Konsumfalle Weihnachten: Muss das wirklich sein?
Ich finde, Feiertage wie Weihnachten, Ostern oder Valentinstag sind inzwischen kaum noch das, was sie mal waren. Für viele ist das längst zu einem reinen Konsumfest geworden. Man schenkt, weil man „muss“ und nicht, weil man wirklich will oder weil es Sinn ergibt. Ich finde das schwierig.
Ich habe in der Vergangenheit oft Dinge bekommen, die weder zu mir passten noch irgendwie Platz in meinem Leben hatten. Bestes Beispiel: Alkohol und Deko. Ich trinke so gut wie keinen Alkohol und wenn, dann etwas, das ich mir selbst ausgesucht habe. Trotzdem bekommt man ständig Wein, Sekt oder irgendwelche Liköre, die danach ewig im Schrank stehen. Deko ist für mich fast noch schlimmer, weil man sie kaum weiterverschenken kann. Und irgendwann steht sie rum, staubt ein und nimmt Platz weg, den man für etwas Besseres nutzen könnte.
Meine Frau und ich haben das für uns irgendwann ganz klar entschieden: Wir schenken uns nichts mehr zu solchen Anlässen. Nur zum Geburtstag, und selbst da nur Dinge, die der andere wirklich möchte oder gebrauchen kann. Das nimmt enorm viel Druck raus und sorgt dafür, dass das Schenken wieder das wird, was es eigentlich sein sollte: eine bewusste Entscheidung und keine Verpflichtung.
Ich finde, wenn man ehrlich ist, hat das wenig mit Geiz zu tun, sondern mit Wertschätzung. Lieber gar nichts schenken, als irgendetwas, das am Ende in der Ecke landet. Und wenn man doch etwas schenken möchte, dann sollte es auch wirklich passen. Ich verschenke gerne Gutscheine, aber nur für Dinge, bei denen ich weiß, dass die Person sie auch wirklich einlöst und Freude daran hat. Dann hat das Ganze auch einen echten Sinn.
Mich würde interessieren, wie ihr das handhabt: Schenkt ihr noch „klassisch“ oder habt ihr für euch einen anderen Weg gefunden?
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16 Antworten
Ich finde es auch furchtbar, dass diese Feiertage völlig entleert von ihrem Sinn vermarktet werden.
Ruhe, Besinnung, innere Einkehr und ja, auch der religiöse Bezug sind völlig verloren gegangen.
Meine Familie und Freunde halten das auch sehr minimalistisch. Es geht mehr um eine Geste als das große Schenken. Komplett ohne machen wir nicht, aber es sind dann oft kleine Sachen, bei denen wir wissen, dass der andere sie wirklich braucht bzw. mögen wird.
Also von mir aus könnte man das ganze Schenken an Weihnachten ausfallen lassen und sich nur auf das gemütliche Zusammensein mit der Familie beschränken. Dann würde auch die Umtauschorgie im Januar etwas gemächlicher ausfallen.
ja genau das Wort "Austausch" trifft es, man will sich ja nicht blamieren und da muss es die selbe Preisklasse sein, ob man es braucht oder nicht, total am Sinn vorbei oft
Früher waren diese Feiertage vollgepackt mit Action, Besuchen, Geschenken usw. Wenn man da mal älter wird, dann lässt man es ruhiger angehen. Ok, die Sachen, die direkt mit dem Feiertag zusammenhängen, die bleiben, aber das ganze aufgeblasene drumrum schenken wir uns jetzt - ist sehr angenehm.
Ich bin da schon vor ewigen Zeiten ausgestiegen.
Bei uns gegenseitig in der Verwandtschaft und die Partner untereinander tauschen schon lange keine Geschenke mehr an Weihnachten aus.
Unsere Kinder und die der Verwandten haben früher natürlich noch welche bekommen, aber nie so auf Überraschung, sondern immer nur nach Wunschzettel. Irgendwann bekamen die dann aber auch nur noch Geld. Das können sie nun ausgeben, wofür sich möchten, oder es einfach sparen für eine größere Anschaffung.
Wir verbringen Zeit miteinander, das ist ein Geschenk für uns alle zusammen. Manchmal ist es zwar ein ziemlich anstrengendes Geschenk, aber die paar Tage gehen ja auch wieder vorbei! 😄
Egal wie oft ich kommuniziere, dass ich keine Geschenke möchte, (wenn es unbedingt sein muss, dann einfach Geld) bekomme ich dann doch zusätzlich immer noch Süßigkeiten ohne Ende. Ich glaube viele denken, das ein Umschlag mit Geld "zu unpersönlich" ist. Ich verschenke auch lieber Geld, damit die Person sich damit kaufen kann das sie möchte, anstatt irgendwas, was sie vielleicht gar nicht mag.
Oh ja, da wäre ich auch einverstanden. Unter Erwachsenen ist es eigentlich ein "Austausch von Geschenken".