Was kann man in Hiob interpretieren?

8 Antworten

Hallo Hocky99,

im Buch Hiob geht es hauptsächlich darum, dass ein Mensch auch unter schwersten Prüfungen Gott treu bleiben kann. Dabei wusste Hiob noch nicht einmal davon, dass die Prüfungen nicht von Gott, sondern vom Satan kamen.

Zu beachten ist auch, dass Gott das Geschehen in Verbindung mit Hiob nicht aktiv gesteuert hat; nicht er war der Initiator der Prüfung, sondern ausschließlich Satan, der Teufel. Gott ließ die schreckliche Prüfung zwar zu, doch würde Gott niemals irgend jemandem etwas Schlimmes antun, um ihn zu prüfen (obwohl das von vielen so geglaubt wird). In der Bibel heißt es nämlich über ihn: "Keiner sage, wenn er versucht wird: „Ich werde von Gott versucht.“ Denn Gott kann nicht von üblen Dingen versucht werden, noch versucht er selbst irgend jemand" (Jakobus 1:13).

Im Fall Hiob war Gott von seiner Treue und Ergebenheit völlig überzeugt, denn er stellte Hiob ein gutes Zeugnis aus, als er im Gespräch mit Satan über ihn folgendes sagte: "Hast du dein Herz auf meinen Knecht Hiob gerichtet, dass es seinesgleichen keinen gibt auf der Erde, einen Mann, untadelig und rechtschaffen, gottesfürchtig und von Schlechtem weichend?" (Hiob 1:8). Gott brauchte also keinen Beweis für Hiobs Treue, er hatte nicht den leisesten Zweifel daran.

Satan dachte jedoch, er könne Hiob dazu bewegen, sich von Gott abzuwenden, wenn er nur genug Druck auf ihn ausüben würde. So brachte er ein Unglück nach dem anderen über ihn und schlug ihn schließlich mit einer fruchtbaren Krankheit. Hatte Satan damit Erfolg? Hiob sagte trotz alledem: "Bis ich verscheide, werde ich meine unversehrte Lauterkeit nicht von mir weichen lassen" (Hiob 27:5).

Wenn man den Bericht über Hiob genau liest, dann stellt man fest, dass es nicht nur um den Fall Hiob allein ging. Ein winziges Detail in dem Bericht verrät, dass es um weit mehr als nur um einen einzigen Menschen ging. Nachdem Satan Hiob bereits alles Hab und Gut genommen und alle seine 10 Kinder getötet hatte, er jedoch weiterhin an seiner Lauterkeit festhielt sagte Satan zu Gott: "Haut um Haut, und alles, was ein Mensch hat, wird er für seine Seele geben. Strecke zur Abwechslung doch deine Hand aus, und rühre an sein Gebein und sein Fleisch, [und sieh,] ob er dir nicht direkt ins Angesicht fluchen wird" (Hiob 2:4). Als Satan also sagte "alles was ein Mensch hat..." zog er nicht nur die Treue Hiobs sondern die aller Menschen in Zweifel. Satan behauptete quasi, es gäbe niemanden, der Gott unter Prüfungen Gott treu bleiben würde. Das war im Grunde eine Streitfrage von universeller Bedeutung!

Ohne dass Hiob von alledem wusste, wurde durch seine unerschütterliche Lauterkeit gegenüber Gott ein Exempel statuiert: Menschen sind Gott nicht nur so lange treu, wie es ihnen gut geht und sie unter seinem Schutz stehen (das hatte Satan ja über Hiob behauptet). Es gibt tatsächlich Menschen, die bleiben Gott unter allen Umständen treu, egal was geschieht, da sie nicht von selbstsüchtigen Beweggründen, sondern von Liebe zu Gott angetrieben werden.

Auf diesem Hintergrund betrachtet, hatte die Prüfung Hiobs sehr wohl einen Sinn. Außer dass sie zeigte, dass auch unvollkommene Menschen Gott unter jeglicher Prüfung Gott treu bleiben können, mag sie den einzelnen veranlassen darüber nachzudenken, wie es um sein eigenes Verhältnis zu Gott bestellt ist. Er mag sich fragen, wie er sich wohl verhalten würde, wenn in seinem Leben Schwierigkeiten auftauchten, die seine Treu Gott gegenüber auf die Probe stellten.

LG Philipp

Guck dir dafür am besten besonders die Gottesantwort aus dem Wettersturm an. Was sagt er darin? Was wirft er Hiob vor? Rechtfertigt er sich? Welche Beispiele nennt er? Daraus lässt sich die sehr einfache Schlussfolgerung ziehen, dass Gottes Handeln nicht hinterfragt werden soll und er sich dafür nicht rechtfertigen muss, da er allmächtig ist und Gründe für sein Handeln hat. Außerdem stellt er klar, dass Hiobs Freunde sich falsch verhalten haben, indem sie meinten, zu verstehen, wie Gott richtet. Damit zerstört Gott das alte jüdische Vergeltungsschema, dass die Guten belohnt und die Schlechten bestraft werden.
Lies dir am besten die Gottesantwort und Hiobs Antwort darauf durch. Googlen kann man das Thema auch gut, obwohl es natürlich nicht die eine richtige Interpretation gibt. Letztendlich bekommt Hiob aber das doppelte von seinem ursprünglichen Besitzt wieder, weil er sich nicht von Gott abgewendet oder nicht auf den Satan hereingefallen ist, sondern seine Klage vor Gott gebracht hat und sich ihm ergeben hat. Gott muss sich dafür nicht rechtfertigen, weil der Mensch seine Intention nicht verstehen kann.

hi Hocky - Hiob ist bestimmt die interessanteste Figur im Alten Testament, find ich, denn der, der das Buch geschrieben hat, war n einziger Aufruhr gegen ne olle Religionsauffassung.

Also. Die ganz alten Theologen sagen: zwischen Gott und dem auserwählten Volk gibts n Vertrag, ein bindendes Rechtsgeschäft, nämlich: das Volk hält seine Gebote und Gesetze und Gott schützt es vor seinen Feinden und sorgt dass es ihm wohlergehe im Land wo Milch und Honig fliesst.

In der realen Menschheitsgeschichte gibts keinen solchen Zusammenhang zwischen Moralischsein und Lebensglück.

Hiob ist der erste und einzige in ner heiligen Schrift, der mit Gott streitet, ihn anklagt und sagt: Gott du bist n unzuverlässiger, treuloser Vertragspartner.

 Ich war gerecht, hab mein Leben lang deine Gebote gehalten und zur Belohnung müllst du mich zu mit einen Schicksschlag nach m andern.

Heisst, im Sinn von dem Autor: zwischen Gott und Mensch gibts überhaupt keinen solchen Geschäftsvertrag, ne Religion, also die Beziehung von Mensch zu Gott, muss ma ganz anders nachdenken. Die Lösung im Buch Hiob für det Dilemma, find ich nicht befriedigend und nicht überzeugend.

Aber war das erste mal in der Bibel, dass die Leut absichtlich provoziert werden, selber über das ganze Problem sehr sehr scharf und gründlich nachzudenken.

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