Wieso trägt Jesu immer rot-blaue Kleidung?

13 Antworten

Die Farben Rot und Blau sowie ihre Mischung, das Violett,haben einen engen Zusammenhang mit den verschiedenen Formen des Liebes-Erlebens.

In der religiösen Symbolik wird die Farbe sinngemäß angewendet.

Rot ist Symbol der flammenden Liebesglut, die als Flamme auf den Häuptern der durch den Pfingstgeist Erleuchteten erscheint.

(Ernst Jünger erkannte in seinem „Lob der Vokale“ die Auswirkung der Farbe Rot: „So ist Rot die Farbe der Herrschaft und des Aufruhrs“.)

Blau versinnbildlicht die selige Erfüllung des Ideals der Einheit (daher die blaue Blume der Romantik); es ist die urmütterliche Verbundenheit, die Treue und das Vertrauen, die Liebe und die Hingabe (daher der blaue Mantel der Gottesmutter Maria).

Unter den wenigen Malern die in Worte  zu fassen vermochten, was die Farbe auszudrückt, hat Kandinsky treffend geschrieben: „Die Neigung des Blaus zur Vertiefung ist so groß, dass es gerade in tieferen Tönen intensiver und, charakteristischer, innerlicher wirkt. Je tiefer das Blau wird, desto mehr ruft es den Menschen in das Unendliche, weckt in ihm die Sehnsucht nach Reinem und schließlich Übersinnlichem. Blau ist die typisch himmlische Farbe. Sehr tiefgehend entwickelt Blau das Element der Ruhe. Zu Schwarz sinkend, bekommt es den Beiklang einer nicht menschlichen Trauer.Es wird wie die unendliche Vertiefung in die ernsten Zustände, wo es kein Ende gibt und keines geben kann“.

(aus: „Psychologie der Farben“ von Max Lüscher)

Das hängt mit dem Wert der Farben und Pigmente zusammen, die teilweise so selten und wertvoll waren, dass sie mitunter wertvoller als Gold waren.

Damit war eine gewisse Symbolik verbunden, aus der sich dann auch die christliche Ikonografie entwickelte.

Purpur (Rot) war wegen seines Wertes im Römischen Reich den Imperatoren vorbehalten. Für ein Gramm musst man mühsam 10.000 Purpurschnecken sammeln. Als Farbe der Herrscher wurde auch Christus als Weltenherrscher entsprechend dargestellt.

Im Mittelalter kam Blau als Farbe des göttlichen Himmels in Mode und wurde zur Farbe der Gottesmutter. Das leuchtendste Blau war Ultramarinblau, wurde aus Lapislazuli, einem Halbedelstein, gewonnen und musste von jenseits des Mittelmeeres (Persien, Afghanistan) importiert werden. Das war auch das teuerste Blau und und stand dem echten Purpur in Sachen Exklusivität in nichts nach.

http://www.monumente-online.de/14/04/leitartikel/Kulturgeschichte_der_Farbe.php

Später hat sich die Jesus-Darstellung geändert und die Farben seiner Gewänder auch.

Chapeau!

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@Scriptorium

Ich dachte erst, du verstehst etwas davon und wollte ausführlicher begründen. Dann habe ich aber deine Antwort gelesen, wonach mir alles klar war. :-)))

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Zum Thema "historisch".Früher war die Farbe "Rot" ja auch nur den Herrschern, Königen usw. vorbehalten. War ja auch eine teure Farbe, weil aus Purpurschnecken gewonnen. Königsgewänder waren immer rot, wie immer es auch der jeweilige Künstler gesehen haben mag.

ich denke: rot für das Blut (das er gab), die Leidenschaft (mit der er seine Ideen vertrat), hellblau für die Unschuld. Die Farbkombi sieht man bei Maria ja auch meist.

Viele alte Maler haben Farben symbolisch für Charaktereigenschaften etc. verwendet. Noch etwa vor 100 Jahren hat man auch Blumen nach der Farbe ausgewählt und verschenkt -  und damit eine Botschaft verbunden. Vielleicht findest du hier mehr: http://gestaltung.wilhelm-ostwald-schule.de/wp-content/uploads/2010/04/bedeutung-der-farben.pdf - und hier: http://m.schuelerlexikon.de/deu_abi2011/Farben_und_Farbensymbolik_im_Mittelalter.htm . Auch auf dieser Seite ist was über den Einfluss von Farben zu finden: http://www.lichtkreis.at/wissenswelten/welt-der-farben/die-farbe-blau/ . Gutes Gelingen bei deiner Arbeit.

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