wieso trifft die bergmannsche & allensche Regel nicht auf den Menschen zu?

11 Antworten

Hallo acidfairy

Der Grund ist, weil Menschen andere Methoden haben sich vor Kälte und Wärme zu schützen als Tiere und solche Merkmale somit kein Selektionsvorteil dastellen, also Menschen, die diese durch Mutation haben, keine Vorteile gegenüber anderen Menschen, die diese nicht haben haben.

Die Evolution des Menschen ging einfach andere Wege um diese Probleme zu lösen

Als der Homo Sapiens aus Afrika ausgewandert ist, konnte er bereits Werkzeuge und Hilfsmittel nutzen und ziemlich sicher auch Kleidung herstellen, somit bieten einen kleine rundliche Statur keinen Vorteil in nördlichen Ländern, jedoch Nachteile bei zum Beispiel der Jagd.

Was die Körperfortsätze zu Wärmeableitung betrifft, die sind bei Menschen einfach nicht nötig, der Verlust des Fells und das hinzukommen einer Wärmeregulation durch Schweißdrüsen reichen bei weitem aus um die Körpertemperatur auch in heißen Regionen halten zu können.

Aber in ganz geringem Maße erkennt man Auswirkungen der bergmannschen-allenschen Regel auch beim Menschen

LG

Darkmalvet


PS: Ich hab eins vergessen, beim Menschen ist die Evolution der äußerlichen Merkmale auch zum Großteil von Schönheitsidealen und sexuellen Vorlieben geprägt gewesen, das dürfte wesendlich stärker wirken, als Evolution hin zu Klimatischen Bedingungen.

Und speziell was die Fähigkeit Körpermasse aus Nahrung aufzunehmen betrifft, sind zum Beispiel Hungersnöte und Überflussperioden ein ebenfalls wesendlich stärkerer Evolutionsfaktor als diese Klimatischen Bedingungen.

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vielen Dank das hat mir sehr weitergeholfen :-)

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@acidfairy

Bittesehr :-)

Und was die leicht größeren Handinnenflächen und Lippen bei Afrikanern betrifft, so habe ich die Vermutung, dass die Allensche Regel hier ein wenig wirken konnte, weil diese Körperteile normalerweise unbekleidet sind, daher ein kleiner Vorteil für kleinere Lippen und Handinnenflächen nach der Wanderrung nach Europa bestand

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Aber, acidfairy, das tut sie doch.

Zwar nicht mit großen oder kleinen Ohren etc. aber generell mit Körpergröße und Fettanteil, wobei man allerdings nur die indigenen Völker betrachten darf.

Ein Massai ist gross und schlank, mit langen Gliedmassen, um die Hitze seiner Heimat besser ableiten zu können.

Ein Inuit ist untersetzt und hat relativ kurze Arme und Beine, damit sein Körper die Wärme optimal zu speichern in der Lage ist, lG.

Aber das trifft auch nur auf manche wenige Ethien zu.

Nordeuropäer sind ebenfalls groß und schlank (sofern nicht durch modernes Konsumverhalten selbstverschuldet dick), viele Naturvölker aus heißeren Regionen (z.b. Buschleute) hingegen klein.

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@Darkmalvet

Bei Nordeuropäern ist der Körperfettanteil höher als beim Massai und Saan sind ihrer Umgebung angepasst mit der Grösse, dabei auch schlank.

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@ilknau

Ich würde das sogar fast der Ernährungsituation in Europa zuschreiben, dass der Körperfettanteil höher ist.

Zumindest teilweise

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Es gab eine Menschenart, die sich auf diese Art und Weise hervorragend an das eiszeitliche Europa angepaßt hatte.
Das waren die Neandertaler.

Der moderne Mensch und die Neandertaler lebten bis vor 30.000 Jahren nebeneinander, ist also noch gar nicht so lange her.
Es hat auch Vermischungen gegeben. Man kann es daran erkennen, daß wir heute noch 4 - 6 % Erbgut vom Neandertaler in uns tragen. (Die Prozentangaben schwanken).

Wir haben wohl nicht einen so großen Selektionsdruck gehabt, weil wir durch unsere Findigkeit die Nachteile unserer rel. grazilen Körperform ausgleichen konnten. Und die Zeit hat für eine entsprechende Evolution nicht ausgereicht. Na und heute ist es nicht mehr nötig ;-)

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