Akademischer Bachelor vs Bachelor of practise?

3 Antworten

Ab 1. Januar 2020 können sich Meister auch "Bachelor Professional" nennen, als Zusatz zum Meistertitel. Der Meistertitel ist also nicht ersetzt - und ich glaub ehrlich gesagt nicht, dass sich das durchsetzt oder dass der Meister irgendwann dadurch ersetzt wird.

Meister und Bachelor sind deswegen aber deswegen nicht wirklich gleichwertig, sie werden nur nach dem Europäischen Qualifikationsrahmen angesichts der dafür notwendigen allgemeinen Fähigkeiten auf eine Stufe gestellt.

Beste Grüße!


GavinG 
Beitragsersteller
 07.02.2020, 22:02

Das heißt der akademische Grad ist schwieriger zu erlangen als der Meister?

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Ansegisel  08.02.2020, 11:04
@GavinG

Nein, das sind ja völlig verschiedene Bildungswege. Ich würde sogar sagen, dass der Meister schwieriger zu erhalten ist, weil der Weg dorthin länger dauert und mit nicht unerheblichen Kosten verbunden ist.

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GavinG 
Beitragsersteller
 08.02.2020, 11:16
@Ansegisel

Nein, der akademische Bachelor dauert 3 Jahre in Vollzeit. Der Handwerksmeister dauert 2 Jahre an einer abendmeisterschule

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Ansegisel  08.02.2020, 11:40
@GavinG

Dann berücksichtigst du aber nicht, dass man den Meister auch nur machen kann, wenn man vorher eine Berufsausbildung gemacht hat, die auch schon drei Jahre gedauert hat - und die wenigsten werden direkt nach der Ausbildung in Aufstiegsfortbildung zum Meister gehen, so dass da auch nochmal einige Zeit ins Land geht.

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GavinG 
Beitragsersteller
 08.02.2020, 11:43
@Ansegisel

Stimmt das habe ich wirklich nicht berücksichtigt. Aber warum muss ein Meister der studieren will trotzdem erst den Bachelor machen?

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Ansegisel  08.02.2020, 11:55
@GavinG

Wie meinst du das? Mit dem Meister geht eine allgemeine Hochschulzugangsberechtigung einher, mit dem Meister kann man also ohne weitere Umwege sofort losstudieren.

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GavinG 
Beitragsersteller
 08.02.2020, 11:57
@Ansegisel

Das stimmt aber wenn du ein Master Studium anstrebst ist die Voraussetzung das du den akademischen Bachelor bereits hast. Du kannst mit dem Handwerksmeister nicht direkt im Master Studium starten sondern musst den Bachelor erst machen

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Ansegisel  08.02.2020, 12:09
@GavinG

Achso. Das stimmt, aber da kommt eben der Unterschied zum Tragen, dass der "Bachelor Professional" kein akademischer Grad ist und der Meister und ein akademischer Bachelor eben nicht gleichwertig sind.

Einen Meister in einen Masterstudeingang zuzulassen, ohne dass dieser vorher je eine Hochschule von innen gesehen hat, hielte ich aber auch für verantwortungslos. Wie soll denn jemand in einem weiterführenden Studiengang bestehen, wenn dieser Person noch überhaupt keine Berührungspunkte mit einer wissenschaftlichen Herangehensweise an sein Fachgebiet gemacht hat?

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Ich kann dir nur meine subjektive Meinung dazu geben: Nein, finde ich nicht. Ich will Meistern nicht zu nahe treten, aber ich bin mir recht sicher, dass das der einfachere Weg ist, um an einen "Bachelor" zu kommen. Das gleichzustellen finde ich auch absolut falsch. Während der gesamten Zeit zum Meister verdient man Geld, das alleine schon zeigt ja, dass es schon einfacher ist. Für den akademischen Bachelor braucht man erstmal Abi und dann noch das Studium. Akademiker bekommen dafür kein Geld, sondern müssen sogar dafür bezahlen, dazu noch nebenzu arbeiten und trotzdem einen Vollzeitjob ausführen. Die Anforderungen sind dann nochmal was anderes, ob man intellektuelle Fährigkeiten mit handwerklichen Fähigkeiten wirklich vergleichen kann, bezweifle ich. Sind zwei völlig verschiedene Dinge. Seien wir mal ehrlich, generell machen mehr Leute eine handwerkliche Ausbildung, weil sie in der Schule halt nicht bis zur Hochschulreife gekommen sind. Eher wenige Leute mit Abi entscheiden sich dafür bewusst. Ich kenne sehr viele Leute, die eben in der Schule (Gymnasium oder Realschule) gescheitert sind und in der Ausbildung und Berufsschule waren sie dann die Kings und viele von denen sind jetzt Meister. Klar, diese Leute scheinen dann eher handwerklich begabt zu sein, aber ich glaube jetzt nicht, dass Akademiker dann automatisch einen Meistertitel nicht schaffen würden. Grad Abiturienten sind im Normalfall immer in Ausbildungen deutlich schneller als der Durchschnitt.

Damit will ich einfach sagen, dass aus meiner Sicht handwerkliche Tätigkeiten durch Übung und Konzentration für einen großen Teil der Bevölkerung kein großes Problem sind und die Anforderungen einfach niedriger sind. Für einen Bachelor braucht man schon einen gewissen Intellekt, den man sich nicht einfach antrainieren kann. Ein Studium ist schon eine extrem zeitaufwendige Sache und sehr viele clevere Leute scheitern trotzdem daran.

Also für mich ist das nicht gleichwertig. Es ist vielleicht sowas wie der Bachelor oder Master unter den Handwerkern, aber es ist für mich auf keinen Fall gleichwertig mit einem richtigen Bachelorabschluss. Soweit ich weiss, müssen Meister ja auch erstmal mit einem Bachelorstudium anfangen? Somit wäre der Meister nur gleichgestellt mit dem Abi, das fände ich wiederum gerechtfertigt.


GavinG 
Beitragsersteller
 07.02.2020, 22:08

Ok vielen Dank. Was meinst du warum die meisten Studenten scheitern? Liegt es wirklich an mangelndem intellekt oder eher fehlender Disziplin weil das Studium eben Fehler nicht so sehr verzeiht (wie das schleifen lassen und nicht mehr regelmäßig lernen)

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Kimster  08.02.2020, 15:36
@GavinG

Naja, da gibts mehrere Gründe:

  1. Man ist überfordert mit der Studienwahl direkt nach dem Abi und studiert einfach irgendwas, von dem dass man denkt, dass es gut für die Zukunft ist. Wenn man nicht 100% hinter dem Fach steht, dann scheitert man sehr leicht.
  2. Schule und Uni funktionieren nach 2 komplett unterschiedlichen Systemen. In der Uni läuft alles überwiegend anonym ab, die Professoren kennen dich nicht, können dich auch nicht beurteilen und denen ist es total egal, ob du zur Vorlesung gehst und ob du auch aufpasst. In der Schule ist alles persönlicher, es gibt mehr Regeln und es ist weniger Selbstständigkeit gefragt/ erwünscht (am besten alles im Heftchen lernen). Der eine hat eben gerne einen persönlichen Kontakt zu den Lehrpersonen und kommt mit der "Massenabfertigung" überhaupt nicht klar, andere lieben die Anonymität an der Uni.
  3. Ich würde schon behaupten, dass man für ein Studium mehr Grips braucht als fürs Abi. Durchs Abi kann man sich schon irgendwie mogeln. Oftmals sind Lehrer beeinflussbar und auch wirklich subjektiv in der Notenvergabe. Sowas kann in der Uni nicht passieren, weil du da nur eine Nummer ohne Gesicht bist. Zumindest einen großen Teil des Studiums über. Es zählt nur deine Leistung und mehr nicht. Der Stoff ist wesentlich umfangreicher und das Tempo ist extrem viel höher als in der Schule. Man muss alles selbst nachlesen und sich aneignen, in der Vorlesung werden quasi nur die Themen angesprochen, aber wirklich mitkommen und alles verstehen und behalten kann man da auf keinen Fall. Auch die Ansprüche in den Prüfungen sind deutlich höher, die Fragen sind meistens so gestellt, dass man für eine richtige Antwort alle tieferen Zusammenhänge verstehen muss, mit Auswendigklernen kommt man da nicht weit. Daher sind vielleicht manche Abiturienten einfach überfordert mit einem Studium.
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Welcher akademische Bachelor denn? Bachelor of Arts? Bachelor of Engineering? Bachelor of Science? Die Anforderungen können beträchtlich unterschiedlich sein. Als Angehender B.Sc. in einer Naturwissenschaft neigt man durchaus dazu, alles als "Pseudowissenschaft" anzusehen und für geschenkt zu erklären, was mit "of Arts" endet. Ich zitiere in meiner Bachelorarbeit Dissertationen (also Doktorarbeiten!), die deutlich weniger umfangreich sind als meine Arbeit.

Auf der anderen Seite... wer in Eventmanagement oder in der IT-Branche nen Bachelor gemacht hat, ist dort der King. Wenn man in Naturwissenschaften einen Bachelor gemacht hat, hat man den ersten Schritt getan, irgendwann mal jemand zu werden.

Wir stellen also fest: Je nach Fachrichtung und Fragestellung ist schon der "akademische" Bachelor nicht immer gleich viel wert.

Der Meister ist eher praktisch und der akademische Bachelor Eben Theorie.

Das stimmt so auch nicht. Gerade in Bachelorstudiengängen an Hochschulen kann man durchaus in die Verlegenheit kommen, mit praktischer Anwendung mehr Zeit zu verbringen, als mit der Theorie.

Außerdem: Wissenschaft und praktische Anwendung sind zwei Paar Schuhe. Der Bachelor ist ein Wissenschaftlicher Titel. Kein Titel dafür, praktisch was drauf zu haben. Warum jemand einen wissenschaftlichen Titel zugesprochen bekommt, der nicht wissenschaftlich gearbeitet hat, verstehe ich nicht so wirklich.


GavinG 
Beitragsersteller
 07.02.2020, 22:05

Bachelor b. Sc

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