"Aussteiger" der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage?

5 Antworten

Ich kenne ein paar Personen, die ausgestiegen sind und ich bin in dieser Gemeinde aktiv, aus der diese Personen ausgestiegen sind.

Das Problem war aber bei beiden Personen, dass die eine Person, ein junger Mann, etwa in meinem Alter einerseits so tat, als wüsste er alles besser, als hätten alle anderen an allem Schuld, nur er nie und als wäre er Gottes Geschenk an alle Frauen während die andere Person, eine junge Frau ist, die bei uns in der Gemeinde nach dem Austritt bei den Zeugen Jehovas, zunächst so eingeschüchtert schien, dass sie richtiggehend introvertiert war, aber im Laufe der Zeit immer mehr Vertrauen fasste, bis schließlich dieser junge Mann in unsere Gemeinde kam und unter anderem auch sie immer wieder belästigte, was leider viel zu lange nicht direkt von der Gemeindeleitung, sondern von einer übergeordneten Leitung, die viel zu oft wechselte, um die Gefahr dieser Situation eine ganze Weile lang zu erkennen, toleriert wurde.

Dies führte dazu, dass zunächst die junge Frau die Gemeinde verließ, und schließlich kam es doch dazu, dass aufgrund eines Briefes eines abtretenden Gemeindevorsitzenden (Zweigpräsidenten) an den folgenden dieser junge Mann, mit Rückhalt durch die Distriktspräsidentschaft, eine Probezeit auferlegt bekam, welche ein monatliches Gespräch mit dem Zweigpräsidenten beinhaltete und dabei den Versammlungen fern zu bleiben, um die Gemeinde nicht weiter zu beeinträchtigen. Nach weniger als einem Monat wollte dieser junge Mann ein Gespräch, in welchem dieser seinen Austritt erklärte.

Als erster Ratgeber des Zweigpräsidenten war ich bei diesem Gespräch als Zeuge eingeladen und die Stimmung und Wortwahl von diesem jungen Mann waren derart negativ, dass ich froh war, dass ich als Zeuge eingeladen wurde, und nicht etwa die Missionare, wie es eigentlich gewesen wäre.

Schade daran ist nur, dass diese junge Frau die Gemeinde zuvor verlassen hatte, weil sie es mit diesem jungen Mann einfach nicht mehr ausgehalten hatte. All ihre Fortschritte, in andere Personen Vertrauen zu fassen, waren wegen dieser einen Person zunichte gemacht worden.

Du siehst also, dass die Gründe für das Verlassen der Gemeinde, nur bei der Frau allenfalls in dem häufigen Wechsel der Gemeindeleitung und Distriktsleitung zu sehen liegen und dass der Grund für das Verlassen der Gemeinde bei dem jungen Mann darin lag, dass man endlich gegen dessen Feindseligkeiten vorging und gegen seine Belästigung gegenüber den jungen Frauen der Gemeinde.

Ich hatte bei dem jungen Mann nur ein einziges Mal den Eindruck, dass er erkannte, dass er doch nicht so fehlerfrei ist. Dies war, als ich ihm sagte, dass ich ihm eine Freundin wünsche, die genauso ist und sich genauso entwickelt, wie es auch bei ihm der Fall ist. Danach war er echt sauer auf mich. Das geschah ein paar Monate vor seiner Probezeit.

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Vielen Dank für deine Antwort. 

Schade, dass es so laufen musste. Ich kann euren Ärger sehr gut verstehen. Auch in unserer Gemeinde ist etwas ähnliches vorgefallen. 

Dieser Mann hat eine gute Freundin von mir, die ursprünglich wegen mir in die Gemeinde kam, versucht zu verführen, obwohl er wusste, dass sie in einer Beziehung war. Ich war wütend auf ihn, weil sie sich nach diesem Vorfall weigerte weiterhin in die Gemeinde zu kommen. Jedoch musste ich mich ermahnen, ihn nicht zu verurteilen. Schlussendlich ist das die Aufgabe Gottes. Ich musste mich überwinden, das einzusehen. Auch andere meiner Gemeinde waren über diesen Vorfall informiert. Ich konnte auch nicht mit ihm darüber sprechen, da er sich mir gegenüber kühl und abweisend verhielt. (Das tat er auch mit anderen Frauen in der Gemeinde. Entweder zeigte er den Frauen die eiskalte Schulter oder wollte "zu viel") 

Das machte es noch schwerer für mich ihm zu verzeihen. Als ich meinen Groll schlussendlich doch "zur Seite schieben" konnte, öffnete mir Gott die Augen, für seinen Schmerz. Er suchte verzweifelt nach Liebe und Anerkennung. Leider versuchte er diese Dinge auf eine komische und verletzende Art zu erhalten. Leider hat auch er seinen Fehler (so weit ich weiss) nicht erkannt. (Er ist nicht mehr in unserer Gemeinde.) Heute wünsche ich ihm jemanden, der ihm diese Liebe und Anerkennung geben kann. Ich wünsche mir für ihn, dass er durch diese Liebe eine Sicherheit in seinem Leben erhalten kann und er durch diese Sicherheit lernt, mit Frauen auf eine gute Weise umzugehen. 

Ich hoffe, du kannst ihm eines Tages auch vergeben. Manchmal ist die Nächstenliebe eine der schwersten Aufgaben in dieser Welt. Wenn ihr für ihn betet, kann Gott vielleicht ein Wunder bewirken und sein Wesen ändern. Gebt die Hoffung nicht auf. Auch er gehört zur Familie.

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@Gwunderfitzz

Vielen Dank für deine Antwort. 

Gern geschehen. Leider funktioniert bei mir die E-Mail-Benachrichtigung nicht mehr, weshalb ich nur beim Aussortieren der Mitteilungen in meinem Gfn-Account über diesen Kommentar von Dir gestolpert bin.

Schade, dass es so laufen musste. Ich kann euren Ärger sehr gut verstehen. Auch in unserer Gemeinde ist etwas ähnliches vorgefallen. 

Ja, so etwas ist immer traurig, auch wenn es einzelne betrifft, aber besonders, wenn es mehrere betrifft.

Das machte es noch schwerer für mich ihm zu verzeihen. Als ich meinen Groll schlussendlich doch "zur Seite schieben" konnte, öffnete mir Gott die Augen, für seinen Schmerz. Er suchte verzweifelt nach Liebe und Anerkennung. Leider versuchte er diese Dinge auf eine komische und verletzende Art zu erhalten.

Dass dieser Mann mit negativem Einfluss bei uns in der Gemeinde eher darauf aus war, den Gemeindefrieden zu stören, wurde nicht nur durch seine Art, wie er mit den Frauen in der Gemeinde umging, deutlich, sondern auch, dass er an allem etwas auszusetzen hatte, was andere betraf. Ich denke daher nicht nur, dass er wollte, dass er selbst glücklich werden würde, sondern auch dass alle anderen unglücklich werden. Diese Person hatte viel zu lange die Gelegenheit, Schaden in unserer Gemeinde anzurichten und das Resultat der Bewährungszeit machte deutlich, dass er kein wirkliches Interesse an einem glücklichen Miteinander hatte, denn anderenfalls wäre er nicht bereits vor dem ersten monatlichen Anhörungsgespräch aus der Kirche ausgetreten.

Ich hoffe, du kannst ihm eines Tages auch vergeben.

Ich weiß nicht, ob ich ihm bereits vergeben habe, denn dazu vergesse ich es zu oft. Lediglich, wenn ich wieder daran erinnert werde, kommt es mir wieder in Erinnerung. Ich finde es nur äußerst bedauerlich, was für Konsequenzen seine Handlungen für andere hatten und wenn ich daran denke, ist es so, als hätte ich weder vergessen noch vergeben. Ich kann es mir nicht leisten, jemandem über längere Zeit nicht zu vergeben, da ich dann vorher vergesse. Manchmal ist vergessen zu können also auch ein Segen.

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Ich selber bin und werde nicht Mitgleid dieser Kirche, doch habe ich sehr viele amerikanische Freunde in Salt Lake City die in der Church of Jesus Christ of Latter Day Saints sind. Des Weiteren kenne ich zwei Personen die ausgetreten sind.

Eine Person ist der Kirche mit 17 beigetreten und hat in den nächsten Jahren seines Lebens mehr und mehr Druck seitens der Kirche erfahren. Er solle eine Mission machen und sich immer mehr für die  Kirche engagieren. Neben den 10% tithing sollte er noch so viel wie möglich zusätzlich spenden.

Seine ehemalige Kirchengemeinde kenne ich persönlich und er selber kam mit den Menschen immer sehr gut aus. Doch man bekommt sehr schnell das Gefühl als gäbe es irgend ein wettlauf um, wer das beste Kirchenmitglied ist. Manchmal fühlt man sich zu etwas gezwungen das man garnicht tun will.

Er hatte sich dann entschieden auf keine Mission zu gehen und zu studieren, was viele nicht toll fanden. Viele unterstellen einem dann direkt ob man nicht mehr stark genug glaube  usw.  Er ist fast daran kaputt gegangen und hat sich entschieden auszutreten. Viele alte Freunde haben sich deswegen von ihm abgewant und reden nicht mehr mit ihm. Sie sehen das wohl als Beileidigung, was ich persönhlich faszinierend finde, weil die Kirche sich immer als sehr offen gegenüber anderen Menschen und nicht Mitgliedern darstellt. Das ist manchmal aber nur bedingt wahr... 

Der andere Freund von mir ist ausgetreten, weil er viele Zweifel an der Lehre der Kirche hatte. Er war schon seit seinem Kindesalter Mitglied, aber hat sich schon sehr früh für Naturwissenschaften interessiert, was sich erstaunlich stark mit dem Glauben konkruiert.

( Ich war erst letztes Jahr  wieder in SLC zu besuch und habe mit zwei Freunden über die Sequoia Trees in California diskutiert und angemerkt wie wahnsinnig alt diese werden. Die erste REaktion war "Die Bäume sind Fast so alt wie die Welt" bei näherem Nachfragen habe ich dann noch zu hören bekommen "Ja die Welt ist ja erst 2017 Jahre alt Sequoias gibt es schon seit 2000 Jahren" )

aus solchen und noch viel mehr Gründen, wie vieler nicht nachweisbaren Geschichten im Buch Mormon hat er sich immer mehr von der Kirche entfernt und fand das Weltbild des "normalen" Christilichen glaubens besser. Sein soziales Umfelt hat sich jedoch kaum verändert, bei seiner Familie bin ich jedes Jahr zu Besuh und er ist genau so integriert wie alle anderen Familienmitglieder, mit dem Unterschied das er nun einer anderen Kirche angehört und Mitglied der NRA ist.  

Bei weiteren Fragen, frage ruhig :)

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Vielen Dank für deine ausgiebige Antwort!

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NRA FTW!

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Ich bin und werde mit Sicherheit nicht aussteigen, bin aber durchaus Mitglied dieser Kirche. Wenn Du aber trotzdem Fragen hast, werde ich gern versuchen, diese wahrheitsgemäß zu beantworten. Der Grund, weshalb ich nicht aus dieser Kirche austreten würde ist der, dass ich in dieser Kirche weit mehr Antworten in Bezug auf die Klarheit der Bibel, meinen persönlichen Glauben, in Bezug auf die Fülle der Verheißungen der Bibel und noch verschiedenes andere mehr erhalten hatte, als in allen anderen mir bisher bekannten christlichen Konfessionen. Warum sollte ich also in Bezug auf mein persönliches Glücksempfinden absichtlich Rückschritte machen?

Wieso tauften die Jünger nicht im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, sondern nur auf den Namen Jesus?

Apostelgeschichte 2:38: Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse

sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden.

Apostelgeschichte 10:44-48: Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der heilige Geist auf alle, die dem Wort zuhörten. Und die gläubig gewordenen Juden, die mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, weil auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen wurde; denn sie hörten, daß sie in Zungen redeten und Gott hoch priesen. Da antwortete Petrus: Kann auch jemand denen das Wasser zur Taufe verwehren, die den heiligen Geist empfangen haben ebenso wie wir?

Und er befahl, sie zu taufen in dem Namen Jesu Christi.

Apostelgeschichte 2:38:

 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden,

so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes.

Und die Gläubigen aus den Juden, die mit Petrus gekommen waren, entsetzten sich, daß auch auf die Heiden die Gabe des heiligen Geistes ausgegossen ward; Apostelgeschichte 10.45

also, wie nun auf den Namen des heiligen Geistes? Wie heißt er ? oder ist es doch die Kraft Gottes und keine Person?

Wieso kannten die Jünger diese Formel nicht ?

Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes.

Ich weiß, der Vater Jahwe, der Sohn heißt Jesus , aber der Name des Heiligen Geistes, die dritte Person ????

lieben Gruß

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