Wegen dem oder wegen des - Hilfe?

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9 Antworten

Ach, so kompliziert ist die auch nicht. :)

Die Frage, "wann man dem oder des benutzt", lässt sich durch die Präposition selbst beantworten: Jede Präposition hat eine oder zwei feste Kasusverknüpfungen (wegen des, laut dem; in das oder in dem). Das muss man einfach lernen. Das Komplizierte im Deutschen sind die Ausnahmen ... :D

Dein Ergebnis ist schon weitgehend richtig, nur würde ich für Fragen der Grammatik oder Rechtschreibung nicht generell Google verwenden, sondern beispielsweise die Duden-Website. Im Netz findest du alles Mögliche und leider auch vieles Unmögliche. Für grammatische Korrektheit konsultierst du besser die Profis: Duden, DWDS, Canoo.net (http://canoo.net/blog/2015/10/01/wegen-dem-wegen-dessen-dessentwegen/) ...


Bei Duden steht dann:


Grammatik


Präposition mit Genitiv:

wegen eines Diebstahls
wegen der hohen Preise
wegen des Vaters oder des Vaters wegen
wegen der Leute oder der Leute wegen
meinetwegen, wegen meiner
(veraltet, noch landschaftlich)


... umgangssprachlich auch mit Dativ:

wegen dem Kind
wegen mir


Ausnahmen:

Ein allein stehendes, stark gebeugtes Substantiv im Singular bleibt im Allgemeinen ungebeugt:
wegen Diebstahl
wegen Umbau geschlossen


Standardsprachlich mit Dativ in bestimmten Verbindungen:

wegen etwas anderem, wegen manchem, wegen Vergangenem

... und wenn bei Pluralformen der Genitiv nicht erkennbar ist:

wegen Geschäften (der an sich korrekte Genitiv hieße wegen Geschäfte und ist nicht nur formal (schein)identisch mit dem Nominativ, sondern sieht auch noch etwas nach Höhlenmensch aus; Th.)

Standardsprachlich auch mit Dativ, wenn ein Genitivattribut zwischen »wegen« und das davon abhängende Substantiv tritt:

wegen meines Bruders neuem Auto (an sich korrekt wäre das Ungetüm wegen meines Bruders neuen Autos)

So weit der Duden. (Ich habe das etwas anders gegliedert, um es übersichtlicher zu machen. Hat hoffentlich geklappt ...)

Es gibt also eine normative Grundregel (Genitiv ist richtig!), eine deskriptive Ergänzung (Dativ wird verwendet in (auf) bestimmten Situationen, Schichten, Sprachleveln) und vier (eingeschränkt normative, optionale - "im Allgemeinen", "auch") Ausnahmefälle ("Telegrammsprache", feste Verbindungen, Uneindeutigkeit der Genitivform, doppelter Genitiv).

Daneben gibt es die Schwierigkeit, dass Standarddeutsch quasi am Reißbrett entstanden ist und sich parallel zu den Dialekten als den ursprünglichen Umgangssprachen entwickelt hat. Zwar hat es sich als Standardsprache durchgesetzt, aber die Dialekte mir ihrer zum Teil abweichenden Grammatik wirken sich dennoch auf die regional real verwendete Sprache und die Wahrnehmung von richtig oder falsch aus. So taucht der Genitiv in vielen deutschen Dialekten gar nicht mehr auf, entsprechend fremd mag er den Sprechern vorkommen, selbst wenn er in standarddeutschem Kontext verwendet wird.

Vielleicht hast du doch Recht mir der Kompliziertheit des Deutschen ... :D

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Thelema 21.12.2015, 01:26

Da deine Frage in meinem Newsletter dreimal auftaucht, vielleicht noch ein Hinweis: Das ist weder eine Literatur- noch eine Rechtschreibungsfrage, sondern eine reine Grammatikfrage. ;-)

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LiloB 21.12.2015, 11:49
@Thelema

stimmt, aber dann hätte ich sie vermutlich nicht gelesen....

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Thelema 26.12.2015, 07:23
@LiloB

Dann weiß ich ja, was ich tun muss, damit du meine Fragen zu Elektronik-Reparaturen liest ... :D

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Eigentlich heißt es "wegen des", aber vor allem in Süddeutschland würde das kein Mensch sagen. Da hat sich in der mündlichen Sprache "wegen dem" eingebürgert.

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Thelema 21.12.2015, 01:30

Klar, weil es in den süddeutschen Dialekten den Genitiv gar nicht mehr gibt. Da heißt es immer "wegen dem"  - bzw. dessen dialektales Äquivalent ... wie auch immer das heißt ...

(Antwort/Aufklärung durchaus erwünscht! :D)

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Es ist dem schlechten Wetter geschuldet, dass wir heute nicht spazieren gehen.

Wegen des schlechten Wetters gehen wir heute nicht spazieren.

Das hat etwas mit den vier Fällen zu tun, die es in der deutschen Grammatik gibt. Hier der Dativ und der Genitiv. Der Satz" Der Dativ ist dem Genitiv sein Feind. ist Satire. Im korrekten Deutsch müsste es heißen: Der Dativ ist des Genitivs Feind. Oder: Der Dativ ist der Feind des Genitivs.

Gruß Matti

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Sagen wir mal so; schreiben solltest Du die korrekte Form,- also wegen des...  etc.- aber im Umgangsdeutsch, speziell im süddeutschen Raum - und mündlich wäre wegen dem -  machbar. Allerdings sträubt sich uns Norddeutschen oft das Gefieder, wenn man (im Süden Deutschlands angeblich) durchaus einen Nebensatz mit trotzdem beginnen darf. Hier im Norden muß es obwohl heißen,- sowohl mündlich als auch schriftlich. Also,- obwohl die richtige Form der Genitiv wäre, ist der Dativ im Sprachgebrauch trotzdem möglich. Spitzfindigkeiten, ich weiß,- und; so gesehen hast Du Recht, Deutsch ist wirklich ziemlich kompliziert.

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"Des" ist richtig. "Dem" ist umgangssprachlich okay, aber "offiziell" nicht korrekt. Falls du dich drüber schlau machen möchtest, dann schau auf Google nach Dativ und Genitiv!:)

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Schon Herr Sick sagt "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod". In den deutschen Dialekten kommen zuweilen abenteuerliche grammatikalische Konstruktionen zum Einsatz.

Als Berliner war ich z.B. an Formulierungen wie "Und da ha'ick jesacht jehabt" gewöhnt, aber als ich meine Frau aus Recklinghausen kennengelernt hatte, und sie in einem Park einmal viele Enten auf einem Teich sah, meinte sie "Du kuma, watne Enten!"

Warum sollten Dialekte, die Vokale (in Südeutschland) und Konsonanten (in Norddeutschland) deformieren, vor der Grammatik haltmachen? :-)))

Sprache lebt – und wird zuweilen auch gefoltert!

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LiloB 21.12.2015, 11:47

herrlich!!!  Vielleicht solltest Du Plattdeutsch lernen,- da ist es teilweise einfacher,- man kann mir und mich nicht verwechseln,- beides heißt "mi" - aber; genau die Feinheiten machen ja noch den Reiz unserer deutschen Sprache aus!!

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Wegen dem miesen Deutschtest ist auch "richtig" es ist halt einfach Umgangssprache aber theoretisch ist es nicht korrekt.. 

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Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod . . .

Die Tochter hat recht, "des" stimmt. Aber in der Umgangssprache wird tatsächlich meist der Dativ benutzt.

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Eigentlich korrekt und stilistisch einwandfrei wäre: Des miesen Deutschtests wegen.

siehe auch: seinetwegen statt wegen dem oder meinetwegen statt wegen mir

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