Was haltet ihr von einer Verstaatlichung des Gesundheitssystems in Deutschland?

9 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ein privatwirtschaftlich organisiertes Gesundheitswesen verschiebt die Prioritäten vom Menschen und dessen Wohlergehen zum Profit und dem Wohlergehen der "Gesundheits"-Unternehmer.

Gesundheit wird zur Ware und Ärzte werde zunehmend zu Medizinalkaufleuten.

Es ist ein quasireligiöses Mantra, dass privatwirtschaftliche Organisationsformen besser als staatliche funktionieren. Gerade im sozialen Bereich wird das immer wieder ad absurdum geführt. So werden z. B. teure und unnötige Therapien verordnet, wenn sie gut bezahlt werden oder Ärzte werden animiert oder durch wirtschaftliche Zwänge genötigt, sogenannte IGEL-Leistungen zu verkaufen.

Der Patient wird zunehmend das Objekt wirtschaftlicher Tätigkeit, aus dem es möglichst viel herauszuholen gilt. Auf diese Art und Weise wird das Gesundheitswesen zum Wohle der Medizin- und Pharmaunternehmer immer teurer, teurer als es eigentlich wäre, wenn nur der Mensch als Patient im Fokus stünde.

Danke für den Stern!

1

Sollte im Grundgesetz verankert werden. Diese Forderung stand ja schon mal im Raum. 


Es gibt allerdings ein großes Problem in diesem Staat:

Korruption

Bzw. mangelnde Bereitschaft, sich an geltendes Recht zu halten. Und zwar auf allen Ebenen die zuständig sind. 

Beispiel: 

Das Kreiskrankenhaus Stade ist bis heute das einzige deutsche Krankenhaus, welche aus eigenen Mitteln seine Fassade renovieren lassen konnte. 

Wie kann Das sein? Sie bekommen doch alle die gleichen Sätze für die gleichen erbrachten Leistungen?

Die Antwort ist sehr einfach: 

Da hat sich also mal eine kleine in Ausbildung befindliche Assistenzärztin mit der Verwaltungsleitung darum gekloppt, ob sie Einsicht in die laufende Buchführung haben darf. Sie war erfolgreich. 

Dann stellte sie halt schlicht fest, dass da nicht mal bis zwei gezählt wird. Nennt sich Kameralistik. Wird auch von der Bundesregierung und jeder anderen Regierung in diesem Staat betrieben. 

Kameralistik braucht kein Mensch mit gesundem Menschenverstand verstehen. 

Damals war es so: 

Die Krankenhäuser bekamen einen bestimmten Satz für geleistete Tätigkeit. Und einen bestimmten Satz für Neuanschaffungen. 

Verbrauchten sie in einem Jahr den Satz für die Neuanschaffungen nicht und stand er noch so da in der Kameralistik, dann wurde für das nächste Jahr der Satz gekürzt. Daran hatte keine Klinik ein Interesse. Logisch. 

Also wurde den Kliniken jedes Jahr von einer Firma ein Katalog mit unnötigen Geräten zugesandt, die diese Kliniken einkauften - um ihr Geld los zu werden - . Denn es hätte ja im nächsten Jahr eine größere Anschaffung anstehen können, die tatsächlich sinnvoll hätte sein können. 

Viele Keller waren auf jeden Fall vollgestopft mit unnötigen Geräten, viele große Speicher von Kliniken. Sinnlos zum Fenster heraus geworfenes Geld. Weil Bonner Politik es so wollte. Und weil die Verwaltungsleiter gerne in vorauseilendem Gehorsam handelten. 

Diese kleine Assistenzärztin setzte sich also mit ihrem Freund, einem kleinen Pflegeschüler, hin und sie überlegten gemeinsam, wie diesem Missstand wohl Einhalt geboten werden könnte. Sie hatten schlussendlich mehrere Idee, die alle die normale doppelte Buchführung und ihre Regeln beachteten. 

Ein Problem hatten sie noch: Sie trauten sich nicht zu, die richtigen Worte zu finden, um ihre Ideen auch verkaufen zu können. 

Also baten sie eine kleine Schwesternschülerin um Unterstützung. 

Die Drei machten also einen Termin beim Verwaltungsleiter. Und waren in ihren Verhandlungen dann schlussendlich so erfolgreich wie beschrieben. 

-----------

Warum geschah Vergleichbares nicht in anderen Orten? Ganz einfach: 

Weil sich die Menschen in diesem Staat nicht um die Angelegenheiten dieses ihres Staates kümmern. Sie kriechen jedem daher gelaufenen Titelchen unter Ausschaltung des Gehirns wo rein. Bemerken sie dann in ihren braunen Höhlen, dass diese ihre Verantwortungsverweigerung schief geht, dann ist, wie immer in dieser Gegend, der Ausländer, der Andere schuld. 

------------------------

Als eine gewissen Frau Schmidt aus Aachen zuständige Ministerin war, haben ihr Fachleute aus Hamburg ein in ihrer Freizeit erarbeitetes Buch überreicht. Auf über 500 Seiten wurde unter Nennung von Fakten dargelegt, dass zum damaligen Zeitpunkt im Gesundheitswesen mindestens 10% der Gelder irgendwo versickern, wo sie Nichts zu suchen haben. Sie also aus egozentrischen Gründen veruntreut wurden. 

Und? Es gab Medien, die darüber berichteten. Es wurde sogar ein Film über diese Übergabe gedreht und veröffentlicht. 

Und? Hat es gejuckt? 

Ja. Einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung hat es gejuckt. Die wurde von der Mehrheit der Bevölkerung massivst angegriffen. 

-------------------------------

Sinnvoll kann eine Verstaatlichung also nur dann sein, wenn die Mehrheit der Bevölkerung auf den Boden unseres Grundgesetzes angekommen ist und erkannt hat, dass sie das Sagen in diesem Staat hat. 

Bis dahin werden wir uns weiter abzocken lassen. Denn es geht nicht nur um diese 10%. Die Kosten könnten insgesamt mittel- und langfristig um weitere 30% mindestens gesenkt werden. OHNE jegliche Verluste für alle Beteiligten. Im Gegenteil. 

Die Erfahrung zeigt deutlich die Nachteile eines verstaatlichten Gesundheitssystem. Es bildet sich sofort eine  2-Klassen Medizin aus. In der staatlichen Billigklasse sehr lange Wartezeiten, Uneffektivität und nicht letzter Stand der Medizin. Daneben gibt es immer den privaten Bereich, der von den Menschen nachgefragt wird.

Schaut euch doch einmal den Stand in England oder Polen an. Kein Pole könnte eine private zahnärztliche Praxis in Grenznähe aufsuchen, die ja extra für gutzahlende deutsche Privatpatienten eingerichtet sind. In Ungarn das Gleiche.

Alles verstaatlichen?

Warum wird nicht alles mögliche verstaatlicht?

Das würde die Qualität sicherstellen und die Demokratie vollkommener machen.

Beispiel die allermeisten Medien: die Medien haben vielleicht einige staatliche Rahmenbedingungen, aber die meisten sind in Privatbesitz, jeder mit viel, sehr viel Geld kann eine Zeitung schaffen oder sonstiges und seine Meinung propagieren. Das kann kein Bürger durch Wahlen ändern. Staatliche Medien wären zu absoluter Neutralität verpflichtet, ohne jede politische Einfärbung.

Beispiel Wohnungen: die meisten Wohnungen werdek von Privatgesellschaften vermietet. Sie heben willkürlich ständig die Mieten obwohl in der Umgebung noch jeder Busch und Baum ist wie vor 20 Jahren. Eine Verstaatlichung würde Ordnung schaffen.

Es gibt noch viele Beispiele, die durch eine Verstaatlichung geordnet werden könnten wodurch die Qualität und die Gerechtigkeit gesichert werden könnten.

Es ist nicht viel anders als würden sogar Schulen und damit der wichtigste Teil des Bildungssystem in private Hände gegeben.

Man muss nur mal das Feindbild vom bösen Unterdrückerstaat loswerden.

Wäre die Verstaatlichung in allen möglichen Bereichen nicht besser?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?