Was meint Gott damit(Bibel)?

 - (Religion, Gott, Bibel)

15 Antworten

Mit der Vorherbestimmung habe ich auch so meine Schwierigkeiten. Das taucht ja noch öfter in der Bibel auf, auch im Neuen Testament. Es gibt auch Christen, die glauben, Gott habe vorherbestimmt, wer gläubig/errettet wird und wer nicht.

Dann aber wäre der freie Wille kein freier Wille, und gerade das ist aber ein wichtiger Grundsatz in der Bibel. Dann wäre der Missionsauftrag von Jesus sinnlos. Außerdem gibt es zahlreiche Stellen, die dazu aufrufen, sich für Jesus zu entscheiden, d.h. eine selbständige Entscheidung zu treffen. Da widerspricht sich einiges und ich glaube, das liegt an den Übersetzungen.

Ich denke mir das so: Gott ist jenseits der Zeit. Er weiß was in Zukunft geschieht, er weiß wie sich jeder entscheidet. Aber eine Vorherbestimmung in dem Sinne, dass er einige zum Glauben beruft (die dann ja gar nicht anders können als sich für ihn entscheiden) und andere nicht (die dann auch nicht anders können als ablehnen) halte ich für nicht plausibel. Das wäre nämlich Manipulation. Aber Gott ist es doch gerade wichtig, dass jeder Mensch sich frei entscheiden kann und auch soll. Denn dafür hat er uns mit einem freien Willen ausgestattet.

Eine Ausnahme würde ich noch machen: Das Kommen von Jesus und sein Kreuzestod, das glaube ich schon war vorherbestimmt. Damit wollte Gott die Menschen mit sich versöhnen.

Übersetzungen wie Elberfelder und Schlachter 2000 sind genauer als die Hoffnung für alle. Die Schlachter 2000 übersetzt Prediger 6,10 folgendermaßen: "Was immer entstanden ist, längst wurde es mit Namen genannt! Und es ist bekannt, was ein Mensch ist: er kann nicht rechten mit dem, der mächtiger ist als er."

Gott kennt die Zeit und weiß, was in der Vergangenheit, der Gegenwart und Zukunft geschieht.

Trotzdem haben wir die freie Wahl der Entscheidung. Ich kann an der roten Ampel anhalten oder einfach weiterfahren - das ist meine eigene, freie Entscheidung. So verhält es sich auch bei anderen Dingen. Mit den Konsequenzen müssen wir leben.

Zu Prediger 6,10-12 als Erklärung mal der Walvoord-Bibelkommentar:

"Der Prediger beginnt seine Abhandlung über die Begrenztheit der menschlichen Weisheit, indem er sich zwei Themen zuwendet, die er schon vorher angeschnitten hat, um die Nichtigkeit der menschlichen Arbeit darzulegen; hierbei handelt es sich um die Unwandelbarkeit (Pred 1,15;3,14; vgl. Pred 1,9) und die Unerforschlichkeit (Pred 3,11.22) der göttlichen Vorsehung.

Nach Salomo ist das Wesen alles Seienden - also auch der Menschen - seit langem vorherbestimmt: Was da ist, ist längst mit Namen genannt (vgl. Jes 40,26), und bestimmt ist, was ein Mensch sein wird (vgl. Jer 1,5). Der Prediger sagt ferner, daß es nutzlos sei, darüber zu disputieren (er kann nicht hadern), was Gott vorherbestimmt hat, denn dieser sei dem Menschen zu mächtig; je mehr Worte jener dabei verliere, wenn er mit Gott rechtet, desto mehr Eitelkeit werde er davon haben (vgl. Pred 10,12-15 ).

Der Mensch wisse ja schließlich nicht, was für ihn richtig ist und was die Zukunft ihm bringen wird (Pred 6,12). Hier werden wiederum rhetorische Fragen gestellt, auf die eine negative Antwort erwartet wird. Nach Salomos Auffassung ist der Mensch vergänglich. Seine Tage sind kurz, und sie schwinden dahin wie ein Schatten (vgl. den Kommentar zu Hi 14,2). Was die Zukunft anbetrifft, so weiß der Mensch weder, was vor seinem Tod geschehen wird (Pred 7,14), noch, was nach seinem Tod (Pred 3,22) kommen wird. Salomo stellt also fest, daß der Mensch seinen Platz in Gottes vorherbestimmten Plan nicht kennt."

Das Leben ist von Gott niemals vorherbestimmt worden. Ansonsten wäre seine Bitte, doch zu ihm umzukehren, ein Panoptikum.

Was also bedeutet dieser Bibeltext aus Prediger 6:10? Du hast mit der HFA eine ungünstige Übersetzung gewählt. Viele andere Übersetzungen geben diesen Text so wieder:

„Was entsteht, schon längst war sein Name genannt; und es ist bekannt, was ein Mensch sein wird, und er vermag nicht mit dem zu rechten, der stärker ist als er.“ (EB)

Ein Mann mag Erfolg im Leben haben. Aber er bleibt das, als was auch der erste Mensch bezeichnet wurde: ein Erdenmensch — hebräisch „Adam“ („schon längst war sein Name genannt“).

Er bleibt ein sterblicher Mensch („und es ist bekannt, was ein Mensch sein wird“).

Und er kann mit Gott nicht handeln, um dem Tod auszuweichen („er vermag nicht mit dem zu rechten, der stärker ist als er.“).

Der Psalmist beschreibt das so: „keiner von ihnen kann je einen Bruder erlösen noch Gott ein Lösegeld für ihn geben — der Loskaufspreis für ihr Leben ist so hoch, dass sie ihn niemals aufbringen können —, sodass er für immer leben und das Grab nicht sehen würde.“ (Psalm 49:7-9).

Die NWÜ gibt Prediger 6:10 übrigens so wieder:

“Was immer gekommen ist, hat schon einen Namen. Und es ist bekannt, wie der Mensch ist. Er kann sich nicht mit dem anlegen, der mächtiger ist als er.“

Nein, nicht alle Dinge sind vorbestimmt, denn dann wären wir programmierte Roboter, die von sich aus nichts tun können.

Es gibt das Schicksal, Vorherbestinmung, aber es gliedert sich in drei Bereiche. So wollen wir es mal nennen.

Und ja, natürlich haben wir einen freien Willen.

Und das sind die Bereiche:

  1. Dinge, die wir nicht ändern können: zum Beispiel den jüngsten Tag, daran können wir nichts ändern, Eltern, Geburtsort und -tag, Todestag, in welchem Land wir sterben, Rasse, Nationalität, Hautfarbe, Augenfarbe... Etc. 
  2. Dann Dinge, die wir teilweise beeinflussen können durch Bittgebete.
  3. Und dann unsere völlig freien Entscheidungen, die wir täglich treffen.

Behinderungen und Selbstmord sind nicht vorherbestimmt. Selbstmord ist eine schwere Sünde. Das wäre nicht gerecht, wäre er vorherbestimmt.

Behinderungen kommen von uns selbst:

  • Lebenswandel in der Schwangerschaft
  • Ernährungsweise
  • Alkohol, Drogen
  • Umweltverschmutzung und Gifte in der Umwelt
  • Luftverschmutzung
  • Elektrosmog
  • Genmanipulierung etc.
Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Autodidakt Islam seit 2010 und Fernstudium

Gehen wir mal davon aus, dass es Gott gibt (ich glaube daran). So ist er ja kein Mensch, wie Du und ich, sondern ein für uns unfassbares Wesen. Für Gott ist die Zeit keine Größe. Er ist also momentan hier in unserer Zeit, aber auch gleichzeitig in der ganzen Zeit vor uns und nach uns. Also ist auch jede unserer Entscheidungen ihm bekannt. Somit kennt er unsere Entscheidungen, schon bevor wir darüber nachdenken, was wir denn jetzt machen sollen.

Ich denke, dass dies eine verständliche und logische Erklärung ist.

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