Wie bekomme ich Flöhe langfristig aus der Wohnung?

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5 Antworten

Ein wichtiger Tipp vorab: Ruhe bewahren und nicht verrückt machen (lassen)! Umsichtiges und gründliches Handeln vorausgesetzt (da habt Ihr ja schon ein paar ganz wichtige und richtige Schritte unternommen), lässt sich die unangenehme Situation i.d.R. ganz gut in den Griff bekommen, wenn man ein paar grundlegende Dinge und Zusammenhänge berücksichtigt.

Zur wirksamen Flohprophylaxe bzw. -bekämpfung kommt es einerseits auf Sofortmaßnahmen gegen die Flöhe an, z.B. durch den Einsatz von sog. Spot-Ons, die der Katze auf die Haut im Nacken aufgetragen werden. Dabei ist beispielsweise zu beachten, dass es Mittel gibt die Flöhe und Zecken auf der Katze abtöten (i.d.R. beim Tierarzt oder in der Apotheke erhältlich, Wirkstoff z.B. Fipronil), und Repellents, die die Plagegeister nur von der Katze fernhalten bzw. vertreiben sollen (frei verkäuflich z.B. in Supermärkten, Wirkstoff z.B. Margosa-Extrakt).

Diesbezüglich sollte man sich - wie Ihr es gemacht habt - vom Tierarzt beraten lassen, der neben einem effektiven Anti-Floh-Präparat bei Bedarf auch eine passende Wurmkur für die Katzen empfehlen kann (Flöhe können Bandwürmer übertragen). Wie hier schon von NaniW sehr anschaulich dargestellt, ist für den Erfolg aber auch die Langzeitbehandlung der Umgebung befallener Tiere entscheidend!

Flöhe habe i.d.R. einen Lebenszyklus von ca. 14-21 Tagen, verteilt auf die Stadien Ei, Larve, Puppe und adulter Floh. In der Puppe geschützt, können die noch nicht geschlüpften Flöhe allerdings auch 3-4 Monate oder länger überleben.

Leider machen die adulten Flöhe nur ca. 5% der Flohpopulation aus, der Rest verteilt sich auf die anderen Stadien, und ist entsprechend schwer zu bekämpfen.

Analog dazu befindet sich auch nur der kleinste Anteil der Flohpopulation tatsächlich auf dem befallenen Tier, der Rest überlebt in seiner Umgebung, also z.B. in Teppichen, auf Liegeplätzen, hinter Fußleisten etc.!

Spot-Ons und Umgebungssprays haben leider die Einschränkung, dass sie im Wesentlichen nur gegen das letzte Stadium (adulter Floh) wirksam sind. Es gibt allerdings auch Spot-Ons und Umgebungssprays, die das Schlüpfen der Floheier, Larven und Puppen hemmen sollen. Lasst Euch auch dazu am besten vom Tierarzt beraten.

Unerlässliche Maßnahmen bei der Flohbekämpfung sind u.a.:

- oftmaliges, gründliches Staubsaugen inkl. regelmäßigem Austausch bzw. Anti-Floh-Behandlung des Staubsaugerbeutels, z.B. mit eingesaugtem Flohpulver oder zerschnittenem Flohhalsband (wobei deren Wirkstoffe die Flöhe aber auch wirklich abtöten müssen, und nicht nur vertreibend auf die Plagegeister wirken dürfen (s.o.)!),

- waschen aller waschbaren Aufenthaltsorte und Kontaktflächen der Tiere, also z.B. Katzendecken, Auflagen, Handtücher, Bezüge etc., idealerweise bei mindestens 60°C (Waschanleitung beachten!),

- Behandlung nicht waschbarer Objekte (z.B. Kratzbaum, Katzenkorb etc.) mit Umgebungsspray (u.a. beim Tierarzt erhältlich).

Für den Langzeiterfolg ist es aber entscheidend, auch die ggf. nach und nach geschlüpften Flöhe (deren Eier, Larven und Puppen den Hausputz bislang überlebt haben) wirksam zu bekämpfen!

Das bedeutet, dass die aktive Bekämpfung im Lebensrythmus der Flöhe, i.d.R. also nach ca. 3-4 Wochen, wiederholt werden muss. Nach 1-2, maximal 3, solcher Zyklen sollte das Flohproblem dann hoffentlich gelöst sein.

Eine effektive Möglichkeit dazu bieten sog. Fogger, die die Wohnräume mit einem Insektizid durchfluten, das auch in kleinste Ritzen eindringt.

Zur vorschriftsmäßigen Anwendung gehört hierbei unter anderem, dass die Räume während der Anwendung für mindestens 2-3 Stunden (besser länger, anschließend gut lüften!) von Mensch und Tier nicht betreten, offene Lebensmittel, Essgeschirr, Futter- und Wassernäpfe etc. außer Reichweite gebracht, und (Kleider-)Schränke und/oder Schubladen geöffnet werden. Beachtet auch, dass ein Fogger i.d.R. nur für eine begrenzte Wohnfläche ausreicht - für größere Flächen müssen entsprechend mehrere Fogger (verteilt) aufgestellt werden. Die beste Wirkung erzielt man, wenn die Fogger erhöht aufgestellt werden, also z.B. auf der obersten Stufe einer Haushaltsleiter.

Lasst Euch auch zu diesem Thema unbedingt vom Tierarzt beraten - die beim Tierarzt erhältlichen Fogger und Umgebungssprays gelten i.d.R. übrigens als wirksamer, als die freiverkäuflichen Mittel.

Darüber hinaus soll auch das Einfrieren (min. 24 Std. bei -18°C) gegen Flöhe wirksam sein, beispielsweise bei Dingen, die nicht heiß gewaschen oder mit Umgebungsspray behandelt werden können (bzw. dürfen).

Ansonsten gilt: Ruhe und Geduld bewahren, zumal sich Euer Stress nur auf die Fellnasen übertragen würde!

Ich drücke die Daumen, dass Ihr die lästige Situation bald in den Griff bekommt!

Alles Gute und viel Erfolg!

P.S.: Einen wichtigen Tipp hat hier unlängst noch Ratgeberin Negreira eingebracht: Falls Ihr Eure Fellnasen im Auto zum Tierarzt transportiert, solltet Ihr anschließend unbedingt auch den Innenraum mit Umgebungsspray behandeln, dies gilt natürlich ebenso für die Transportboxen!

Katzenkumpel 19.07.2017, 16:09

Herzlichen Dank für das Sternchen! <freu>

Alles Gute Euch und den Fellnasen!

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Hallo Irvnssaxx,

ich hoffe das "kleine" Kätzchen ist mindestens 12-14 Wochen alt und bekommt Zeitnah noch einen Artgenossen !

Zu dem Flohbefall:

Flöhe sind meist ein Problem von Freigängern. Aber auch Wohnungskatzen können Flöhe bekommen, da diese von außen eingeschleppt werden. Bei Freigängern sollte man mindestens 1x die Woche mit einem Flohkamm kontrollieren, ob die Katze von Flöhen befallen ist. Bei Wohnungskatzen reicht auch einmal im Monat.

Wie bei einem Befall vorgehen ?

Bitte immer erst mit dem TA absprechen !

Nicht jedes Mittel ist auch für jede Katze geeignet !


Zum Beispiel spielen auch das Alter, das Gewicht und eventuelle Erkrankungen eine Rolle !

Was hilft ?
- Capstar 11,4mg (Tabletten)
- Trixie Spot On
- flevox (Flüssigkeit für in den Nacken zu träufeln)
- Fogger (Spray)

Homöopathisch:
Kokosöl
Ledum Globuli (D200) (Hilft NUR gegen den Juckreitz !!)

Ein Befall liegt vor:
Wenn die Katze Flöhe hat, dann unbedingt sofort alle Textilien (Kissen, Decke, Höhle...) waschen (ideal bei 60 Grad) und im Trockner trocknen wenn möglich. Alles was nicht waschbar ist wie Kratzbäume, Spielzeug ect., sollte schnellst möglichst mit einem Flohmittel (Spray oder Reinigungsmittel gegen Flöhe) behandelt werden. Alle Böden, Teppiche gut absaugen.

Doch saugen alleine reicht nicht !! Hier sollte mit einem Flohmittel auch geputzt werden. Ideal bei Teppichböden wäre eine Schaum- und/oder Dampfreinigung.

Bei Langhaar Rassen sollte man in Erwägung ziehen, die Katze etwas zu scheren, bzw. scheren lassen. Denn dies erleichtert dann die Behandlung. Anti-Floh-Mittel an sich sind sehr unterschiedlich und es gibt viele Spot-on-Produkte.
Putzmittel:
Chlor hilft … Chlor tötet Flöhe und deren Eier ab. Chlor in gut heißes Wasser
zugeben und die Böden wischen. Die Katze/Katzen bitte aus dem Raum
separieren, nach dem putzen mit Chlor gut nach wischen und auch mal gut
lüften.

Wenn man den Flohbefall nicht in den Griff bekommt, hilft leider nur noch die Chemiekeule.
Hier bitte NUR mit Absprache des Tierarztes handeln.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten der chemischen Bekämpfung...Kontaktgift, Fraßgift oder Entwicklungsgift. Ich wünsche euch viel Erfolg, diese ungebetenen Plagegeister schnell wieder los zu werden.

Gehen Flöhe an Menschen ?
Flöhe werden durch Körperwärme, Bewegungen und ausgeatmetem Kohlendioxid von Haustieren und Menschen angezogen, wobei Flöhe die Katze vorziehen als Wirt. Sie verursachen starke Entzündungen der Haut und ständigen Juckreiz. Flöhe können auch Bakterien wie Streptokokken und Staphylokokken auf den Menschen übertragen. Dies kann Fleckenfieber auslösen. Daher einen Flohbefall der Haustiere immer Zeitnah bekämpfen !

Warum sind Flöhe so kniffelig zu bekämpfen ?
Lebenszyklus der Flöhe:

Der Lebenszyklus besteht aus 4 Stadien. Am einfachsten zu sehen, sind erwachsene Flöhe, die bei allen vorhandenen vier Stadien, ca. 5% der gesamten Flohpopulation aus macht.
1. Stadium:
Floheier sind weiß und ca. 1/2mm lang und machen ca. 50% der Population aus. Abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit, schlüpfen aus den Eiern, in 1-10 Tagen Larven.
2. Stadium:
Die Larven sind ca. 2-5mm lang. Die Larven meiden direktes Sonnenlicht und verstecken sich in Teppichböden, in Ritzen von Holzböden oder unter organischen Abfällen (Gras, Äste,Blätter, Erde). Nach 10 Tagen verpuppen sich die Larven. Feuchtigkeit ist für die Larven Überlebens wichtig, da sie sich nur in feuchten Schatten im Freien entwickeln können. Zudem muss ein Flohinfiziertes Tier so lange aufhalten, das die Larven genügend Flohkot aufnehmen können.
3. Stadium:
Die Puppe befindet sich in einem klebrig, seidenartigen Kokon. Bei warmen und feuchtem Klima, werden aus den Puppen in 5-10 Tagen erwachsene Flöhe. Im Kokon geschützt, schlüpfen die Flöhe erst, wenn sie durch Druck, Kohlendioxid oder Hitze dazu stimuliert werden. Diese nicht geschlüpften Flöhe, können bis zu 9 Monaten überleben, wobei allerdings 3-4 Monate die Regel ist. Leider sind sie in dieser Zeit, gegenüber Insektiziden, resident.
4. Stadium:
Ist der Floh geschlüpft, wird er von Körperwärme, Bewegungen und ausgeatmetem Kohlendioxid von Haustieren und Menschen angezogen, wobei sie die Katze vorziehen. Der Floh sucht sich einen Wirt, da er ohne diesen nur einige Wochen überlebt. Flöhe brauchen zum Überleben Blut !
Bereits nach der ersten Blutmahlzeit wird das Flohweibchen, innerhalb von zwei Tagen, mit der Eierproduktion beginnen. Ein Weibchen kann ca. 3 Wochen leben und 40 Eier pro Tag legen. Es wird geschätzt, das die meisten Flohweibchen, unter normalen Bedingungen, bis zu 300 Eier legen können.

Der Lebenszyklus: Floh, Ei, Larve, Puppe, Floh, kann also in 14-21 Tagen vollendet werden, wenn die Temperatur und die Feuchtigkeit in der Umgebung es zulassen.

Unbehandelt kann ein Flohbefall für die Katze gefährlich werden. Flohweibchen können bis zum 15fachen ihres Körpergewichts an Blut aufnehmen und saugen, ungehindert, während ihrer gesamten Lebensspanne Blut. Flohmännchen ebenfalls, aber in geringeren Mengen. Flöhe können also für einen deutlichen Blutverlust verantwortlich sein und eine Anämie (Blutarmut) auslösen.
Vor allem für junge und kranke Katzen kann dies zum Problem werden. Zudem sind Flöhe auch meist Überträger des Bandwurms (Dipylidium canuinum).

Alternativen:
ein Alternatives Flohmittel ist schwierig. Denn es gibt nicht wirklich eine prophylaktische Wirkung ! Es gibt Mittel, die es eindämmen, aber eben nicht völlig ausschalten. Erkundige dich doch mal bei einer Tierheilpraktikerin. Einige Mittel sind bekannt, wie Ledum, Staphysagria und die Nosode Psorinum. Hier kommt es aber gaaaaanz enorm auf die Potenzangaben an.

Daher BITTE NUR in Zusammenarbeit mit einer THP ausprobieren, das der Schuss nicht nach hinten los geht !!

Ebenso wenn man Bierhefe mit Fischmehl, Bierhefeflocken oder Bierhefetabletten versucht, bitte nur in Absprache von TA oder THP. B-Vitamine sind auch gut für Nerven, Haut und Fell. Da die Katze ihren Geruch ändert, wenn sie Bierhefeprodukte bekommt, wird der Zecken und Flohbefall minimiert. Da sie wasserlöslich sind, kann es nicht so leicht zu einer Überdosierung kommen. Wasserlösliche Vitamine werden über die Nieren ausgeschieden. Daher darf man keine Bierhefeprodukte an CNI Katzen verfüttern.

Alles Gute

LG

dasadi 21.07.2017, 19:49

Vielleicht solltest du ein Buch schreiben oder gleich raten, dass sie die Wohnung abfackeln soll. Was für ein Blödsinn ! Ich habe immer Katzen gehabt und auch Streuner und Bauernhof katzenbabies aufgenommen. Die haben Flöhe eingeschleppt, aber niemals war das nötig, was Du da beschreibst. Vor 20 Jahren hat man das so gemacht, heute reichen spot-ons völlig, und saugen. Die Wohnung zu vernebeln oder mit Chlor putzen ist Unsinn. Warum bei manchen Leuten völlig irre Hysterie ausbricht, wenn es um Flöhe geht, ist mir ein Rätsel. Läuse sind deutlich schwerer los zu werden, aber selbst da hilft es nicht, durchzudrehe.

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Man sollte sich da nicht so reinsteigern, das bringt nix.

Alle Flöhe in der Wohnung werden einen Wirt suchen, der ist die Katze, denn auf Menschen bleiben sie nicht. Jeder Floh, der die behandelte Katze bespringt, stirbt. Die Behandlung muss einige Monate fortgesetzt werden.

Wenn Du schon Zeugs für dieWohnung gekauft hast, reicht das, mehr kann man nicht machen. Gut saugen und wischen, aber nicht Bettwäsche und alles waschen, Du lieber Himmel. Die Plätze der Mieze saugen, waschen oder was auch immer möglich ist, es muss aber nicht die ganze Wohnung entseucht werden. Zu jeder Katze gehört auch mal Flohbefall, das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, damit muss man leben.

Du hast nun alles getan was möglich ist und sogar noch Vieles, was unnötig ist. Du solltest Dich beruhigen.

Und bitte - hör nicht auf die Verrückten, die Dir raten werden, der Katze Knoblauch ins Futter zu geben. Knoblauch lässt die Blutkörperchen der Katze platzen und sie wird erbärmlich zugrunde gehen.

Dass sich Flöhe innerhalb von drei Tagen in der ganzen Wohnung ausbreiten, ist unwahrscheinlich.

Die Flöhe legen Eier, diese rieseln in den Teppich und die Fußbodenritzen und nach Wochen oder Monaten schlüpfen sie aus und bevölkern die Wohnung.

Wie auch immer, die beste Methode ist Staubsaugen: zwei- oder dreimal täglich sorgfältig saugen, überall, und das ein paar Tage durchhalten. Dann sind sowohl Eier als auch Flöhe weg. Das wirkt besser als der Kammerjäger und ist ungiftig.

Flöhe können nicht höher als bis knapp Kniehöhe springen und sind darum fast nur auf dem Boden anzutreffen. Wenn sie ein Tier erwischen, springen sie auf.

NaniW 18.07.2017, 14:02

Hallo landregen,

da liegst du ganz schön falsch. Flöhe können sich sehr wohl schnell breit machen. Die Eier bzw. Larven schlüpfen innerhalb von 1-10 Tagen !! Und nur Saugen nutzt auch nichts, das habe ich hier in meinem Beitrag erklärt. Kannst du ja mal lesen.

Was das Springen angeht, so haben zwei britische Forscher (Sutton und Burrows) von der University of Cambridge bereits 2011 heraus gefunden, das Flöhe bis zu 1,9 Meter hoch springen können. Sie haben ausklappbare Hinterbeine ! Das haben die auch im Fachmagazin Journal of Experiemtal Biology veröffentlicht.
Hier kannst du gerne mal lesen, ist aber auf english: http://jeb.biologists.org/content/214/5/i.1

Alles Gute

LG

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landregen 18.07.2017, 18:16
@NaniW

Danke für den Hinweis ... Aber : Interessiert mich eigentlich nicht, was irgend ein britischer Wichtigtuer herausgefunden zu haben meint. Ich lebe auf dem Lande, da ist man real life mit solchen Dingen konfrontiert. Meine "empirischen Forschungen" seit Jahrzehnten belegen zu 100 Prozent, dass das Unsinn ist - zumindest, was die Katzen- und Hundeflöhe sowie das Ungeziefer auf den Igeln betrifft.

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