wieso trifft die bergmannsche & allensche Regel nicht auf den Menschen zu?

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9 Antworten

Hallo acidfairy

Der Grund ist, weil Menschen andere Methoden haben sich vor Kälte und Wärme zu schützen als Tiere und solche Merkmale somit kein Selektionsvorteil dastellen, also Menschen, die diese durch Mutation haben, keine Vorteile gegenüber anderen Menschen, die diese nicht haben haben.

Die Evolution des Menschen ging einfach andere Wege um diese Probleme zu lösen

Als der Homo Sapiens aus Afrika ausgewandert ist, konnte er bereits Werkzeuge und Hilfsmittel nutzen und ziemlich sicher auch Kleidung herstellen, somit bieten einen kleine rundliche Statur keinen Vorteil in nördlichen Ländern, jedoch Nachteile bei zum Beispiel der Jagd.

Was die Körperfortsätze zu Wärmeableitung betrifft, die sind bei Menschen einfach nicht nötig, der Verlust des Fells und das hinzukommen einer Wärmeregulation durch Schweißdrüsen reichen bei weitem aus um die Körpertemperatur auch in heißen Regionen halten zu können.

Aber in ganz geringem Maße erkennt man Auswirkungen der bergmannschen-allenschen Regel auch beim Menschen

LG

Darkmalvet


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Kommentar von Darkmalvet
09.04.2016, 20:04

PS: Ich hab eins vergessen, beim Menschen ist die Evolution der äußerlichen Merkmale auch zum Großteil von Schönheitsidealen und sexuellen Vorlieben geprägt gewesen, das dürfte wesendlich stärker wirken, als Evolution hin zu Klimatischen Bedingungen.

Und speziell was die Fähigkeit Körpermasse aus Nahrung aufzunehmen betrifft, sind zum Beispiel Hungersnöte und Überflussperioden ein ebenfalls wesendlich stärkerer Evolutionsfaktor als diese Klimatischen Bedingungen.

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Kommentar von acidfairy
09.04.2016, 20:24

vielen Dank das hat mir sehr weitergeholfen :-)

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Die Regel trifft doch zu.

Der Mensch setzt wenn es kalt wird mehr Fett an (was das Abnehmen im Winter sehr erschwert) und tendiert instinktiv dazu wenn es kalt wird mehr zu essen.

Heutzutage jedoch erkennt man davon nicht mehr viel, denn die Schönheitsideale sind inzwischen recht globalisiert und auch in den kalten Regionen versucht man heute diesen Idealen so gut es geht zu entsprechen.

In wärmeren Regionen erkennt man sehr schön die Anpassung an das Klima, ich nehme als Beispiel die dunkelhäutigen Bewohner Afrikas heran.

Ihre Ohren und Lippen sind im Durchschnitt viel größer und haben eine größere Oberfläche als bei uns Europäern. Da beides gut durchblutete Körperstellen sind kann der Körper so leichter abkühlen.

Selbiges trifft auf die Handflächen zu, die im Durchschnitt bei dunkelhäutigen Menschen weitauß größer sind als bei Europiden.

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Kommentar von Darkmalvet
09.04.2016, 19:58

Das mit dem mehr Fett ansetzen im Winter ist allerdings keine Evolutionäre Anpassung, sondern eine Modifikation durch Umweltbedingungen, zu der Menschen unabhängig ihrer ethnischen Herkunft fähig sind

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Die Bergmannsche Regel trifft sehr wohl auf den Menschen zu. Skandinavier sind zum Beispiel im Durchschnitt etwas größer als Südeuropäer.

Allerdings lässt sie sich noch nicht in wirklich bezeichnender Weise beobachten, da hast du schon recht. Grund dafür ist einerseits, dass der Mensch noch nicht wirklich lange auf unserer Erde existiert - jedenfalls in noch nicht ausreichender Generationenzahl, dass sich aus den auf der ganzen Erde verteilt lebenden Menschenpopulationen eigene Arten entwickelt haben. Wir gehören noch immer alle zur gleichen Spezies. Für das zulegen einer isoloierenden Fettschicht hatte der Mensch also schlicht und einfach noch keine Zeit. Außerdem wäre diese Fettschicht doch eher hinderlich, weil sich der Mensch seit Jahrhunderttausenden seine Kleidung selbst herstellt, um sich gegen die Kälte zu schützen. Weil man in warmen Gegenden deshalb luftigere und weniger Kleidung benötigt und in kühleren Gegenden dickere und wärmendere Kleidung trägt, sind Menschen im Mittelmeergebiet auch häufig behaarter als Menschen in Sibirien oder in Lappland.

Aber auch der Behaarungsfaktor ist beim Menschen kein klarer Selektionsvorteil, da Behaarung auch schon von Beginn der Menschheitsgeschichte an ein Modefaktor gewesen ist. Mode hängt immer davon ab, was es in gewissen Zeiten selten gibt - deshalb sind in den industrieländern schlanke Menschen ein Schönheitsideal, in ärmeren Ländern ist man mit einem hübschen Schwabbelbauch erst richtig sexy.

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Kommentar von Darkmalvet
09.04.2016, 20:10

Die Bergmannsche Regel trifft sehr wohl auf den Menschen zu. Skandinavier sind zum Beispiel im Durchschnitt etwas größer als Südeuropäer.

Die Bergmannsche Regel geht andersrum :D

Die Inuit wären ein besseres Beispiel gewesen

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Es gab eine Menschenart, die sich auf diese Art und Weise hervorragend an das eiszeitliche Europa angepaßt hatte.
Das waren die Neandertaler.

Der moderne Mensch und die Neandertaler lebten bis vor 30.000 Jahren nebeneinander, ist also noch gar nicht so lange her.
Es hat auch Vermischungen gegeben. Man kann es daran erkennen, daß wir heute noch 4 - 6 % Erbgut vom Neandertaler in uns tragen. (Die Prozentangaben schwanken).

Wir haben wohl nicht einen so großen Selektionsdruck gehabt, weil wir durch unsere Findigkeit die Nachteile unserer rel. grazilen Körperform ausgleichen konnten. Und die Zeit hat für eine entsprechende Evolution nicht ausgereicht. Na und heute ist es nicht mehr nötig ;-)

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Aber, acidfairy, das tut sie doch.

Zwar nicht mit großen oder kleinen Ohren etc. aber generell mit Körpergröße und Fettanteil, wobei man allerdings nur die indigenen Völker betrachten darf.

Ein Massai ist gross und schlank, mit langen Gliedmassen, um die Hitze seiner Heimat besser ableiten zu können.

Ein Inuit ist untersetzt und hat relativ kurze Arme und Beine, damit sein Körper die Wärme optimal zu speichern in der Lage ist, lG.

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Kommentar von Darkmalvet
09.04.2016, 20:08

Aber das trifft auch nur auf manche wenige Ethien zu.

Nordeuropäer sind ebenfalls groß und schlank (sofern nicht durch modernes Konsumverhalten selbstverschuldet dick), viele Naturvölker aus heißeren Regionen (z.b. Buschleute) hingegen klein.

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Nebenbei sind wir auch noch sehr jung als Spezies. Denoch sind Inuit (Eskimos) eher klein und kompakt gebaut, Tuareg sind eher groß und schlank und Amazonasindianer klein und zierlich gebaut. Unterarten entstehen durch Generationenlange Isolierung und heutzutage sind nur noch sehr sehr wenige Völker völlig isoliert.

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die Bermannsche Regel trifft noc lang nicht auf alle Tiere zu, sie ist eher so was wie eine Tendenz. Man darf sie daher nicht überbewerten.

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Weil der mensch seine temperatur durch kleidung ausgleicht. Deswegen hat er auch kein fell mehr.

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Hm... Gute Frage... Also wissen tu ichs nicht. Aber wenn ich eine Vermutung äußern darf ;)
Vielleicht haben sich Menschen zu früh an diese Bedingungen angepasst und brauchen das deshalb nicht. Wir tragen ja Kleidung und wohnen in Häusern. Also ist das ja eigentlich nicht notwendig.

Also ist nur so ne Vermutung :D

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