An Christen hier: Was bedeutet euer Meinung der Ausdruck "ins Fleisch gekommen" in 2.Johannes 1,7?

Das Ergebnis basiert auf 9 Abstimmungen

Damit ist was anderes gemeint, nämlich: 56%
Das bedeutet: wer leugnet dass Jesus Gott war und Mensch wurde 44%
Das bedeutet: wer leugnet dass Jesus der Christus ist 0%

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ist ein ganz zentraler Punkt des Evangelium nach Johannes. Er bezeugt in seinem Evangelium dies mehrfach.

Du hast bereits schon eine aussagekräftige Stelle aus dem Evangelium zitiert (Joh 1,1-14) die uns zeigt, dass Gottes Prophezeiung (die Menschwerdung) sich erfüllte.

Ich weise immer wieder gerne auf Sacharja 12,10 hin. Nach der Kreuzigung Christi verweist uns Johannes ebenso auf diese Stelle aus dem Alten Testament:

''[...] und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint.'' (AT Sach 12,10 ELB).

Und diese Prophezeiung hat sich erfüllt: ''Und wieder sagt eine andere Schrift: "Sie werden den anschauen, den sie durchstochen haben." (NT Joh 19,37 ELB).

Dieser Gedanke ist ja keine Erfindung ''der Kirche'' (oder eine Erfindung eines Konzils), wie es immer wieder gerne behauptet wird, sondern wurde schon deutlich früher von Apologeten gelehrt. Ich habe Dir einige Ausschnitte aus ihren Werken rausgesucht, die Deiner Frage nachgehen könnten und die die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus bezeugen:

  • Tatian (120 n. Chr. - 180 n. Chr.):

''Wir sind ja keine Narren, ihr Anhänger der Griechenehre, und wir reden keine Possen, wenn wir verkündigen, dass Gott in Menschengestalt erschienen ist''

(Kapitel 12 in Oratio ad Graecos: Frühchristliche Apologeten und Märtyrerakten Band I. Aus dem Griechischen übersetzt von Dr. Gerhard Rauschen (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 12) München 1913).

  • Athenagoras von Athen (133 n. Chr. - 190 n. Chr.):

''Wer sollte sich da noch auskennen, wenn er Leute, die einen Gott Vater und einen Gott Sohn und einen Heiligen Geist bekennen und nachweisen, dass dieselben mächtig sind in der Einigung und verschieden in der Ordnung, als Atheisten verschreien hört?'' (Apol 10).

  • Irenäus von Lyon (135 n. Chr. - 200 n. Chr.):

''Sohn und Wahrheit und Leben und Fleisch gewordenes Wort nennt er [Gott] ihn.'' und weiter: ''Sie suchen zu erforschen, warum Gott „alles im Unglauben verschlossen habe, um sich aller zu erbarmen“, und dankbar zu verstehen, warum das Wort Gottes Fleisch geworden ist und gelitten hat, und warum die Ankunft des Sohnes Gottes in den letzten Zeiten stattfindet, d. h. der Anfang am Ende erscheinet.'' 

(Haeres 8,6 & Haeres 10,3 in Contra Haereses: Des heiligen Irenäus fünf Bücher gegen die Häresien. Aus dem Griechischen übersetzt von E. Klebba. (Bibliothek der Kirchenväter, 1. Reihe, Band 3) München 1912).

''Also ist Herr der Vater und Herr der Sohn, und Gott der Vater und Gott der Sohn; denn wer von Gott erzeugt ist, ist Gott.'' (Demonstratio 1,47).

  • Tertullian (ca. 160 n. Chr. - 230 n. Chr.):

''Dieser wird Gott und das Wort und der Menschensohn sein. Da haben wir den Doppelzustand, der nicht in einer Vermischung, wohl aber in einer Verbindung besteht, in der einen Person, dem Gott und Menschen Jesus.'' (Adv Prax 27).

  • Hippolyts von Rom (ca. 170 n. Chr. - 235 n. Chr.):

''[...] Nachdem der Vater im Sohne Fleisch angenommen hatte, vergöttlichte er es durch die Vereinigung mit sich und machte eine Einheit, so dass Vater und Sohn ein Gott genannt würden, und, da dies eine Person sei, so könnten es nicht zwei sein und so habe der Vater mit dem Sohne mitgelitten'' (Refut 9,12).

  • Ignatius von Antiochien (2. Jahrhundert n. Chr.)

''Denn unser Gott, Jesus der Christus, wurde von Maria empfangen, nach dem Heilsplan Gottes zwar aus dem Samen Davids, aber vom Heiligen Geiste (vgl. Joh 7,42; Röm 1,3; 2Tim 2,8.); er wurde geboren und getauft, damit er durch das Leiden das Wasser reinige.'' (Ign Ephes 18,2).

''[...] da Gott in Menschengestalt sich offenbarte zur Neuschaffung (vgl. Röm 6,4) ewigen Lebens [...]'' (Ign Eph 19,3).

  • Melito von Sardes (2. Jahrhundert n. Chr.):

''Denn derjenige, der als Sohn geboren und als ein Lamm geschlacht und als ein Schaf geopfert und als Mensch begraben wurde, stieg von den Toten auf als Gott, da er von Natur aus sowohl Gott als auch der Mensch ist.'' (Passa 8).

Ganz herzlichen Dank für diese Informationen.

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Damit ist was anderes gemeint, nämlich:

Hallo Manfred,

ich gehe mal davon aus, dass es Johannes auch nicht besser gewusst hatte, er aber irgendwas sagen oder schreiben musste. Und wer weiß, ob das alles in der Überlieferung nicht richtig verstanden wurde und uns so manche Gedanken bereitet.

Beginnen wir bei dem "Logos", dem "Wort". Es scheint mir ein sehr abstrakter Begriff zu sein - und ich habe es oft mit dem Begriff "Liebe" (Geben, Schenken, Einheit, Fülle, Freiheitsgrade) ersetzt. Das würde auch auf den Christlichen Gedanken, dass Gott Liebe ist, passen.

Wie kann jetzt Liebe "Fleisch" werden? Wenn es z.B. einen Menschen gibt, der in dem Sinne liebt. Ich nenne ja einen solchen Menschen gerne Göttlich.

Einer ist sehr prominent: Jesus Christus. Seine Göttlichkeit hatte er, wie ich den Überlieferungen übernehme, offen dargestellt. Viele Menschen mögen ihn dann wie einen Gott gesehen haben. Er selbst sprach von seinem Vater und dass er mit dem Vater eins sei. Das macht ihn nicht zum Gott, sondern stellt wieder die Göttlichkeit dar.

Jesus war uns somit ein Beispiel für einen Göttlichen Menschen. Er hatte gezeigt, wie es geht - wenn man es selbst will - und was dann die Folge ist: Einheit mit Gott; und in der Folge ein ewiges Leben - oder sagen wir lieber ein zeitloses Sein. Wie Letzteres geht, hatte Jesus wohl nicht gesagt, aber es lässt sich beschreiben (und geht nur mit Göttlichkeit und Liebe).

Dieses Bekennen zu Jesus war sicherlich auch ein Anspruch der damaligen Menschen. Ich sehe in dem Bekennen eben die eigene Entscheidung zur Göttlichkeit (hier auf die Person Jesu fokussiert, aber nicht von Jesus abhängig).

Göttlichkeit sei damit "ins Fleisch gekommen": den Menschen bewusster gemacht als vielleicht zuvor es schon war. Und mit dem Heiligen Geist verbinde ich die Möglichkeit, dass alle Menschen Göttlich sein können.

Jetzt haben wir noch den Gedanken, dass Jesus aus dem Himmel gekommen ist. Nun, er ist auch als Mensch geboren worden. Doch der Gedanke lässt uns vermuten, dass wir von Geburt an Göttlich sind. Das ist mir plausibel - und es mag Menschen geben, die vor lauter Natürlichkeit und menschlicher Archaik ihre Göttlichkeit verschleiern oder auch verlieren, ohne dass es ihnen so recht bewusst wird. Doch dürfen diese Menschen ihre Göttlichkeit ja wiederfinden.

Ich hatte mir zu all dem sehr viele Gedanken gemacht - und mir haben diese Ansätze geholfen. Vielleicht können sie auch im Nachhinein dem Johannes etwas helfen.

Mit vielen lieben Grüßen
EarthCitizen

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – früherer Glaube - heutige Plausibilität vieler Dinge

Das meint, Jesus ist als Erscheinungsform GOTTES ("Hypostase") in die Welt gekommen gleichsam wie ein Mensch (Menschensohn). Fleisch meint den Menschen Jesus. So einfach.

Nur Falschlehrer machen da komplizierte Konstrukte draus.

Wie das:

Zungenrede (Fremdsprachen) sollen eingesetzt werden, um die Gemeinde zu erbauen und das Evangelium zu verkündigen

Damit ist was anderes gemeint, nämlich:

Ich bringe deine Antworten nicht mit deiner Frage zusammen daher will ich dich mal etwas gründlicher versuchen aufzuklären.

Wenn du die Schöpfungsgeschichte liest, dann siehst du, dass Gott in den Menschen Atem hauchte

1Mo 2,7 Da formte Gott, der Herr, aus der Erde den Menschen und blies ihm den Atem des Lebens in die Nase. So wurde der Mensch lebendig.

Als Sinnbild des Menschen braucht Gott dann oft den vergleich mit dem Ton und dem Töpfer, wobei Gott den Töpfer darstellt und der Topf an stelle des Menschen ist.

Bei dieser Aussage des Paulus, siehst du, wie der Paulus auch von zwei unterschiedlichen Willen schreibt. Den Willen des Fleisches und den Willen des Menschlichen Geistes. Im Volksmund reden wir von Selbstbeherrschung was im Endeffekt auf das selbe herauskommt.

Fleischlich wird somit alles bezeichnet was den Emotionen entspricht.

Emotionale Menschen die erkennst du daran, dass sie alles interpretieren und nicht fähig sind Sätze so zu lesen wie sie geschrieben oder zu hören wie sie gesagt werden.

Zudem sind sie nicht fähig sich klar und differenziert auszudrücken.

Die Psychologie nennt solches Verhalten Extroversion, es geht den Menschen vor allem darum geredet und ihre Meinung geäussert zu haben. Aber ohne irgend welches Verständnis, weder von dem was sie hören, lesen oder selbst Sagen oder Schreiben.

Aber erst durch stille sein, aufmerksames Zuhören oder Lesen und nachsinnen wird man gewahr, was zuverlässig ist und Wahr.

Der aus den Emotionen Lebende Mensch fragt aber nicht nach solchen dingen, sondern danach ob es seine Emotionen sein Verlangen erfüllt.

Nun kam aber Gott in Jesus zu uns.

Jesus wurde gezeugt durch den Geist, geboren aber durch eine Frau.

Da Jude wird, wer durch eine Jüdische Frau geboren wird und nicht durch den Zeuger, wie es nach dem Gesetz ist seit Adam, denn Adam war der einzige Mensch der von Gott kam und die Frau dann aus dem Adam = Menschen. War Jesus Ganz Mensch in seiner Natur.

Aber der Geist war kein Menschlicher Geist, denn durch die Zeugung durch den Mann erhält der Mensch einen Menschlichen Geist. So war Jesus im Geiste Gott.

Jesu Geist war von Gott und somit Göttlicher Geist.

Dadurch war Jesus auch Gott.

also noch mal Kurz

Der Mensch Jesus war das Gefäss

der Geist der dem Gefäss das Leben gab war Gottes Geist.

Daher leugnete Jesus auch nicht seine Gottheit, als er von einem Jüngling als Gut angesprochen wurde.

Und nur weil er Gott ist, hatte er auch die Herrschaft über sein Leben.

Joh. 10.17 Um deswillen hat der Vater mich lieb, weil ich mein Leben hingebe, damit ich es wieder an mich nehme; 18 niemand nimmt es mir, sondern ich gebe es freiwillig hin. Ich habe Vollmacht, es hinzugeben, und ich habe Vollmacht, es wieder an mich zu nehmen; die Ermächtigung dazu habe ich von meinem Vater erhalten.« 

Was dann auch in dieser Geschichte zu sehen ist.

Keiner hat macht über den Tod ausser Gott alleine.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Lesen, fragen, systematisch Forschen, prüfen, erleben, sehen

Jesus ist nicht in das Fleisch gekommen, sondern Jesus ist im Fleische gekommen!

Und das bedeutet, daß er keine vormenschliche Existenz im Himmel hatte, sondern durch und durch ein Mnesch aus Fleisch und Blut war, gezeugt in der Jungfrau Maria durch den Heiligen Geist! (Lukas 1:35). Nur deshalb wurde er "Sohn Gottes" genannt!

In Johannes 1:1-13 ist erst einmal von Gott und seinem Handeln die Rede. Sein Wort wurde in Jesus Christus Fleisch. Dieses Wort war daher erst einmal, der Befehl oder der Wille Gottes, so wie schon in der Genesis gesagt wurde "Gott sprach und es wurde...."

Wie ein Kommentator hier schon sagte, ging des dem Johannes darum den Gnostikern entgegen zu wirken. Und auch der Idee, daß Jesus etwas anderes war oder ist, als ein (wenn auch vollkommener) Mensch! Solche Ideen kursierten im Heidentum, z.B. bei den Persern und Griechen. Das ist ja das, was schon im Garten Eden prophezeit worden war, nämlich, daß ein "Same" (Nachkomme) Evas einmal die Rettung von dem Fluch damals bringen würde!

Und wenn in Daniel und auch von Jesus immer wieder die Rede ist vom "Menschensohn" wird dieser Gedanke immer wieder betont, daß Jesus nichts anderes als ein Mensch war und nicht ein inkarnierter Gott oder inkarnierter Engel, angeblich der Erzengel Michael.

Auch Paulus hebt das hervor, wenn er im Hebräerbrief betont, daß die künftige Welt nicht einem Engel sondern dem Menschen Jesus Christus unterworfen werden wird. (Heb 1:4, Heb 2:5). Ein deutlicher Hinweis, daß Jesus kein Engel vorher war, auch nicht der Erzengel Michael.

Philliper 2, 6-8; Joh 8, 58....

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