Wieso streben so viele das Abitur an?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich denke mal, dass es sich viele zu leicht vorstellen hinsichtlich Abi und Studium. Die wollen halt "fett Kohle scheffeln". Für viele scheint ein Abi bzw. Studium dafür der einzige Weg zu sein.

Ich hab damals kein Abi gemacht, sondern Fachabitur, da ich wusste in Welche Richtung ich beruflich möchte. Also besuchte ich ein technisches Berufskolleg um eine gewisse Vorbildung zu haben, dennoch hab ich zwei Jahre gebraucht, nach Abschluss, bis ich einen Ausbildungsplatz gefunden habe. Damit ich in der Zeit nicht nichts mache hab ich auch ein Studium begonnen, einfach als Lückenfüller, und weitergesucht.

Vermutlich gibt es wirklich so einige Kreise in denen du nur was bist, wenn du Abi machst oder studierst. Aber wie gesagt, ich denke viele stellen sich das einfach zu leicht vor, besonders das Studium, weil man da immer nur was von Partys undso hört.

Es gibt so einige Probleme. Das sinkende Bildungsniveau, die hohen Anforderungen an Bewerber in Stellenausschreibungen für Ausbildungsplätze (mir kamen sie teilweise hoch vor was mich damals sehr abschreckte), dann ist es immer wieder schwierig herauszufinden was für einen Beruf man überhaupt machen möchte, weshalb man dazu neigt weiter zur Schule zu gehen, weil das bekanntes Gebiet ist und man sich so noch etwas Zeit erkaufen kann. Da können so viele Faktoren mit reinspielen.

Danke für diesen sehr profunden & guten Kommentar. Das hat echt Niveau & ist auch in etwa meine Ansicht.

Viele stellen sich das Studentenleben als ewige Party vor, vergessen aber den tatsächlichen Leistungsdruck, die finanziellen Probleme die sich bisweilen über gute zehn Jahre hinziehen können und auch die Pflichten, die man sich mit dem Studium "erkauft". Ich verstehe jeden, der die Ausbildung oder ein duales STudium der Uni bevorzugt.

Mit dem Finanziellen ist es ähnlich: Ich kenne einen, der jetzt knapp über 30 ist, sich sehr viel erarbeitete, mit sehr viel Einsatz und unter großen Verzicht auf Auto, Wohnung, Hobbys, Freizeit, Beziehung, Sport usw. studiert hat & echt alles für das Studium gab. Er hat einen top Abschluss gehabt... heute sitzt er in einem Großraumbüro und verdient weder mehr als die Realschulabgänger, die ihn umgeben noch hat er mehr Verantwortung trotz dem Studium. Und das ist kein Einzelfall. Da kommt man sich ziemlich schnell veralbert vor, denke ich mir.. würde mir zumindest so gehen.

Ich weiß, dass ich um einiges mehr verdiene als dieser Mann, obwohl ich jünger bin und weder Abi noch Studium habe, sondern nach der Realschule Industriekaufmann gelernt habe & ein Jahr danach zu einem Verlagshaus wechselte. Und da kann doch - sorry - was nicht ganz stimmen, wenn ich als "weniger Qualifizierter" mehr als ein "Studierter" bekomme. Das gibt mir immer zu denken und ich fühle mich dann sogar ein wenig schlecht.

0
@rotesand

Es ist gar nicht so selten, dass studierte wenig(er) verdienen. Es kommt darauf an was du studierst. Studierst du bspw. Philosophie, da kann dein Abschluss noch so gut sein, was bringt dir das? Was kannst damit später anderes anfangen als selbst Philosophie zu lehren?

Vielleicht hat dein Kollege den Job den er haben wollte nicht bekommen, weil irgendwas anderes nicht gepasst oder gestimmt hat. Vielleicht hat er schlecht verhandelt, was sein Gehalt angeht. Dinge die man nicht weiß. Ein studierter wird ja auch nicht sofort eingestellt, nur weil er nen guten Abschluss hat. Ich nehm an, dass die auch ein Vorstellungsgespräch durchlaufen müssen.

Ein "Kollege" von mir, der hat, was hat der, auch keinen sonderlich hohen Abschluss. Dennoch verdienen er und seine Lebensgefährtin genug um sein Haus abbezahlen zu können und es ziemlich gut auszustatten. Die haben sich sogar nen Pool bauen lassen. Dabei hat er keinen allzu besonderen Posten, nicht dass ich es schlecht reden würde.

Sooo teuer ist ein Studium aber nicht mehr unbedingt. Immerhin gibt es nur noch den Semesterbeitrag (wobei ich nur für die Fachhochschule sprechen kann). Wohnst während des Studiums zu Hause geht das also ganz gut.

1

für einige ist der Gang auf eine weiterführende Schule in diesem Moment auch der einfache Weg des geringsten Widerstandes.

Warum sich die Mühe mit der Berufswahl, Ausbildungssuche & Bewerbungen machen, wenn man diesen Aufwand noch rauszögern kann? Vorallem da man ja oft dieses Klischee hört: "ohne Abi bist Du nix & hast keine Chancen".

Statt sich entscheiden zu müssen, macht man das, was man kennt: Schule.

Ob in solchen Fällen ein brauchbares Abi rauskommen kann, ist eine andere Sache...

Andere Realschüler schätzen sich auch komplett falsch ein. Sie überschätzen ihr Potential und/oder unterschätzen die Anforderungen an einem beruflichen Gymnasium.

Dann spielt auch die Erwartungshaltung der Eltern eine Rolle. Ihr Kind soll / muss Abitur machen, ansonsten ist schulisch gescheitert (übertrieben ausgedrückt)

Ein wirklich profunder Kommentar, vielen Dank :)

Ob in solchen Fällen ein brauchbares Abi rauskommen kann, ist eine andere Sache...

------> und genau das ist der Knackpunkt: Aus meiner Realschulklasse haben einige gerade so den Mindestschnitt für das WG gepackt, landeten zunächst auf der Warteliste & kamen dann doch zu Potte, aber eine Person hörte bereits nach wenigen Monaten auf und wechselte auf das Berufskolleg, weil es ihr zu schwer war. Die andere wiederholte das erste Schuljahr und wäre auch im zweiten sitzengeblieben, da hörte sie auch auf und absolvierte eine Lehre (was sie lernte weiß ich nicht mehr, ist schon knapp 10 Jahre her). Zwei andere schafften zwar mit viel Nachhilfe gerade so ein Abi mit Dreierschnitt, hatten damit aber weder eine Perspektive für ein Studium noch eine ernsthafte Chance auf die anvisierte gehobene Beamtenlaufbahn. Das Ende vom Lied waren hier einmal der Bundesfreiwilligendienst & einmal das EQ Praktikum vom Arbeitsamt, ehe nach einem Jahr doch eine Lehre gefunden werden konnte. Und da denke ich mir ------> ehm, ja, das hätte man auch nach der Schule mit weniger Ärger und Mühe haben können.

Und diese Typen waren genau die, die in der 10. Klasse groß vom Abi redeten & meinten, man sei nur was wenn man Abitur macht und alle, die es nicht packen seien sowieso voll die Larrys (O-Ton) und sie selbst seien ja im Glück weil sie am WG über die Warteliste genommen wurden. So sah das aus.

0

Gibt 3 Sorten von Leuten die Abi machen: die einen sind ganz gut gehen danach studieren und werden auch später im Beruf erfolgreich sein. Dann gibt's die die schlecht sind trotzdem studieren weil sie kein Bock auf arbeiten haben oder noch bisschen Chillen wollen. Dann die die die ne Ausbildung machen oder mitunter Abi abbrechen und Ausbildung machen. 

Bei Realschülern gibt's die die net gut sind. Die machen entweder irgend ne Schule weiter oder halt die die wirklich gut sind, klare Ziele haben und arbeiten wollen. 

Wenn du den zielstrebigen Realschüler jz mit der 2. oder 3. genannten Art von Abiturienten vergleichst wird der Realschüler eine bessere "Karriere" machen. Wenn ich mir so manchen anschaue der Abitur macht... ist klar das mancher Realschüler besser ist. Im Grunde ist es ja auch so das viele dann Abitur noch machen weil sie nicht wissen wohin es gehen soll. Ansonsten hat man mit Abitur natürlich mehr Möglichkeiten aber wenn man die für sein Berufsziel gar nicht braucht verliert man halt 3 manche 4 Jahre:) Wenn du bei dir schaust siehst du wahrscheinlich die guten Realschüler und die "schlechten" Abiturienten;) es gibt aber auch ne Menge Realschüler die dann nix hinbekommen in der Ausbildung  . Es kommt immer auf den Einzelnen an was er will und was er bereit ist zu tun. Außerdem gibt es Branchen Unterschiede und es kommt auch drauf an was und wie gut man am Ende studiert/ wie schnell/ welche Praktiken man gemacht hat. Am Ende ist es halt statistisch trotzdem so das gilt je höher der Abschluss desto höher das Lebensgehalt. (Kann aber wie gesagt in manchen Branchen anders sein und kommt immer auf das Individium an) 

Meiner Meinun nach sollte man Ausbildungen mehr fördern da viele Schüler heute durch Schulformen und Schulformen gehen. Es ist tausend mal besser nach der Realschule ne Ausbildung zu machen als noch 10 Jahre im Schulsystem zu vergammeln. 

Achso und mt guten Schülern mein ich nicht die Noten die sagen nicht wirklich viel aus Vorallem nicht beim Abitur ;) Sollten natürlich nicht zu schlecht sein wenn man noch ne "große Karriere" hinlegen will aber wen ich mir angucke wer Tw so 1, oder 2, hat.. Im Arbeitsleben wären die komplett aufgeschmissen (natürlich nicht alle) 

Gibt auch Realschüler die gut sind, wissen was sie wollen, aber trotzdem noch zur Schule gehen um sich auf das Arbeitsleben vorzubereiten. ^^

0
@Golikumani

Ja ich finde ja auch wenn nötig sollen/können sie auch Abitur machen, wenn die es für ihr Berufsziel brauchen aber dieses ständige ich mach bG (packs net) dann halt fos (packs net) .. ist einfach nur Verschwendung. Wenn ein guter Realschüler Abi machen will und das auch gut packt soll ers machen und ist gut;)

0

Nach der Realschule normales Abi machen?

Kann man nach der Realschule das ganz normal Abitur machen? Meine Mutter meinte nämlich das man dann nur aufs Wirtschaftsgymnasium oder aufs Technickgymnasium gehen kann und dort sein Abi machen kann. Also nicht auf einem "normalen" Gymnasium. Stimmt das?

...zur Frage

Warum gleichen sich Scheffelpreisreden oft inhaltlich?

Hallo!

Seit einigen Jahren besuche ich beruflich bedingt die Abiturbälle der Stadt, in denen auch jeweils der Scheffelpreis für herausragende Leistungen in Deutsch vergeben wird. Ich freue mich jedes Mal für die Preisträger, allerdings fiel mir heuer ganz besonders auf, dass die drei Scheffelpreisreden, die ich dieses Jahr gehört habe, inhaltlich sehr ähnlich waren.

In der Regel wurde (ich meine das nicht abwertend, habe das aber subjektiv so empfunden) ein wenig über Politik gesprochen, indem man die AfD abwertete und für Flüchtlinge sprach, ehe von "nicht rosigen Zeiten", schwierigen Berufsperspektiven und einer insgesamt eher pessimistisch geprägten Umgebung gesprochen wurde und eine Spur "wir-sind-ja-so-erwachsen" mitmischte.

Sind diese Reden mehr oder weniger dazu da, dass die Preisträger Dinge ansprechen, die ihre Lehrer und alle anderen "hören wollen"/erwarten, oder zeugt das eher von einer gewissen Unsicherheit der Abiturienten, die mit der Gestaltung einer solchen Rede schlicht überfordert sind und deswegen mainstreamige Themen ansprechen, um auf der sicheren Seite und nicht angreifbar zu sein?

Die letzte Preisträgerin saß mir zufällig kurz vor ihrer Rede gegenüber und machte einen sehr aufgelösten, unsicheren Eindruck. Als ich ihr Mut zusprach meinte sie, dass sie froh ist, wenn das Ganze vorbei ist.

Wie seht ihr das, oder habt ihr ggf. eigene Erfahrungen diesbezüglich?

Vielen Dank!

...zur Frage

Abi oder Ausbildung? Vorteile und Nachteile?!

Hallo zusammen :)

Ich steh momentan vor der entscheidung abitur oder ausbildung!:/

Ich komme jetzt in die 10. klasse einer Realschule. Da ich noch keine richtige Idee für einen Beruf habe, bevorzuge ich nach der Schule das Abitur. die voraussetztungen für das abitur erfülle ich von den Zensuren her mit einem momentanen durchschnitt von 1.7!:)

Am Dienstag war ich bei einer Berufsberaterin bei der Agentur für Arbeit, aber ihr passte das anscheinend nicht wirklich in den kram das ich das Abi anstatt eine Ausbildung bevorzuge, deshalb konnte oder wollte sie mir auch nicht weiterhelfen!:/

Könnt ihr mir vllt ein paar vorteile und nachteile an abitur und ausbildung nach meinem realschulabschluss nennen?

Danke im voraus!!:)

...zur Frage

Bedrohung durch Schülerin?

Hallo, ich bin Lehrerin eines Gymnasiums und ich möchte euch um Rat bitten.

Kürzlich traf ich eine ehemalige Schülerin meiner Schule wieder. Dieses Treffen verlief allerdings nicht unbedingt positiv.

Schon zu Schulzeiten galt sie unter allen Kollegen als verhaltensauffällig. Ihre Noten waren regelmäßig in allen Fächern mieserabel und sie zeigte weder Talente noch Begeisterung. So musste sie sogar eine Klasse wiederholen. Da ich auch Beratungslehrerin bin, legte ich ihr nahe, an eine Hauptschule zu wechseln, da sie die Anforderungen eines Gymnasiums rein gar nicht erfülle und sie nie intelligent genug wirkte. Auch charakterlich fiel sie stets negativ auf. Im Unterricht guckte sie lieber geistesabwesend aus dem Fenster, erledigte nie ihre Hausaufgaben und häufig wirkte es als nehme sie Drogen, was auch völlig ins Bild passen würde. Man sah ihr ihre Herkunft aus der Unterschicht an: Zum einen durch ihr asoziales Verhalten, zum anderen durch ihr Erscheinungsbild. In der Oberstufe unterrichtete ich sie nicht mehr. Allerdings blieb sie auch dann das Thema einer jeden Konferenz. So hörte ich regelmäßig, dass sie in jeder Arbeit spicke. Meine Kollegen erbarmten sich aber und ließen sie dennoch, wenn auch mit mäßigen Noten, bestehen.

Als ich sie traf, warf sie mir (und meinen Kollegen) vor, wir hätten uns immer über sie und ihre Herkunft (auch vor der gesamten Klasse) lustig gemacht, sie diffamiert und sie ungerecht behandelt bzw. benotet. An unsere Schule sei sie nach der Grundschule mit einer 1,0 gewechselt und anschließend bekam sie nur noch 4er und 5er. Ich erfuhr auch, dass sie jetzt angeblich Mensa-Mitglied sei, Medizin studiere und ein Stipendium erhalten habe. Das Gespräch endete mit ihren Worten, man sehe sich immer zweimal im Leben. Während unserer Unterhaltung wirkte sie sehr arrogant und bedrohlich, was mich sehr verwunderte, da ich sie eher ängstlich und nicht gerade selbstbewusst in Erinnerung habe.

Ich bin mir unsicher, wie ich mich nun verhalten soll. Sollte ich das als eine Bedrohung ansehen und in der Schule melden oder gar die Polizei benachrichtigen? Man hört schließlich häufig von Anschlägen. Andererseits mache ich mir natürlich auch Sorgen, ob das nicht lächerlich wirke. Gerne würde ich dafür sorgen, dass man ihr das Abitur aberkennt (aufgrund ihres Betrugs), aber ich glaube, das würde eine Eskalation verursachen.

...zur Frage

Abitur ohne 2te Fremdsprache?

Hallo ich möchte nach der 10 Klasse einer Realschule in Niedersachsen mein Abitur machen habe aber kein Französisch oder Latein gelernt kann ich trotzdem irgenwie mein Abi machen?

...zur Frage

Wird der deutsche Staatsbürger immer ungebildeter - Umfrage?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?