Welche Fische für 54 Liter Aquarium?

5 Antworten

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Ich finde gut, dass Du fragst und nicht einfach irgendwas kaufst.

Vor der Fischwahl muss man zunächst wissen, ob man weiches, mittelhartes, oder hartes Wasser hat. Das erfährt man vom zuständigen Wasserwerk, i.d.R. ist eine Tabelle mit Trinkwasserdurchschnittswerten vom letzten Jahr online zu finden. Genauer muss man es nicht wissen.

Die meisten Fischarten bringen eine gewisse Flexibilität hinsichtlich der Wasserwerte mit, aber diese Flexibilität ist nicht unendlich. Deswegen kann man nicht in jedem Wasser jede Fischart halten.

Man sollte sich auch bewusst entscheiden, ob man echte Tropenfische haben will, oder eher subtropisch. Der Verzicht auf den Heizstab spart etwa die Hälfte der Stromkosten. Sowohl für Zimmertemperatur, als auch für tropische 25°C+x gibt es eine große Fischauswahl. Mischen ist nur eingeschränkt möglich, weil viele Arten zwar kurzzeitig abweichende Wassertemperaturen gut vertragen, bei der Jahresdurchschnittstemperatur aber nur begrenzt flexibel sind. Zu kalt macht krank und sehr stark verkürzt das Leben, zu warm verursacht vorzeitige Alterung und frühen Tod.

Es ist immer von Vorteil, nur wenige Arten zusammen zu halten. Wen es zu viele sind, stören sie sich gegenseitig beim Ausleben ihres arttypischen Verhaltens. Manche Arten kommen auch nur richtig zur Geltung, wenn man sie überhaupt nicht mit anderen Arten vergesellschaftet. Was auf den ersten Blick vielleicht eintönig wirkt, ermöglicht die Beobachtung des ungestörten, natürlichen Verhaltensspektrums. Ohne Beibesatz kann man bei manchen Arten sogar ab und zu etwas Nachwuchs erwarten, der im Gesellschaftsbecken keine Chance hätte.

Wenn das so weit geklärt ist, muss man sich ganz grundsätzlich entscheiden, ob man Pflanzen will, oder nicht.

Für eine unbepflanzte Sand-und-Steine Landschaft kommen in dieser Beckengröße als einzige Fische Schneckenbuntbarsche in Frage. Hochinteressante Tiere, allerdings ist so ein Becken optisch echt nicht jedermanns Sache, zumal man auf 60x30cm Grundfläche nur sehr wenig Platz hat, um im Hintergrund einen dekorativen (und einsturzsicheren) Steinaufbau zu bauen und den Schneckenbuntbarschen trotzdem genug Sandfläche zu lassen. Alternativ kann man ein unbepflanztes Becken für Fächergarnelen nutzen, hier ist eine kräftige Strömungspumpe nötig und man muss erstmal Probeaufbauten machen, um Strömung und Einrichtung sinnvoll aufeinander abzustimmen und den Fächergarnelen einen guten Lebensraum zu geben. Das muss so ausgelegt sein, dass sie gut in der Strömung sitzen und Nahrung aus dem Wasser fächern können. Für ein pflanzenloses Aquarium sind aber alle Innenfilter zu klein, da muss man einen ausreichend leistungsfähigen Außenfilter verwenden.

Alle anderen Arten brauchen Pflanzen als Versteckmöglichkeiten. In der Natur sieht es mit Pflanzen zwar in vielen Biotopen eher mager aus, aber da brauchen die Tiere auch keine Versteckmöglichkeiten, weil sie zur Not einfach über weitere Strecken außer Sichtweite flüchten können. Fische sind nämlich nicht blöd. Die kennen ihre Umgebung und sie wissen einzuschätzen, ob sie eine Fluchtmöglichkeit haben, oder nicht. Wenn sie sich sicher fühlen, zeigen sie sich offen außerhalb der Verstecke. Wenn sie sich unsicher fühlen, verkriechen sie sich im letzten Winkel. Es ist nicht so, dass man in einem dicht bepflanzten Aquarium keine Fische sehen würde.

Darüber hinaus haben Pflanzen den riesigen Vorteil, dass sie Nähr- und Schadstoffe aus dem Wasser ziehen und Sauerstoff produzieren. Sie unterstützen den Filter und man kommt mit weniger Wasserwechsel aus.

Pflanzenpflege geht nicht ganz von alleine, aber es ist auch nicht sehr schwer. Am wichtigsten ist, überschüssige Nährstoffe, die durch die Fischausscheidungen kommen, durch regelmäßige Wasserwechsel zu verdünnen und Mangelnährstoffe, die nicht in den Fischausscheidungen enthalten sind, zu düngen. Es kann immer vorkommen, dass eine Pflanzenart, auch wenn sie als einfach gilt, partout nicht funktionieren will, dann muss man sich eben was anderes suchen. Modische Bodendecker sind in der Pflege anspruchsvoll und stehen dem Bedürfnis vieler Bodenfische nach freier Bodenfläche entgegen.

Eine gute Fischkombination für nicht nicht all zu hartes Wasser und Zimmertemperatur (auch im Winter nicht unter 20°C) ist z.B. eine Gruppe Pandapanzerwelse (Coryxdoras panda) und ein kleiner Schwarz Neonsalmler (Paracheirodon innesi). Beide Arten stammen aus relativ hoch gelegenen Gewässern in den Ausläufern der Anden, so es nicht so warm ist und deutliche jahreszeitliche Schwankungen gibt.

Für Warmwasser wären z.B. Dornaugen und Keilfleckbärblinge geeignet, ebenfalls bei nicht all zu hartem Wasser.

Bei hartem Wasser lautet der Standardtipp für diese Beckengröße: Guppys.

Von der Vergesellschaftung von quirligen, respektlosen Lebendgebärenden mit ruhigeren Arten wie Salmlern, rate ich ab. Das gibt Probleme bei der Fütterung, weil die lebendgebärenden immer schneller sind. Außerdem ghen die ruhigeren Tiere optisch total unter, man hat dann keine Freude daran. Insbesondere für Guppys empfehle ich die Haltung im Artbecken, das funktioniert einfach am besten und so eine Guppymeute wird eh nie langweilig.

Bei der Einrichtung sollte man immer auf ein natürliches Erscheinungsbild setzen und auf unnötiges Plastik und andere unnatürliche Deko verzichten. Spongebob kommt in der Natur nicht vor und natürlicher Bodengrund hat nie grelle Farben. Auch eine in allen Farben funkelnde Mineraliensammlung findet man in de Natur allenfalls in Form rund geschliffener Kiesel, die eine weite Reise flussabwärts hinter sich haben. Das heißt aber nicht, dass Naturnähe eintönig sein muss. Man kann z.B. mit hellem Sandboden, Hölzern, einer Steinsorte wie Buntsandstein oder dunklem Granit, kombiniert mit Pflanzen mit verschiedenen Blattformen und Blattfarben, eine sehr abwechslungsreiche Landschaft aufbauen, die trotzdem nicht wirkt, als hätte jemand einfach aus jedem Regal ein Teil rausgenommen und ins Aquarium geworfen.

Viele Anfänger trauen sich nicht, mit optisch strukturgebenden Einrichtungegenständen in die Höhe zu bauen, wodurch die Becken dann oft etwas zu kahl wirken. Damit meine ich weniger die im Aquascaping üblichen Gebirge und nach hinten steil ansteigenden Bodengründe, sondern eher hoch aufragende, dabei aber nicht zu klobige Wurzeln und andere Hölzer.

Abschließend muss ich noch darauf hinweisen, dass auch Fachverkäufer immer aus einem kleinen Fach und einem großen Verkauf bestehen. Die leben davon, möglichst viel zu verkaufen und wenn der Kunde etwas haben will, verkaufen sie es ihm. Wenn der Kunde mit Algenproblemen ankommt, verkauft der Verkäufer ein Antialgenmittel, weil er an der Empfehlung, einfach deutlich mehr Wasser zu wechseln, nichts verdienen würde. Man muss sich immer an unabhängiger Stelle informieren und darf nicht dem Habenwill Impuls verfallen und spontan irgendwas kaufen. Bei überflüssiger Ausrüstung ist es nur Geldverschwendung, aber beim uninformierten Kauf lebender Tiere geht es im Leben und Tod.

Beim Fischkauf sollte man sich generell Zeit lassen und die Tiere einige Zeit im Verkaufsbecken beobachten. Gekauft wird nur, wenn sie fit sind.

Woher ich das weiß:Hobby

Gute Antwort!

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@raubkatze

Danke. Bei so einem Roman hab ich immer bedenken, ob das überhaupt jemand liest. Aber das Thema ist so umfangreich, wenn man da die Hälfte weglässt, provoziert es ja nur Fehler.

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Tipefehlerkorektur: Ein kleiner SCHWARM Neonsalmler. Keine Schwarzen, die schwimmen zu viel für so ein kurzes Becken. Neonsalmler können sich mit den Platzverhältnissen eher arrangieren.

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Das kommt ja auch auf die Einrichtung an usw.

Unabhängig von Einrichtung usw. gehen eigentlich nur Guppys, Endlerguppys, und Medakas so richtig gut.

schwertträger, guppys ,fadenfische, neon

falss du welse haben möchtest...ich hätte gerade geschätze 200 stck zum verschenken :-)

Nein danke😂

Aber lieb von dir😄

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@Testotorsten

die sind aber total kuschelig :-))))

und prima anfängerfische

die verzeihen auch mal grobe fehler

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Niemals Schwerträger. Denen ist für arttypisches Verhalten schon 1.20m zu klein. In 60cm gibt das Mord und Totschlag.

Fadenfische auch nur bedingt. Zwergfadenfische sind eh immer Problemkandidaten. Honigguramis kann man nehmen, aber eher nicht so im Gesellschaftsbecken, sondern ein gezielt artspezifisch eingerichtetes Artbecken mit 8 Tieren und sonst nix. Alle anderen Fadenfische brauchen mehr bis deutlich mehr Platz.

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@eieiei2
Niemals Schwerträger. Denen ist für arttypisches Verhalten schon 1.20m zu klein. In 60cm gibt das Mord und Totschlag.

dafür hecken die biester bei mir aber prächtig,denen scheint es bei mir gut zu gehen......

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@catweasel66

Wenn man es nicht anders kennt, mag es ausreichend erscheinen. Wenn es extrem eng ist, kann es auch sein, dass sie eh nicht dazu kommen, sich arttypisch zu verhalten. Das sieht man ja z.B. in vollen Verkaufsbecken (oder auf Menschen übertragen in einem übervollen Bus), wo normale bedürfnisse unterdrückt werden, um irgendwie durch zu kommen. Ich kenne Schwertträger in großen und kleinen Becken, es ist eine völlig andere Welt. Weniger als mindestens 120x50 cm Grundfläche kommt nicht in Frage und selbst das ist noch klein.

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Hallo,

also ich habe auch ein 54 l Becken und habe folgende Fische drinnen:

Guppys, Ansistrus, Fünfgürtelbarbe

Für Ancistrus ist so ein Becken deutlich zu klein.

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@raubkatze

Hmm, na wenn du das sagst also meine fühlen sich bei mir ziemlich wohl und wenn sie zu groß werden gebe ich sie meinem Vater der sie in sein großes Becken einsiedelt.

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Guppys, Wels....

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