Was ist die Funktion einer Blende (Kamera)?

9 Antworten

Funktion der Blende ist es die Lichtmenge, die durch das Objektiv kommt, zu steuern.

Blende offener (kleinere Zahl) = mehr Licht und als Folge eine kürzere Verschlusszeit. Die zweite Folge ist eine geringere Schärfentiefe, der scharfe Bereich vor und hinter der Fokusebene wird kleiner.

Blende wird kleiner (größere Zahl) = weniger Licht und als Folge eine längere Verschlusszeit. Die zweite Folge ist eine größere Schärfentiefe, der scharfe Bereich vor und hinter der Fokusebene wird größer, der Hintergrund wird besser erkennbar.

Puh, du würfelst da vieles durcheinander.

Also zuerst mal was ist eine Blende, eine Blende sieht so aus:

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Und sie steuert die Lichtmenge, die durchs Objektiv auf den Sensor fällt.
Berechnen muss man in heutigen Digitalkameras nichts, denn du siehst sofort anhand des geschossenen Fotos, ob das Bild zu hell oder zu dunkel ist. In dem Fall hast du 3 Möglichkeiten, das Bild abzudunkeln:

  • Schnellere Belichtungszeit (die Zeit wie lange Licht auf den Sensor fällt)
  • kleinere Blende (also größerer Blendenwert)
  • oder niedrigerer ISO (Verstärkung des Sensorsignals)

Ebenfalls haben moderne Digitalkameras und auch alte Filmkameras einen Belichtungsmesser integriert, der die Helligkeit des Fotos bereits im Voraus abschätzen kann.

Was ist Schärfentiefe?

Schärfentiefe ist der Schärfebereich eines Fotos. Wenn du auf ein Motiv fokussierst, hast du einen bestimmten Bereich der scharf abgebildet wird und alles davor und dahinter wird unschärfer. Handys haben z.B. einen sehr großen Schärfebereich, DSLRs weniger. Wenn du die Blende geöffnet hast ist dieser scharfe Bereich eher gering und wenn du die Blende schließt wird er größer.

Große Schärfentiefe (f/32)

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Geringe Schärfentiefe (f/5.6)

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Woher ich das weiß:Berufserfahrung – Arbeite mit verschiedenen Canon Kameras seit 2008
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Was macht die Blende überhaupt?

Die Blende ist einfach nur eine Sammlung von Lamellen die den effektiven Durchmesser deines Objektiv reduzieren. Gut zu erkennen wenn man von vorn in die Kamera schaut und dann mal abblendet.

Durch diese Reduzierung des Durchmesser wird eben auch die Lichtmenge die den Sensor erreicht reduziert.

Und was ist die "Schärfentiefe"?

Wenn du dein Objektiv auf etwas fokussierst dann schiebst du eine Schärfeebene vor und zurück. Diese ist eine zweidimensionale Fläche die, je nach Brennweite, mehr oder weniger stark gekrümmt ist. Nur Objektiv die exakt auf dieser Ebene liegen sind wirklich scharf.

Vor und hinter dieser Schärfeebene gibt es aber noch einen Versuch der akzeptablen Schärfe, der Abfall der Schärfe ist in diesem Bereich so vernachlässigbar dass es im Bild nicht zu bemerken ist. Je weiter du abblendest desto geringer ist dieser Schärfeabfall und desto größer der Bereich der akzeptablen Schärfe.

So viel ich gelernt habe, müssen die oben genannten Blendenwerte (5,6-32) vor jedem Shooting zuerst durch die Messung des Lichts, welches auf das Objekt fällt, erstmal berechnet werden.

Kann man machen, muss man aber nicht.

Jede moderne Kamera ist in der Lage sie Belichtung zu messen. Im sucher/auf dem Display kannst du dann meist eine Belichtungswaage sehen die dir anzeigt ob du unter- oder überbelichtest.

Und spielt die Belichtungszeit in der ganzen Thematik irgendeine Relevanz?

Du hast ja nicht nur die Blende zum regulieren der Helligkeit, dir stehen ja auch noch die Belichtungszeit und der ISO zur verfügung.

Wenn ja, was genau macht sie? Ist damit nur die Dauer gemeint, in dem das Objekt belichtet wird?

Fast, nicht das Objekt wird belichtet, sondern der kamerasensor. Die Belichtungszeit gibt an wie lange der Verschlussvorhang geöffnet ist damit licht auf den Sensor fallen kann.

Eine längere Belichtungszeit bringt mehr Bewegungsunschärfe mit sich, das kann ungewollt sein, zb wenn man auf der Hand fotografiert aber das Bild ist verwackelt, oder gewollt zb bei Langzeitbelichtungen vom Stativ.

Ich persönlich fotografiere zum Beispiel meist mit einer der halbautomatiken, ich entscheide mich also ob mir die Belichtungszeit oder die Blende besonders wichtig ist (um zb eine bestimmte bewegungs- oder Tiefenunschärfe zu erzeugen) und dann lasse ich dir Kamera entscheiden wie sie den jeweils anderen Wert und den ISO festlegen möchte damit das Bild nach Wunsch belichtet ist.

Komplett manuell verwende ich nur in komplizierten Situationen mit denen die Kamera überfordert ist.

Schaust deiner Freundin im Dämmerlicht in die Augen, und dann nimmst du eine Taschenlampe und zündest ihr in das Auge: Das, was dann geschieht ist die natürliche Blende! Das Auge blendet dann ab.

Genau das ist bei einem Objektiv: Es lässt weniger Licht durch, damit der Film nicht überbelichtet wird.

Die Blendenreihen Zahlen sind lediglich ein Mass für die Abblendung und sind so aufgebaut, dass sich die Lichtmenge nach unten verdoppelt, oder nach oben halbiert.

Blendenreihe | Maths2Mind

Hallo

Cambos sind Profikameras. Die Ultima 23D war/ist eine kleine/leichte Doppel 6 Achsen Standarden Monorail Fachkamera für 120er Mittelformatfilm (Mamiya, Graflok), Scannerbacks und Digital Rückwände (und KB Kameras). Schwerpunkt der 23D oder Sinar P3 ist Studio Produktfotografie (Packshots).

Mit solchen Kamera arbeiten nur Profis die genau Wissen was Sie machen müssen und Erfahrung auf dem Gerät haben. Irgendwann muss man den Nachwuchs (Lehrlinge/Praktikanten) an die Technik ranführen. Das passiert aber zu einem Zeitpunkt wo das Thema Blende schon lange "abgefuttert" ist, weil bei Fachkameras geht es um Schärfentiefenebenen bzw Schärfendehnung nach Scheimpflug, da muss man noch mehr Visualisieren und viel mehr rechnen/denken. Bei Fachkameras gibt es keine Automatiken, es gibt maximal den elektromotorische Verschluss mit "Zeitautomatik"

Standardenkameras werden mit Mattscheiben eingestellt also sieht man ja die Wirkung der Blende auf der Mattscheibe. Es gibt auch Fachbodenkameras mit Live View und Stepper Stellmotoren auf den Achsen und Schlitten (dass kam ab der Actus Serie) für Stackshoots (Cognisys)