Menschenwürde erst ab der Geburt?

9 Antworten

Nach unsere Rechtsprechung beginnt das Mensch-Sein mit der Geburt und endet mit dem Tod.

Auch vorher und nachher gibt es Rechte ... einen Embryo abzutreiben ist nur in den ersten 3 Monaten straffrei. Totenruhe stören ist auch eine Straftat. Diese juristischen Sachverhalte scheinen die hier empörten nicht zu kennen.

Ab dem Zeitpunkt, an dem der Fötus außerhalb des Mutterleibs lebensfähig wäre (derzeit medizinisch etwa ab der 22.–25. Schwangerschaftswoche), wird der rechtliche Schutz des ungeborenen Lebens deutlich stärker. Ein Abbruch ist dann grundsätzlich unzulässig und nur noch bei schwerwiegenden medizinischen Indikationen erlaubt. Der Fötus erhält ab diesem Stadium eine rechtliche Position, die der eines geborenen Kindes angenähert ist (Recherche)

so what ?

Radikale Fundamentalchristen wollen wohl die Abtreibung mit Mord gleichsetzen, aber das wäre imho völlig unangemessen. Die Tat, wohl immer aus Notlage und Verzerweiflung, ist strafbar, aber Lebenslänglich weder mehr Abschreckung noch verhältnismässig.

Woher ich das weiß:Recherche

Die Tagespost ist eine radikal-katholische Zeitung. Das "Argument" was hier verwendet wird ist ein typischer logischer Fehlschluß, der sich

https://www.logicallyfallacious.com/logicalfallacies/Slippery-Slope

nennt. Die Folgen die sich Frau Harter ausmalt sind schlicht schlechte Fantasien.

Hier übrigens die Stellungnahme von Frau Brosius-Gersdorf.

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/frauke-brosius-gersdorf-beklagt-unsachliche-und-intransparente-berichterstattung-a-89195854-7a28-4e0b-a298-e678a6e83eb7

Da die Internationalen Menschenrechte auch erst ab der Geburt gelten, ist das durchaus Sinnvoll.

Aber das ein Christlicher Lobbyverein wie die Tagespost so ein Video produziert, wundert mich nicht.

Auch immer wieder diese schwachsinnigen Versuche Ängste zu schüren, wie "als nächstes sind dann alte Menschen dran" ist echt erbärmlich, und es ist traurig zu sehen, wie viele darauf reinfallen und ihr reflexartig zustimmen.

Hier mal, was Frau Brorius-Gerstorf wirklich dazu meint:

Brosius-Gersdorf argumentierte im Kommissionsbericht, dass es gute Gründe gebe, dem Embryo/Fetus nicht den Schutz der unabwägbaren Menschenwürde zuzusprechen, sondern erst dem geborenen Menschen. Allerdings solle der Embryo/Fetus grundrechtlich nicht schutzlos sein. Für ihn soll Artikel 2, das Grundrecht auf Leben, gelten. Je näher die Geburt rückt, um so stärker solle der grundrechtliche Schutz des Ungeborenen in der Abwägung mit den Grundrechten der Schwangeren sein. Spätabtreibungen sollen deshalb grundsätzlich rechtswidrig bleiben, so Brosius-Gersdorf.
Es ist also eine polemische Fehlinterpretation, dass Brosius-Gersdorf ungeborene Kinder rechtlos stellen will. Sie will verfassungsrechtlich vor allem die Rechte der Frau gegenüber dem Ungeborenen stärken, insbesondere in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft. Dieses Ziel ist in der Rechtswissenschaft keineswegs randständig und angesichts der bisher wenig frauenfreundlichen Karlsruher Rechtsprechung durchaus angemessen. 

https://taz.de/Wahl-der-VerfassungsrichterInnen/!6100685/

Sehe absolut kein Problem mit dieser Einstellung.

LG

Deamonia

habe ich mir auf Youtube angesehen

ziemlich substanzlos, weil reale und juristische Folgen nicht genannt sind, statt dessen wird die ganze Zeit auf den Schutz des ungeborenen Lebens hingewiesen unter Hinweis auf die Verfassung, insbesondere Art. 1

diese Verfassung sieht aber auch die Würde der Frauen vor - das wurde keineswegs erwähnt - Frauen sind keine Automaten oder Maschinen, die auf Knopfdruck das zu erledigen haben, wofür man sie gebaut hat - es sind also auch die Rechte der Frauen, die hier behandelt werden müssen - die Würde der Frauen sieht vor, dass keiner außer sie selber über sich bestimmen darf - das haben die Herrschaften ausgeblendet

ist für mich ein Beitrag irgendeiner tiefreligiösen Gemeinschaft, welche die CDU und H. Merz aufs Korn genommen hat - was ich von solchen religiösen Bewegungen halte, das habe ich oft genug geschrieben, nämlich NICHTS

die Antwort von H Merz auf die Anfrage der AFD nach seinem Verantwortungsbewusstsein war die einzig richtige Antwort, nämlich ein kurzes JA, denn diese spezielle Angelegenheit wurde jahrelang diskutiert bis es endlich zu einem Kompromiss kam - einem sehr guten, finde ich

dass die SPD diese Bewerberin vorgeschlagen hat, war m.E. ein Fehler - aber so sind sie halt, die Genossen - immer mit dem Kopf durch die Wand

Auch dazu gibt es sicher eie Mehrheitsmeinung - belassen wir es also dabei.