Was tun wenn das Kind nicht verlieren kann und immer recht haben will?

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Es rächt sich jetzt, dass ihr sie früher scheinbar ein bisschen zu sehr in Watte gepackt habt. Sie muss jetzt umso schmerzhafter ihre Grenzen kennen lernen. Auch wenn ihr das nicht passt. In der Familie pflegt ihr sicher einen respektvollen Umgangston miteinander. Daran hat sie sich zu halten. Sagt sie nicht, wo sie hin will und stellt sich sowas erst hinterher raus, dann geht sie eine zeitlang nicht mehr weg, bis sie das eingesehen hat, dass sie dort zu sein hat, wo sie gesagt hat, dass sie ist. Zum Thema Taschengeld: sie bekommt einen bestimmten Betrag, mit dem kann sie machen, was sie will (da könnt ihr euch raushalten, das muss sie lernen, dass Geld nicht ewig zur Verfügung steht, wenn man es ausgibt). Wenn das Geld alle ist, gibt es dann aber bis zum nächsten Termin kein neues mehr und wenn, dann nur für Dinge, die sie wirklich braucht (Klamotten, Schulsachen.....keine Extra-Würste). Ihr müsst jetzt echt konsequent sein. Freiheiten muss man sich als Kind auch mal verdienen. Ehrlichkeit ist ein MUSS! Ein ordentlicher Ton muss auch sein, denn sie wird auch mal ins Berufsleben gehen (Ausbildung). Wenn sie dann so mit den Menschen spricht, wie sie mit euch spricht, wird sie gnadenlos durchfallen. Sie testet euch gerade. Wenn ihr jetzt nicht umgehend dagegen steuert, wird das nichts.

Ohne die Situation zu kennen, ist das halt schwer. Vielleicht habt ihr sie bisher zu sehr gegängelt, ihr zu viel vorgeschrieben, und jetzt hat sie keine Lust mehr auf die übertriebenen Regeln. Wie gesagt, vielleicht, kann andererseits einfach nur die Pubertät sein.

Aber dass du zB ein Problem damit hast, wie sie mit ihrem Taschengeld umgeht, impliziert für mich dass ihr vielleicht zu viele Regeln aufstellt. Wie sie ihr Taschengeld verwendet ist ihre Sache, dafür hat man es ja, damit man mit Geld experimentieren kann. Sie wird eh sehen, wenn es ihr zu früh ausgeht, und sie sich nichts mehr kaufen kann. Aber das ist ihre Sache, sie wird langsam erwachsen und muss selbst lernen, dass es Konsequenzen gibt.

Gerade in dem Alter fand ich es immer nervig, wenn meine Eltern sich wegen allem möglichen das ich vielleicht nicht richtig mache, Sorgen gemacht haben, und immer versucht haben mir zu erklären wie ich was machen soll. Es mag gut gemeint sein, aber fühlt sich einfach einschränkend an. Klar, es gibt Sachen wo Regeln nötig sind, und die müssen dann auch durchgesetzt werden. Aber Taschengeld oder Kleidung, vielleicht sogar Schule - lass sie aus ihren Fehlern selbst lernen. Wenn sie nicht lernt, und schlimmstenfalls eine Klasse wiederholen muss, soll sie das halt machen. Klar, Hilfe anbieten ist da wichtig, und ein zwei Warnungen, aber irgendwann sollte man die Kinder halt auch mal hinfallen lassen. Und dann da sein, um wieder auf zu helfen.

Bezüglich Zimmer, auch da denke ich, dass es halt ihres ist, und wenn es da etwas unordentlich ist, geht man halt nicht rein. Ist aber vielleicht nur meine Sicht darauf. Aber wenn sie schon sagt, dass es doch eh sauber genug ist, seid ihr vielleicht einfach überkritisch? Ich mein, auch wenn sie dort Ordnung halten sollt, es ist halt ihr Zimmer und ein bisschen Autorität sollte sie schon haben. Generell hilft auch hier, sie einfach die Konsequenzen spüren zu lassen. Wenns ihr zu sehr durcheinander ist, wird sie schon von selbst aufräumen.

Konzentriert euch bei Regeln und Strafen darauf, was wirklich wichtig ist. Manchmal muss man sich schön anziehen, manchmal muss man irgendwas nerviges machen, und man muss natürlich höflich zu anderen sein. Da klare Regeln setzen. Bei sowas wie "Kapierst du es jetzt endlich" ists natürlich wichtig, zu sagen dass das nicht geht, und auch Konsequenzen androhen, die dann auch durchgezogen werden. Ein bisschen grundlegende Höflichkeit kann man da schon forcieren.

Diese Phase des Abnabelns ist bei Teenagern/Pubertierenden völlig normal. Das Gehirn wird jetzt völlig neu verdrahtet, die Kinder wollen selbstständig werden und ihre eigenen Entscheidungen fällen. Anstatt sie für "Fehlverhalten" zu bestrafen, gib ihr die Möglichkeit, für sie ein sicherer Hafen zu sein. Sei ein zuverlässiger Ansprechpartner, der sie nicht gleich verurteilt oder sie für unsinnige Dinge bestraft.

"z.B. befand sich unsere Tochter plötzlich mit den Eltern ihrer Freundin auf einem Jahrmarkt statt im Tierpark wie sie ursprünglich gesagt hatte."

Ja, und? Da würde ich überhaupt kein Drama draus machen. Sag ihr einfach, dass es cool wäre, wenn sie da vorher bescheid sagt, damit du das auch mit einplanen kannst.

"Wenn ich ihr heute sage, dass sie nicht so verschwenderisch mit ihrem Taschengeld umgehen soll, kommt von ihr ein Schnauben retour "

Das verstehe ich nicht mal. Ihr gebt ihr Taschengeld und wollt aber dann kontrollieren, wofür sie es ausgibt? Warum soll sie das nicht selbst entscheiden? Und wenn sie dafür Lippenstift und Zuckerwatte kauft, ist das doch ihr Ding?

"Habt ihr irgendwelche Erziehungs-Tipps?"

Ja, gönnt ihr mal Freiheit, lasst mal zu, dass ihr nicht alles unter Kontrolle habt, zeigt ihr, dass ihr ihr vertraut und auch zutraut, dass sie Dinge allein hinkriegt. Lasst sie ihre eigenen Erfahrungen machen. Bestraft sie nicht für Kleinigkeiten (Strafen sind ohnehin hirnrissig und funktionieren nicht). Lebt ihr vor, wie ihr euch euer Zusammenleben vorstellt. Belohnt "richtiges" Verhalten. Lebt damit, dass sie auch mal frech wird. Nehmt den Stock aus'm A***h. Zeigt Interesse an ihrem Leben. beschäftigt euch mit Dingen, die Teenager beschäftigen.

Und vorallem - zeigt ihr, dass sie euch vertrauen kann, euch auch mal Dinge anvertrauen kann. Auch wenn sie Mist gebaut hat. Seid für sie da.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Abgeschlossenes Studium (Pädagogik/Psychologie)

Das ist halt die Pubertät.

Zum Thema Taschengeld: Das ist ihr Geld. Wenn sie die Kohle für "sinnlose" DInge verprasst, ist das ihre Sache. Aber dann hat sie halt Pech gehabt, wenn sie am 20. des Monats keine Kohle mehr hat.

Zum Thema Tierpark/Jahrmarkt: Da würde ich mit ihr besprechen, dass sie sich an Absprachen halten muss. Wenn es dann eine Planänderung gibt, muss sie euch Bescheid geben. Hier ist aber auch die Frage, ob sie euch bewusst belogen hat oder ob das auch von den Eltern der Freundin eine kurzfristige Entscheidung war.

Meckereien wegen des unaufgeräumten Zimmers: Vielleicht etwas mehr Gelassenheit eurereseits..

Wenn sich ihre Dreckwäsche dort stapelt, wird sie halt nicht gewaschen.

Benutztes Geschirr aus der Küche hat zurückgebracht zu werden.. ansonsten ist es ihr Zimmer und solange die Bude nicht versifft, soll sie halt in ihrem Chaos leben.

Klingt nach ganz normalem, pubertärem Verhalten.

Sie weiß noch nicht (kann noch nicht wissen), wie es ist, eigenverantwortlich zu leben. Deswegen malt sie sich die Welt, wie es ihr in den Kram passt.

Ich weiß nicht, ob es richtig ist, aber ich würde sie einfach immer mehr in Ruhe lassen. Offenbar möchte sie zur Zeit auch nicht den Kontakt haben und wenn, wird sie schon auf euch zukommen.
Dann könnt ihr jedoch auf einen zivilisierten Umgangston bestehen.

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