Wieso dachten die Menschen früher, dass wir ein heliozentrisches Weltbild haben?

16 Antworten

Naja, die Anschauung zeigt ja erst mal das: am Himmel ist etwas, was leuchtet (Sonne), und das scheint sich ja offenbar zu bewegen (richtig?). Also was liegt da näher, als anzunehmen, die Sonne dreht sich um die Erde?

Die Entdeckungen von Kopernikus und von Galilei sind gar nicht so leicht nachvollziehbar, wenn man es mal ganz schlicht betrachtet. Man muss auch Planetenbahnen und die Bahnen von deren Monden (um diese Planeten herum) beachten. Dinge, die im Alltag nahezu bedeutungslos waren.

Warum hätte es z.B. einen einfachen Handwerker kümmern sollen, dass Planeten komische "Schlaufen" am Himmel bilden in ihren Bahnen? Freilich fiel das Leuten wie den beiden oben genannten auf (und einigen anderen), aber in der breiten Bevölkerung (und im Klerus) fand dies erst mal kein gesteigertes Interesse.

Warum dachten die Leute das so?

Aus dem gleichen Grund, warum die immer noch glauben das in der Bibel nur die Wahrheit steht.

Damals hat niemand angenommen, das da mal ein kluger Kopf kommt und sagt: Nee, so kann das nicht sein.

Und seinen wir doch ehrlich. Erst um 1492 wurden doch auch erst die letzten Zweifler davon überzeugt, das die Erde keine Scheibe ist. :)

Etwas zusammenhängend mit dem Geozentrischen Weltbild zum Mythos der Flachen Erde:

Abgesehen von den ganz guten Antworten hier und dem Wiki Link, der gut zusammengefasst ist (der englische ist natürlich umfangreicher) möchte ich ein Missverständnis anmerken:

Seit dem 18. Jh. hält sich v.a. im Westen die Ansicht, die Überwiegende Anzahl der Gelehrten im Mittelalter hätte an eine flache Erde geglaubt - abgesehen von ungelehrten und Analphabeten etc. war das aber nicht der Fall - seit dem 3. Jh. wussten bis,auf wenige Ausnahmen alle Gelehrten davon - gerade die Kirche war auf dem Gebiet der Astronomie vorne dabei, z.B. im Vatikan - aber wie hier schon angemerkt wussten weit vorher andere Kulturen von dem Heliozentrischen Weltbild und ein bestimmter amerikanischer Politiker hat im 18. Jh. ein Buch verfasst, das in Europa so populär wurde, dass sich der Mythos bis heute hält... Man unterschätzt oft wie viel Zeit zum nachdenken und Forschen die Menschen zu Urzeiten teils hatten (ca. 3h Jagen am Tag; Rest des Tages frei und nur spezialisierte Gruppen begaben sich auf die Jagd siehe Indigene Stämme) oder auch eben im Mittelalter wen man historische Quellen heranzieht - klar war der Austausch und andere Bedingungen heutigen weit unterlegen 

Ebenfalls falsch ist die weit verbreitete Annahme, die Entdeckungsfahrt Christoph Kolumbus' nach Amerika im Jahre 1492 hätte entscheidend zur Aufklärung beigetragen, dass die Erde kugelförmig ist

Die Kirche war damals zwar bereits überzeugt vom Modell der kugelförmigen Erde, lehnte aber tatsächlich viele wissenschaftliche Theorien und Erkenntnisse ab. Einige Forscher, die mit ihren Lehren der Auffassung der Kirche widersprachen, wurden verfolgt und bestraft




Korrektur: seit dem 19. Jh., also 18xx

Die moderne Fehlannahme, dass der mittelalterliche Mensch an eine scheibenförmige Erde glaubte, fand demnach erst im 19. Jahrhundert Verbreitung, vor allem aufgrund von Washington Irvings Erzählung Das Leben und die Reisen des Christoph Columbus (1828).




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@VortexDani

Wobei man aber unterscheiden muss zwischen der gebildeten Schicht und den einfachen Leuten. Leute, die damals eine hohe Bildung hatten (Adlige, Klerus), hatten Zugang zu den lateinischen und griechischen Schriften, und wussten daher deutlich mehr als die Bevölkerungsmehrheit.

Sicher gab es den ein oder anderen Künstler, der die Scheibenform verewigt hatte in seinem Gemälde. Dennoch gab es auch damals Leute, die Bescheid wussten. Das Wissen war vorhanden, aber nicht breit verteilt in der Bevölkerung.

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@OlliBjoern

genau, das habe ich aber vorher angemerkt, siehe "Gelehrte", wobei ich es im Kommentar wieder weggelassen hab, hätte ich wohl addieren sollen ^^

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1.Du verwechselst geozentrisch und heliozentrisch.

2.Nein, sie sind einfach von dem Aausgegangen was sie beobachten konnten, nämlich dass die Sonne aufgeht, am Himmel entalngwandert und untergeht.

3.Aus physikalischer Sicht ist es strengenommen auch Blödsinn zu sagen, dass die Erde sich um die Sonne dreht. Alles ist eine Frage des Bezugspunkts und des gewählten Koordinatensystems. Zwei Körper drehen sich umeinander im Raum. Nur weil einer der Körper viel mehr Masse besitzt ändert nichts daran. Und je nachdem wo man den Ursprung des Koordinatensystem setzt kann man für genau dieses eine Koordinatensystem sagen ob sich ein Körper um den anderen dreht oder beide irgendwelche Bahnen haben usw.

"physikalisch gesehen" gibt es die Gravitation, mit der man erklären kann, wie die Umlaufbahn der Erde um die Sonne zustande kommt.

Deshalb ist es sinnvoll, den Ursprung des Koordinatensystems in das Gravitationszentrum, die Sonne, zu legen.

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@weckmannu
physikalisch gesehen" gibt es die Gravitation, mit der man erklären kann,

Gravitation erklärt sich nicht dadurch, daß man sie annimmt ;)

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3.Aus physikalischer Sicht ist es strengenommen auch Blödsinn zu sagen, dass die Erde sich um die Sonne dreht.

Nicht nur wegen des Bezugspunktes, sondern auch weil es relativ das gleiche ist,... ob ich nun sage; die Erde dreht sich um die Sonne oder die Sonne dreht sich um die Erde ... Für den Moment macht das keinen Unterschied... Denn ich könnte auch sagen, beides dreht sich um das jeweilig andere Objekt gleichzeitig... ;)

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Heliozentrisch :

Helios = Sonne

Alles dreht sich um die Sonne.

Geozentrisch:

Geo = Erde

Alles dreht sich um die Erde

Du hast da anscheinend etwas vertauscht ;)

Man ist früher davon ausgegangen, weil in der Bibel stand, dass sich die Erde nicht bewegt, also musste sich alles um die Erde drehen. Wer das nicht anerkennen wollte widersprach der Bibel und wurde deshalb durch eine Inquisition verurteilt oder direkt verbrannt, gehängt, gefoltert, etc.

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