Wie ist das leben als Hartz 4 Empfänger?

12 Antworten

Ich würde gerne wissen wie das Leben als Hartz 4 Empfänger ist?

Leben mit wenig Geld. Viel Freizeit, was aber nicht unbedingt glücklich macht weil man wenig Geld hat.

Immer wieder Einladungen vom Jobcenter, Maßnahmen, Bewerbungen usw.

Es gibt viele Vorurteile deswegen, denke aber das, dass meiste falsch ist.

Wie kommt man in so einer Situation? Gibt es Menschen die das freiwillig machen?

Es gibt halt Menschen die unverschuldet z.B. durch Krankheit in Hartz IV rutschen und auch wieder da raus möchten und Anderen gefällt dieses "Leben" ganz gut.

Kann man damit auch Urlaub machen? 

Tja , es gibt welche die dauernd Urlaub machen und sogar ins Fernsehen kommen.

Ist das langfristig gesehen gut? 

Nee, ein vernünftiger Job mit angemessener Bezahlung ist besser, vor Allem wenn man sagen kann:

Ich sehe etwas, ich will es, ich kaufe es.

Macht das einen nicht psychisch kaputt?

Ja und Nein.Manche macht es fertig Andere fühlen sich sehr wohl.   

Ich hatte mal knapp ein halbes Jahr das Vergnügen. Und das Vergnügen war sehr zweifelhaft.

Das Erste was sie mir gesagt haben, war das ich aus meiner Wohnung raus soll und mir was neues suchen soll. Zu groß und zu teuer. Ich war schockiert.

Dann musst du dich ja praktisch entblößen. Was die alles wissen wollen. Und beim Vermieter musste ich mich outen, weil er auch Formulare ausfüllen musste. Das war mir peinlich.

Das ganze Gerenne und den Ärger den ich hatte, alles beizubringen, was die haben wollten, war es fast nicht wert.

Man fühlt sich gedemütigt und abgestempelt. Das wenige Geld, war für mich weniger das Problem. Aber das mag bei Menschen, die darauf länger angewiesen sind, eher ein Problem sein. Aber diesen unsichtbaren Hartz 4 Stempel auf der Stirn, fand ich furchtbar.

Ich denke, wenn man da drin landet und sich hängen lässt, verliert man jede Lebensfreude, wird depressiv und verliert jeden Antrieb. Dann kommst du da ganz schwer wieder raus.

Mein Antrieb war, dass ich meine Wohnung nicht verlieren wollte, bzw. nicht umziehen. So habe ich dann trotz gesundheitlicher Probleme (die ich verschwiegen habe), eine Stelle gefunden. Aber die psychische Belastung durch Hartz 4, war schlimmer für mich, als meine körperlichen Probleme.

Ich bin da durch Krankheit rein gerutscht. Hätte ich niemals gedacht, dass mir das passiert. Es ist erschreckend, wie schnell das gehen kann. Aber nochmal möchte ich das nicht erleben.

Naja so schlimm ist das, wenn man mit dem Geld umgehen kann und wenn man als Familie mit Kindern lebt. Wir haben bis vor zwei Jahren zehn Jahre von Hartz 4 mit drei Kindern man kann sagen gut gelebt. Wir konnten monatlich um die 400 Euro sparen , manchmal mehr wenn ich zwischendurch Job hatte und durch die Freibeträge mehr Geld hatte. Wir haben in den zehn Jahren zwei Pauschalurlaube ins Ausland gemacht, das hätten auch mehr sein können, wenn man kein Kfz halten würde, was ich immer hatte und das kostet halt. Man bekommt pro Kind 100 Euro Schulgeld pro Jahr, außerdem alle Tagesausfluge und mehrtägige Klassenfahrten bezahlt, bis 120 Euro im Jahr werden für die Kinder für Freizeit zb. Schwimmunterricht oder Fußballverein die Gebühren übernommen, man muss halt immer Anträge ausfüllen, aber man hat ja genug Zeit dazu. GEZ Gebühren entfallen und die Jahresnebenkostenabrechnung für die Wohnung bis auf den Strom wird übernommen. Man muss auch nicht zur Tafel zumindest haben wir das nie gemacht, man muss halt nur selbst kochen dann reicht das allemal. Man muss zwar seine Vermögenswerte offen legen, aber das was kontrolliert werden kann sind Kontoauszüge aber Bargeld ist anonym und damit kann man auch bezahlen. Depressionen oder Verlust der Lebensfreude wie das hier jemand geschrieben hat, haben wir nicht gehabt, wir haben unter der Woche Sport getrieben und unseren Kindern bei Hausaufgaben geholfen die übrigens nicht das Klischee erfüllen schlecht zu sein bei Hartzfamilien ( Noten 1-2) aber es gibt auch andere. Wenn man sich auf das System Hartz 4 richtig einlässt und diszipliniert spart, das Maximum durch Anträge rausholt , kann man als Familie relativ gut leben, aber als einzelne Person oder als Paar hätte ich meine Zweifel, zumindest das Auto halten und Auslandsurlaube wären schwierig.

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