Wieso sind manche Kulturen gastfreundlicher als Andere?

 - (Politik, Menschen, Geschichte)

12 Antworten

Man muss halt aufpassen, dass man nicht in ein fremdes Land fährt, dort die Gastfreundschaft der lokalen Bevölkerung ausnützt, weil es dort Kultur ist, aber dann sauer ist wenn die dieselben Erwartungen an einen selbst haben...

Das Offensichtlichste ist z.B. in Spanien, dass es nicht üblich ist, in der Kneipe getrennt zu bezahlen, sondern jeder gibt mal eine Runde aus. Wenn man das nicht weiss, und immer fleissig mittrinkt, aber nicht versteht, dass man auch mal bezahlen muss, dann hat man schnell einen schlechten Ruf weg...

Meist ist das mit der Gastfreundschaft eine ausgeklügelte Kultur mit Geben und Nehmen, je gastfreundlicher eine Kultur, desto mehr bemühen sich die Leute, nicht unnötig zu nehmen oder nicht zu nehmen, ohne zurück zu geben...

Denn wenn man Teil einer gastfreundlichen Kultur ist, dann weiss man auch, wie viel Arbeit hinter dieser Gastfreundschaft steckt, aber es soll ja alles ganz leicht und mühelos wirken...

z.B. in Sizilien oder Südspanien oder auch Marokko will niemand sich mit der Gastfreundschaft lumpen lassen, das Haus wird perfekt geputzt, es werden die exquisitesten Mahlzeiten gekocht... denn man hat keine Lust, dass die Gäste dann nach Hause fahren und irgend einer Form schlecht über einen reden (Haus nicht sauber, kann nicht kochen, Kuchen nicht gelungen, oder, das schlimmste "geizig").

Habe schon von Deutschen gehört, die ganz begeistert von der Gastfreundschaft der Griechen waren, aber dann wirklich doof aus der Wäsche geschaut haben, als die Griechen für einen Gegenbesuch vor der Tür gestanden sind...

Was leider auch festzustellen ist, das zu viel Tourismus - und gerade der Rucksacktourismus, der in den Siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts von den "Hippies" ausging - die Gastfreundschaft in Ländern wie Griechenland empfindlich beschädigt hat. Irgendwann kamen dann so viele Gäste, die hofften, für lau Urlaub machen zu können, das sich die Einheimischen ausgenutzt fühlten.

Der Wert eines Gastes hängt eben, wie bei Edelsteinen, auch von seiner Seltenheit ab.

Eine andere Kultur. Ich würde auch nicht jeden zu mir einladen und ich mag es auch nicht, wenn Fremde mich einladen, ich fühle mich unwohl.

Da ich gerne Fernreiseberichte (gerne auch mit Motorrad oder Fahrrad) lese, nenne ich mal für dich die rabenschwarze Kehrseite.

Manche "Rucksacktouristen", "Weltreisende", Fernreisende etc. legen es auch bewusst darauf an, eingeladen zu werden.

So kommt man billig durchs Land oder um die ganze Welt.

Irgendwo in Drittweltländern fällt man ja auf, besonders bei Jugendlichen (Knaben, jungen Männern). Die stehen mit großen Augen um deinen Hobel herum, wollen alles anfassen. Lass diese dazu noch einmal darauf sitzen, oder nimmst sie ein Stück die Dorfstraße mit, kommt garantiert die - erwartete - Einladung nach Hause.

Freudestrahlend bringen sie also ihren neuen "Freund" zur Familie.

Natürlich wäre nur der Vater "Einladungsberechtigt", aber dieser darf sich jetzt nicht blamieren - auch nicht seinen "blöden" Bengel.

Du wirst also eingeladen zum Essen. Man schlachtet extra für den Besuch einen Hammel und der Gast stopft in sich hinein, was sonst die Familie in der ganzen Woche essen würde.

Aus Stolz wird man auch auf Bezahlung verzichten. Die Gastfreundlichkeit geht vor.

Ich mag solche "Schmarotzertouristen" nicht. Umgekehrt würden sie einem Reisenden aus diesem Lande vermutlich nicht einmal die Tür aufhalten.

Woher ich das weiß:Recherche

Also das kann man jetzt nicht ganz so sagen. Ich meine klingt schon irgendwie weird, weil in Deutschland gibt es bestimmt auch Menschen die einen zu sich nach Hause einladen wurden , und in den anderen Kulturen gibt es auch Menschen die dir die Kehle durchschneiden wurden bevor du ein Wort sagen kannst. Also ist jetzt mal übertrieben aber ich finde dieses "welche Kulturen sind am gastfreundlichsten" und "welche Kulturen sind am nettesten" komplett dumm.

LG

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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