Wieso wird die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“ (Mormonen) als Sekte bezeichnet, obwohl sie den Status "Körperschaft des öfftl. Rechts" hat?

16 Antworten

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`Wenn Aussteiger negativ berichten, dann hat das meist gute Gründe:

Erst einmal war der Gründer Joseph Smith ein gewalttätiger Verbrecher. Er hat als Bürgermeister einer Stadt, die Druckeinrichtungen einer ihm ungenehmen Zeitung von seinen Schlägerhorden zerstören lassen. Als er dann deswegen völlig zu Recht ins Gefängnis gekommen ist, hat er von dort aus auf gegen ihn Demonstrierende geschossen und wurde letztendlich gelyncht.

Trotzdem gilt seine Fantasieoffenbarung des Buches Mormon - obwohl nachgewiesen werden kann, dass manche Dinge darinnen beweisbar falsch sind - als Gottesoffenbarung. Die Pleite mit dem Buch Abraham war dann nur das Sahnehäubchen.

Innerhalb der Gemeinschft gibt es einen hohen Druck, sich dem einzig 'richtigen' Verhalten anzupassen. Besonders die Kleiderordnung fällt ja selbst einem Blinden auf.

Du musst aber auch die Zeit der Entstehung dieser Glaubensgemeinschaft berücksichtigen. Es war die Zeit des Erstarkens der USA und Christen mussten feststellen, dass dieses so hochgelobte Land im Erlösungswerk Gottes überhaupt keine Rolle spielt. Deshalb hat man der Neuen Welt schnell eine Beteiligung an der biblischen Geschichte angedichtet. Smith war da nur einer unter vielen - wenn auch der heute bekannteste.

Mormonen gehören zu den Bibel-und-Sekten. Das bedeutet, dass sie zwar offiziell die Bibel samt allen Irrtümern der King James Übersetzung als Gotteswort stehen lassen, wenn sie allerdings der Neuoffenbarung widerspricht, dann gilt bei ihnen das Buch Mormon.

Vielen Dank für die sehr aufschlussreichen Auskünfte. Ich wusste nicht, dass Joseph Smith ein Verbrecher war und sogar gelyncht wurde. Sicher finde ich dazu im Internet mehr?

Dass das Buch Mormon keine göttliche Offenbarung ist, das ist klar.

Danke ...

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@OhNobody

Joseph Smith, soll auch 40 Ehefrauen gehabt haben, darunter eine 14 jährige.

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@katzenjunge

Joseph Smith, soll auch 40 Ehefrauen gehabt haben, darunter eine 14 jährige.

"Soll [...] gehabt haben", das sagt doch schon alles aus. Viele, denen man unbedingt etwas unterstellen will, wirft man vor, etwas gemacht, gesagt, gehabt zu haben. Darauf würde ich nichts, aber auch gar nichts geben.

Ich wusste nicht, dass Joseph Smith ein Verbrecher war und sogar gelyncht wurde.

Ein Verbrecher war Joseph Smith ganz sicher nicht, und umgebracht wurde er nur, weil es massive Missverständnisse seitens Außenstehender gab.

Dass das Buch Mormon keine göttliche Offenbarung ist, das ist klar.

Nicht mehr und nicht weniger als die Bibel. Einzelne Passagen sicherlich und in einigen Abschnitten steht etwas über das was Christus vertreten hat, es wird sogar Bezug auf Aussagen der Bibel genommen, ebenso wie sich eine Aussage Jesu in der Bibel, wenn auch etwas kryptisch auf das Volk bezieht, welches die Schriften des Buches Mormon als eine Art Chronik geführt hat. 

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@JTKirk2000

Ein Verbrecher war Joseph Smith ganz sicher nicht

Wie würdest du es dann bezeichnen, dass er als Bürgermeister eines Ortes die Druckstöcke einer Zeitung von seinen Schlägerhorden vernichten ließ. weil ihm die Artikel nicht passten? Nennst du so etwas vielleicht christliche Nächstenliebe?

umgebracht wurde er nur, weil es massive Missverständnisse seitens Außenstehender gab.

Er wurde überhaupt nicht missverstanden. Nach dieser Aktion war klar, dass Smith ein religionsfaschistischer Diktator war.

Nicht mehr und nicht weniger als die Bibel

Das Buch Mormon hat mit der Bibel genauso viel zu tun wie die Zeugen Jehovas mit dem Christsein.

es wird sogar Bezug auf Aussagen der Bibel genommen

Solche Bezüge finden sich sogar bei Karl Marx. Macht das seine Schriften christlich? Übrigens sollte bekannt sein, dass auch der Teufel die Bibel kennt (siehe Versuchung Christi).

welches die Schriften des Buches Mormon als eine Art Chronik geführt hat.

Kein Volk hat die Schriften des Buches Mormon als Chronik geführt, sondern sie können nur von einem Lügner stammen. Es gab weder so große Städte in Nordamerika (wie im Buch Mormon beschrieben) noch einen Beweis, dass Smith dieses Buch 'übersetzt' hat. Wenn, dann höchstens in der gleichen Qualität wie das Buch Abraham und das war ja bekanntlich ein ziemlicher Rohrkrepierer.

Außerdem bleibt die Frage unbeantwortet, wieso in der ursprünglichen Ausgabe des Buches Mormon die selben Fehler enthalten sind wie in der King-James-Übersetzung und warum diese angebliche göttliche Offenbarung später korrigiert wurde. Hat sich etwa Smith in seiner angeblichen Übersetzung geirrt?

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@OhNobody

Schon sehr aufschlussreich, wenn über andere Religionen hergezogen wird, zeichnen das ZJ sogar als hilfreiche Antwort aus ohne die Fakten zu prüfen.

"Am 27. Juni 1844 wurde Smith als Untersuchungshäftling in einem Gefängnis in Carthage von einer aufgebrachten Menschenmenge getötet. "

Wenn man Fakten zu den Gründern der ZJ bringt werden diese immer gerne als Lügen hingestellt. Rutherford war zum Beispiel ein Säufer und Protzer. Er lies eine Prunkvilla bauen in der er lebte, angeblich war diese für die Gerechten aus dem AT die ganz sicher 1925 auferstehen sollte und während der normale Bibelforscher in Armut lebte, kutschierte er in einer Luxuslimosine durch die Staaten. Ein leuchtendes Vorbild, dass Jesus sicher gefallen hätte

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@OhNobody

@ OhNo

Du gibst als ZEUGE JEHOVAS im Zweifelsfall doch auch auch nicht der Bibel, sondern dem sog. "treuen und verständigen Sklaven", der den WACHTTUM schreibt, den Vorzug! An dem bist du nämlich lehrmäßig gebunden! . Die Mormonen machen das Gleiche halt nur mit dem Buch Mormon.

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@josef050153

Wo sind die Beweise für die Anschuldigungen? Ich sehe keine, sondern nur haltlose Unterstellungen. 

Und wie zum Geier, soll er von einem Gefängnis aus Demonstrierende erschossen haben? Im Gegenteil wurden sein Bruder und er im Gefängnis erschossen. Das nennt man Verdrehung von Tatsachen.

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@Moronia

Die Mormonen machen das Gleiche halt nur mit dem Buch Mormon. 

Ähm jaein. Das Buch Mormon ersetzt nicht die Bibel, sondern es schafft dort Klarheit, wo die Bibel nicht klar genug ist, und die Bibel schafft dort Klarheit, wo es beim Buch Mormon nicht der Fall ist. So bezieht sich das Buch Mormon beispielsweise auf die Offenbarung des Johannes, geht auf diese selbst aber nicht näher ein, weil die Person, welche dieses Erlebnis von Johannes dem Offenbarer laut dem Buch Mormon bezeugt, zum Ausdruck bringt, dass es ihr verboten wurde, etwas über die Offenbarung selbst zu schreiben. Dadurch wird auch die Warnung am Ende des Buches der Offenbarung bestätigt, diesem nichts hinzuzufügen oder zu entfernen.

Dass das Buch Mormon in vieler anderer Hinsicht größere Klarheit schafft, wo es in der Bibel nicht ausreichend ist, um Interpretationen zu vermeiden (und letzteres zeigt sich schon dadurch, dass verschiedene Kirchenlehren dieselben Bibelstellen unterschiedlich auslegen, bis hin zu deren Gegenteil)  etwa in Bezug auf das Gebet, auf die Möglichkeit ewiger Bündnisse, die geistigen Gaben und so weiter, dürfte ebenso klar sein, wenn man sich mit beiden auskennt. 

Wer zudem meint, dass Mormonen nicht nach christlichen Werten leben, also danach was Jesus der Bibel nach gelehrt und vorgelebt haben soll, der ist entweder jemand Neubekehrtem begegnet oder vertraut auf Aussagen von jemanden, der sich vermutlich selbst in dieser Kirche enttäuscht hat und ausgetreten ist. Vollkommen ist niemand, aber Mormonen streben im Allgemeinen danach, sich nach dem Beispiel und Vorbild Jesu weiter zu entwickeln.

Die Bibel und das Buch Mormon sind den Mormonen gleichermaßen wichtig.

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Das kann ich auch nicht wirklich verstehen. Aussteiger sind oft eher persönlich enttäuscht, entweder weil sie mit Mormonen nicht klarkommen oder weil sie vielleicht mit sich selbst nicht wirklich im Reinen sind - vielleicht gibt es auch einen Streit mit oder Spannungen zwischen diesen Aussteigern und Mitgliedern der Kirche. Repräsentativ sind Aussagen solcher Aussteiger jedoch nicht, obwohl sie dennoch als repräsentativ angesehen werden.

Anderen Außenstehenden fällt es zudem schwer, zwischen der "Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage" und ihren Abspaltungen zu unterscheiden, eben weil diese Abspaltungen zum Teil sehr ähnliche Bezeichnungen haben und sich in manchem Beispiel nur um einzelne Worte unterscheiden.

So viel zu der Behauptung, dass die "Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage" eine Sekte im modernen Sinne sei. Zu der Bedeutung des Begriffes Sekte im früheren Sinne sei nur hinzuzufügen, dass es sich nicht um eine Abspaltung von einer vorherigen Religion in diesem Sinne handelt, sondern vielmehr um eine Wiederherstellung einer vorherigen. Auch in diesem Sinne kann es sich also nicht um eine Sekte handeln.

In meiner Familie bin ich der einzige Mormone, soweit es mir bekannt ist. Allerdings hat sich mein Vater schon mit einem evangelischen Pfarrer über die Kirche, der ich angehöre, unterhalten und so wie es aussieht, ist die Meinung dieses Pfarrers nicht so schlecht, wie es gemeinhin wohl von Außenstehenden gesehen wird. Vielleicht hatte dieser Pfarrer schon Gelegenheit, sich ein eigenes Bild zu machen - eine Methode, zu der ich ohnehin raten würde. 

Ich selbst habe auf diese Weise die Mormonen kennengelernt und ebenso auch in den letzten Jahren die Zeugen Jehovas. Letztere haben mich nicht "überzeugt", erstere aber durchaus in vieler Hinsicht. Natürlich sollte man auch beim Kennenlernen einer persönlich noch unbekannten religiösen Gruppe eine gewisse Vorsicht walten lassen - beispielsweise bei diesen Auditings der Scientology würde ich nicht dabei sein wollen, aber solange es um nichts geht, wo man weder in die Ecke gedrängt werden noch kompromittiert werden kann, besteht keine persönliche Gefahr.

Wieso wird die "Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage“ (Mormonen) als Sekte bezeichnet, obwohl sie den Status "Körperschaft des öfftl. Rechts" hat?

Allgemein ausgedrückt: Weil es viele Leute gibt, die kaum oder (manche davon) keine Ahnung haben, aber dafür sehr viel Meinung.

Die Mormonen werden von anderen christlichen Kirchen in Misskredit gebracht. 

Von den Kirchen selbst sicher nicht, sondern eher von einigen ihrer Mitglieder, aber selbst dabei nicht von allen. Mein Vater ist evangelisch und hat sich mit seinem örtlichen Pfarrer mal über diese Kirche unterhalten, weil er wissen wollte, mit was sein Sohn, in diesem Fall ich, so zu tun hat. Wie es scheint, hat der Pfarrer wohl eine recht positive Meinung von dieser Kirche, denn er hat meinem Vater dahingehend alle Bedenken genommen.

Aussteiger berichten Negativ.

Die Vergangenheit dieser Kirche brachte einige Veränderungen, welche auch zu Abspaltungen in verschiedene Konfessionen der Mormonen führte und sowohl einiges aus der Vergangenheit dieser eigentlichen Kirche Jesu Christi und auch einiges, was auch heute noch in verschiedenen Abspaltungen gelebt wird, erscheint auch mir alles andere als erstrebenswert, wie beispielsweise die Polygamie, aber für einen Außenstehenden ist es da schwer zu unterscheiden, vor allem weil man sich erstens ohnehin allenfalls begrenzt dafür interessiert, zweitens ohnehin wegen dieses begrenzten Interesses allenfalls unzureichend differenziert und drittens dadurch alle "in einen Topf wirft", wodurch alle gleich betrachtet werden, was aber eigentlich ungerecht ist. Dennoch existiert dieses Bild gegenüber Mormonen und wird von jenen, die ausgestiegen sind, weil sie sich eigentlich an etwas störten, was so vermutlich gar nicht existiert, wie sie es sehen, noch immer bekräftigt, obwohl diese Aussteiger es eigentlich besser wissen sollten.

Danke für Deinen ehrlichen und interessanten Kommentar.

Es gibt diverse Parallele zu uns Zeugen Jehovas — vor alkem das mit den Aussteigern. Aber das siehst Du hier auf GF ja selbst.

Danke ...

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