was ist besser für eine Frau als Selbstverteidigung? Kung FU oder Karate oder Judo oder Taekwondo?

10 Antworten

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Judo ist ein schöner Sport, aber zum Verteidigen nur bedingt geeignet. Gut, ein Judoka kann durchaus einen Straßenschläger unter Kontrolle bringen, wenn er den Hebel ansetzen kann, bevor der erste Schlag trifft. Aber den ersten Schlag abzublocken, alleine das lernt man beim Judo ja schon nicht.

Was hast du überhaupt vor? Einen Sport machen, der dich körperlich und geistig fit hält und den netten Nebeneffekt hat, dass du dich im Verteidigungsfall verteidigen kannst, oder dich gegen eine akute Bedrohung (Stalker, hartneckiger, gewalttätiger Ex, Jugendgang in der Nachbarschaft) wehren? Wobei beim letzten das Kind schon in den Brunnen gefallen ist oder zumindest gerade im freien Fall nach unten unterwegs ist.

Falls du einen Sport suchst, der dich immer mit neuem Input in Sachen effektive Verteidigungstechniken versorgt, nimm Ninjutsu in einem der zwei großen Verbände (Bujinkan - hier heißt es dann offiziell Bujinkan Budo Taijutsu - oder Genbukan - Hier heißt die Disziplin offiziell Genbukan Ninpo Bugei). Das System hat allerdings Vor- und Nachteile, wobei Vor- und Nachteil zugleich die enorme Vielseitigkeit ist. Das heißt, du lernst enorm viel, neigst aber als Anfänger in einer Kampfsituation (selbst schon erlebt, zum Glück nur im Randori, also im Freikampf am Ende einer Trainingsstunde, auf der Straße wäre das fatal) dazu, zu überlegen, wie du den Schlag nun am besten konterst und überlegst einfach zu lange, als dass du dich effektiv verteidigen kannst. Zudem gibt es im Bujinkan leider ein Problem, dass manche Dojos eher auf Schönheit der Ausfürung als auf Effizienz trainieren. Aber das nützt dir auf der Straße nichts. Ballett ist auch schön, aber nicht zur Selbstverteidigung geeignet. Aber das sind regionale Probleme, in Köln und Bonn gibt es mehrere Dojos die allesamt einen sehr guten Ruf genießen (zumindest unter den Kämpfer-Typen - die Kampfballett-Leute können uns nicht leiden, weil unsere 4. Kyu deren 12. Dan locker um den Finger wickeln), und die es eindeutig wünschen, dass man in mehreren Dojos trainiert (andere Trainer, andere Stile, mehrere Trainer, effizienteres Training), und auch in Heppenheim könnte ich dir eine sehr gute Trainerin empfehlen (15. Dan, schmächtige, ältere Frau mit einer enorm guten Technik, manche von uns würden, wenn sie Wochenend-Trainings machen würde, extra von Köln nach Heppenheim fahren, um bei ihr zu trainieren). Und wenn ich Axel (AFranke, hat schon vor mir geantwortet) so lese, scheint es auch in Berlin einen Ninja mit Herzblut zu geben, der vernünftig trainiert. Beim Ninjutsu hast du jedenfalls alles drin, du lernst vernünftig zu fallen und zu rollen um Verletzungen vorzubeugen, du lernst Angriff, Verteidigung und Konter mit Schlägen, Tritten und Hebeln, Handbefreiung, Schmerzpunkte, Waffentraining, ... Es macht Spaß weil es vielseitig ist und man lernt, sich zu verteidigen. Aufgrund der Vielseitigkeit ist aber die Lernkurve für eine akute Gefahr zu flach.

Wenn du jetzt schnell was brauchst, mach Krav Maga. Das habe ich als zweite Kampfkunst neben Ninjutsu schon für mich auserchoren, da ich Ninjutsu aber erst seit einem halben Jahr mache, wollte ich erst noch warten, bis die Techniken etwas sicherer sitzen, bevor ich die beiden Welten vermische. Alternativ auch Systema (damit habe ich mich zu wenig beschäftigt, um was dazu sagen zu können) oder *ing *un (die Sterne sind keine Zensur, sondern Platzhalter, da es für Ving/Wing/... Chun/Tsun/... unzählige Schreibweisen gibt. Der Nachteil bei *ing *un ist, dass es schwierig ist, eine seriöse Schule zu finden, viele unzufriedene Trainer steigen aus und gründen eigene Verbände (fast jedes Dojo hat mittlerweile seinen eigenen Verband), die großen Verbände in Deutschland, Birol Özden Wing Chun und EWTO (European Wing Tsun Organisation) stehen wegen ihrer Preisgefüge (teure Trainings, noch teurere Prüfungen, hoher Druck auf die Mitglieder wie z.B. dass den Cotrainern gesagt wird "Den verprügelst du jetzt mal richtig, damit er auch ja unseren Verband-eigenen Kopfschutz kauft", und diversen anderen fragwürdigen Praktiken in der Kritik, sektenartig organisiert zu sein. Viele Schulen sind aber seriös, und dort lernst du eine hocheffektive Selbstverteidigung. Krav Maga ist ein System mit enormer Effizienz. Alles, wie du instinktiv eh schon handeln würdest (z.B. Tritt in die Weichteile - Zitat aus den Simpsons "Keine Weichteile, kein Krav Maga") wurde noch mal bis ins letzte Detail optimiert. Es gibt nur wenige Techniken, aber die sind leicht erlernbar, weil instinktiv umsetzbar, hart und für den Gegner sehr schmerzhaft. Die Lernkurve ist steiler als in jedem anderen Selbstverteidigungs/Kampfkunst-System, du lernst also schneller.

vielen Dank für die ausführliche Erklärung!!! :-)

Was hast du überhaupt vor? Einen Sport machen, der dich körperlich und geistig fit hält und den netten Nebeneffekt hat, dass du dich im Verteidigungsfall verteidigen kannst

richtig :)

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Bin mit Deinem Fazit absolut d'accord und würde es auch schreiben, wenn ich nicht von der echten Karate-DO-SV überzeugt wäre ;-)

KM ist ein sehr gutes und vor allem schnell zu erlernendes System, das jeder beherrschen lernen kann.

Deshalb würde ich im ersten Teil auch widersprechen, da gerade Ninjutsu / Taijutsu sehr komplex und zu vielfältig sind, um in angemessener Zeit ein hohes Maß an SV-Kompetenz zu erlernen.

Ich habe aber vor den Trainierenden wie Axel etc. hohen Respekt und möchte ihre KK nicht schlecht reden!!! Nur für die schnell zu lernende SV ist es eben nichts vor dem Hintergrund, dass es eben *ing *ung, Krav Mage, Alpha, Sistema oder auch Ju-Jutsu gibt.

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@Pharmacus

Das mit der flachen Lernkurve (man lernt viel, es dauert aber lange, bis man es vernünftig einsetzen kann) stimmt wohl, das ist ja auch das, was ich in meiner Antwort auch neben einigen "Kampfballett-Dojos" am ehesten kritisiere.

Ich wohne allerdings auch in einer Wohngegend, wo es sehr unwahrscheinlich ist, sich verteidigen zu müssen, und mache Ninjutsu mehr aus Spaß (die Vielseitigkeit und japanische Tradition fasziniert mich halt). Dennoch: Sollte der Fall doch mal eintreten, dass ich mich wehren muss, kann ich es. Und die Techniken, die wir lernen, taugen durchaus für mich als friedfertiger Mensch. Bei Krav Maga, auch wenn ich das auch faszinierend finde, trägt der Gegner Blessuren davon, von denen er noch Wochen später hat. Beim Ninjutsu setzt du Techniken ein, die ziemlich fies weh tun, aber wenn die Schmerzen, die durch den ganzen Körper ziehen, weil du wieder mal einen zentralen Nervenknoten angegriffen hast, vorbei sind, geht es dem Gegner wieder gut. Er wird nur auf Dauer keine Lust mehr haben, gegen dich zu kämpfen, weil Zahnschmerzen oder das Gefühl, das Auge würde bald platzen, nicht gerade lustig sind, wenn man mal wieder auf einen Nervenknoten am Hals, am Arm, an den kurzen Rippen am Solarplexus oder wo auch immer gedrückt hat. Es gibt auch Techniken wie Schläge zum Kehlkopf oder zum Solarplexus, die zum Tod des Gegners führen können, aber es steht einem frei, diese nicht zu verwenden. Würde mich jedoch jemand mit einer Waffe bedrohen und ich könnte einen kurzen Augenblick seiner Unaufmerksamkeit nutzen, seinen Kehlkopf zu bearbeiten, in dem Fall, wo es um mein eigenes Leben ginge, würde ich es tun. Einen Unbewaffneten würde ich jedoch nur an ein paar Schmerzpunkten quälen, bis er aufgibt, dabei nimmt er wenigstens keinen Schaden.

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@volker79

Das mit den Nervenpunkten finde ich auch ziemlich effektiv und praktisch. Heutzutage wird es allerdings (leider?) auch in anderen Kampfkünsten traininert bzw. als sog. Kyusho gelehrt. Im JJ und auch im Bujutsu / Taijutsu gibt es das schon seit Ewigkeiten.

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Wing Chun, ist speziell auf so etwas ausgelegt, die Kraft des Gegner nutzen, daher eignet es sich eigentlich am besten für körperlich nicht ganz so starke Menschen. Es gibt keine Regeln wie z.B. nicht in die Genitalien schlagen. Der Selbstverteidigungsgedanke steht im Vordergrund vor dem sportlichen Charakter.

Das kann man nicht so genau sagen. Du musst den Vergleich sehen und sagen was am besten zu dir passt. Ich mache Karate und mein Vater hat Judo gemacht und mein Bruder geht Boxen wir machen alle drei Kampfsport aber so wie es für uns am besten passt. Ich würde dir empfehlen schau bei alles drei Kampfsportarten vorbei mach vielleicht auch ein Probetraining mit und entscheide dann was für dich am besten ist. Ich wünsche dir viel spaß ;)

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