Was nervt Euch an der Queer-Geschichte am meisten?

Das Ergebnis basiert auf 24 Abstimmungen

Dass man das überhaupt thematisieren muss 38%
Die Intolerenz der Leute 29%
Die Unkenntnis der Leute, die darüber reden 17%
Die vielen Fragen dazu in GF 17%

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Die Unkenntnis der Leute, die darüber reden

...sowie den fehlenden Willen dieser Leute dazu, die Unkenntnis zu beheben. Das meine ich vor allem im Hinblick auf die Geschlechtsidentität. Selbstverständlich existieren im Sinne der Biologie bzw. Fortpflanzung zumindest bei Säugetieren nur zwei Geschlechter, die die Arterhaltung einer Spezies sicher stellen. Aufgrund unseres Intellekts und des daraus resultierenden Selbstbewusstseins kann man uns Menschen aber nicht mit anderen Säugetieren gleichsetzen. Im Gegensatz zu ihnen nehmen wir unser Geschlecht viel deutlicher oder überhaupt wahr und vor allem nehmen wir es unterschiedlich wahr, weil Menschen nun mal Individuen und keine einheitliche, irgendeiner Pseudo-Norm entsprechende Massenware sind. Es gibt Menschen, die sind von ihrem körperlichen Geschlecht völlig überzeugt und richten ihr Leben nach entsprechenden Stereotypen aus. Dann gibt es Menschen, die akzeptieren zwar ihr körperliches Geschlecht, messen dem in ihrer Lebensgestaltung aber keine größere Bedeutung bei. Andere Menschen definieren sich nicht als ihr körperliches, sondern als das andere Geschlecht und wollen ihren Körper auch dementsprechend anpassen, weil sie etwa dessen Anblick sowie Anreden anhand ihres äußeren Erscheinungsbildes extrem belastet. Wieder andere Menschen fühlen sich sogar beiden Geschlechtern oder - wie ich - gar keinem Geschlecht zugehörig. Darüber hinaus existieren noch weit mehr Geschlechtswahrnehmungen, auf die ich aus Zeitgründen aber nicht weiter eingehen kann. Auf alle Fälle ist keine davon in irgendeiner Weise besser oder schlechter als alle anderen. Jede davon ist völlig in Ordnung und verdient es daher auch, akzeptiert zu werden! Das Gleiche gilt auch für sämtliche sexuelle Orientierungen - von Asexualität bis Pansexualität!

Trotzdem muss ich auch noch auf das Thema Sexuelle Präferenzen eingehen und in diesem Punkt die eigene Community rüffeln. Als nichtbinärer Mensch reicht meine emotionale Intelligenz dennoch aus, um Vorwürfe der Transfeindlichkeit nur aufgrund der sexuellen Präferenz für absolut ungerechtfertigt zu befinden. Gesellschaftliche Akzeptanz von trans* Menschen ist eine Sache. Von cis-geschlechtlichen Menschen aber zu erwarten, dass sie für die Akzeptanz auch ihre eigenen Empfindungen und Bedürfnisse einfach abstellen, ist wirklich zu viel des Guten. Es ist einfach nicht korrekt, Menschen nur aufgrund ihrer Präferenzen hinsichtlich Liebesbeziehungen und/oder Sex irgendeine Form von "Phobie" oder Feindlichkeit vorzuwerfen. Ich selbst beispielsweise bin nicht nur nichtbinär, sondern auch asexuell. In Sachen Partnersuche habe ich daher gleich doppelt die Arschkarte gezogen. Renne ich deshalb herum und unterstelle allen, die sich eine Liebesbeziehung ohne Sex nicht vorstellen können, gleich Asexuellenfeindlichkeit? Nein, weil ich anderen Menschen ihre Bedürfnisse nun wirklich nicht zum Vorwurf machen und man nichts erzwingen kann.

Nicht nur LGBTQ, sondern die gesamte Gesellschaft betreffend nervt mich am meisten, dass alle Leute nur ich-bezogen bzw. egoistisch denken - von wegen und "Wer nicht gendert, ist frauenfeindlich", "Wer mich nicht datet, ist transfeindlich", "Wer nicht cis-/heteronormativ lebt, ist unnormal", "Wer nicht nach meiner Religion lebt, kommt in die Hölle" und ähnlicher Schwachsinn. Leben und leben lassen - es will mir einfach nicht in den Schädel, was daran so schwierig ist. Bringt es irgendwem etwas, dass wir uns gegenseitig das Leben schwer machen? Akzeptanz tut doch wirklich niemandem weh!

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Selbst queer: Nichtbinär & asexuell.
Die Unkenntnis der Leute, die darüber reden

Hallo Tina,

Was nervt Euch an der Queer-Geschichte am meisten?
Das Thema kocht ja gerade ziemlich hoch. Was nervt Euch am meisten?

Wahrscheinlich meinst Du damit diesen Genderwahn, die Sternchen, die Verstümmelung männlicher Begriffe, etc..

Ich empfinde diese Varianten des Genderwahns wie etwa 70-80% der deutschen Gesellschaft auch.

Ich lehne es ab.

Ich beteilige mich nicht daran fremde Menschen zu beleidigen und zu diffamieren.

Dabei spielt es keine Rolle ob nun mit Sternchen, Doppelpunkt, Komma Strich, etc..

Hier versucht eine sehr kleine, aber laute und radikale Gruppe, gegen die deutliche Mehrheit der deutschen Gesellschaft, aber auch gegen die Mehrheit der Frauen, mit dem Genderwahn Ungleichheit und Spaltung voranzutreiben.

Der Genderwahn ist beleidigend, diskriminierend und diffamierend.

Diese Art des Genderns ist die Sexualisierung der deutschen Sprache.

Eine Sexualisierung der Sprache sorgt automatisch für Ungleicheit, Ungerechtigkeit und Spaltung.

Die deutsche Sprache nutzt eine neutrale Form. Allerdings gibt es Menschen, in erster Linie Befürworter des Genderns, die behaupten, die deutsche Sprache wäre nicht neutral und führen dafür das generische Maskulinum als mutmaßlichen Nachweis an.

Beispiel Lehrer

Ein Lehrer ist eine Person die lehrt. Es ist eine neutrale Bezeichnung für eine Tätigkeit. Nun würden Befürworter argumentieren "aber es wird ein männlicher Artikel benutzt.

Was jedoch völlig verschwiegen wird, sobald es mehrere Lehrer sind, im Plural geschrieben, wird ein weiblicher Artikel genutzt (DIE Lehrer).

Hier wird etwas zurecht gebastelt, damit es zu der Argumentierung passt.

Damit sollte alles geklärt sein, aber da es sich hier um eine kleine, aber sehr laute und radikale Gruppe handelt, die gegen die Gesellschaft das Gendern erzwingen wollen, werden alle möglichen Mittel genutzt, egal ob Recht oder Unrecht.

Dieser Genderwahn verursacht Ungleichheit und Diffamierung. Gendern ist beleidigend und eine Diskriminierung gegenüber dem männlichen Geschlecht. Das Einzige was der Genderwahn schafft ist eine Spaltung der Gesellschaft.

Die große Mehrheit der deutschen Bevölkerung ist gegen den Genderwahn, auch eine Mehrheit aller Frauen.

Der Genderwahn ist eine Sexualisierung der deutschen Sprache, wie oben dargestellt, sogar eine sehr einseitige.

Derer Gründe gibt es viele, wie es gerade passt.

Egal wie sachlich und differenziert Du argumentierst, sobald es kritisch gegen den Genderwahn gerichtet ist, werden Dir Befürworter immer erklären, dass es völlig anders gemeint ist und Du das nur nicht verstehst.

Fakt ist, die deutsche Sprache ist bereits gendergerecht. Sie ist nämlich eines nicht, sexualisiert. Im Moment der Sexualisierung werden Ungleichheiten geschaffen. Damit genau das nicht passiert, wurde eine sachlich, neutrale Form gewählt.

Beispiel: DER Schüler - damit ist selbstredend ein Schüler gemeint. Es ist eine geschlechterneutrale Form. Wer dem widerspricht, der müsste auch im Umkehrschluss bei DIE Schüler davon ausgehen, dass es sich um mehrere Schülerinnen handeln würde. Das widerum wird natürlich von den Befürwortern des Genderwahns abgestritten. Denn das wäre etwas völlig anderes. Wer alle Formen ankreidet, die das generische Maskulinum voransetzen, die müssten eigentlich auch aufschreien, wenn bei DIE Schüler, DIE Lehrer... im plural der weibliche Artikel genutzt wird. Auch hier ist die deutsche Sprache geschlechterneutral.

Aus vergleichbaren Gründen hat Religion und Staat immer getrennt zu werden. Wer möchte darf glauben, an was auch immer, aber es ist eine private Angelegenheit. Die deutsche Sprache ist aus genau diesem Grund auch neutral. Sobald Interpretationen, Emotionen oder Sexualisierungen ins Spiel kommen wird es ungerecht oder aber es könnte sich jemand ungerecht behandelt fühlen. Dem wollte man entgegentreten.

Hat es jemals eine Debatte darüber gegeben warum fast alle plural Varianten weiblich sind...? Schließlich könnte man mit gleicher Argumentation auch das behaupten. Welch eine Ungerechtigkeit... Ist es jedoch nicht, denn sowohl im singular, als auch im plural wird nicht sexualisiert. Wer anderes glauben möchte, der darf das gerne, aber damit wären wir bei der Religion... eine private Angelegenheit!

Bei Kritik werden sofort schwere Geschütze aufgefahren, da wird ausgegrenzt, Menschen werden rassistisch beschimpft, als alter, weißer Mann, Radikaler, etc..

Es ist die einfachste Methode jede Kritik gegen diesen Genderwahn als unsachlich abzustempeln.

Damit wird suggeriert, dass es nicht der Großteil der Gesellschaft und die Mehrheit aller deutschen Frauen wären, die es ablehnt, sondern nur radikale, demokratiefeindliche Randgruppen.

Das Gegenteil ist die Realität.

Die Ablehnung kommt aus der Mitte der Gesellschaft und der Genderwahn ist lediglich ein Ausdruck einer radikalen Minderheit, die keinen Respekt vor der Gesellschaft haben, keinen Sinn für Demokratie zeigen und lediglich zur Spaltung beitragen.

Das nennt sich Täter Opfer Umkehr (victim blaming).

Das von den Befürwortern des Genderwahns jede statistische Erhebung, jede Umfrage, als mutmaßlich nicht repräsentativ angesehen wird, daran lässt sich viel ableiten.

Nicht nur, dass die große Mehrheit der deutschen Gesellschaft es ablehnt. Statistiken offenbaren sogar, dass diese Ablehnung stetig wächst. Es ist kein Wunder, dass anfangs die Mehrheit erst gering war, aber nun zunimmt. Am Anfang haben sich viele Menschen gedacht, Mal einen Spaß, dieser Unsinn ist bald vorbei. Mittlerweile nimmt es jedoch andere Züge an und die Gesellschaft wird mit dem groben Unsinn täglich konfrontiert. Daraus resultiert die in Statistiken stark ansteigende Ablehnung.

Eigentlich sollte nun allen klar sein, die Mehrheit möchte es nicht. Wir leben in einer Demokratie, also weg damit. Und hier greift der radikale Kern der Befürworter. Sie erkennen die demokratischen Werte nicht an.

Das verdeutlicht einmal mehr wer hier radikal ist und wer nicht.

Die deutsche Sprache ist bereits gendergerecht.

Wer das nicht versteht, hätte in der Schule im Deutschunterricht lediglich besser aufpassen sollen. Manchen hätte es wahrscheinlich geholfen auf wöchentliches Schule schwänzen zu verzichten.

Was scheinbar nicht verstanden wird oder bewusst missverstanden werden soll, Genus ist nicht Sexus. Prof. Dr. Richard Schröder hat darüber eine Abhandlung geschrieben, um die offensichtlichen Missverständnisse, der deutschen Sprache aufzuklären. Nachfolgend ein Auszug daraus...

Die Idee, durch Änderung des Sprachgebrauchs reale Machtverhältnisse zu verändern, ist eine Schnapsidee. Schein- und Ersatzkämpfe mit Sternchen und anderen Zeichen führen ins Leere. Sprache ist zu dynamisch für starre Regeln – wie das Leben selbst.

in Lehrer ist eine Person, die lehrt. Dieses Wort hat das grammatische Geschlecht (= genus) „männlich“ oder lateinisch „maskulin“. Wäre ein Lehr-er eine Person, die lehrt, und außerdem nach dem biologischen Geschlecht (= sexus) männlich ist, wäre die Lehr-er-in eine Person, die lehrt, männlichen (-er-) und zudem weiblichen (-in) Geschlechts (sexus) ist, also ein biologischer Zwitter. Das ist aber offenbar nicht gemeint. Im Deutschen gibt es nur eine Täter-Endung, nämlich -er, und die ist männlich (qua genus, nicht qua sexus). Weder der Hocker noch der Seufzer haben einen Penis. Sind wir inzwischen vielleicht so heftig sexualisiert, dass wir den Unterschied zwischen genus und sexus gar nicht mehr wahrnehmen? Merke: Genus ist nicht sexus. Im Lateinischen ist das anders. Da heißt der männliche (sexus) Sieger victor und der weibliche (sexus) Sieger victrix. Wenn wir das nachmachen wollten, müsste aus der Lehrerin die Lehrin werden. Ärztin ginge ja, Rechtsanwältin auch, bloß die Malerin, das wäre schon wieder ein Zwitter.

Die Nachsilbe -in bezeichnet ursprünglich gar nicht den weiblichen Täter, also die Täterin (schon wieder die Zwitterfalle!), sondern war besitzanzeigend (schrecklich, aber wahr). Die Frau Apothekerin war ursprünglich nicht eine Frau, die Pharmazie studiert hatte, sondern die Frau des Apothekers. Eine Königin war vor Einführung der weiblichen Thronfolge nicht eine weibliche Person, die das Königsamt wahrnimmt, sondern die Frau des Königs. Herrschaft konnte sie nur ausüben als Königswitwe und Vormund (oder Vormündin?) des unmündigen Thronfolgers...

Quelle: Welt, Prof. Dr. Richard Schröder (Sprachwissenschaftler), 17.12.2018

Dieser Genderwahn verursacht Ungleichheit und Diffamierung. Gendern ist eine Diskriminierung gegenüber dem männlichen Geschlecht. Das Einzige was der Genderwahn schafft ist eine Spaltung der Gesellschaft.

Wer bitteschön ist Kund, Russ oder Ärzt? Bei einer sehr kleinen Gruppe von Radikalen Befürwortern, vornehmlich bei den Grünen forcierte Art zu gendern, wird der männliche Part oft verstümmelt. Gerechtigkeit oder Gleichheit sieht anders aus.

Es hat seine Gründe warum eine große Mehrheit der Gesellschaft, auch unter Frauen, diesen Genderwahn ablehnt.

Alles Gute Dir... und bleib gesund.

Gruß, RayAnderson  😏

2 Grafiken dazu, die auch aufzeigen, dass hier eine Entwicklung stattfindet. Lediglich 26% der deutschen Bevölkerung befürworten eine geschlechterinklusive Sprache (Mai 2021). Ein Jahr zuvor waren es noch 9% mehr. Damit ist eine mehr oder mindere Zustimmung oder Befürwortung, innerhalb von 2020 auf 2021, von 35%, auf 26% gefallen. Mittlerweile ist wieder ein Jahr vergangen. Die nächste Statistik wird wahrscheinlich noch deutlicher ausfallen.

So viel zum Demokratieverständnis in Deutschland...

 - (Politik, Menschen, Sexualität)  - (Politik, Menschen, Sexualität)

Was ist denn die "Queer-Geschichte"?

Falls du das Thema Queerness meinst, dass es immer noch Diskriminierung gibt, und es immer noch wegdiskutiert wird. Dass Leute immer noch versuchen anderen zu untersagen sich zu outen. Dass immer noch gefragt wird, was Leute von Queerness halten (würde man fragen was sie von Heterosexualität halten, würde jeder sofort sehen wie unsinnig die Frage ist, aber über queere Leute kann man ja öffentlich urteilen).

Und so weiter. Kann mich nicht für eins entscheiden.

Dass man das überhaupt thematisieren muss

Das es immer noch nicht normal ist.

Und das es immer noch Regierungen gibt die meinen es unter Strafe stellen zu müssen. In 11 Ländern steht auf gleichgeschlechtliche Liebe die Todesstrafe.

https://www.lsvd.de/de/ct/1245-LGBT-Rechte-weltweit

Die vielen Fragen dazu in GF

Ich hatte einen schwulen Mitschüler in meiner Klasse. Er hat das nie so hochoffiziell gesagt, sondern eher beiläufig erwähnt (wenn er von seinem Freund erzählt hat, zum Beispiel).

Da gab es keine große Diskussion oder so, es war einfach so. Aber leider sind einige Mitmenschen noch nicht so weit, dass sie das einfach akzeptieren können. Und ich glaube, das führt dann wiederum dazu, dass die einen eine Hass auf queere Menschen entwickeln und andere ihr Queersein sehr offensiv zeigen.

Entspannt euch, dann wird das auch alles entspannter.

Übrigens: Die Abstimmungsoption "dass man das überhaupt thematisieren muss" kann man so oder so verstehen.

Was möchtest Du wissen?