Schlecht

Das ist kein Friedensplan und schon gar keine Zwei-Staaten-Lösung. Das ist eine unannehmbare Farce, die nur dazu da ist, um von den Palästinensern (zu recht) abgelehnt zu werden.

Anschließend wird den Palästinensern der Schwarze Peter zugeschoben und die Ablehnung als Rechtfertigung für die weitere Annexion plästinensischen Gebietes genommen.

Im Kern ist das ein unnannehmbares Ultimatum, das man den Palästinensern stellt, um sie zu vernichten und ihren berechtigten Anspruch auf einen eigenen Staat, der diese Bezeichnung auch verdient, ad acta legen zu können.

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Ich heiße P und mit Nachnamen V.

Mein Vorname steht eindeutig in Verbindung mit Pinneberg, Paderborn, Pritzwalk und anderen berühmten Orten mit P.

Mir fallen da noch ein: Perlin, Poskau, Padrid, Pew Pork usw.

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Es ist ihnen unangenehm, von ihren Kindern belehrt zu werden und vorgeführt zu bekommen, dass man sich engagieren muss, wenn man etwas verändern will. Und dann gibt es natürlich viele, die Angst haben, weil die jungen Leute nicht mehr auf sie hören. Das bedeutet nämlich Machtverlust.

Deshalb erfinden sie tausenderlei Einwände, von denen einer fadenscheiniger ist als der andere.

Lasst euch dadurch nicht beeindrucken, macht weiter. Ihr habt recht.

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Ich kann mich bei diesen wiederholt aufkommenden Fragen nur immer wiederholen.

1992 stellte der Spiegel in einem Spiegel Special fest:

Daß unter den Ostdeutschen weit weniger Antisemiten zu finden sind als unter den Westdeutschen, hatten einige Monate zuvor Soziologen der Universität Erlangen-Nürnberg ebenfalls festgestellt, die mit anderen Fragen und anderen Methoden gearbeitet hatten. Sie waren auf 6 Prozent in den neuen Bundesländern [15 Prozent im Westen] gekommen.
Durchgängig ist, wie die Tabellen der Emnid-Untersuchung zeigen, der Anteil der Ostdeutschen, die sich antisemitisch, rechtsradikal oder ausländerfeindlich äußern, geringer als der entsprechende Anteil der Westdeutschen. Die Bundesbürger im Osten nehmen die Konsequenzen aus der NS-Vergangenheit für die Gegenwart ernster. "Eine besondere Verantwortung des deutschen Volkes gegenüber den Juden" bejahen 43 Prozent der Ost- und 30 Prozent der Westdeutschen.

https://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-52498291.html

Wenn sich das fast dreißig Jahre später anders darstellt, dann kann man das wohl kaum der DDR anlasten. Das ist dann das Ergebnis von fast dreißig Jahren Bundesrepublik im Osten.

Nein, Honecker hatte damit nichts zu tun.

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Das ist eine Mischung aus dem Erlernen von seemännischen Grundlagen, von militärischer Disziplin und von Teamwork. Ein Großsegler bietet dafür einen recht brauchbaren Rahmen, der auch noch mit seemännischer Traditionspflege verbunden ist und so eine besondere Beziehung zur Seefahrt begründet.

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Demokratie heißt Volksherrschaft und nicht (bürgerlicher) Parlamentarismus. Ob Demokratie existiert oder nicht, ist ausschließlich daran zu messen, inwiefern das Volk herrscht oder eben nicht.

Ein formal funktionierender Parlamentarismus und eine formale (personelle) Gewaltenteilung bedeutet noch lange keine Demokratie. Ausschlaggebend ist immer, wer tatsächlich das Sagen hat, wer in der Lage ist, seine Vertreter in die bestimmenden Gremien zu bringen. Das Volk ist es in den seltensten Fällen, auch bei uns nicht.

Andererseits kann eine Diktatur der Mehrheit über die Minderheit tausendmal demokratischer sein als die parlamentarisch verbrämte Diktatur einer besitzenden Minderheit über die nicht besitzende Mehrheit.

Natürlich gab es in der DDR gravierende demokratische Defizite. Die bestanden aber nicht darin, nicht so zu sein wie die Bundesrepublik. Die demokratischen Defizite in der DDR bestanden darin, den Prinzipien ihrer eigenen sozialistischen Demokratie nicht gerecht geworden zu sein, sie nicht mit Leben erfüllt zu haben und sie zunehmend zu einem formalen Ritual verkommen lassen zu haben.

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Das ist natürlich schwer zu sagen, da wir es hier mit einem sehr langen Zeitraum zu tun haben. Grob kann man sagen, dass die Macht der einzelnen Kaiser im Wesentlichen von ihrer eigenen Hausmacht abhing. War diese groß genug, um sich gegen die Fürsten des Reiches durchzusetzen, war auch die Macht des gewählten Königs bzw. Kaisers groß.

Die Ursachen für die im Laufe der Zeit schwindende Macht sind vielfältig. Es lassen sich aber drei Hauptursachen benennen, die sich wiederum gegenseitig bedingten und beeinflussten.

Das war zum einen das Prinzip der Königswahl. Das Kräfteverhältnis zwischen Adel und König entschied darüber, ob Königswahl oder dynastische Erbfolge sich durchsetzte. Daraus ergab sich das Interesse des Adels und später der Kurfürsten, niemals einen König zu wählen, der in der Lage wäre, die dynastische Erbfolge durchzusetzen. So konnte der König im Bestreben erstens gewählt und zweitens seinen Nachfolger zu designieren um Zugeständnisse erpresst werden.

Eine weitere Ursache war die Italienpolitik, mit der die Könige nicht nur ihre Kaiserkrönung betrieben, sondern auch versuchten, die Herrschaft über Nord- und Mittelitalien zu erlangen bzw. abzusichern. Denn diese Gebiete gehörten zu den reichsten und am meisten entwickelten in Europa. Für diese Politik brauchten die Könige Ruhe im Reich nördlich der Alpen und die militärische Unterstützung der Fürsten, die diese sich wiederum mit Zugeständnissen und Privilegien vergelten ließen.

Und dann spielte natürlich auch das Papsttum eine Rolle, dass an einer entscheidenden Mitsprache bei der Königswahl und Kaiserkrönung interessiert war. Den Investiturstreit und dessen Folgen erwähntest du ja schon.

Aus dieser Gemengelage ergab sich ein fortschreitender Machtverlust des Königs und Kaisers und ein Machtgewinn der Reichsfürsten, bis diese es sich leisten konnten, die Würde eines erwählten deutschen Königs und römischen Kaisers de facto per Erbfolge den Habsburgern zu überlassen.

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Das ist ganz interessant:

https://www.faz.net/aktuell/stil/mode-design/hose-als-politisches-kleidungsstueck-15205717.html?printPagedArticle=true#pageIndex_0

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Diese Art der Ehrenbezeugung mit der für uns überzogen wirkenden Blickwendung hin zum zu Grüßenden gehört zum Exerziereglement der russischen Armee. Das war übrigens schon in der Sowjetarmee so.

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Fahren ohne Fahrerlaubnis ist gemäß § 21 des Straßenverkehrsgesetzes (StVG) eine Straftat und wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft. Dabei richten sich die Geldstrafen nach dem Einkommen der straffällig gewordenen Person.

Außerdem ist es ein A-Verstoß, das heißt es bringt zusätzlich drei Punkte in Flensburg ein. Es kann im Falle eines Unfalls auch versicherungsrechtliche Konsequenzen haben, von der KfZ-Haftpflichtversicherung bis hin zur Rentenversicherung.

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Ersatzlos streichen

Der ist genauso anachronistisch wie der § 218.

Frauen dürfen nicht informiert werden und sollen so entmündigt oder unmündig gehalten werden. Das ist ein mittelalterliches, reaktionäres Relikt und gehört auf den Müllhaufen der Geschichte.

Die Verteidigung dieses Schandparagrafen ist eines der Rückzugsgefechte der (religiösen) Rechten gegen Aufklärung und Emanzipation.

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Die Familie kriegt keine gefaltete amerikanische Flagge. Die muss sie sich selbst kaufen, wenn sie eine will.

Aber sie bekommt ein Trompetensolo - "Ich hat' einen Kameraden". Mit etwas Glück beherrscht der Trompeter sein Instrument.

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Wild Card

Das ist schwierig zu sagen, denn es kommt darauf an, welche Auswirkungen diese Affäre auf die Umfragewerte hat bzw. haben wird.

Ich fürchte, dass die Wählerklientel der AfD sich davon nicht beeindrucken lässt und die Denkzettelwähler sich von so etwas auch nicht abhalten lassen. Solange das aber so ist, solange wird es in der AfD auch keine Bewegungen geben, die auf große Auseinandersetzungen oder gar auf Spaltung hinauslaufen.

Fazit: Ein schöner Gedanke, nicht weniger, aber leider auch nicht mehr.

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Es ist gesicherte Erkenntnis, dass nach dem gegenwärtigen Stand der kriminologischen Forschung die Abschreckungswirkungen von Androhung, Verhängung und Vollzug von Strafen eher gering ist. Für den Bereich der leichten bis mittelschweren Kriminalität wurde festgestellt, dass Höhe und Schwere der Strafe keine messbare Bedeutung haben. Es wurden auch keine Anhaltspunkte dafür gefunden, dass eine Verschärfung des Strafrechts das Rechts- und Unrechtsbewusstsein der Bürger und deren Bereitschaft sich gesetzeskonform zu verhalten positiv beeinflussen würde. Tendenziell wurde sogar festgestellt, dass nach härteren Sanktionen die Rückfallrate bei vergleichbaren Tat- und Tätergruppen höher ist.

Härter Strafen oder gar die Verhängung der Todesstrafe hätten also keine Auswirkung auf die Kriminalität.

Der Schrei nach härteren Strafen dient lediglich der alttestamentarischen Sühne und der Befriedigung eines archaischen Bestrafungsbedürfnisses, also dem Schrei nach Rache. Das kann aber in einer aufgeklärten, humanistischen Gesellschaft keinen Platz haben.

Für Anhänger autoritärer Strukturen - Antidemokraten - ist das Gekreische nach härteren Strafen charakteristisch und an deinen Kommentaren mit Folterphantasien kann man auch sehen wes Geistes Kind du bist.

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Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, war auch in der DDR eine Herausforderung. Es war aber bedeutend einfacher als heute, weil erstens die Kinderbetreuung besser war, es zweitens auch andere begleitende soziale Maßnahmen gab, die das erleichterten und drittens Kinder kein Hindernis waren, einen Job zu bekommen.

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Preußen war zweigeteilt. Westpreußen unterstand der polnischen Krone und im Herzogtum Preußen (Ostpreußen), hervorgegangen aus dem Deutschen Ordensstaat, herrschte besagter Friedrich, der im Nebenberuf auch noch Markgraf von Brandenburg und Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches war.

Der wollte nun eine Beförderung (Standeserhöhung). Im Heiligen Römischen Reich war das nicht möglich, denn das hatte schon einen König, der auch Kaiser war. In langwierigen Verhandlungen mit dem Kaiser holte sich dieser Friedrich das Zugeständnis, außerhalb des HRR König werden zu dürfen. Ostpreußen gehörte nicht zum HRR, weshalb es sich anbot, sich dort vom Herzog zum König zu befördern. 1771 setzte er sich in Königsberg selbst die Krone aufs Haupt

Wenn er sich nun König von Preußen genannt hätte, hätte er damit Anspruch auf ganz Preußen angemeldet, also auch auf den Teil, der der polnischen Krone unterstand (Preußen Königlichen Anteils). Auf den in diesem Fall unweigerlich folgenden Ärger hatte Friedrich keine Lust. Deshalb nannte er sich nur König in Preußen.

Das machte ihn zwar zum Gespött an den anderen europäischen Königshöfen, war ihm aber letztlich egal - König ist König und immer noch mehr als Markgraf, Kurfürst oder Herzog.

Erst sein Enkel Friedrich II. nannte sich König von Preußen, als er sich 1772 mit der ersten polnischen Teilung auch Westpreußen einverleibt hatte.

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Das ist der Neoliberalismus, der die Gesellschaften entsolidarisiert und Sozialdarwinismus im Schlepptau hat. Die sozialen Kluften vergrößern sich, setzen breite Kreise und Schichten unter Druck und bedrohen deren ökonomische Existenz und ihren sozialen Status.

Der Ausweg wird in Nationalismus und Abschottung gesucht, weil man unfähig ist, diese Entwicklung als ein Problem von oben und unten zu sehen und wähnt, es wäre eines von innen und außen, das man lösen kann, indem man die vermeintliche "äußere Bedrohung" aussperrt.

Verstärkend kommt hinzu, dass Organisationen wie die EU nicht als soziale Organisationen agieren, sondern als Unionen der Banken und Konzerne. Demokratische Mitbestimmung wird zunehmend abgebaut und Entscheidungskompetenzen der Privatwirtschaft übertragen. Man denke nur an die diversen "Freihandelsabkommen".

Alle Parteien, die diese Neoliberalisierung seit Jahrzehnten betreiben, tragen die Schuld für das Aufkommen der Rechten.

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Kompliment, du hast ein feines Gespür, denn das kann durchaus sein.

Weronika Krascheninnikowa, Mitglied des Parteivorstands von »Einiges Russland« und Beraterin der Medienholding »Rossija Segodnja«, die u. a. das Portal Sputniknews betreibt, warb im September in einem Beitrag für die russische Zeitschrift Ekspert und anschließend in mehreren Fernsehinterviews dafür, diese Strategie zu beenden. Sie diene Russlands Interessen nicht; und sie beruhe auch nicht auf inhaltlichen Gemeinsamkeiten. Etwa die antiislamische Stoßrichtung der westeuropäischen Rechten würde, auf Russland übertragen, zu einer unmittelbaren Destabilisierung der innenpolitischen Lage führen. Der Islam, so Krascheninnikowa ausdrücklich, sei ein Teil der russländischen Kultur und seit Jahrhunderten im Lande präsent.

https://www.jungewelt.de/artikel/341807.gef%C3%A4hrliche-taktik-ausgeflirtet.html?sstr=lauterbach%7Crussland

Ich empfehle, den ganzen Artikel zu lesen.

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Legalisierung: Ja bitte!

Ich halte nichts davon, eine Droge für harmlos zu erklären. Allerdings muss man abwägen, ob diese Droge im Vergleich mit anderen legalen Drogen wirklich verboten werden muss.

Wenn man dann noch sieht, dass ein Verbot außer einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für Polizei und Justiz nichts bewirkt, dann bin ich für eine Legalisierung. Ich sehe da nur positive Effekte, weil die Zahl den Konsumenten erstens kaum steigen und wenn doch, der Alkoholkonsum erwartbar sinken dürfte. Und im Vergleich mit Alkohol ist Cannabis die harmlosere Droge.

PS: Außer Alkohol habe ich noch nie eine andere Droge angerührt.

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10. Oktober 1962, im Spiegel erscheint der Artikel "Bedingt abwehrbereit" und löst die Spiegel-Affäre aus. Das ist für die Bundesrepublik ein Meilenstein gewesen, wurde doch der massive Versuch der Regierung, die Presse mundtot zu machen, abgewehrt und die Rolle der Presse gestärkt. Das ist für die weitere Entwicklung der Bundesrepublik von nicht zu überschätzender Bedeutung.

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Welche Bilanz müssen wir ziehen? Eine erschreckende!

In den letzten 17 Jahren wurden in den Ländern der „westlichen Wertegemeinschaft“ , vor allem in den USA, zahlreiche Maßnahmen eigeleitet, die man davor nur undemokratischen Diktaturen zugetraut hatte.

Inhaftierungen ohne Gerichtsurteil, gezielte Tötungen ohne Anklage und Urteil, anlasslose Überwachung sind immer weniger infrage gestellte Realität, die Bundesrepublik mischt dabei kräftig mit und assistiert den US-Amerikanern. in den USA müssen wir eine systematische Aushöhlung von Menschen- und Bürgerrechten, eine zunehmende Konzentration von Entscheidungsgewalt in den Händen der Exekutive sowie ein Ausbau des nationalen Sicherheitsstaates konstatieren. Aus dem Ausnahmezustand ist ein Normalzustand geworden.

Aber auch in Europa und Deutschland sind diese Entwicklungen zu verzeichnen. in Frankreich hat nach den Terroranschlägen von 2015 fast zwei Jahre lang ein verfassungsrechtlicher Ausnahmezustand gegolten. Viele der damals erlassenen Befugnisse für Polizei und Militär wurden anschließend in einem Anti-Terror-Gesetz dauerhaft verankert. Großbritannien hat im Irak einen seiner Staatsbürger durch einen Drohnenangriff töten lassen, ohne auch nur der Versuch einer juristischen Begründung zu unternehmen.

Polizeien und Geheimdienste in nahezu allen europäischen Ländern fordern immer neue Kompetenzen zur Überwachung der Kommunikation, auch in Deutschland. Aktuell sind neue Polizeigesetze in mehreren Bundesländern in Arbeit oder bereits verabschiedet worden, die unter dem Deckmantel, den internationalen Terrorismus zu bekämpfen, die bürgerlichen Freiheitsrechte bis zur Unkenntlichkeit beschneiden. Der Krieg gegen den Terror hat bei uns mit vorsätzlich geschürter Terrorhysterie den Weg zum Polizeistaat geebnet.

Der Terrorismus selbst ist aber stärker geworden. Al Qaida wurde nicht vernichtet und wir haben es mit einem weltweiten Jihadismus zu tun. Allein der syrische Ableger von Al Qaida zählt heute laut Angaben des Syrian Observatory for Human Rights gut 30.000 Kämpfer. Diese sind aber im Kampf gegen Assad mehr als willkommen und werden zu Rebellen erklärt. Nicht nur daran ist zu erkennen, dass der Krieg des Westens „gegen den Terror“ alles Mögliche ist, aber kein Krieg gegen den Terror.

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In Verwaltung steckt das alte deutsche Wort walten. Walten bedeutet, etwas oder über etwas zu gebieten, bestimmen, herrschen usw.

Eine Verwaltung ist also eine Einrichtung, die im Rahmen der Gesetze bestimmte Angelegenheiten regelt, kontrolliert und überwacht, aber auch entscheidet und bestimmt.

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Bei allen Gefahren, die die damals noch nicht christliche Seefahrt beinhaltete, so war sie doch vorwiegend als Küstenschifffahrt relativ sicher und allemal bequemer und vom Transportvolumen her effizienter als jeder Weg über Land, durch unwegsames Gelände.

Es ging auch weniger um Entdeckungen, als vielmehr um gute Standorte für Neugründungen von Kolonien.

So erklärt sich auch, dass die Griechen bis ins Schwarze Meer (Pontos Euxeinos) vordrangen, das ja fast "um die Ecke" lag, sich aber kaum jenseits der Säulen des Herakles (Straße von Gibraltar) wagten, denn dort war das Ende der Welt. Und die dunklen Wälder des Nordens, wo die Stammler (Barbaren) wohnten, waren den Griechen sowieso suspekt.

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Prinzipiell finde ich diese Widerspruchslösung gut und ich bin auch überzeugt, dass man damit viele Leben retten könnte.

Ich kann aber auch verstehen, wenn man in einem profitorientierten Gesundheitswesen erhebliche Bedenken bezüglich einer Organspende bekommt. Wissen wir doch:

Das Kapital hat einen Horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.

Es dürfte schwierig sein, nur an die Lauterkeit der Handelnden zu glauben.

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Marx Thesen korrekt? Fragen zum 'Manifest der Kommunistischen Partei'?

Hallo, ich erarbeite mir momentan für die Schule als Hausarbeit mithilfe des 'Manifest der Kommunistischen Partei' Kapitel 3 (zum Nachlesen: http://gutenberg.spiegel.de/buch/manifest-der-kommunistischen-partei-4975/3 ) einige Kernpunkte der Marx'schen Position zur damaligen Zeit für den Geschichtsunterricht.

Dabei sind einige Fragen entstanden und ich habe einige Aussagen aus dem Text herausgelesen, von denen ich mir unsicher bin ob sie so tatsächlich stimmen. Da ich nicht direkt zu meinem Lehrer rennen will wollte ich euch einfach mal meine Fragen und unsicheren Thesen darlegen, in der Hoffnung das einige von euch mir helfen können:

1) Gibt es einen Unterschied zwischen Produktivkräften und Arbeitern/Proletariat? Nein oder, Produktivkräfte verkaufen ebenso ihre Arbeitskraft (ist denen ihre Arbeitskraft produktiver?) daher sind das 2 Worte für 1 'Sache' sprich Produktivkräfte setzen den Proletariat zusammen. Oder?

2) Die Kapitalisten (auch Bourgeoisie (B.) genannt) und die Proletarier sind gespalten aufgrund von einem Gegenstand (meint das das Kapital als spaltende Macht? -> Achtung, diese Antwort liegt ja auf der Hand doch ich habe Angst es könnte eine Fangfrage sein)

3) Mit welcher Legitimation herrscht die Bourgeoisie über die Proletarier? Ist das Kapital die Legitimation oder die Arbeitsverhältnisse (zb die Fabriken der B. während das Proletariat nur Arbeitskraft hat) oder greift Marx noch eine andere legitimation der 'Herrschaft' der B. auf (selbstverständlich ist mir klar das Marx diese Argumente der legitimation später entmachtet doch er analysiert ja zunächst und ich suche nach dem Ergebnis dieser Analyse, --> warum herrscht die B. über das Proletariat?)

4: Ist diese Aussage richtig: In den Zeiten des 19 Jhd. sah Marx im Gegensatz zu den meisten liberal/nationalistisch/republikanischen Bewegungen nicht die Positiven Herrscher (sprich Fürsten, Könige usw.) als Feind sondern die Kapitalistischen Mächte die durch Geld unterdrückten. Er hielt die B. für weitaus mächtiger als jegliche Fürsten und Herrscher. (Oder habe ich da einen Denkfehler und die B = Fürsten & Herrscher?)

PS: Nein: Ich bitte euch hier nicht meine Hausaufgaben zu machen, wie ihr seht habe ich mir selbst einige Gedanken gemacht, außerdem könnte ich auch jederzeit meinen Lehrer fragen - ich würde nur gerne eine perfekte Arbeit abliefern und bin aufgrund der Sprache und der Dichte an Argumenten in dem Kapitel leicht verwirrt bzw. habe angst das wesentliche zu verlieren - ich hoffe einige Leser des Buches unter euch die sich besser mit Marx auskennen als ich können mir weiterhelfen.

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Produktivkräfte sind alle Kräfte, die der Mensch einsetzt, um zu produzieren.

Die wichtigsten Produktivkräfte sind die Menschen mit ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten. Das Proletariat gehört also dazu. Weiter sind Wissenschaft, Technologie und Organisation der Produktion wichtige Produktivkräfte.

Die kapitalistische Gesellschaft ist in zwei (Haupt)klassen unterteilt, das Proletariat und die Bourgeoisie. Diese beiden Klassen unterscheiden sich durch ihre Stellung zu den Produktionsmitteln. Die Bourgeoisie besitzt die Produktionsmittel und das Proletariat nicht. Deshalb sind die Angehörigen des Proletariats gezwungen, das einzige, was sie haben, nämlich ihre Arbeitskraft, an die Besitzer der Produktionsmittel, also die Bourgeoisie, zu verkaufen.

Aus diesem Verhältnis leitet sich auch die Herrschaft der Bourgeoisie ab. Der einzelne Proletarier ist gegenüber dem Kapitalisten in der schwächeren Position und muss sich deshalb dessen Bedingungen unterwerfen.

Die Kapitalisten mit ihrer wirtschaftlichen Macht haben die Möglichkeit, den Staat nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. So wird der Staat mit seinen Gesetzen, seinem Bildungswesen, seiner Sozialpolitik so gestaltet, dass sich an der Macht der Kapitalisten nichts ändert. Dazu gehört auch eine "Abteilung Agitation und Propaganda", die nicht müde wird zu erklären, warum die Herrschaft der Kapitalisten erstens gar keine richtige Kapitalistenherrschaft sein soll und zweitens die beste aller Herrschaften ist, weshalb sich eine Alternative dazu auch nicht lohne.

Marx hasste übrigens die Bourgeoisie nicht. Er bescheinigte ihr eine revolutionäre Rolle bei der Überwindung des Feudalismus und eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der Produktivkräfte. In diesen von der Bourgeoisie vorangetriebenen Prozess entstand auch das Proletariat. So schuf die Bourgeoisie also die Klasse, die sie dringend braucht, denn kapitalistische Wirtschaft funktioniert nicht ohne Proletariat. Gleichzeitig schuf die Bourgeoisie mit dem Proletariat "Ihre eigenen Totengräber", denn die Überwindung der Herrschaft der Bourgeoisie ist ureigenstes Interesse, des Proletariats.

Dazu braucht das Proletariat aber echte Macht und die kann es nur bekommen, wenn es sich eint und gemeinsam für seine Interessen kämpft. Darum endet das Manifest mit dem Satz:

Proletarier aller Länder vereinigt euch!

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Nö, das kann man so nicht sagen.

Die öffentlich-rechtlichen genießen zwar einen Ruf wie Donnerhall in dieser Beziehung, werden dem aber schon seit vielen Jahren nicht mehr gerecht. Deren Nachrichten sind in den letzten Jahren immer tendenziöser und propagandistischer geworden.

Im Vergleich mit den Nachrichten der privaten Sender oder gar der privaten Nachrichtensender wie Springers WELT erscheinen sie zwar wie die Bewahrer seriösen Journalismus, was aber auch kein besonders großes Kunststück ist. Unter den Blinden ist der Einäugige eben König.

Der Rundfunkbeitrag ist also kein Beitrag zur Bewahrung einer angeblich unverzichtbaren Institution, sondern ein Beitrag zur Abwehr maximaler Verblödung.

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Vielleicht findet man einen Ansatz für die Beantwortung der Frage, wenn man wirtschaftliche Entwicklung nicht als Folge der Reformation versteht, sondern die Reformation als Folge wirtschaftlicher und sozialer Entwicklungen.

Wirtschaftliche Entwicklungen bedingen auch sozio-kulturelle Entwicklungen. Mit dem Entstehenden Bürgertum, seiner wachsenden ökonomischen Potenz, erwachte auch ein Bewusstsein dieser neuen Schicht, das nicht in das festgefügte Weltbild des Mittelalters passte. Die Reformation ist ein Ausdruck dieser Entwicklung genau wie der Aufschwung der Wissenschaften. Mit dem reformierten Glauben hat sich das aufstrebende Bürgertum seine eigene zeitgemäße Konfession geschaffen, mit der es aus der Enge der mittelalterlichen Welt ausbrach.

Es kommt nicht von Ungefähr, dass mit der Reformation auch der berühmte protestantische Arbeitsethos Einzug hielt. Ich verweise hier nur auf Max Weber.

Was die entwickelten Industrieregionen in Frankreich und in Belgien (ehemals spanische Niederlande) angeht, so denke ich an die blutige Gegenreformation von oben, die zwar den Protestantismus zurückdrängte aber nicht die dem zugrunde liegenden Entwicklungen.

So weit, so grob, so unvollständig. Die Richtung stimmt aber. :-)

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Nein, das ist nicht strafbar, es hat aber ungefähr die gleiche Qualität als wenn du ihn als Diktator und Massenmörder bezeichnen würdest. Es wäre viel zu undifferenziert und propagandistisch gefärbt.

Assad ist immer noch der gewählte und damit legitime syrische Präsident, unabhängig wie gut oder wie schlecht er ist. Er würde auch die nächsten Wahlen gewinnen, selbst wenn diese nach westlichen Maßstäben durchgeführt werden würden.

Entscheidend ist aber, dass er der größte Stabilitätsfaktor in Syrien ist, ohne ihn wird es dort keinen Frieden geben können. Wer das trotzdem versucht, betreibt die Zerschlagung Syriens als Staat und seine territoriale Aufteilung.

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Die Frage wird sich immer wieder stellen, solange unsere Art und Weise Wirtschaft zu betreiben, eine auf den Job gerichtete Selbstoptimierung verlangt. Da bleibt Familie, bleiben Kinder auf der Strecke.

Wer sich dem entzieht und sich sogar für Kinder entscheidet, sieht sich einem exorbitant erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt. Somit ist es nicht einmal eine freie Entscheidung, sondern eine dem ökonomischen Zwang geschuldete.

Jetzt kann man natürlich drüber nachdenken, wie man das ändert.

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Ist rechtsextremes Gedankengut, mit Rassismus, Chauvinismus, mit Sozialdarwinismus, mit Hetze gegen andere Menschen weil sie eine andere Hautfarbe, andere Religion oder andere sexuelle Orientierung haben wirklich eine gleichberechtigte Meinung, die es auch noch wert wäre, diskutiert zu werden?

Ist Menschenverachtung diskussionswürdig? Wollen wir wirklich ernsthaft und ergebnisoffen darüber diskutieren, ob man Menschenwürde und Menschenrechte - und damit meine ich nicht nur die kodifizierten - mit Füßen treten darf, kann oder sollte?

Soll man wirklich rechte Hetze adeln, indem man sie mit einem Diskussionsangebot aufwertet? Ist hier wirklich jemand ernsthaft der Meinung, dass es rechten Hetzern auf Diskussion ankäme?

Wer dieser rechten, menschenverachtenen Hetze eine Plattform bietet, sorgt dafür, dass sie Normalität wird, dass sie immer mehr akzeptiert wird und jeden Diskurs ersetzt wird durch einen Scheindiskurs, der in Wirklichkeit nur rechtes Gebrüll ist.

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Da bei den Radiosendern der DDR vorwiegend Unterhaltungsmusik (Schlager, Rock/POP) lief und diese sich an den Moden aus dem Westen orientierte, wurde in den Programmen kaum Musik aus der Sowjetunion gespielt.

Beim Schlager kam es auch mal vor, dass sowjetische Interpreten mit der einen oder anderen Nummer Erfolg hatten wie beispielsweise Alla Pugatschowa. Deren Lieder wurden aber mit einem deutschen Text versehen.

In der Radio-Unterhaltungsmusik der DDR waren Lieder aus der Sowjetunion seltene Exoten.

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In der frühen Neuzeit, wo sich schon der Kapitalismus mit seinen Frühformen ankündigte, War das Verlagswesen eine Form der Produktion. Das war besonders in der Textilherstellung anzutreffen.

Die Verleger, z. B. die Fugger, beschaffte Rohstoffe und gaben diese an Heimhandwerker, die diese Rohstoffe zu Erzeugnissen verarbeiteten und diese an die Verleger wieder ablieferten. Dafür bekamen sie vom Verleger ein Entgelt.

Die Heimarbeiter waren auf die Aufträge der Verleger angewiesen. Die Verleger bestimmten die Preise und bezahlten nach Menge und Qualität der abgelieferten Erzeugnisse. Dabei oblag die Beurteilung von Menge und Qualität den Verlegern. So hatten die Verleger die Heimarbeiter in der Hand und bezahlten nur derart wenig, dass die meisten dieser Heimarbeiter in bitterer Armut lebten.

So stießen sich die Fugger schon am Anfang ihres Aufstieges durch Ausbeutung anderer gesund.

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Die Frage ist verständlich, wenn man unterstellt, dass das eingetretene Ergebnis nicht gewollt war.

Wenn man aber davon ausgeht, dass die diplomatischen und medialen Folgen beabsichtigt waren, dann bekommt das alles auch einen Sinn. Die Leitmedien lassen keine Möglichkeit aus, die Kriegsbereitschaft der Bevölkerung gegen Russland zu erhöhen.

Auch wenn der Fall Skripal kriminalistisch, forensisch und juristisch ein Rohrkrepierer war, sein propagandistisches Ziel hat er erreicht.

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Weil der mögliche Gewinn aus dem Iran-Handel nicht ansatzweise die drohenden Verluste beim US-Handel wettmachen kann. Und natürlich, weil durch den Aussenhandelsüberschuss der EU gegenüber den USA die EU bei einem Wirtschaftskrieg mehr zu verlieren hat.

Die Krämerseelen werden sich durchsetzen und die EU wird sich fügen. Natürlich ziert man sich noch ein wenig, aber es wird so kommen.

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Guck Dir mal die Karte der Sowjetunion (nicht Russland) an, meinetwegen nur den europäischen Teil und dann sieh dir mal die Geschichte Russlands und der Sowjetunion an bis 1940.

Glaubst du wirklich, ein solches Land hätte sich in einem Blitzkrieg erobern lassen? Glaubst du wirklich, dieses Land hätte aufgegeben, selbst wenn Moskau gefallen wäre?

Das faschistische Deutschland hatte gar nicht die nötigen Ressourcen dieses Land zu erobern, es besetzt und unter Kontrolle zu halten. Der Krieg gegen die Sowjetunion war ein einziges Vabanquespiel, ein alles oder nichts, das bereits im Winter 1941 vor Moskau scheiterte.

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Lassalle: Ich sehe in der Krone den natürlichen Träger der sozialen Diktatur im Gegensatz zum Egoismus der bürgerlichen Gesellschaft. Die Krone sollte sich jedoch in ein soziales und revolutionäres Volkskönigtum verwandeln.

Bismarck: Ha, ha, ha, Revolution von oben ...
... warum nicht?

Lassalle: Der Arbeiterstand fühlt sich instinktmäßig zur Diktatur geneigt, wenn dieselbe in seinem Interesse ausgeführt wird.

Bismarck: Ich sehe, wir haben gemeinsame Feinde, die Liberalen und die Fortschrittspartei.

Lassalle: Ja, die Bourgeoisie ...

Bismarck: Und wie viele Arbeiter sind unter Ihrem Dach des ADAV versammelt?

Lassalle: Vierhundert, Exzellenz, und es werden bald sechshundert sein.

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ad absurdum führen - das Widersinnige nachweisen

Vorschlag:

So konnten auch Antidemokraten wie Hindenburg demokratisch zum Reichspräsidenten gewählt werden, wodurch der Widersinn dieser Form der Demokratie deutlich wurde.

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Schlecht

Damit wird Bayern zum Polizeistaat. Das kann niemand wollen, der noch klar bei Verstand ist.

Wer Sicherheit mit allen Mitteln gewährleisten will, der stellt letztlich alles zur Disposition, was der Rechtsstaat an Regeln zur Vorbeugung, Aufklärung und Verfolgung von Straftaten eingeführt hat. Wer hier den großen Kehraus veranstaltet, der kehrt, angeblich oder vermeintlich zur Verteidigung des Rechtsstaates, genau das weg, weswegen dieser Rechtsstaat verteidigt werden muss. Dann stirbt die Freiheit an ihrer Verteidigung. (Heribert Prantl)
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Marx Leistung bestand weniger in der Kritik an Verhältnissen, die andere vor ihm aus den unterschiedlichsten Gründen auch schon geübt hatten. Seine Leistung bestand neben der Begründung des dialektischen und historischen Materialismus als Philosophie in der gründlichen und immer noch aktuellen Analyse des Kapitalismus. Dabei stützte er sich natürlich auch auf die Arbeiten anderer Philosophen und Ökonomen.

Ihm ging es nicht um Reform, nicht darum, einen unhaltbaren Zustand erträglicher zu machen, ihm ging es um eine Gesellschaft, in der die Ursachen für Ausbeutung und Unterdrückung beseitigt sind. Und dazu ist es notwendig, diese Ursachen zu kennen und zu benennen. Er erkannte diese Ursachen in der Art und Weise, wie im Kapitalismus gewirtschaftet wird, worauf die Wertschöpfung basiert und wer sich diese geschaffenen Werte aneignet.

Frappierend ist, wie er die Globalisierung als folgerichtige Entwicklung des Kapitalismus voraussah und wie er erkannte, dass sich daraus ein Bedeutungs- und Machtverlust nationaler Regierungen ergeben würde.

Was ich am Kapitalismus gut finde? Hm, ...
... unbestreitbar ist, dass er die Entwicklung der Produktivkräfte in einem schier unglaublichen Maße förderte, darin besteht auch seine "historische Mission".

Unbestreitbar ist aber auch, dass der zum Kapitalismus zwingend gehörende Gegensatz zwischen arm und reich sich weiter verschärft und eine Lösung im Kapitalismus unmöglich ist.

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Der Grund war, dass Deutschland die Sowjetunion überfallen hatte und dort nicht nur 15 Millionen Zivilisten systematisch verhungern ließ und ermordete, sondern das Land auch aufs schlimmste verwüstete. Der Grund war auch, dass es die Sowjetunion zusätzlich 12 Millionen gefallene Soldaten kostete, also alles in allem ca. 27 Millionen Tote.

Ich finde es mehr als verständlich, dass die Sowjetunion sicher gehen wollte und den Sumpf, aus dem das mörderische Nazigesindel gekrochen war, trockenlegen wollte.

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Das ist eine Frage, die selbst in den USA strittig ist. Der Knackpunkt ist nämlich, was unter "natural born" zu verstehen ist.

Selbst John McCain, der als Kind zweier US-Bürger in der US-amerikanisch verwalteten Kanalzone von Panama geboren wurde, hatte damit Probleme und konnte nur kandidieren, weil der US-Senat für diese Kandidatur einen Beschluss gefasst hatte.

Damit ist das grundsätzliche verfassungsrechtliche Problem aber nicht geklärt.

Hier ist ein interessanter Artikel dazu:

https://www.tagesspiegel.de/politik/nicht-in-den-usa-geboren-darf-mccain-praesident-werden/1225974.html?print=true

Die „Washington Post“ verweist auf Charles Curtis, von 1929 bis 1933 Vizepräsident unter Herbert Hoover. Er wurde am 25. Januar 1860 in Kansas geboren, als dieses Gebiet noch nicht Teil der USA war. Niemand erhob Einspruch, obwohl die Verfassung verlangt, dass Vizepräsidenten die selben Voraussetzungen wie Präsidenten erfüllen müssen. Barry Goldwater kandidierte 1964, obwohl er 1909 in Arizona geboren wurde, das damals noch nicht Teil der USA war. Und George Romney trat 1968 an, obwohl in er Mexiko auf die Welt kam. Beide verloren die Wahl, so wurde die Frage nicht gerichtlich geklärt.
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Ethnie oder ethnische Gruppe (von altgriechisch ἔθνος éthnos „[fremdes] Volk, Volkszugehörige“) ist ein in den Sozialwissenschaften (insbesondere der Ethnologie) verwendeter Begriff. Er bezeichnet eine abgrenzbare Menschengruppe, der aufgrund ihres intuitiven Selbstverständnisses und Gemeinschaftsgefühls eine eigenständige Identität als Volksgruppe zuerkannt wird. Grundlage dieser Ethnizität können gemeinsame Eigenbezeichnung, Sprache, Abstammung, Wirtschaftsweise, Geschichte, Kultur, Religion oder Verbindung zu einem bestimmten Gebiet sein. (Wiki)

Wenn man das zugrunde legt und berücksichtigt, was du schreibst:

wir sprechen russisch essen russisch ......... etc.

dann bist du Russe.

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Olaf Scholz
  • Nahles bringt sich in Stellung, ist aber momentan noch nicht staatsfraulich genug. Das Bätschi-Image muss abgelegt werden.
  • Michael Müller hat als Berliner keine Chance gegen die großen Landesverbände. Seine Zusammenarbeit mit der Linkspartei wird ihm dabei auch nicht helfen, es sei denn, die SPD würde auf Bundesebene ernsthaft auch darüber nachdenken. Das ist aber eher unwahrscheinlich.
  • Stefan Weil als niedersächsischer MP hat da schon mehr Chancen, ob er aber auch wollen will?
  • Manuela Schwesig, MP von MeckPomm, zu viel Ossi, zu farblos, zu kleiner Landesverband.
  • Katherina Barley, gilt innerhalb der SPD als links, ist aber durch ihren Ministerposten in einer GroKo bei den nächsten Wahlen desavouiert.
  • Malu Dreyer hat ein zu großes gesundheitliches Risiko, diese Tortur durchzustehen.
  • Olaf Scholz als Rechtsaußen und Kandidat des Seeheimer Kreises und von Goldmann Sachs hat auch gute Chancen.

So werden es wohl Scholz, Nahles und Weil unter sich ausmachen, so wie es momentan aussieht. Wobei Scholz wohl die größten Chancen hat. Als Finanzminister kann er sich wie auch immer profilieren und hätte wohl auch die Unterstützung der Wirtschaft.

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Aus dem Siedlungsraum der Sachsen ging das mittelalterliche Stammesherzogtum Sachsen hervor.

Das Kerngebiet des Herzogtums umfasste links von Elbe und Saale das bestehende Niedersachsen (ohne Ostfriesland), Bremen, die Landesteile Westfalen und Lippe des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und den westlichen Teil Sachsen-Anhalts. Es teilte sich (von Westen nach Osten) in Westfalen (Westfalia), Engern (Angaria) und Ostfalen (Ostfalia). Rechts der Elbe umfasste es im Norden Nordalbingien ( Dithmarschen, Holstein und Stormarn), im Nordosten kamen unter Heinrich dem Löwen kurzzeitig Teile des heutigen Mecklenburg hinzu.

Im Laufe der Geschichte ging der Titel eines sächsischen Herzogs durch dynastische Vererbung über die Askanier auf die Wettiner über. Dieser Titel wurde dann auch namensgebend für das Herrschaftsgebiet der Wettiner rund um die Markgrafschaft Meißen.

So wurde im späten Mittelalter bzw. der frühen Neuzeit zunehmend eine Unterscheidung zwischen dem alten Stammesherzogtum Sachsen und dem wettinischen Sachsen vorgenommen. Für das alte Stammesherzogtum wurde zunehmend die Bezeichnung Niedersachsen verwendet.

So kommt es, das drei Bundesländer Sachsen als Namen oder Namensbestandteil haben. Niedersachsen und Sachsen-Anhalt haben den Namensbestandteil, weil auf ihrem Territorium der Stamm der Sachsen siedelte und das mittelalterliche Stammesherzogtum lag und der Freistaat Sachsen heißt so, weil die Wettiner als dortige Herrscherdynastie den Titel eines Herzogs von Sachsen trugen.

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Schlechtes Gesetz

Ich nenne nur mal die im Polizeigesetz eingeführte unbestimmte Präventionshaft. War bis dahin ein polizeilicher Gewahrsam von maximal 14 Tagen möglich, so ist jetzt eine Obergrenze für die Haft bei "drohenden Gefahren" durch beliebige Personen nicht mehr vorgesehen. Der präventive Freiheitsentzug, also eine Einsperrung ohne Anklage, ohne Prozess und ohne Urteil, kann jetzt in Bayern theoretisch bis ins Unendliche ausgedehnt werden. Er muss lediglich von einem Richter oder einer Richterin alle drei Monate genehmigt werden.

Damit kann man sich missliebiger Personen entledigen, ohne sie vor ein ordentliches Gericht zu stellen, ohne dass sie eine Straftat begangen haben. Sie müssen nur als Gefährder eingestuft werden. Und diese Einstufung erfolgt nach willkürlich festgelegten politisch motivierten Kriterien.

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Russland und Europa könnten sich sehr gut vertragen, doch GB und USA wäre das ein Greuel.

Die USA würden nicht nur Einfluss in Europa verlieren. Mit einer EU und deren wissenschaftlich-technischen und industriellen Potenzial durch Zusammenarbeit mit Russland und seinen Reichtümern verbunden, könnte ein Wirtschaftsraum entstehen, der den USA mehr als nur ernsthafte Konkurrenz macht.

Die Briten fürchten um ihren ohnehin schwindenden Einfluss auf dem Kontinent und wüssten, dass sie bei einer solchen Zusammenarbeit in der zweiten Reihe stünden und gegenüber Deutschland weiter an Boden verlieren würden.

Die von Putin vorgeschlagene Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok wurde deshalb auch nie ernsthaft von westlicher Seite diskutiert. Da waren Amis und Briten vor.

Die baltischen Staaten fürchten um die Basis ihres Geschäftsmodells, Frontstaaten gegen Russland zu sein und würden politisch an Gewicht einbüßen.

Polen, im Bestreben im Intermare-Sperriegel zwischen Russland und Westeuropa (Ostsee bis zum Schwarzen Meer; Baltikum, Polen, Ukraine) die Hegemonialmacht zu sein und sich so gegen Deutschland zu behaupten, müsste seine Ambitionen auch aufgeben.

Das macht die baltischen Staaten und Polen zu Verbündeten der US-Amerikaner in der EU, quasi zu Sachwaltern US-amerikanischer und britischer Interessen.

Deutschland ist hin- und hergerissen zwischen transatlantischer Treue, transatlantischen Wirtschaftsinteressen und den Wirtschaftsinteressen in Russland. Die symbolische Ausweisung von nur vier russischen Diplomaten ist dafür beredtes Zeugnis.

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Ein Alleinstehender bekommt 416 Euro im Monat als Regelsatz. Die "angemessenen" Kosten für Unterbringung (Miete und Nebenkosten) sind so gedeckelt, dass ALG-II-Empfänger in den meisten Fällen aus dem Regelsatz dazuzahlen müssen. Die Kommunen rechnen die angemessenen Unterkunftskosten vorsätzlich klein und berufen sich dabei auf von ihnen in Auftrag gegebene Gutachten. Die Gutachtenersteller handeln dann ganz im Sinne ihrer Auftraggeber. So ist die Behauptung, dass die Miete und die Nebenkosten bezahlt werden nur bedingt richtig.

Wie viel dazugezahlt werden muss, hängt natürlich vom Wohnungsmarkt ab und ob solche Wohnungen überhaupt verfügbar sind. Zuzahlungen von 50 Euro monatlich sind die Regel und teilweise geht es sogar bis zu 100 Euro. Wenn man jetzt auch noch Kosten für Kommunikation, Strom, Mobilität (ÖPNV) abzieht, dann bleiben den meisten deutlich weniger als 300 Euro monatlich, von denen sie sich ernähren und kleiden müssen, wovon sie Rücklagen für notwendige Ersatzanschaffungen bilden müssen und womit sie am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilnehmen sollen. Damit muss man nicht verhungern, das war es aber schon. Bei solchen prekären ökonomischen Verhältnissen ist ein menschenwürdiges Leben nicht möglich.

Die Bundesregierung rechnet die Sätze künstlich klein.

Seit einer Rüge vom Bundesverfassungsgericht im Jahr 2010 zieht sie dafür zu einem Teil die Lohnentwicklung, zum anderen die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes heran. Darin wird erfasst, was Haushalte für Nahrung, Kleidung und sonstiges jeden Monat ausgeben. Für die Sozialsätze wird nur der Konsum der ärmsten 15 Prozent zugrunde gelegt.
Laut Hans-Böckler-Stiftung registrierten die Statistiker in dieser Referenzgruppe bereits 2008 monatliche Ausgaben von 535 Euro neben der Miete und den Heizkosten.

https://www.jungewelt.de/artikel/328959.zum-leben-zuwenig.html?sstr=hartzIV%7Cregelsatz

Zur Erinnerung, der Regelsatz für einen Alleinstehenden im Jahr 2018 liegt bei 416 Euro. Das sind 119 Euro weniger als bereits zehn Jahre zuvor die ärmsten 15 Prozent der Bevölkerung brauchten.

Ja, mit Hartz-IV ist man arm, richtig arm.

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Das ist schwer zu sagen. Die Herrschaften haben sich dem Anschein nach extra herausgeputzt.

Am aussagekräftigsten dürfte der Ort sein, wo sie sich fotografieren lassen haben und der sieht nicht nach einer wohlhabenden Gegend aus. Das sieht nach Kleinbürgertum aus, keinen Hunger leidend aber auch weit davon entfernt wohlhabend zu sein.

Eine Firmenbelegschaft hätte sich wohl so positioniert, dass man die Firma anhand eines Schildes oder eines Gebäudes hätte identifizieren können.

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Befasse Dich mal mit dem Höfesterben in der Bundesrepublik und mit deren Ursachen.

Wenn Du das getan hast, dann verstehst du auch, warum es sinnvoll war, viele kleine Einheiten zu großen Einheiten zusammenzufassen. Dass es dabei auch Schwierigkeiten und manchmal Rückschläge gab, ändert nichts am Sinn dieser Maßnahme.

Die heutigen landwirtschaftlichen Großbetriebe, die aus den LPGen hervorgegangen sind, sind die produktivsten in ganz Deutschland.

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Kann eine gezielte Provokation überhastet sein?

Ob die Britische Regierung Urheber dieses Mordanschlages war ist genauso wenig bewiesen, wie die Urheberschaft Russlands. Bedenklich ist aber, wie dieser Mordanschlag instrumentalisiert wird, um die Welt wieder einen Schritt weiter an den Rand eines großen Krieges zu bringen. Die Art und Weise, wie das geschieht, die Vehemenz und die Geschwindigkeit deuten darauf hin, dass man in London und Washington offenbar glaubt, einen solchen Krieg noch gewinnen zu können, bevor Russland unangreifbar wird.

Zum Mordanschlag: Gemeinhin wird erzählt, dass das angeblich verwendete Nervengift "Nowitschok" exklusiv Russland zur Verfügung steht und deshalb nur Russland Täter sein könnte. Das ist aber falsch:

  • Bereits 1993 befürchtete das Stockholmer SIPRI, dass dieses Gift angesichts des Beinahe-Kollapses des russischen Staates in die Hände krimineller Banden gelangen könnte. Das SIPRI verangte damals Moskau finanziell zu unterstützen, damit es die Kontrolle über diese Bestände behält. Die Unterstützung blieb aber aus. [1]
  • Der erste Mord mit "Nowitschok" erfolgte 1995 an einem Banker und seiner Sekretärin. Der Mörder kaufte es bei einem Mitarbeiter des Instituts, das diesen Stoff entwickelt hatte. [2]
  • Im August 1999 begannen US-Experten mit dem Abbau einer Chemiewaffenfabrik in Usbekistan, in der das Gift hergestellt wurde. [3]
  • Der Nowitschok-Erfinder Vil Mirzayanov hat mehrfach darauf hingewiesen, dass die Chemikalie einfach zu produzieren sei: Man könne sie aus handelsüblichen Düngemitteln und Pestiziden mixen.[4]
  • Außerdem ist Vil Mirzayanov in den 1990er Jahren in die USA geflohen und hat dort mit seinen Kenntnissen nicht hinter den Berg gehalten.

Angesichts dieser Tatsachen ist die These, wonach nur Russland hinter diesem Anschlag stecken könne nicht haltbar. Es sprechen auch noch andere Überlegungen gegen diese These, die ich aus Platzgründen aber spare, die sich aber so zusammenfassen lassen: Russland hätte davon keinen Nutzen, nur Nachteile.

Zu möglichen britischen Beweggründen:

Unbestreitbar ist Russland zurück auf der politischen Weltbühne und weitet seinen Einfluss in Syrien, Nordafrika Afghanistan und anderen Ländern aus. Die einflussreiche Hamburger Körber Stiftung schätzt ein:

"2018 ist das Jahr, in dem sich Russland endgültig als globaler Player etabliert haben wird." [5] Dabei trete Moskau "gegenüber Europa und den USA ... mit neuem Selbstbewusstsein auf": Dies sei " geopolitische Realität".

Spätestens seit 2014 mit dem Putsch in der Ukraine versucht der Westen Russland weitest gehend erfolglos in die Schranken zu weisen. So hat Russland 2014 nicht nur erfolgreich die angestrebte Intervention des Westens in Syrien verhindert, sondern auch noch die Ukraine als Beute des Westens entwertet durch den Beitritt der Krim zur Russischen Föderation. In Libyen ist Russland ebenso Gegenspieler, wie in Afghanistan, wo Russland wieder bemerkenswerten Einfluss aufbaut und zunehmend eine Alternative zum Westen darstellt. Spätestens seit dem russischen Eingreifen in Syrien ist der vom Westen durch Bürgerkrieg betriebene Regime Change dort gescheitert.

Für den Westen ist das inakzeptabel, er eröffnet eine breite Front gegen Russland und Großbritannien will auch angesichts des Brexit eine Führungsrolle einnehmen, wozu das Vorpreschen gegen Russland dienen soll.

[1] Séamus Martin: Unlikely that Vladimir Putin behind Skripal poisoning. irishtimes.com 14.03.2018.

[2] Todbringend und schwer nachzuweisen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 14.03.2018.

[3] Louise Hidalgo: US dismantles chemical weapons. news.bbc.co.uk 09.08.1999.

[4] Vil S. Mirzayanov: Dismantling the Soviet/Russian Chemical Weapons Complex: An Insider's View. In: The Henry L. Stimson Center: Chemical Weapons Disarmament in Russia: Problems and Prospects. Report No. 17. October 1995. S. 21-33.

[5] Liana Fix: Russland schafft die Rückkehr auf die Weltbühne, verfügt aber über keine strategische Vision. nzz.ch 25.01.2018.

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Ob die Britische Regierung Urheber dieses Mordanschlages war ist genauso wenig bewiesen, wie die Urheberschaft Russlands. Bedenklich ist aber, wie dieser Mordanschlag instrumentalisiert wird, um die Welt wieder einen Schritt weiter an den Rand eines großen Krieges zu bringen. Die Art und Weise, wie das geschieht, die Vehemenz und die Geschwindigkeit deuten darauf hin, dass man in London und Washington offenbar glaubt, einen solchen Krieg noch gewinnen zu können, bevor Russland unangreifbar wird.

Zum Mordanschlag: Gemeinhin wird erzählt, dass das angeblich verwendete Nervengift "Nowitschok" exklusiv Russland zur Verfügung steht und deshalb nur Russland Täter sein könnte. Das ist aber falsch:

  • Bereits 1993 befürchtete das Stockholmer SIPRI, dass dieses Gift angesichts des Beinhae-Kollapses des Russischen Staates in die Hände kriminelle Banden gelangen könnte. Das SIPRI verangte damals Moskau finanziell zu unterstützen, um die Kontrolle über diese Bestände zu behalten. Die Unterstützung blieb aber aus. [1]
  • Der erste Mord mit "Nowitschok" erfolgte 1995 an einem Banker und seiner Sekretärin. Der Mörder kaufte es bei einem Mitarbeiter des Instututs, das diesen Stoff entwickelt hatte. [2]
  • Im August 1999 begannen US-Experten mit dem Abbau einer Chemiewaffenfabrik in Usbekistan, in der das Gift hergestellt wurde. [3]
  • Der Nowitschok-Erfinder Vil Mirzayanov hat mehrfach darauf hingewiesen, dass die Chemikalie einfach zu produzieren sei: Man könne sie aus handelsüblichen Düngemitteln und Pestiziden mixen.[4]
  • Außerdem ist Vil Mirzayanov in den 1990er Jahren in die USA geflohen und hat dort mit seinen Kenntnissen nicht hinter den Berg gehalten.

Angesichts dieser Tatsachen ist die These, wonach nur Russland hinter diesem Anschlag stecken könne nicht haltbar. Es sprechen auch noch andere Überlegungen gegen diese These, die ich aus Platzgründen aber spare.

Zu möglichen britischen Beweggründen:

Unbestreitbar ist Russland zurück auf der politischen Weltbühne und weitet seinen Einfluss in Syrien, Nordafrika Afghanistan und anderen Ländern aus. Die einflussreiche Hamburger Körber Stiftung schätzt ein:

"2018 ist das Jahr, in dem sich Russland endgültig als globaler Player etabliert haben wird." [5] Dabei trete Moskau "gegenüber Europa und den USA ... mit neuem Selbstbewusstsein auf": Dies sei " geopolitische Realität".

Spätestens seit 2014 mit dem Putsch in der Ukraine versucht der Westen Russland weitest gehend erfolglos in die Schranken zu weisen. So hat Russland 2014 nicht nur erfolgreich die angestrebte Intervention des Westens in Syrien verhindert, sondern auch noch die Ukraine als Beute des Westens entwertet durch den Beitritt der Krim zur Russischen Föderation. In Libyen ist Russland ebenso Gegenspieler, wie in Afghanistan, wo Russland wieder bemerkenswerten Einfluss aufbaut und zunehmend eine Alternative zum Westen darstellt. Spätestens seit dem russischen Eingreifen in Syrien ist der vom Westen durch Bürgerkrieg betriebene Regime Change dort gescheitert.

Für den Westen ist das inakzeptabel, er eröffnet eine breite Front gegen Russland und Großbritannien will auch angesichts des Brexit eine Führungsrolle einnehmen, wozu das Vorpreschen gegen Russland dienen soll.

[1] Séamus Martin: Unlikely that Vladimir Putin behind Skripal poisoning. irishtimes.com 14.03.2018.

[2] Todbringend und schwer nachzuweisen. Frankfurter Allgemeine Zeitung 14.03.2018.

[3] Louise Hidalgo: US dismantles chemical weapons. news.bbc.co.uk 09.08.1999.

[4] Vil S. Mirzayanov: Dismantling the Soviet/Russian Chemical Weapons Complex: An Insider's View. In: The Henry L. Stimson Center: Chemical Weapons Disarmament in Russia: Problems and Prospects. Report No. 17. October 1995. S. 21-33.

[5] Liana Fix: Russland schafft die Rückkehr auf die Weltbühne, verfügt aber über keine strategische Vision. nzz.ch 25.01.2018.

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Da kann ich Dir die "Junge Welt" empfehlen.

Als linke Zeitung ist sie weit davon entfernt, das kapitalistische Russland und seine wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu verklären, andererseits gehört sie auch nicht zu den transatlantischen Scharfmachern und liefert einen außenpolitisch-analytischen Blick jenseits der NATO-Propaganda.

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Was die Deutschen von Lenin und Stalin halten, hängt von ihrer Bildung und ihrem historischen Wissen ab.

Die Dummen werden beide für Verbrecher halten, ohne wirklich zu wissen wovon sie reden, weil sie von den historischen Umständen und den Zwängen nicht die Bohne verstehen, nicht verstehen wollen.

Die Gebildeten werden das bedeutend differenzierter sehen und beide in ihre Zeit und den historischen Kontext einordnen. Und kaum einer wird zur Kenntnis nehmen, dass Lenin einer der bedeutendsten marxistischen Theoretiker war. Aber gerade das letzte, wird niemanden beeindrucken und da sind wir wieder bei den von mir zuerst genannten.

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Im Vorfeld des Referendums wurden von der Regierung der autonomen Krim Wahlbeobachter eingeladen. Der Westen, hier die OSZE, hat aber keine keine geschickt.

Die hätten nämlich bestätigen müssen, was man jetzt zumindest implizit bestreitet, nämlich dass die überwältigende Mehrheit der Krimbevölkerung nichts mehr mit der Ukraine zu tun haben wollte und sich dort vollzog, was seit der Eigenständigkeit der Ukraine auf der Krim gärte.

Seit der Eigenständigkeit der Ukraine gab es auf der Krim immer bedeutende Bestrebungen, sich von der Ukraine zu lösen. Auf diese Bestrebungen hielt Moskau immer den Deckel, um die Beziehungen zur Ukraine nicht zu belasten. Nach dem nationalistischen Maidan-Putsch sah Moskau dafür aber keinen Grund mehr.

Wenn sich ein Gebiet Russlands von Russland lösen wollte, würde der Westen alles tun, um das zu unterstützen.

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Robert S. McNamara, unter Präsident Johnson Verteidigungsminister, sah vor allem elf Gründe für das Scheitern der USA in Vietnam, die er in seinem Buch Vietnam - Das Trauma einer Weltmacht (ISBN: 3-442-12956-7) nannte. Ich nenne nur mal die wichtigsten:

  • Wir haben die geopolitischen Absichten unserer Gegner (das heißt Nordvietnams und des Vietcong, unterstützt von China und der Sowjetunion) falsch eingeschätzt und die Gefahren, die den Vereinigten Staaten aus ihrem Vorgehen drohten, überbewertet.“
  • Wir haben die Bevölkerung und die führenden Politiker Südvietnams nach unseren Maßstäben beurteilt: Wir meinten, sie hätten einen übermächtigen Wunsch nach Freiheit und Demokratie und seien entschlossen, dafür zu kämpfen. Wir haben die politischen Kräfte dieses Landes ganz und gar falsch eingeschätzt.“
  • Wir haben unterschätzt, welche Kraft das Nationalbewusstsein einem Volk (hier den Nordvietnamesen und dem Vietcong) verleiht, für seine Überzeugungen und Werte zu kämpfen und zu sterben. Und noch nicht einmal heute tragen wir dieser Tatsache in vielen Teilen der Welt Rechnung.“
  • Unsere Fehleinschätzung von Freund und Feind hat unsere völlige Unkenntnis bewiesen, was Geschichte, Kultur und Politik der Völker Indochinas sowie die Persönlichkeit und Haltung der führenden Politiker dieser Länder angeht. …“
  • Zudem haben wir nicht erkannt – und das gilt bis heute - , dass den modernen, hochtechnologisch ausgerüsteten Streitkräften und den für sie entwickelten Strategien Grenzen gesetzt sind, wenn es zur Konfrontation mit einem unkonventionell kämpfenden und hoch motivierten Volk kommt. …“

Es sind im wesentlichen die gleichen Gründe, weshalb die USA seit dem Zweiten Weltkrieg jeden ihrer vielen Kriege verloren haben.

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Jeder weiß bei einem Mindestmaß an aufgebrachter Denkleistung, dass eine solche Aussage nicht meint, dass die Menschen alle gleichförmig sind und dass diese Aussage auch nicht die persönliche Individualität von Menschen negiert.

Diese Aussage meint aber, dass Menschen alle das gleiche Recht haben müssen auf Teilhabe an der Gesellschaft und dass damit ökonomische, rechtliche, soziale oder sonst irgendeine Form der Diskriminierung ausgeschlossen sein müssen.

In diesem Sinne stimme ich der Aussage voll zu.

Leider gibt es viel zu viele Dummbeutel, die diese Aussage im zuerst genannten Sinne interpretieren wollen.

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Die Scheiben beschlagen auch mit diesen Mitteln nur ergibt sich ein anderer optischer Effekt.

Unbehandelt besteht das Kondenswasser aus vielen kleinen Tröpfchen, die an der Scheibe anhaften. Diese brechen das Licht und zerstreuen es durch die gekrümmte Tropfenoberflächen so diffus, das man nur noch hell und dunkel, aber sonst nichts mehr erkennen kann. Das ist der gleiche Effekt wie bei aufgerautem Glas.

Durch Rasierschaum, Spüli oder einem andere Netzmittel, wird die Oberflächenspannung der Wassertropfen herabgesetzt und es bilden sich keine kleinen Kondenströpfchen, sondern ein feiner Wasserfilm, durch den man gut sehen kann.

Du kennst das bei aufgerautem Glas, durch das man auch nicht durchsehen kann, außer man benetzt die aufgeraute Seite mit Wasser, Öl oder einer anderen Flüssigkeit.

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Sie werden sich für Koalitionsverhandlungen entscheiden

Das ist schwierig zu beantworten, denn noch nicht einmal die SPD selbst weiß, wie es ausgehen wird. Dass es in der Basis eine riesengroße Abneigung gegen die GroKo gibt und das die Basis für eine Wiederbelebung wirklich sozialdemokratischer Politik ist, wurde in den letzten Tagen deutlich. Ob das aber ausreicht, den Mut aufzubringen, auch entsprechende Konsequenzen zu ziehen, wage ich zu bezweifeln.

Das Parteiestablishment übt massiven Druck aus und die Medien assistieren dabei nach Kräften. So wird wahrscheinlich der Kleinmut und die Feigheit siegen und man wird sich für die "vernünftige" Lösung entscheiden, die "weiter so" in der Politik und weiter so im Abstieg der SPD bedeutet.

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Volonté générale von Rosseau ist eine metaphysische Vorstellung von einem imaginären Allgemeininteresse, dass unveränderlich gegeben ist und nicht von konkreten gesellschaftlichen und ökonomischen Umständen bedingt ist.

Der dialektische und historische Materialismus als marxistische Philosophie definiert soziale Klassen nach ihrer Stellung im ökonomischen System. Aus dieser Stellung ergeben sich die Interessen der Klassen. So hat die Bourgeoisie ein anderes Interesse als die Arbeiterklasse. Der Bourgeoisie ist daran gelegen, ihre Stellung beizubehalten, die es ihr ermöglicht, das Proletariat auszubeuten und dem Proletariat als Klasse ist daran gelegen, genau diese Ausbeutung und Unterdrückung abzuschütteln. So stehen sich die Interessen dieser beiden Klassen feindlich gegenüber, was ein von außen (Gott?) vorgegebenes, unveränderliches Allgemeininteresse ad absurdum führt.

Bürgerliche Wahlen werden von Lenin abgelehnt, weil diese nichts an der wahren Macht, die auf der Verfügungsgewalt über die Wirtschaft gründet, ändern. Das Bürgertum hat sich seinen Staat als Instrument zur Aufrechterhaltung seiner Macht geschaffen. Dieser nimmt strukturell und repressiv Einfluss auf die Meinungsbildung aber auch auf die zur Wahl stehenden Optionen, so dass sichergestellt ist, dass bei Wahlen nur der "geschäftsführende Ausschuss" bestimmt wird, aber nicht, wer die Macht hat.

Daraus schlussfolgert Lenin, dass für einen Machtwechsel der bürgerliche Staat zerschlagen werden muss, was nicht mit bürgerlichen Wahlen zu bewerkstelligen ist.

Lenin weicht von Marx' Revolutionstheorie insofern ab, dass er überhaupt erst eine Revolutionstheorie geschaffen hat. Lenin hat sich damit beschäftigt, welche Voraussetzungen (revolutionäre Situation etc.) vorhanden sein müssen und wie eine solche Revolution praktisch ablaufen muss. Dazu findet sich bei Marx nicht viel. Zu den ganzen Fragen, der Zerschlagung des bürgerlichen Staates, des Aufbaus eines neuen Staates, seiner Verteidigung, der Gestaltung einer Übergangsgesellschaft usw. hat sich Lenin geäußert und so einen bedeutenden Beitrag zum Marxismus geleistet - daher auch Marxismus-Leninismus.

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Eine ziemlich leicht verständliche Quelle ist eine dünne Broschüre, die Marx und Engels 1847/48 verfasst haben: "Das Manifest der Kommunistischen Partei"

http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm

Die soziale Frage als Wahrnehmung der Diskrepanz zwischen arm und reich ist nach Marx nicht erst mit der Industrialisierung entstanden, hat sich mit dieser aber extrem verschärft.

Um es ganz kurz zu machen. Zu dieser Zeit gab es immer mehr Menschen, die sogenannte doppelt freie Lohnarbeiter waren. Sie waren frei, weil sie keine Leibeigenen mehr waren oder sonst irgendwie zwangsverpflichtet und sie waren frei von Produktionsmitteln. Sie besaßen also kein Land, mit denen sie Landwirtschaft betreiben oder Produktionsstätten, in denen sie Produkte herstellen konnten. Sie waren gezwungen, das Einzige, was sie hatten, nämlich ihre Arbeitskraft zu verkaufen.

Dann gab es Menschen, die Produktionsmittel besaßen und die Arbeitskraft dieser Lohnarbeiter kauften. Mit ihrer Arbeit schufen die Lohnarbeiter Werte, die größer waren, als der Lohn, den sie bekamen. Den so entstandenen Mehrwert eigneten sich die Besitzer der Produktionsmittel an. Das konnten sie, weil sie eben die Eigentümer der Produktionsmittel waren. Diesen Vorgang nennt man Ausbeutung.

Der Lohn für die Lohnarbeiter war so gering, dass diese davon nur im Elend leben konnten. Das war deshalb so, weil je niedriger der Lohn war, desto mehr konnten sich die Eigentümer der Produktionsmittel aneignen. Da es aber viele Lohnarbeiter gab und sie gegenseitig in Konkurrenz traten, um überhaupt einen Job zu bekommen, unterboten sie sich gegenseitig in ihren Lohnforderungen.

Marx sagte nun, dass das Problem augenscheinlich zwar die niedrigen Löhne sind, aber wenn man genauer hinsieht, ist das wahre Problem darin begründet, dass die einen Produktionsmittel besitzen und die anderen nicht. Daraus zog er die Schlussfolgerung, dass man die soziale Frage nicht durch Almosen beseitigt, sondern das Privateigentum an Produktionsmitteln beseitigen muss, indem man es vergesellschaftet, so dass diese allen gehören und alle am geschaffenen Mehrwert teilhaben.

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Wie tief müssen sich die User vor den Propheten der Web-Welt verbeugen?

Heute berichtete die taz über eine technische Neuerung in Skandinavien:

In Norwegen hatten sich zwei Drittel der Bevölkerung gegen die Verschrottung des UKW-Netzes ausgesprochen.

 Es wurde verschrottet.

Wer weiterhin Radio hören will, muss technisch nachrüsten oder ein neues Gerät kaufen.

Mit dem neuen digitalen Angebot sind 24 Prozent der norwegischen Bevölkerung zufrieden.

(taz vom 3. Januar 2018, S. 17)

Welche Macht steht hier so hoch über dem Wollen der Bevölkerung?

Im vergleichsweise kleinen, bescheidenen Rahmen hat gutefrage eine ähnliche Frage provoziert.

Völlig unabhängig von den Wünschen der User wurden sie von einem Tag auf den nächsten mit einem Redesign konfrontiert.

Auch hier war eine Macht am Werk, die auf die User keine Rücksicht nehmen konnte. Das Redesignwar ein Muss. So entwickelt sich nun einmal die Web-Welt! lese ich.

Aber was steht dahinter?

„Panta rei“ sagten die Griechen – alles fließt und wir können nicht zweimal in demselben Fluss baden.

Alle Religionen haben sich diesem Thema des unabänderlichen Wandels zugewandt. Und im demutsvollen Vertrauen auf die göttliche Einheit hat sich der gläubige Mensch in das Unabwendbare gefügt.

Ist es nicht genau das, was heute die Propheten der Web-Welt von den Usern da unten verlangen?

Die Ketzer gegen den Geist der Web-Welt haben heute nicht mehr mit dem Fegefeuer zu rechnen.

Die Propheten und Priester vertrauen auf die Metaphysik ihres Glaubens, der wohl meist als Fortschrittsglauben bezeichnet wird.

Mich lässt der Gedanke nicht mehr los, das dieser Glaube nicht mehr Wirklichkeitsbezug beanspruchen kann als z.B. Islam, Christen-, oder Judentum.

Müssen wir uns dem unabwendbaren Schicksal einer höheren Digitalmacht fügen?

Müssen wir also Gläubige des technischen Fortschritts sein?

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Diese Entscheidung hat keine "religiöse" Komponente, wie du uns glauben machen möchtest. Die Abschaltung des UKW-Netzes ist eine Konsequenz aus kapitalistischer Verwertungslogik. Es geht darum, die Radiohörer, also die Konsumenten, von einem mehr oder weniger Gratisangebot in ein kommerzielles Angebot zu zwingen, in dem der Endverbraucher noch freien Zugriff hat, langfristig sich aber immer mehr bezahlungspflichtigen Angeboten ausgesetzt sehen wird.

Ich verweise nur auf die Aufhebung der Netzneutralität in den USA, die in die gleiche Richtung zielt.

In diese Verwertungslogik ordnen sich auch alle Änderungen und Neuerungen bei GF ein, die darauf zielen, die Seite noch attraktiver für zahlende Kundschaft zu machen. Ob das immer so gelingt, sei einmal dahingestellt.

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Mit der Staatsgründung der DDR wurde die bisherige SBZ in die Selbstständigkeit entlassen und sollte nun auch selbstständig "durchs Leben gehen".

So etwas tut man am besten mit einem gesunden Vertrauen auf die eigene Kraft, vor allem, wenn es um den Aufbau nicht nur eines neuen deutschen Staates, sondern auch einer neuen Gesellschaft auf neuer Grundlage geht. Das konnte nämlich niemand von außen leisten, das wurde als nationale Aufgabe gesehen.

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Ich denke, das hat einerseits mit praktischen Erwägungen, aber auch mit Standesunterschieden zu tun.

Die praktische Erwägung ist, dass ein Fußgänger schneller stoppen und ausweichen kann als ein Pferdegespann oder ein Kfz.

Andererseits ist es auch so, dass früher Rangniedere Ranghöheren auf der Straße Platz machen mussten. Wer rangnieder und wer ranghöher war, sah man auch am Verkehrsmittel. So etwas hat sich bis heute im Selbstverständnis einiger Autofahrer erhalten. Wer ein Fahrzeug mit Stern oder Niere fährt, erwartet schon mal, dass man ihm gefälligst Platz zu machen hat. ;-)

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Natürlich war es ungezwungen oder meinst du, FKK wurde den Menschen von Partei und Regierung verordnet?

Es gab FKK-Anhänger und solche, die das ablehnten und jedem stand es frei, seine Vorliebe nach Gusto auszuleben. Damit es nicht zu Konflikten kommt, wurden eben die FKK- und Textilbadestrände voneinander getrennt.

Die DDR-Gesellschaft war in vielen Belangen - nicht in allen - kleinbürgerlich und spießig und unterschied sich diesbezüglich in nichts von der Gesellschaft der BRD, nur trat die Spießigkeit etwas anders hervor.

Viele überkommene religiöse und bürgerliche Moralvorstellungen wurden in der DDR schneller über Bord geworfen als in der Bundesrepublik und Prüderie gehörte dazu. Das heißt nicht, dass nun alle splitternackt herumliefen, aber das Verhältnis zum Nacktsein war viel entspannter. Es war z. B. undenkbar, dass in Gemeinschaftsduschen (Sport, Schwimmbad) man schamhaft in Badebekleidung duschte, von der Sauna mal ganz zu schweigen.

Die Erklärungen mit der "scheußlichen" Bademode, die das Nacktsein attraktiver erscheinen ließ, sind dummes Geschwätz (Betonung auf dumm).

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Ich bin überzeugt, dass die wenigsten wirklich überblicken, was sie tun und nicht wissen, was sie anrichten.

Anders ist nicht zu erklären, dass das berechtigte Unbehagen über die Entwicklung der Gesellschaft zu solchen Wahlergebnissen führt.

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Ja, natürlich, sie wird sich doch nicht den Schwarzen Peter zuschieben und den Vorwurf gefallen lassen, sich ihrer "staatspolitischen Verantwortung" zu entziehen. Das ist ein ganz zentrales Motiv, nicht die Schuld für das Scheitern am Zustandekommen einer Regierung zugeschrieben zu bekommen.

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Bismarck war sich darüber im Klaren, dass ein aufstrebendes mächtiges Deutschland  mit

deutsche[n] Spießbürger[n] (wozu auch Adel und Fürsten gehören) [...] womöglich noch aufgeblasener und chauvinistischer sind als damals [1871]; die diplomatische Aktion ist bedeutend frecher geworden, aber sie hat noch die alte Doppelzüngigkeit; der Offiziersadel hat sich auf natürlichem wie künstlichem Weg hinreichend vermehrt, um so ziemlich wieder die alte Herrschaft in der Armee auszuüben, und der Staat entfremdet sich mehr und mehr den Interessen der großen Volksmassen, um sich in ein Konsortium von Agrariern, Börsenleuten und Großindustriellen zu verwandeln, ...

http://www.mlwerke.de/me/me21/me21\_346.htm

zwangsläufig in Interessenkonflikt mit den anderen Mächten kommen musste. Ihm war auch klar, dass dieser zwangsläufige Interessenkonflikt die Gefahr eines Krieges beinhaltete, der das Reich in seinem Bestand gefährden würde, weil er die Kräftesituation wohl realistischer einschätzte als seine Nachfolger. Gegen einen Krieg hätte er sonst nichts einzuwenden gehabt.

Deshalb war er auch froh, dass er mit seiner im Ausland argwöhnisch beobachteten Reichseinigung und den dafür geführten Kriegen durchkam. Deshalb wollte er den Bogen auch nicht überspannen und erklärte das Reich für saturiert, um den anderen Mächten nicht unnötig auf die Füße zu treten.

Wenn er von seinen Nachfolgern eine geringe Meinung hatte, dann in erster Linie nicht wegen deren tatsächlichen oder vermeintlichen geringen Fähigkeiten, sondern weil er sich selbst für unersetzbar hielt. Er hätte es in der Hand gehabt, die Weichen in Deutschland so zu stellen, dass die, die das Land in den Krieg geführt haben, nie die Macht dazu gehabt hätten. Doch dazu hätte es eine anderer, ein demokratischer Bismarck sein müssen.

Und so steht der "weise" Bismarck letztendlich doch am Beginn des verhängnisvollen deutschen Weges in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Den Weltkrieg vorausgesehen hat nicht Bismarck sondern eine anderer deutscher Zeitgenosse, Friedrich Engels im Dezember 1887:

Und endlich ist kein andrer Krieg für Preußen-Deutschland mehr möglich als ein Weltkrieg, und zwar ein Weltkrieg von einer bisher nie geahnten Ausdehnung und Heftigkeit. Acht bis zehn Millionen Soldaten werden sich untereinander abwürgen und dabei ganz Europa so kahlfressen, wie noch nie ein Heuschreckenschwarm. Die Verwüstungen des Dreißigjährigen Kriegs zusammengedrängt in drei bis vier Jahre und über den ganzen Kontinent verbreitet; Hungersnot, Seuchen, allgemeine, durch akute Not hervorgerufene Verwilderung der Heere wie der Volksmassen; rettungslose Verwirrung unsres künstlichen Getriebs in Handel, Industrie und Kredit, endend im allgemeinen Bankerott; Zusammenbruch der alten Staaten und ihrer traditionellen Staatsweisheit, derart, daß die Kronen zu Dutzenden über das Straßenpflaster rollen und niemand sich findet, der sie aufhebt; ...

(ebenda)

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Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit bzw. nach Neuanfang ....

Eigentlich kann ich mit einer solchen Formulierung nicht viel anfangen, weil zu vordergründig platt und inflationär gebraucht und in Zusammenhang mit Musikkommerz schon gar nicht. Aber ganz gut dazu passen könnte das.


https://youtube.com/watch?v=6gqCCAb8xbw

https://youtube.com/watch?v=khg2sloLzTI

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Kommunikation ist Interaktion zwischen Menschen. Treffen zwei Menschen zusammen, kommunizieren sie, selbst wenn sie nichts zueinander sagen. Selbst wenn Menschen die Kommunikation abbrechen, kommunizieren sie, denn auch das ist eine Botschaft. Deshalb ist es unmöglich, nicht zu kommunizieren, wenn es eine Beziehung zueinander gibt.

Konversation ist eine an Sprache gebundene Kommunikation zwischen Menschen, meistens eher oberflächlicher Natur und in der Regel von Angesicht zu Angesicht.

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Gute Frage! Der Absolutismus war nicht der Vorreiter der "Demokratie", aber er hat die Grundlagen eines modernen Staatswesens gelegt und ist ein wichtiger Meilenstein bei der Überwindung der mittelalterlichen Ständegesellschaft.

Die Herrschaft wurde zentralisiert, eine moderne Verwaltung mit einer Bürokratie wurde geschaffen, Merkantilismus als staatliche Wirtschaftspolitik wurde betrieben, das gesellschaftliche Leben wurde verrechtlicht und das Recht wurde vereinheitlicht. Das alles sind wichtige Voraussetzungen, unter denen das aufstrebende Bürgertum immer mehr in Verwaltung und Führung eingebunden wurde.

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Insgesamt waren während des Zweiten Weltkriegs auf dem Gebiet des Großdeutschen Reichs ca. 13,5 Mio ausländische Arbeitskräfte und Häftlinge von Konzentrationslagern und ähnlichen Haftlagern eingesetzt. Unter Berücksichtigung ihres zum Teil mehrmaligen Statuswechsels waren davon 8,4 Mio Zivilarbeiter, 4,6 Mio Kriegsgefangene und 1,7 Mio KZ-Häftlinge und "Arbeitsjuden". Von ihnen lassen sich etwa 80 bis 90 % als Zwangs- bzw. Sklavenarbeiter nach der oben genannten Definition bezeichnen. Zahlenmaterial zum Einsatz von Zwangsarbeitern außerhalb des Großdeutschen Reichs wurde bislang noch nicht zusammengetragen.

http://www.bundesarchiv.de/zwangsarbeit/geschichte/auslaendisch/begriffe/index.html

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Seit etwa dem Beginn des 20. Jahrhunderts stand Großbritannien im Mittelpunkt des Bemühens zionistischer Organisationen, einen Verbündeten für ihr zionistisches Projekt zu gewinnen. Schon Theodor Herzl hatte strategisch darauf orientiert. Der Aufstieg des jüdischen Bürgertums in Großbritannien, die Netzwerke zionistischer Funktionäre und Förderer untereinander und mit Vertretern des britischen politischen Establishments schufen dafür günstige Voraussetzungen.

Seit längerem gab es strategische Überlegungen, dass die Verwirklichung eines jüdischen Nationalstaates am ehesten im Zuge einer Aufteilung des Osmanischen Reiches zu realisieren wäre, dass das in der Folge eines Krieges geschehen könnte, war allen klar. Mit Beginn des ersten Weltkriegs und vor allem mit dem Kriegseintritt des Osmanischen Reiches als deutschem Verbündeten, wurden die Bemühungen seitens der "Zionist Federation", dem britischen Landesverband der zionistischen Weltorganisation, forciert, um die britische Regierung zu einer verpflichtenden Unterstützungserklärung für das zionistische Projekt zu bewegen. Mit dem Amtsantritt von David Lloyd George als Prmeirminister 1916 nahmen diese Bemühungen Gestalt an.

So schrieb Chaim Weizmann, einer der führenden Köpfe der zionistischen Bewegung und später der erste Präsident Israels, an seinen Freund C. P. Scott, dem Herausgeber des „The Manchester Guardian“, im März 1915:

“Wenn Großbritannien verhindern will, dass Palästina einer anderen Macht zufällt, so muss es auf der Hut sein und jedem Eindringen anderer Mächte einen Riegel vorschieben. [ … ] Ein starker jüdischer Staat in der ägyptischen Flanke ist ein wirksamer Schutz gegen jede etwaige Gefahr von Norden. England hätte in den Juden die geeignetsten Vermittler, die besten Dolmetscher ihrer Ideen in den östlichen Ländern, sie wären eine Brücke zwischen zwei Zivilisationen.“

Zwar sei letzteres nicht unbedingt ein praktisches Argument, gab Weizmann in diesem Brief zu, doch dürfte es “sicher bei einigen Politikern, die gern fünfzig Jahre voraussahen, schwer ins Gewicht fallen.

Der Formulierungsvorschalg der britischen Zionisten wurde leicht verändert in die Deklaration übernommen. Der zionistische Entwurf sprach von Palästina als Heimstätte, die Balfour-Deklaration nur von einer Heimstätte in Palästina. Unklar war, was unter Palästina überhaupt zu verstehen sei. Weiter wurde in die Deklaration nicht der Wunsch aufgenommen, die Mittel und Methoden bei der Schaffung dieser Heimstätte mit den Zionisten zu diskutieren.

Die damals ca. 85 Prozent arabischen Einwohner Palästinas wurden nur unter "non-Jewish communities" subsummiert. Ihnen wurden lediglich bürgerliche und religiöse Rechte zugestanden, aber keine nationalen.

Die Frage ist, was die Britische Regierung bewog, eine solche Erklärung abzugeben; völlig uneigennützig wird sie es nicht getan haben.

Eine jüdische Kolonie im geostrategisch wichtigen Palästina, die auf britische Protektion angewiesen ist, wäre für die imperialen britischen Ambitionen vorteilhaft gewesen. Außerdem wurde der propagandistische Effekt auf die in aller Welt lebenden Juden, vor allem in Russland, den USA, aber auch bei den Kriegsgegnern als positiv angesehen.

Der Zionistische Weltkongress hatte sich vor dem Krieg darauf verständigt, sich neutral zu verhalten. Trotzdem kämpften viele Juden in den Armeen ihrer jeweiligen Länder, wenn man von Russland einmal absieht. Mit dieser Deklaration wollte man die Juden bei den britischen Verbündeten zur noch größeren Unterstützung bewegen. Bei den Kriegsgegnern erhoffte man sich das Gegenteil.

Ein weiterer Beweggrund war die Rivalität mit Frankreich im Nahen Osten, das sich seit Mitte des 19. Jahrhindert versuchte, dort (Syrien, Libanon) festzusetzen. Vor dem Krieg versuchten die Briten dem zu begegnen, indem sie das Osmanische Reich unterstützten. Mit Kriegsbeginn hörte das auf und es war klar, dass es im Fall eine Sieges der Entente zu einer Aufteilung des Osmanischen Reiches kommen würde. Deshalb verhandelten Die Briten mit den Franzosen und man einigte sich 1916 auf das Sykes-Picot-Abkommen.

Nach diesem Abkommen sollte Frankreich die Küstengebiete des Libanons und Syriens erhalten, während Großbritannien u. a. das südliche Mesopotamien (heute Irak) bekommen sollte. Außerdem sollte ein nicht näher definierter arabischer Staat geschaffen werden mit einer britischen und französischen Einflusszone. In Palästina sollte ein Streifen mit Akkon und Haifa unter britische Kontrolle gestellt und der Rest sollte internationalisiert werden.

Der britischen Regierung war in dieser Situation daran gelegen, Argumente für die Errichtung ihres Mandats über das Zentrum der arabischen Welt, Palästina, zu bekommen. Sich für die Errichtung einer jüdischen Heimstatt einsetzen zu wollen, erschien den englischen Politikern als eine international wirksame Begründung. Also verband man in der britischen Regierung die zionistische Idee von der Gründung des Judenstaates mit dem eigenen Bestreben nach dem Mandat über Palästina.

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Während des Zweiten Weltkrieges hat die US-Wirtschaft von dem durch Deutschland vom Zaun gebrochenen Krieg profitiert - Stichwort: Kriegskonjunktur.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es aber erst richtig los. Mit den Kapazitäten der unzerstörten und auf Volldampf laufenden US-Wirtschaft wurden dem zerstörten Europa und Japan die benötigten Investitionsgüter geliefert, wofür sich die im Wiederaufbau befindlichen Länder bei den USA verschulden mussten.

Die USA waren das einzige Land, das aus dem Krieg wirtschaftlich gestärkt hervortrat.

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Wahrscheinlich, weil das Alter, ab dem man nur noch wächst und sich nicht mehr entwickelt, in Deutschland mittlerweile bereits mit 12 erreicht ist. Ab diesem Alter kann man also nichts mehr versauen, auch nicht mit solchen Filmen.

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Die Partei, die am konsequentesten für den Frieden ist, ist DIE LINKE.

Genau dafür wird sie von den anderen Parteien auch kritisiert. Wenn Du das Eintreten für Frieden für Deine Wahl als entscheidendes Kriterium bestimmst, dann musst Du DIE LINKE wählen.

https://www.die-linke.de/wahlen/wahlprogramm/xv-nein-zum-krieg-fuer-eine-demokratische-und-gerechte-welt/

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Bis jetzt reicht es, dafür zu sorgen, dass diese Partei mit ihrem rechtsextremistischen Personal in Deutschland nichts zu sagen hat.

Sollte sich das jemals ändern, dann kann man für nichts mehr garantieren.

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Schulz ist doch nicht die Krankheit der SPD, sondern nur ein Symptom. Deshalb liegt es auch nicht an ihm und deshalb kann er es auch nicht ändern, egal, was er sagt oder tut.

Die SPD hat sich entscheiden, zu einer Partei der bürgerlichen "Mitte" zu werden und als solche ist sie überflüssig, was sich in ihren Wahlergebnissen widerspiegelt.

Die SPD müsste wieder sozialdemokratisch werden, aber das ist nicht in vier Tagen Wahlkampf zu schaffen.

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Die weitaus meisten Verben bilden das Perfekt Aktiv mit haben, nur eine abgrenzbare Gruppe von intransitiven Verben bildet das Perfekt mit sein. Das haben-Perfekt ist also der Normalfall, das sein-Perfekt der besondere Fall:

"Die Chirurgin hat das Unfallopfer untersucht. Er hat in einem sanierten Altbau gewohnt. Über die Einladung haben wir uns sehr gefreut. Es hat wochenlang nicht geregnet."

Ein intransitives Verb bildet das Perfekt mit sein, wenn es den Übergang in einen neuen Zustand bezeichnet:

Die Blume blüht auf. (Perfekt:) ... ist aufgeblüht. (Neuer Zustand:) aufgeblüht. Das Lied verklingt. (Perfekt:) ... ist verklungen. (Neuer Zustand:) verklungen.

© Duden - Richtiges und gutes Deutsch, 7. Aufl. Mannheim 2011 [CD-ROM]

Dein Freund hat Recht, es heißt: "... weil ich geschwitzt habe."

Die Schwierigkeiten mit haben und sein sind in den süddeutschen Dialekten anzutreffen. Dort sind die Varianten mit sein häufig anzutreffen, standardsprachlich ist das aber nicht.

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Das ist einfach: Das Bild zeigt deutlich die Landebahn des Flugplatzes von Dresden Klotzsche.

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Motive dieser Märchen finden wir bereits im mittelalterlichen Italien. Über Frankreich gelangten sie schriftlich und mündlich überliefert nach Deutschland, auch durch hugenottische Einwanderer.

http://www.br-online.de/jugend/izi/deutsch/publikation/televizion/29\_2016\_1/Roelleke-Wo\_kommen\_eigentlich\_die\_Maerchen\_her.pdf

Ein Motiv aus Aschenputtel soll sich bis ins alte Ägypten verfolgen lassen. Ich finde jetzt aber die Quelle nicht, wo ich das mal gelesen hatte.

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http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e1993c0cded07.php

Hartz IV stellt eine objektive Verschlechterung für die Betroffenen im Vergleich zur früheren Sozialhilfe dar. Es wurde zusammen mit anderen Regelungen eingeführt, um in Deutschland einen der  "besten Niedriglohnsektoren"* Europas zu schaffen.

Dass ein Niedriglohnsektor sicher nicht für die zu Niedriglöhnen Arbeitenden gut ist, sollte klar sein. Hartz IV ist eine Maßnahme, die die Umverteilung von unten nach oben forcieren soll und dabei sehr erfolgreich ist.

Was meinst du mit einschränken, noch weniger zahlen, in die Obdachlosigkeit treiben, verhungern lassen? Sollen die Menschen gezwungen werden, zur Gewinnmaximierung für  Arbeitgeber zu Hungerlöhnen zu schuften?

* Rede des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder vor dem Word Economic Forum in Davos vom 28.1.2005.

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Wenn Schulz sich hinstellt und sagt, dass er Bundeskanzler wird, dann hat das nichts mit seinen Überzeugungen zu tun, sondern mit seiner Rolle. Schließlich kann er sich als SPD-Chef und Spitzenkandidat nicht hinstellen und sechs Wochen vor der Wahl sagen, dass er keine Chance für sich sieht.

Er selbst hat wahrscheinlich nie daran geglaubt und es vielleicht auch nie gewollt. In einem Interview sagte er:

Wenn Frau Merkel als geschäftsführende Vorsitzende einer stark sozialdemokratisch geprägten Bundesregierung sozialdemokratische Politik
macht, ist das doch schön ...

https://www.wr.de/politik/martin-schulz-nicht-ich-die-kanzlerin-hat-es-schwer-id209461895.html

Damit wollte er sagen, dass wenn die SPD schon keine Chance hat, so wird sie doch als starker Juniorpartner in einer GroKo die Richtung dieser Regierung bestimmen. Selten so gelacht!

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Oder ist vom Prinzip her, jeder Mensch ein Philosoph, ein jeder auf seine Weise?

So ist es! Es stellt sich weniger die Frage, ob jemand Philosoph ist, sondern was für einer.

Ich kenne niemanden und kann mir auch niemanden vorstellen, der über Bewusstsein verfügt und sich noch nie Gedanken über den Ursprung und die Beschaffenheit seiner Welt und noch nie Gedanken über den eignen Platz in dieser und seine Einordnung in diese Welt gemacht hat.

Das mag von den Fähigkeiten abhängend unterschiedlich tiefgründig sein, aber wer mag schon den Grad der Tiefgründigkeit solcher Gedanken festlegen, ab dem sich jemand Philosoph nennen darf?

Wir müssen also unterscheiden zwischen Menschen, die sich beruflich damit beschäftigen und zwischen Alltagsphilosophen, zu denen wir letztlich alle gehören.

Wenn sich nun jemand selbst einen Philosophen nennt, dann ist das grundsätzlich nicht falsch, aber in der Regel wird dahinter der Anspruch stecken, das Ansehen und den Status dieser Berufsgruppe für sich zu reklamieren. Das muss nicht immer ganz ernst gemeint sein, kann aber auch Selbstüberschätzung ausdrücken.

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Konferenzschaltung bedeutet, dass du nicht irgendein Spiel komplett siehst, sondern während der parallel stattfindenden Spiele von einem Spiel zum anderen umgeschaltet wird und du so von allen Spielen immer ein bisschen siehst.

Dabei wird nicht stur nach Schema F vorgegangen, sondern dort, wo es am interessantesten ist, wird auch immer ein wenig länger verweilt. Fallen anderswo Tore oder gibt es wichtige Spielsituationen, wird dorthin umgeschaltet und die Tore und entscheidenden Szenen werden in der Wiederholung gezeigt.

Du kennst das bestimmt noch von früher aus dem Radio da gab und gibt es das auch noch.

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Linkspartei

Wenn die Linke sich nicht zu sehr bei SPD und Grünen anbiedert und bei ihren Positionen bleibt, könnte sie drittstärkste Kraft werden.

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Worum geht’s eigentlich bei dem Dauerstreit? Nun, Erdogan kämpft darum, einer islamistisch dominierten Türkei eine möglichst starke Stellung in der Weltpolitik zu sichern. Genaugenommen tut er das seit seinem Amtsantritt als Ministerpräsident im Jahr 2003; weil er aber in den ersten Jahren auf eine enge Kooperation mit der EU angewiesen war, um sich gegen die säkularen Eliten im Land durchzusetzen, fiel das lange nicht besonders auf. Richtig Ärger gibt es erst, seit Erdogan die Chancen entdeckt hat, die in der Kooperation mit anderen Mächten stecken, etwa in der Zusammenarbeit mit Russland in den Syrien-Waffenstillstandsgesprächen in Astana oder in der Annäherung an die Shanghai Cooperation Organisation (SCO), ein Bündnis von acht asiatischen Staaten, das manche – verkürzt – als asiatischen Gegenpakt zur NATO einstufen. So gewinnt die Türkei neue Spielräume, die sie zur Schau stellt, indem sie die EU und vor allem Deutschland nach Strich und Faden provoziert.

Sie kann sich das leisten, denn Berlin hat solche Spielräume nicht – es ist für seine weltpolitischen Bestrebungen auf die Türkei, seine traditionelle Brücke nach Asien, angewiesen, und das aus vielen Gründen. Einer lautet: Einfluss in Nah- und Mittelost zu gewinnen ist nicht leicht; besser geht’s, wenn man gemeinsam mit der an die Region grenzenden Türkei operiert. Ein zweiter Grund: Pipelines aus Zentralasien und aus Mittelost müssten über die Türkei verlaufen, will man Öl und Gas von dort, um von Russland unabhängig zu werden; etwas anderes gibt die Geographie nicht her. Geostrategisch schaut’s für eine deutsche Weltmachtpolitik ohne die Türkei nicht gut aus – daher die ungewohnte Nachgiebigkeit der Bundesregierung. Nun ist eine aggressiv ausgreifende Weltpolitik natürlich kein logisches Muss; verzichtete man auf sie, dann könnte man dem unsäglichen Herrn Erdogan Lebewohl sagen, und zwar nicht nur in Konya. Zu diesem Verzicht ist eine bundesdeutsche Regierung aber wohl nicht in der Lage.

https://www.jungewelt.de/artikel/314645.vorgef%C3%BChrte-machtpolitik.html

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Der Sozialismus - nicht der Kommunismus - ist im ökonomischen Wettbewerb der System unterlegen. Er wurde mit höherer Arbeitsproduktivität, Boykott und Sabotage bei gleichzeitig schlechteren Startbedingungen niederkonkurriert.

Alle anderen negativen Erscheinungen im Sozialismus sind darauf zurückzuführen.

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Dass die Ereignisse von Hamburg von der politischen Rechten benutzt werden, um erstens die Linke zu diskreditieren und zweitens den Protest von Zehntausenden, alleine 76.000 protestierten am Samstag friedlich, weitestgehend totzuschweigen, sollte eigentlich klar sein.

Und wenn rechte Saubratzen von linker Saubande reden, von mehr Polizei mit mehr Befugnissen (Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten) und mehr und martialischerer Ausrüstung dann weiß man, wem diese Krawalle zumindest gelegen kommen.

Politisch links sind alle emanzipatorischen Bewegungen und Positionen, wobei der Lackmustest immer die soziale Positionierung ist und die Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft samt ihrer Produktionsweise und ihrer systemimmanenten Ungerechtigkeit. Daraus resultiert auch die Forderung nach Systemänderung.

Linke, die sich an systemkompatiblen Emanzipationsbestrebungen abarbeiten, ohne das System grundsätzlich infrage zu stellen, sind eher Reformisten, die auf ihrem historischen Marsch von links nach rechts im kapitalistisch-bürgerlichen Konsens angekommen sind und die soziale Frage für nicht mehr relevant halten.

Das freut natürlich die Rechten, die sich selbst als Mitte bezeichnen und alles als linksextrem, was die soziale Frage noch auf der Agenda hat.

Die Randalierer von Hamburg sind politisch irrelevant und keine Bedrohung für den bürgerlichen Verfassungsstaat. In ihrem dummen Gewaltaktionismus betreiben sie eher das Geschäft ihrer politischen Gegner. Inwiefern ein Teil von denen überhaupt politisch motiviert waren, ist nicht klar. So haben Bewohner des Schanzenviertels die Plünderer des Drogeriemarktes als "wie Fußballhooligans aussehend" beschrieben und es soll sogar ein Hitlergruß gesehen worden sein. Dass hier auch erlebnis- und gewaltorientierte Trittbrettfahrer am Werk waren, kann schwerlich bestritten werden.

Was speziell die Ereignisse von Hamburg betrifft, so muss man natürlich auch sagen, dass eine polizeiliche Deeskalationsstrategie hilfreich gewesen wäre und die bewusste Eskalation und Provokation der Polizei im Vorfeld und während der Ereignisse ihren Teil dazu beitrugen. Dass das seitens der Polizei kein Fehler war, sondern bewusst kalkuliertes Verhalten, liegt auf der Hand.

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Das kommt immer ganz darauf an, von welcher Seite man das sieht.

Dass die Krim von der Ukraine losgelöst ist, sie dort keine Staatsgewalt mehr ausübt und die Bevölkerung der Krim in überwältigender Mehrheit sich in einem Referendum genau dafür entschieden hat, dürfte kaum bestreitbar sein.

So ist es eine Frage der Bewertung, welchem Völkerrechtsgrundsatz Priorität eingeräumt wird. Der territorialen Integrität eines Staates oder dem Selbstbestimmungsrecht der Völker.

Praktisch ist die Bewertung aber eine Frage der Politik. Die Staaten, die mit der Unterstützung des Putsches in der Ukraine erst den Anlass für die Sezession der Krim gelegt haben, sprechen natürlich von einer Annexion.

Die Bevölkerung der Krim, die nie besonders warm mit Kiew geworden war, wird es wohl eher als Sezession von der Ukraine mit anschließendem Beitritt zur Russischen Föderation sehen.

Der Vergleich mit der Holocaustleugnung ist natürlich dummes Zeug und soll nur dazu dienen, keinen Widerspruch zuzulassen und sich selbst die Deutungshoheit zuzumessen.

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