Welche Philosophie-Bücher sollte man unbedingt gelesen haben (Hegel, Marx etc.) - was ist relevant?

19 Antworten

Wenn Du Dir selbst das Passende aussuchen wilst und einen kurzen, verständlichen Abriss über die Philosophiewelt haben willst, dann lies mal Sophies Welt von Jostein Gaarder.

Hört sich zwar nach Kinderbuch an ist aber sehr gut.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Nasdaq

 

 

 

Am besten Du begibst Dich selbst auf die Reise in die Welt der Literatur und sammelst alles Interessante auf, was Dir auf dem Weg so begegnet. Deine Intuition mag Dir dabei der beste Ratgeber sein. Ein guter Startpunkt sind Einführungen in die jeweiligen Gebiete. Für Philosophie kann ich Dir empfehlen Reiner Ruffing - Einführung in die Philosophie der Gegenwart Karen Gloy - Gegenwartsphilosophie Die beiden Werke erläutern, was in der Philosophie in den letzten ca. 100 Jahren so gedacht wurde und wird. Da erkennst Du sehr schnell, was Dich näher interessiert und anhand der Literaturangaben kannst Du Dich dann weiter einlesen.

Weischedel - Die Philosophische Hintertreppe Führt auf unterhaltsame Weise anhand von Porträts bedeutender Philosophen in deren Denken ein.

Hans Joachim Störig - Kleine Weltgeschichte der Philosophie Enthält einen Abriss über die ganze Philosophiegeschichte. Auch sehr unterhaltsam zu lesen. An vielen Stellen sind wichtige Werke genannt, die man sich zur weiteren Lektüre vornehmen kann.

Aber auch direkt mit Deinem Problem haben sich schon Leute befasst: Pieper/Thurnherr - Was sollen Philosophen lesen? Da sind wichtige philosophische Werke sowohl historisch als auch systematisch genannt, mit kurzen Bemerkungen zum jeweiligen Thema.

Neben den "üblichen Verdächtigen" empfehle ich i.d.R. zwei "Werke", in denen sich der Geist der Aufklärung aus philosophischer und psychoanalytischer Sicht widerspiegelt. Dabei handelt es sich einerseits um die "Briefe an den Herzog von Augustenburg" von Schiller (auch: "Augustenburger Briefe") und andererseits um die Veröffentlichung des Ehepaares Magarete und Alexander Mitscherlich "Die Unfähigkeit zu trauern".

In den Augustenburger Briefen liefert Schiller einen Eindruck vom Denken einer Epoche, die zwischen Säkularisierung und gottgläubigem Devotismus ihre neue Ordnung gesucht hat. Das Ehepaar Mitscherlich behandelt indes das kollektive Scheitern der deutschen Nachkriegsbevölkerung, die aus Narzissmus keine hinreichende Distanz zu den Geschehnissen des Dritten Reiches aufbauen konnte und wollte.

Was beide Werke für mich interessant macht, ist ihr konkreter Bezug zum jeweils herrschenden Zeitgeist und die konfrontative Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Zuständen ihrer Epochen.

 

 

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