Wie habt ihr zu Jesus gefunden?

16 Antworten

Vom Beitragsersteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin jetzt 59 Jahre alt, und durfte 1988 durch die Gnade Gottes erfahren, was Jesus Christus für mich und für alle Menschen am Kreuz von Golgatha getan hat, zu einem Zeitpunkt als alle Türen in meinem Leben geschlossen waren, ich mir auch nicht mehr selbst helfen konnte, und ich meinem Leben ein Ende setzen wollte.

Ich saß wegen eines Gewaltdelikts schon zum 2. mal in Strafhaft und grübelte darüber nach, was in meinem Leben schief gelaufen ist, das ich, obwohl ich schon immer ein sehr friedfertiger Mensch gewesen bin, dennoch zu Gewalt neigte ( wenn ich Alkohol konsumiert habe), wenn auch nicht in offensiver Weise. Alkoholkonsum spielte natürlich eine Rolle, da dieser mich in vermeidbare Situationen führte, die ich nicht einschätzen konnte und in der es letztendlich zu meiner Straftat kam.

Jeder Knast ist mit einer Bücherei ausgestattet, wo man sich alle 2 Wochen Literatur ausleihen durfte. Da ich aber noch ein Neuzugang war, ich glaube es war der erste Tag in Strafhaft, hatte ich noch keine Büchereikarte. Allerdings war in meiner Einzelzelle ein Kriminalroman gelegen, den ich gelesen habe. Inhaltlich ging es da um einen Mann, der sich selbst sein Leben verpfuscht hatte und im Sterben lag. In seinen letzten Minuten/Sekunden seines Lebens wo sich alles für ihn im Zeitraffer nochmal abspielte, wurde ihm die Realität bewusst, dass er VERLOREN war.

Ich habe mich selbst in diesem Mann widererkannt und war in einem Dilemma, da ich mich selbst töten wollte, mir aber gleichzeitig bewusst war, dass es dann keine Rettung mehr für mich geben würde.

Gott sei Dank, gab es in dieser Zelle auch ein Neues Testament und in meiner Verzweiflung griff ich danach und fing planlos an darin zu lesen.

Die Stelle in Joh. 3.16 " Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat ", hat mir die Augen dafür geöffnet, was ich tun musste, um nicht VERLOREN zu sein und um GERETTET zu werden. Ich habe im Gebet, alle mir bewussten und unbewussten Sünden Gott gebeichtet und " Seine Worte " für mich im Glauben in Anspruch genommen. In dem Moment als dies geschah, habe ich ein Wunder erlebt, wie man es erlebt, wenn ein Kind geboren wird.

Diesen tiefen Frieden und diese unfassbare Liebe die ich plötzlich in mir spürte kann mir niemand mehr nehmen, ich kann sie nur weitergeben an alle die Gott mit ehrlichem Herzen suchen und sich von Ihm finden lassen wollen !


TomMeinert789 
Beitragsersteller
 28.09.2023, 16:06

Hallo berloff, danke für dein Zeugnis. Bin sehr beeindruckt. War richtig spannend zu lesen, schöner hätte man es nicht schreiben können

sophia150810  11.04.2025, 11:43

Wie schön❤️

Gott segne dich

ja...ist eine lange Geschichte. aber nachdem ich lange gemobbt wurde und am Ende durch falsche Freunde in einer psychischen Klinik landete ist mir Gott in diesem Klinik-Raum begegnet. 2021 fragte ich Jesus ob er mich noch akzeptieren würde, ich würde auch sein kleines schaf sein hauptsache ich bin bei ihm. das Gebet wurde angenommen und ich wurde Wiedergeboren. danach habe ich mich taufen lassen.


sophia150810  11.04.2025, 11:49

Wie genau ist die Gott den begegnet?Kannst du das bitte ein bisschen genauer erklären?

Ich war schon immer religionsinteressiert, aber nicht gläubig. Den Reli Unterricht in der Schule habe ich immer gern mitgemacht. Mit 13 wurde ich getauft, ein Jahr später wurde ich konfirmiert. Mit Mitte 20 ging ich zu den Zeugen Jehovas. Mit 30 verließ ich diese wieder. Jetzt bin ich 45. Letztes Jahr, war ich ganz tief untern. Mein Leben lief in eine Einbahnstraße, immer dem Ende entgegen. Gesundheit war im Eimer, Motivation gleich Null. Ich hatte eine schwere Zahn OP vor mir. Nach einer Sepsis sind mir alle Zähne abgestorben und die mussten raus. Alle auf einmal sollten gemacht werden. Unter Vollnarkose.

Ein paar Tage vor der OP sagte der Anästhesist, das er die Vollnarkose zu gefährlich ist, auf Grund der Vorgeschichte mit der Sepsis. Also mussten die toten Zähne so raus. 5 Stunden wurden dafür veranschlagt, ich war die einzige Patientin diesen Vormittag, mal abgesehen von Zahnreinigungen die die Arzthelferinnen machten. Ich saß im Wartebereich, ich war ein Nervenbündel, Blutdruck auf 180. Ich dachte so bei mir, das ist wie auf dem Weg zur Schlachtbank. Mein Name wurde aufgerufen, in Gedanken dachte ich mir so, Himmel hilf, wird schon werden, andere haben das auch schon durch.

Ich setze mich auf den Behandlungsstuhl, die Helferin machte so einen Pappbecher mit Mundspülung fertig, band mir das übliche blaue Tuch um den Hals und sagte ich solle den Mund gründlich ausspülen, der Arzt kommt gleich. Dann ging sie an den Tisch und kritzelte irgendwas in die Akten, räumte Gedöhns weg und ich spülte den Mund. Der Arzt kam und ich wurde ruhig. Mir wurde ganz warm. Er sagte, wenn irgendwas schmerz soll ich die Hand heben, er spritzt dann nach. Und dann gings rund. 4 Stunden hat er gebraucht. Ein paar mal musste er nach spritzen. Danach setzte er mir ein Provisorium ein, gab mir eine 10 Packung Ibo 800 und eine Krankschrift für 2 Tage und sagte, wenn die Schmerzen nach 2 Tagen immer noch da sind, dann müsste ich zum Hausarzt zum Krank schreiben. Danach war ich fertig.

Ich fuhr heim, legte mich hin und dachte, so lange die Betäubung noch hält legst Du dich hin und schläfst, das wird noch schlimm genug. Ich schlief ein, ich wurde wach. Keine Schmerzen. Am Folgetag ging ich auf Arbeit. Auch ohne Schmerzen. Ich habe die Tabletten nicht anrühren müssen. Einzig da wo genäht wurde ziepte es ein wenig. Das brauchte aber keine Tablette. Meine Chefin musste eine Woche später zum Zahnarzt einen Zahn ziehen lassen. Die war über 4 Tage krank.

Ich habe bei der Nachuntersuchung gefragt, ob irgendwas in der Mundspülung war, oder sowas wie Hypnose verwendet wurde. Der Arzt verneinte das aber und sagte ich könnte mir dazu die Akten auch angucken.

Das war so eins der Erlebnisse die mich zum Nachdenken brachten. So eine innere Wärme habe ich noch nie erlebt. Das war anders als wenn man im warmen Bett liegt. So eine innere Ruhe habe ich seitdem auch nicht mehr gespürt. Ein paar Tage danach habe ich auch diverse Filme und Musik gehört die eine religiöse Botschaft enthielten. Und diese ganze Situation in jenen Tagen haben mich dazu gebracht, das ich mich mit dem Glauben beschäftigte. Intensiver als sonst. Ich konnte mir vielen Menschen reden seitdem. Ich bete, ich bin aktiv im Glauben unterwegs. Wenn ich kann spende ich. Ich versuche so gut wie es geht auf die Menschen zuzugehen und versuche die Leute nicht vorzuverurteilen.

In einer Kirche bin ich nicht. Ich habe überlegt wo ich hingehen könnte. Aber die Zeugen Jehovas haben das Vertrauen in Gemeinschaften zerstört. Ich finde da kein vertrauen. Wo sollte ich auch hin? Der katholische Glaube ist nicht meins. Ich sehe die Heiligen nicht als irgendwelche mittler zu Gott. Menoniten, Mormonen und Neuapostolen sind irgendwie zu abgehoben für mich. In die evangelische Kirche zurück? Halte ich für Scheinheilig. Ich kann nicht einerseits da rausgehen, andererseits hinterher wieder angekrochen kommen.

Ich möchte mich auch nicht hinsetzen und mich von Predigten berieseln lassen. Ich möchte aktiv im Glauben sein. Ich möchte die Bibel erkunden. Und nicht stumpf in einer kalten Kirche sitzen. Bei uns gibts den normalen Gottesdienst. Dann geht der Pastor einmal die Woche ins Altersheim, dann probt der Chor, dann der Posaunenchor und dann haben die Konfirmanden einmal die Woche eine Stunde Unterricht. Dann gibts einmal im Jahr ein Kirchenfest. Für Leute in meinem Alter ist da nichts vorhanden. Und schon gar nichts, wo man sich aktiv beteiligen kann. Freikirchen haben für mich auch immer ein Geschmäckle, wie der Bayer so schön sagt. Da herrschen Dresscode und Praktiken die mich an die Zeit bei den Zeugen Jehovas erinnern. Das möchte ich einfach nicht. Gebranntes Kind scheut Feuer.

Aber das brauchts auch nicht. Jesus ist aktiv dabei, bei allem was ich mache. Ich bekomme auch Feedback bei Gebeten und es passieren Dinge, obwohl ich nicht drum gebeten habe, die im Nachhinein aber positiv sind. Und es sind nicht nur Sachen die mich betreffen, sondern die sich auch auf andere positiv auswirken und das obwohl diese nicht gläubig sind.

Wenn ich das so vergleiche mit dem wie es früher war, so hat sich der Glaube und auch das "aktiv sein" im Glauben sehr verbessert und intensiviert. Früher war es "nur" Religion. Es war etwas, in dem ich zwar aufgewachsen bin, aber ohne jegliche Emotion. Es war mit Leistung verbunden, aber nicht mit Glauben. Es ist schön, so wie es ist. Und ich hoffe das hört niemals auf.


Pfefferprinz  28.09.2023, 17:26
Ich kann nicht einerseits da rausgehen, andererseits hinterher wieder angekrochen kommen.

Doch, kannst du. Siehe das Gleichnis vom verlorenen Sohn.

Belliwell  28.09.2023, 20:51
@Pfefferprinz

Theoretisch ja, aber mein Glaubensansatz ist jetzt ein anderer als damals zu Zeiten der evangelischen Kirche. Ich habe mich weiter entwickelt und das geht über die Lehrmeinung der evangelischen Kirche hinaus.

xy2345  27.09.2023, 23:15

Wie schön, dass du zu Jesus gefunden hast. Ich möchte dich zu nichts drängen, schließlich ist es deine Entscheidung wie du es machst, aber ich denke man sollte schon eine Gemeinde haben. In der Bibel (irgendwo Neues Testament, ich glaube bei den Paulusbriefen oder so), steht, das die Gemeinschaft mit Gläubigen wichtig ist. Schließlich kann man in schwierigen Zeiten sich und andere aufbauen. Vielleicht hat die Sekte es in deinen Vorstellungen kaputt gemacht, dass Gottesdienst echt gut ist. Ich fühle mich nach einer Predigt immer total erfüllt. Kleiner Tipp für eine Gemeinde: Falls es bei dir in der Nähe eine Gemeinde vom LGV (Liebenzellergemeinschaftsverband) gibt, schau doch mal da vorbei. Oft lernt man in Predigten auch von anderen, die Sicht auf die Bibel. Du kannst generell dich mal nach einer Gemeinde in der Nähe umschauen und gucken wie der Gottesdienst dort so ist!

Gottes Segen für dich!

xxScarface1990  29.09.2023, 13:07

Danke für das Teilen deines Zeugnisses! Ich weiß nicht in welcher Freikirche du schon warst, aber in den 5 freien evangelischen Gemeinden, in denen ich bereits war, gab's überall keinen Dresscode. Ich weiß es nicht, aber vielleicht lag es daran, dass es bei mir keine Baptistengemeinden bzw. solche Gemeinden, die sich als Baptisten bezeichnen, waren? (Und wenn ich mir so online-Gottesdienste von anderen Freikirchen anschaue, gewinne ich den Eindruck, dass es dort zumindest bei vielen Freikirchen auch keinen Dresscode gibt)

Also da würde ich es dir empfehlen (wenn du soweit bist) vielleicht auch nochmal einer anderen freikirchlichen Gemeinde eine Chance zu geben.

Liebe Grüße, sei gesegnet!

Ich wurde durch einen lieben Bruder, der auf Youtube predigt, zu Jesus gezogen. Ich habe seinen Kanal schon Jahre zuvor gefunden, war aber noch nicht bereit für wahre Umkehr. 2021 habe ich dann schlagartig mein Leben geändert und wurde von Gott gezogen. Es war einfach schön, und die einzig richtige Entscheidung. Das war die Kurzfassung.


Ignatius1  03.10.2023, 01:16

Da würde es mich mal interessieren wer dieser "liebe Bruder " ist ,von dem du all das lernst, was du uns dann hier so zum besten gibst. ...

In Form eines Rundumschlages gegen die gesamte Christenheit.

Also ich bin christlich aufgewachsen und hab mich mit 8 bekehrt. Mit ca. 11 bin ich dann vom Glauben abgekommen und dann mit ca. 13 wieder zurück. Das zurück kommen war wirklich die beste Entscheidung meines Lebens.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung – Bin freievangelische Christin

benedetto280  27.09.2023, 22:09

Gelobt sei der Herr :) bin so froh.... ich habe mich erst mit 20 bekehrt auch wenn ich heute weiß, dass mich Jesus nie aus seinen Augen verlor

JolineDyck  27.09.2023, 22:13
@benedetto280

Ja, ich habe mit 11 Depressionen bekommen und war dann auch nur noch aus Routine im Gottesdienst. Heute hat sich das Blatt zum Glück gewendet und ich bin ein Licht in der Welt, so gut es nur geht. Mit 14 hab ich verstanden was es heißt eine „lebendige Beziehung“ mit Gott zu haben.

IA3007  28.09.2023, 08:28

Was hat dich dazu bewegt, zurückzukommen?

JolineDyck  28.09.2023, 08:47
@IA3007

Ich denke Gott und meine Mum. Wir haben viel geredet und irgendwann habe ich einen Schlussstrich gesetzt. Ich habe mich zu meinem eigenen Glück gezwungen und begonnen die Bibel zu lesen. Irgendwann wurde aus dem Zwang und der Routine mehr und ich beschäftigte mich mehr und intensiver mit Gott. Ich sortiere viele Lieder aus und hörte fast nur noch christliche Lieder.

TomMeinert789 
Beitragsersteller
 27.09.2023, 22:10

Amen!! toll... Ich habe mit 14 zu Jesus gefunden, nachdem meine Mutter gestorben ist und ich auch noch Liebeskummer hatte. Habe typischerweise Gott die Schuld gegeben und erst jetzt , 10 Jahre später, wieder zurück gefunden. Ich bin so froh...