Wie diskutiert man mit Atheisten?

55 Antworten

Wenn du allzu vollmundig redest, dann wird dir sicher kaum noch zu gehört. Vor allem provozierst du meist nur Spott, wie man auch in diesem Forum immer wieder sehen kann. Gut ist es, von vornherein zuzugeben, dass die Existenz Gottes nicht rational argumentativ bewiesen werden kann. Es gibt zwar in der Geschichte der Theologie und der der Philosophie die klassischen 'Gottesbeweise', doch wenn man sich mit diesen beschäftigt, wird man immer schnell feststellen, dass die gesetzten Prämissen zum Teil nicht einfach zu akzeptieren sind. Ich denke, dass die überzeugendsten Argumente immer noch die einer sog. "unmittelbaren, totalen Gewissheit sind". Das 'Ergriffensein' von dieser vollkommenen Zuversicht, dass man getragen und gehalten ist von einer transzendenten Wesenheit, die sich jedem Menschen anders zu erkennen gibt. Wenn du aus einer existentiellen Betroffenheit heraus argumentierst, kann der andere dir das 'mit seriösen Aussagen' nicht absprechen. Und damit kannst du zumindest einmal eine Nachdenklichkeit erzeugen. Du solltest deine Ziele auch sehr niedrig ansetzen. Eine geringfügige Verlegenheit, ein Innehalten beim Anderen, eine Verwunderung ist schon viel. Wenn du das bemerkst, lass es für diesmal gut sein. Nicht nachlegen, nicht noch ein 'ergreifendes' Erlebnis anfügen, wie jemand 'zum Glauben gekommen' ist. Akzeptiere vielmehr die skeptische Grundhaltung der Mitmenschen. In einer naturwissenschaftlich aufgeklärten Welt sind religiöse Argumente sehr schwierig zu übermitteln. Im Grunde sollte der Andere auch in dir zunächst einmal einen 'kompetenten Sprecher' sehen, also jemanden, bei dem es sich lohnen könnte, ihm eine Weile zuzuhören. Wenn das nicht gegeben ist, bleibt die Sache von vornherein unergiebig. Bilanz: Stelle dich dar als jemand, der um die großen Probleme des Glaubens an Gott im Bilde ist, der selbst vielleicht mit einer dauerhaften Zuversicht ringt, der die skeptischen Positionen kennt und die Brisanz moderner neuropsychologischer Theorien zur Kenntnis genommen hat, der aber trotzdem in diesem Bewusstsein lebt und darin seine Geborgenheit gefunden hat.

Meinst du das hat er verstanden? ;-) Ich finds aber nicht schlecht, zumindest mal Gedanken gemacht und nicht gleich die „die sind doch zu blöd zu kapieren das es Gott gibt“ Keule rausgeholt.

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HEHE...seltsam, so viele negative Stimmen hätte ich nicht erwartet, zumal ich nicht gesagt habe, dass ich jmd. "bekehren" will oder missionieren will. Ich beschäftige mich zur Zeit mit diesen Themen und viele "Wissenschaftlicher" geben zu, dass sie selbst fast nichts erklären oder beweisen können. Jetzt wollte ich einfach die "andere Seite" kennen lernen!!! Ich hoffe ihr habt mich jetzt alle wieder lieb :)

Dazu kann ich als "Atheist" natürlich mich nur begrenzt äußern. Da es für mich eine gut begründete Entscheidung war Atheist zu werden, wird mich so schnell niemand von einer Religion überzeugen können. Dabei interessiere ich mich durchaus für Religionen und das darin zum Ausdruck kommende Verständnis der Welt.

Nach meiner Erfahrung sind Gläubige von ihrer Religion so überzeugt, dass sie gar keine Zweifel zulassen (wollen, können, dürfen). Bei mir ist das insoweit anders, als ich davon ausgehe, dass ich letztlich auch nicht wissen kann, ob es einen Gott gibt oder nicht. Daher finde ich das Wort A-theist auch gar nicht richtig für mich. (Es kommt aus dem Griechischen: A ist Verneinung und theos heißt Gott...) Vielleicht ist das All, der Kosmos so etwas wie Gott, aber eben nicht in einer so vermenschlichten und personifizierten Form. Aber auch das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen und daraus ergibt sich ja auch noch keine Religion.

Für das Erste reicht es ja nun, was ich hier als meine Postion beschrieben habe.

Dem würde ich mich anschließen. An das Gottbild das gläubige Menschen unterstützt und ihnen hilft, glaube ich allerdings nicht und das aus guten Gründen.

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dass ich letztlich auch nicht wissen kann, ob es einen Gott gibt oder nicht.

Ja, das klingt alles sehr vernünftig und logisch, was Du schreibst. Ich erwidere aber, dass Du um die sichere Existenz Gottes wissen könntest, wenn Du wolltest. Es gibt das bekannte Bibelwort "Wer suchet, der findet". Wenn wir mit der gleichen Akribi mit der wir die Zusammenhänge der Natur erforschen die Gottesfrage erforschen würden, dann würden wir sehr schnell fündig werden. Letztlich müsstest Du nur die Bereitschaft aufbringen Gott begegnen zu wollen. Dazu gehört allerdings auch eine gewisse Portion Mut. Die allermeisten Christen sind ja zum Glauben gekommen, weil Gott ihnen persönlich begegnet ist und sie dann in diesem entscheidenden Moment nicht ausgewichen sind. Es kann gut sein, dass Dir diese schöne Erfahrung noch bevorsteht.

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Es gibt drei Gründe warum ein Mensch ein Atheist ist:

1) Von der Falschen Religion so dermaßen enttäuscht, dass man gegen jegliche Vorstellung eines Schöpfers rebelliert. Das ist eine eher normale Reaktion, besonders für junge Menschen.

2) Aufgrund pseudowissenschaftlicher Irrlehren zum Atheismus "bekehrt" worden. Allgemeinwissen und die Fähigkeit zum abstrakten logischem Denken wurde durch Mainstream-Medien und Schule begrenzt auf ein limitiertes und dogmatisiertes Wissen. Hinterfragen ist Tabu, da es sich um ein Wissenschaftliches Dogma handelt.

3) Ein Leben mit einem deterministischen Weltbild ist frei von moralischen Grenzen und der Atheismus ist für diese Menschen eine Art Befreiung (auch wenn nur eine illusorische). Sie werden alles daran tun um andere Menschen von ihrer Sichtweise zu überzeugen und Andersdenkende werden entweder gemieden oder mit pseudowissenschaftlichen "Fakten" zugemüllt. Aus dieser Reihe stammen die Pseudoskeptiker die fanatisch jede neue Entwicklung in der Wissenschaft unterdrücken.

Für Atheisten aus der Kategorie 1 und 2 gibt es Hoffnung sie von der Existenz Gottes zu überzeugen. Einfache, klare und logische Erklärungen reichen da sogar vollkommen aus. Aber die letzte Kategorie kann man nicht überzeugen und man braucht es auch erst nicht zu versuchen. (Daher werde ich auch hier niemandem antworten, wenn ich merken sollte, er sei so ein Pseudoskeptiker).

Was für ein riesen Strohmann. Manche Theisten scheinen es einfach nacht begreifen zu wollen, dass es Leute gibt, die tatsächlich einfach nicht an ihren Gott glauben. Ich komme auch auf 3 Gründe, warum Menschen Atheisten sind/werden, aber sie sind völlig anders, als deine:

1) Unkenntnis üer Theismus.

2) Skepsis gegenüber theistische Behauptungen.

3) Andere Gkaubensinhalte, welche Theismus widersprechen.

Die meisten Atheisten fallen unter 2). Alles, was du hingegen aufzählst, fällt unter Punkt 3) und lassen sich in der Praxis nicht bis kaum finden.

Daher werde ich auch hier niemandem antworten, wenn ich merken sollte, er sei so ein Pseudoskeptiker

Ich bezweifle, dass Skepsis von dieser "Pseudiskepsis" unterscheiden könntest.

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Ach und noch eine Anmerkung bzg Pseudoskeptiker: Es sind immer die selben!

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@Melanie19880203

Wie schon gesagt: Ich bezweifle, dass du das erkennen kannst. Übrigens bezweifle ich auch, dass du "Pseudoskepsis" nachweisen kannst.

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Nope, trifft alles auf mich nicht zu.

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Gar nicht. Warum sollte ich das? Ich muß überhaupt keinen von überhaupt nichts überzeugen, ich möchte auch nicht, daß irgendwer mich von irgendwas überzeugt. Ich kann mit Atheisten prima über alles mögliche diskutieren, sogar über Religionen und auch über meine Religion. Voraussetzung ist, daß man sich gegenseitig in seinen Überzeugungen RESPEKTIERT und das heißt, daß man Überzeugungsversuche von vorneherein sein läßt. Christen überzeugen ohnehin nicht durch Reden und Abwurf von Bibelzitaten, sondern durch ihre Lebenspraxis und ihre innere Haltung. Das hat den Vorteil, daß man sich sinnloses Gelaber spart und dabei auch einiges an Aggression vermeidet, hat aber den Nachteil, daß es wesentlich anstrengender ist. Wer als Christ nicht wenigstens versucht, seine Glaubenslehre ernsthaft selbst zu leben, der ist als Missionar sowieso nicht die Bibel wert, mit der er um sich schlägt. Gruß, q.

Wer als Christ nicht wenigstens versucht, seine Glaubenslehre ernsthaft selbst zu leben, der ist als Missionar sowieso nicht die Bibel wert, mit der er um sich schlägt.

wie lyrisch!

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