Angst vor Studium .Versagungsängste?

4 Antworten

Ich kenne deine Bedenken: Meine Eltern wollten nicht, dass ich "abhebe" und haben mich deshalb entgegen der Lehrergutachten auf die Realschule gesteckt, danach habe ich das allgemeine Abi ebenfalls mit Einserschnitt gemacht, jedoch mit einem Selbstbewusstsein, das sich auch heute noch anfühlt wie ein Bleiklotz (naja, wenigstens nicht "abgehoben"). Zudem war die Grundstimmung zu Hause bei Diskussionen über meine Berufswahl deutlich pro Berufsausbildung und contra klassisches Studium, sodass ich relativ schnell beim Dualen Studium landete. Dort war ich im dritten Studienjahr an einer ausländischen "echten Uni" und habe mich direkt in den Unibetrieb verliebt, sodass ich einige Jahre nach meinem Bachelorabschluss für den Master an die Uni ging (mein Vater ist an die Decke gegangen, von wegen "sicheren Job hinschmeißen" und so) - die mitunter beste Entscheidung meines bisherigen Lebens!

Erlaube mir daher, dir ein paar Tipps mitzugeben:

  • Vergiss deinen Abiturschnitt, die Wahrscheinlichkeit, im Studium so gute Noten zu haben, ist verschwindend gering und kontraproduktiv. Studiere das, was dich so sehr interessiert, dass es nicht darum geht, dein Können in Klausurnoten zu beweisen, sondern deine Lücken zu finden. Irgendwann nach Jahren des Studiums stoßen deine Lücken an die Grenzen des existierenden Wissens und genau dann schaffst du Großes beim Füllen dieser Lücken.
  • Triff dich im Studium mit Menschen aus anderen Fachrichtungen und anderen Nationen. Dort findest du Gespräche, die über "Klausurrelevanz", schlechte Profs und Notenvergleiche hinausgehen. Erst dann wird das Studium zu der geilen Zeit, von der viele erzählen.
  • Hab' keine Angst vor "500 Seiten". Die Dozenten laden oft ihre Powerpoint-Folien als Skript hoch und dann hat man halt 500 Seiten mit 100 Seiten relevantem Text. Aber es klingt natürlich voll nach Elite, wenn dir ein Student was von 500 Seiten vorjammert. Ich bin bisweilen selbst darauf reingefallen und habe mich regelrecht "wertlos" gefühlt, dass ich in Festkörperphysik nur 100 Seiten zu lernen hatte, während die Chemiker über 600 Slides gestöhnt haben. Bis ich deren Folien gesehen habe.
  • Ich rate dir als jemand mit guten Noten und wenig Selbstbewusstsein ausdrücklich von einem dualen Studium ab, weil ich diesen Fehler selbst gemacht habe. Ich kann nachvollziehen, woher die Diskrepanz aus Noten und Selbstbewusstsein kommen könnte und kann mir vorstellen, dass es nicht zielführend ist, ein Flugzeug auf Bahnschienen zu stellen, auch wenn die dualen Hochschulen sehr gerne damit prahlen, dass ihre Studenten die besten Abinoten haben.
Woher ich das weiß: eigene Erfahrung

viele Dank, mittlerweile zweifle ich auch am dualen Studium.Meine Eltern zwingen mich auch zu nichts, nur selbst diese Entscheidung zu treffen ob ich zur Uni gehe und ob ich das schaffen kann bringt mich sehr zum verzweifeln. Trotzdem vielen Dank für diese Antwort:)

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@helpmeplsahhh

Ich weiß, das ist ein sehr diffuses Zweifeln. Vielleicht liegt das mitunter daran, dass du deine guten Noten im Abitur relativ mühelos geschafft hast und Angst davor hast, dass es im Studium mit einem Schlag viel schwerer wird?

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@Avicenna89

Ich hab mir im Abitur schon selbst sehr großen Druck gemacht weil ich sehr perfektionistisch bin, war ein ganzes Jahr lang von wirtschaftspsychologie überzuegt und habe mich jetzt doch für das duale Studium beworben, weil ich vor dem Studium zu große Angst bekommen habe wenn man immer hört wie schwer es im Gegensatz zum Abitur ist, was man alleine für eine einzige Klausur lernen muss und das mal 6 weil man ja nicht nur eine schreibt:/

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@helpmeplsahhh

Zunächst einmal kann ich aus Erfahrung sagen, dass ein duales Studium nicht leichter ist als ein klassisches. Auch dort hatte ich bis zu acht Klausuren im Semester, im Gegensatz zur Uni waren die allerdings wegen der zeitlichen Begrenztheit der Theorieblöcke immer in die letzten ein, zwei Wochen des jeweiligen Blocks gequetscht. An der Uni waren meist zwei Tage dazwischen und man konnte Klausuren schieben, indem man sich einfach nicht für den Ersttermin angemeldet hat (dann hat man halt den Nachtermin genommen)

Die Schwachstelle bei einem Einserabi ist doch die, dass du bis in jenes Alter, in dem du eigentlich "mündig" sein sollst, noch nicht wirklich gescheitert bist - zumindest noch nicht auf dem Bildungsweg (wie gesagt, im Nachgang betrachte ich meine Situation während des Abis so und kann mir vorstellen, dass es bei dir ähnlich ist - ich kann aber auch voll daneben liegen). Ich empfehle dir, dieses Risiko im Studium endlich einzugehen. Wenn du dabei reihenweise durch Prüfungen rasseln solltest, kannst du immer noch was anderes machen. Aber um dieses Risiko eingehen zu können, ist es nicht ratsam, das Scheitern vor einem Arbeitgeber verantworten zu müssen, weil du sicherlich genug Begabung hast, deinem Arbeitgeber zuliebe das Studium durchzuziehen, ohne dass es dich wirklich begeistert.

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Beim Lesen deines Textes habe ich so den Eindruck gewonnen, dass dir noch nicht ganz klar ist, was Du beruflich wirklich machen willst und welcher Weg dafür der richtige wäre. Vielleicht wäre es nicht schlecht, wenn Du vor einem eventuellen Studium erst mal ein mehrmonatiges freiwilliges Praktikum im Bereich deines möglichen Berufsfeldes machen würdest. Du gewinnst dadurch abseits vom schulischen Lernen einen etwas anderen Blick auf die Berufswelt. Was deine Ängste betrifft, so wird dir auch klar sein, dass diese objektiv (aufgrund deiner offensichtlichen Begabung) nicht begründet sind. Aber Ängste wurzeln ja meist im subjektiven und sind oft ein Zeichen für tiefe Verunsicherung. Folgendes schlage ich vor: Verzichte auf ein duales Studium. Dieses ist tatsächlich schwer zu koordinieren und die beruflich erwünschte Praxiserfahrung kann man auch auf andere Weise gewinnen. Mach´ wie vorgeschlagen dieses Praktikum. Während dieser Zeit (bzw. zuvor oder danach) wäre eine gute Beratung bei einer Hochschulberatungsstelle (Zentrale Studienberatung) oder auch bei der Arbeitsagentur sinnvoll. Auch wenn solche Beratungen nicht alle Probleme lösen, so gewinnst Du doch neue Anregungen. Was die künftigen Studienanforderungen betrifft, da solltest Du durchaus auf dich selbst vertrauen. Man wächst mit den Anforderungen und Du bist intelligent genug, die vielfältigen Lernhilfen zu nutzen, die Hochschulen gerade Studienanfängern anbieten. Was sehr ratsam ist: Bilde gleich zu Studienbeginn mit zwei oder drei Mitstudierenden eine kleine Lerngruppe, die sich ein- bis zweimal pro Woche trifft. Das Studium ist dadurch sehr viel leichter zu bewältigen. Nur Mut, Du wirst es schaffen!

Vielen Dank, leider weiß ich wirklich nicht so genau was ich später machen möchte, ich fand die Tätigkeiten der Sozialarbeit auch mal interessant, habe dann nach reichlichem recherchieren allerdings rausgekriegt, dass soziale arbeit viele mit Berufserfahrung studieren und man so jung auch garnicht ernst zu nehmen ist.Dazu kommt die schlechte Bezahlung und dass es einfach schwer ist einen Job zu finden weswegen ich dieses Studiengang nicht mehr in Erwägung ziehe. Die Arbeitsagentur als auch die Studienberatung konnten mir nicht wirklich helfen weswegen ich leider nicht weiter gekommen bin:/

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@helpmeplsahhh

Die schlechte Bezahlung (nur bei Anfangsstellen!) muss ich bejahen, nicht aber die schlechten Jobchancen. Ganz im Gegenteil: Mit Berufserfahrung wirst Du normalerweise keine Schwierigkeiten bei der Jobsuche haben. Meine frühere Mitarbeiterin an einer Münchner Hochschule hat Sozialwesen an einer FH studiert und auf mein Drängen noch den Master gemacht. Sie ist im öffentlichen Dienst jetzt in A 15 eingestuft (Regierungsdirektorin!).

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Also erstmal stell ich dir eine Frage, willst du deine Träume verwirklichen oder willst du auf der Stelle treten? Wenn es dein Traum ist, das zu studieren dann tu es. Vertraue einfach darauf das du damit klar kommen wirst. Welche Angst ist für dich größer?

Dein Ziel nicht zu erreichen und dann unglücklich zu sein? Oder die Angst vor Prüfungen. Stell dich dem Ziel, du schaffst es, wenn es schon irgendeiner einmal geschafft hat, kannst du es auch!

Liebe Grüße und alles Gute!

Ich bin mir allgemein ziemlich unsicher welcher Studiengang der richitfe für mich ist, bei der Studienberatung war ich schon aber die konnte mir leider garnicht helfen. Aufgrund des hohen NCs bei wirtschaftspsycholgie befürchte ich die große Konkurrenz mit Kommilitonen, die breits in der Schule sehr gut waren und ich selbst von meiner Angst zu versagen aufgefressen werde.

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@helpmeplsahhh

Dann lass dir Zeit, vielleicht kannst du ja erstmal ins Ausland gehen. Muss ja nicht für lange sein. Aber du kannst erstmal abschalten und dir in Ruhe und ohne Druck Gedanken machen, was dir gefallen würde. Lass dir auf keinen Fall von irgendjemandem etwas aufschwatzen das dir nicht zusagt. Niemand muss sofort studieren du kannst machen was du willst. Und wenn du noch Zeit brauchst, dann nimm sie dir. Es ist dein Leben! Du entscheidest wie und wann du etwas angehst.

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@Oguzhan97

Meine Eltern unterstützen mich auch darin, wenn ich erst in einem Jahr studiere, doch ich selbst glaube ich würde bei demselben Studium bleiben und möchte es nicht bereuen wenn bis dahin schon ein Jahr vergangen ist, falls ich dann zu etwas anderem wechsel und wieder Zeit vergeht, ohne dass man voran kommt und irgendwann bin ich 25 und bin gerade mal mit dem Bachelor fertig, dann weiß ich auch nicht ob das später bei der Jobsuche so gut ist, wenn man so lange brauchte bis man fertig ist:/

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@helpmeplsahhh

Glaub mir, du machst dir vieeeeel zu viele Gedanken. Die Arbeitswelt ist längst nicht so hart wie sie scheint. Niemand würde dir krumm nehmen 1-2 Jahre länger studiert zu haben.

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