auch nicht unterkellert ist vermute ich dass die Backsteine einfach die Feuchtigkeit in der Erde aufnehmen und durch die Kapillarwirkung nach oben steigt. Sicher bin ich mir nicht weil das Problem erst seit den Gips Wänden besteht. Diese wurden nochmals verputzt somit gibt es keinen luftaustausch und die Feuchtigkeit kann nicht mehr entweichen.

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@Mickerig

Richtig, das Problem ist das luftdichte Einpacken der nassen Kellerwände. Ich bin in dem Feld ja auch Amateur, aber manchmal fragt man sich schon wie weit manche Leute denken...

Nasse Kellerwand, blöd - Gibswand davor, toll - was dahinter passiert, egal.

Das erinnert mich an unisolierte (Warm-)Wasserleitungen und die Beschwerde über die hohen Heizkosten oder den Anbau mit anderen Baumaterialien und die Verwunderung warum an der Verbindungslinie schon nach wenigen Jahren Risse entstehen...

Man möchte meinen, dass manche Menschen grundlegende physikalische Gesetze garnicht kennen.

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@5432112345

Ich habe die Wand freigelegt. Die Wand dahinter ist eigenartigerweise Knochen trocken. Staub trocken. Täuscht das?

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@Mickerig

Du hast doch in deiner Frage schon erwähnt, daß das Haus niemals Feuchtigkeitsprobleme gehabt hat. Also war das Problem der Gipskarton.
Und dessen Feuchtigkeit kam dann von innen. Ausatemluft, Körperausdünstung, die schlecht hinausgelüftet werden, kann da schon reichen.

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@Blumenacker

ich vermute es hat was mit der Dusche zutun. Es gibt auch hier und da etwas salpeter. Könnte ich die jetzt mit kalkputz verputzen oder wäre das schlecht?

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@Mickerig

Ich nehme für solche Wände Kalkzementputz. Das hält. Und die Feuchtigkeit, die durch will, kann durch. Wenn man es perfekt haben will, kann man noch eine dünne Schicht Haftgipsputz drauf machen. Als Untergrund für vielleicht eine Tapete.

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Also, wenn der Keller auch schon ursprünglich als Feuchtkeller vorgesehen war, dann sollte das Freilegen der Wand und regelmäßiges Lüften ausreichen. (Denn genau für diese Art der Verwendung wurde er gebaut.)

Sollte Lüften nicht ausreichen, dann muss man auf Ursachensuche gehen.

Ich habe die Wand freigelegt. Die Wand dahinter ist eigenartigerweise Knochen trocken. Staub trocken. Täuscht das?

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Es gibt grundsätzlich keine aufsteigende Feuchte ansonsten wären die Häuser in Venedig schon bis unter die Dachkante feucht. Ausnahmen gibt es bei salzbelastetem Mauerwerk.

Der Ziegelstein hat kleine Poren und Kapillaren. Der Mörtel hat gröbere Poren. Schon mal erlebt, dass Flüssigkeit aus einer dünnen Kanüle selbständig raus tropft? Wasser wandert nie von der kleineren Kapillare/Pore in die größere, sondern immer umgekehrt.

Deshalb hat der Aussenputz (Kalkputz traditioneller Art) drei Lagen: der Vorspritz zur besseren Haftung des nachfolgenden Putzaufbaus. Den Grob- oder Grundputz, der noch recht grosse Kapillaren ausbildet und darauf kommt der (ggf. durchgefärbte) Feinputz, der sehr kleine Poren ausbildet. So wird bei Regen der Feinputz zwar klatsch nass, aber das Wasser wandert nicht in den Grobputz ein. So ist das Mauerwerk vor Feuchte geschützt. Ausserdem wittert die Oberfläche immer leicht ab, so dass Schmutzanhaftungen ebenfalls mit abfallen und der Putz sehr lange wie neu aussieht.

Der Mörtel zwischen den Backsteine bildet also eine natürliche Sperre für das "aufsteigende" Wasser.

In der Regel handelt es sich um Kondensat, was zur Feuchte am/im Stein führt. Da, wo sich Luft abkühlt, steigt die Luftfeuchte an. Kälte Luft sinkt nach unten und sammelt sich unten. Daher gibt es da die höchsten Luftfeuchten. An den kalten Wandflächen übernimmt auch der Putz die Luftfeuchte und Wasserdampf diffundiert auch in den Backstein und fällt dort zu flüssigem Wasser aus.

Um diese Auffeuchtungen zu verhindern und die Wand zu trocken ist unbedingt ein ausreichendes Warmeangebot an der Wandoberfläche nötig. Die Wand trocknet nur über die Oberfläche aus. Hier muss der Verdunstungsprozess in Gang gebracht werden.

Kalte Luft, die sich an einer warmen Oberfläche erwärmt, bekommt ein größeres Wasserdampfaufnahmevermögen. Das muss man sich hier nun zu nutze machen.

Durch die Temperierung mittels Heizrohr unter Putz (nach Henning Großeschmidt) oder durch eine Heizleiste kann die Wand auf einfache Weise getrocknet und Schimmel dauerhaft vermieden werden.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wow! Absolut spitze! Dankeschön

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@Mickerig

Bitteschön. Meinen alten Keller von 1926 konnte ich mit einer unter Putz etwa 10cm über dem Fußboden verlegten Temperierleitung (nach Großeschmidt) schnell und preiswert trocken legen. Nach der Inbetriebnahme der Heizrohrschleife, dampfte das Wasser sichtbar von der Wand ab. Nach einem Jahr war der Keller deutlich trockner - in weiten Teilen abgetrocknet. Der Rest meines alten Hauses wird mit der hydraulischen Heizleiste temperiert. Eine Superwärme und das Haus ist stark ausgetrocknet und fern jeder Schimmelbildung.

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