Die meisten dieser Kämpfer dürften gemäß Völkerrecht als Söldner einzustufen sein.

Die UN-Resolution 35/48 vom 4. Dezember 1989 legt fest:

dass die Anwerbung der Einsatz, die Finanzierung und die Ausbildung von Söldnern als Straftaten anzusehen sind, die allen Staaten Anlass zu ernster Besorgnis geben und dass jeder, der eine dieser Straftaten begeht, strafrechtlich verfolgt oder ausgeliefert werden muss.

Söldner ist u. a.

...
b) wer an Feindseligkeiten vor allem aus Streben nach persönlichem Gewinn teilnimmt und wer von der im Namen einer Konfliktpartei tatsächlich die Zusage einer materiellen Vergütung erhalten hat, die wesentlich höher ist als die den Kombattanten der Streitkräfte dieser Partei in vergleichbarem Rang und mit ähnlichen Aufgaben zugesagte oder gezahlte Vergütung.
c) wer weder Staatsangehöriger einer Konfliktpartei ist noch in einem von einer Konfliktpartei kontrollierten Gebiet ansässig ist.
...

https://www.un.org/depts/german/uebereinkommen/ar44034.pdf

Hier dürfte es also um die zugesagte oder gezahlte Vergütung der ausländischen Kämpfer geben. Ich gehe davon aus, dass die wenigsten dieser Kämpfer für Lau oder für die gleiche Besoldung wie ukrainische Soldaten in diesem Krieg kämpfen.

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Das gleich der ganzen MSPD anzuhängen hielte ich für falsch. Die Parteipresse der SPD, die vollständig unter Kontrolle der rechten SPD-Führung war, hatte aber zuvor eine regelrechte Pogromstimmung gegen die KPD und deren Führer erzeugt.

So veröffentlichte die SPD Zeitung "Vorwärts" nach der Niederschlagung des Spartakusaufstandes u. a. ein Gedicht von Artur Zickler, "Das Leichenschauhaus".

"...Viel Hundert Tote in einer Reih’ –
Proletarier!
Karl, Rosa, Radek und Kumpanei –
es ist keiner dabei, es ist keiner dabei!
Proletarier!“

Das Bedauern über diese Tatsache war mehr als deutlich.

Die von Ebert, Scheidemann und Noske herbeigerufenen Freikorps plakatierten in Berlin so:

Es gibt auch mehr als nur Indizien, die nahelegen, dass sich die Mörder (Waldemar Pabst u. a.) unmittelbar zuvor die Zustimmung von Noske abgeholt haben.

Sie sagen in Ihrem Buch, dass sich Pabst vorher bei dem sozialdemokratischen Minister Noske rückversichert hat. Er rief ihn an und teilte ihm mit, er habe Liebknecht und Luxemburg und wolle sie umbringen. Was hat Noske gesagt? 
Im Nachlass von Pabst fand ich die Aufzeichnung über das Gespräch mit Noske. Ich war der erste, der an diesen Nachlass herankam. Noske sagte sinngemäß: Ich kann ihnen den Befehl nicht geben, die beiden umzubringen, denn dann zerbricht die SPD daran. Noske sagte, Pabst solle den Kommandierenden General der Regierungstruppen, Walther Freiherr von Lüttwitz, anrufen. Darauf antworte Pabst: Der wird mir diesen Befehl nie geben. Darauf sagte Noske: Dann müssen sie selbst verantworten, was sie tun. Ich habe dafür noch eine zweite Quelle gefunden, einen Oberstleutnant a.D. der Bundeswehr, einen konservativen Wissenschaftler, der beim Militärhistorischen Forschungsamt gearbeitet hat. Der hatte persönlich eine Rede von Pabst gehört, in der er öffentlich das Gleiche schilderte. Ich habe diesen Mann gefragt: Was halten Sie von Pabst und seiner Aussage? Da sagte er mir: Wenn er das gesagt hat, dann war es auch so. 

https://www.fr.de/kultur/wurde-offen-mord-aufgerufen-10947403.html

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Um die RAF-Mitglieder Gudrun Ensslin, Andreas Baader und Jan Carl Raspe und weitere acht Gefangene freizubekommen, hatte die Rote Armee Fraktion Schleyer am 5. September 1977 entführt. Schleyer war der Cheffunktionär der deutschen Wirtschaft: Präsident der Arbeitgeberverbände und Vorsitzender des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Damit war er einer der exponiertesten Vertreter des von der RAF bekämpften Systems.

Bei Schleyer kam noch hinzu, dass er eine veritable Nazi-Vergangenheit hatte. Er war kurz nach nach seinem Abitur im Juni 1933 in die SS eingetreten und 1937 in die NSDAP. Nachdem er in Jura promoviert hatte, organisierte er in Prag ab 1943 Zwangsarbeiter für das Deutsche Reich und war mit der sogenannten Arisierung der tschechischen Wirtschaft beschäfigt.

Im Dezember 1974 veröffentlichte der Journalist Kai Hermann im Stern eine Reportage über Schleyer, in der man lesen kann, wie er diesen mit der Aussage aus einem seiner Briefe konfrontiert, in der er sich als "alter Nationalsozialist und SS-Führer" bekennt. Schleyer findet das weniger ärgerlich als komisch und antwortet: "Der Brief ist doch harmlos, da gibt es noch einen ganz anderen, aber den haben Sie wohl nicht gefunden."

Hermann resümiert seine Erfahrungen mit Schleyer: "Nein, er hat nichts zu verbergen. Er leugnet nicht, beschönigt nicht, entschuldigt nicht. Er hat ein ungebrochenes Verhältnis zur eigenen Vergangenheit. Die Kapitulation von 1945 bedeute nicht für ihn den Zusammenbruch des eigenen Wertesystems. Er sagt: 'In meiner Position hatte ich doch den Überblick. Wir in Prag wussten doch, dass der Krieg verlorenging. Mich hat auch nichts, was man nach dem Ende erfuhr, überrascht.' "

Für die RAF verkörperte Schleyer also nicht nur das aktuelle "Schweinesystem", sondern auch die Kontinuität vom NS-Regime zur Bundesrepublik.

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Schlecht

Das ist kein Friedensplan und schon gar keine Zwei-Staaten-Lösung. Das ist eine unannehmbare Farce, die nur dazu da ist, um von den Palästinensern (zu recht) abgelehnt zu werden.

Anschließend wird den Palästinensern der Schwarze Peter zugeschoben und die Ablehnung als Rechtfertigung für die weitere Annexion plästinensischen Gebietes genommen.

Im Kern ist das ein unnannehmbares Ultimatum, das man den Palästinensern stellt, um sie zu vernichten und ihren berechtigten Anspruch auf einen eigenen Staat, der diese Bezeichnung auch verdient, ad acta legen zu können.

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Es ist ihnen unangenehm, von ihren Kindern belehrt zu werden und vorgeführt zu bekommen, dass man sich engagieren muss, wenn man etwas verändern will. Und dann gibt es natürlich viele, die Angst haben, weil die jungen Leute nicht mehr auf sie hören. Das bedeutet nämlich Machtverlust.

Deshalb erfinden sie tausenderlei Einwände, von denen einer fadenscheiniger ist als der andere.

Lasst euch dadurch nicht beeindrucken, macht weiter. Ihr habt recht.

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Die Familie kriegt keine gefaltete amerikanische Flagge. Die muss sie sich selbst kaufen, wenn sie eine will.

Aber sie bekommt ein Trompetensolo - "Ich hat' einen Kameraden". Mit etwas Glück beherrscht der Trompeter sein Instrument.

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Nö, das kann man so nicht sagen.

Die öffentlich-rechtlichen genießen zwar einen Ruf wie Donnerhall in dieser Beziehung, werden dem aber schon seit vielen Jahren nicht mehr gerecht. Deren Nachrichten sind in den letzten Jahren immer tendenziöser und propagandistischer geworden.

Im Vergleich mit den Nachrichten der privaten Sender oder gar der privaten Nachrichtensender wie Springers WELT erscheinen sie zwar wie die Bewahrer seriösen Journalismus, was aber auch kein besonders großes Kunststück ist. Unter den Blinden ist der Einäugige eben König.

Der Rundfunkbeitrag ist also kein Beitrag zur Bewahrung einer angeblich unverzichtbaren Institution, sondern ein Beitrag zur Abwehr maximaler Verblödung.

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Da bei den Radiosendern der DDR vorwiegend Unterhaltungsmusik (Schlager, Rock/POP) lief und diese sich an den Moden aus dem Westen orientierte, wurde in den Programmen kaum Musik aus der Sowjetunion gespielt.

Beim Schlager kam es auch mal vor, dass sowjetische Interpreten mit der einen oder anderen Nummer Erfolg hatten wie beispielsweise Alla Pugatschowa. Deren Lieder wurden aber mit einem deutschen Text versehen.

In der Radio-Unterhaltungsmusik der DDR waren Lieder aus der Sowjetunion seltene Exoten.

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In der frühen Neuzeit, wo sich schon der Kapitalismus mit seinen Frühformen ankündigte, War das Verlagswesen eine Form der Produktion. Das war besonders in der Textilherstellung anzutreffen.

Die Verleger, z. B. die Fugger, beschaffte Rohstoffe und gaben diese an Heimhandwerker, die diese Rohstoffe zu Erzeugnissen verarbeiteten und diese an die Verleger wieder ablieferten. Dafür bekamen sie vom Verleger ein Entgelt.

Die Heimarbeiter waren auf die Aufträge der Verleger angewiesen. Die Verleger bestimmten die Preise und bezahlten nach Menge und Qualität der abgelieferten Erzeugnisse. Dabei oblag die Beurteilung von Menge und Qualität den Verlegern. So hatten die Verleger die Heimarbeiter in der Hand und bezahlten nur derart wenig, dass die meisten dieser Heimarbeiter in bitterer Armut lebten.

So stießen sich die Fugger schon am Anfang ihres Aufstieges durch Ausbeutung anderer gesund.

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Robert S. McNamara, unter Präsident Johnson Verteidigungsminister, sah vor allem elf Gründe für das Scheitern der USA in Vietnam, die er in seinem Buch Vietnam - Das Trauma einer Weltmacht (ISBN: 3-442-12956-7) nannte. Ich nenne nur mal die wichtigsten:

  • Wir haben die geopolitischen Absichten unserer Gegner (das heißt Nordvietnams und des Vietcong, unterstützt von China und der Sowjetunion) falsch eingeschätzt und die Gefahren, die den Vereinigten Staaten aus ihrem Vorgehen drohten, überbewertet.“
  • Wir haben die Bevölkerung und die führenden Politiker Südvietnams nach unseren Maßstäben beurteilt: Wir meinten, sie hätten einen übermächtigen Wunsch nach Freiheit und Demokratie und seien entschlossen, dafür zu kämpfen. Wir haben die politischen Kräfte dieses Landes ganz und gar falsch eingeschätzt.“
  • Wir haben unterschätzt, welche Kraft das Nationalbewusstsein einem Volk (hier den Nordvietnamesen und dem Vietcong) verleiht, für seine Überzeugungen und Werte zu kämpfen und zu sterben. Und noch nicht einmal heute tragen wir dieser Tatsache in vielen Teilen der Welt Rechnung.“
  • Unsere Fehleinschätzung von Freund und Feind hat unsere völlige Unkenntnis bewiesen, was Geschichte, Kultur und Politik der Völker Indochinas sowie die Persönlichkeit und Haltung der führenden Politiker dieser Länder angeht. …“
  • Zudem haben wir nicht erkannt – und das gilt bis heute - , dass den modernen, hochtechnologisch ausgerüsteten Streitkräften und den für sie entwickelten Strategien Grenzen gesetzt sind, wenn es zur Konfrontation mit einem unkonventionell kämpfenden und hoch motivierten Volk kommt. …“

Es sind im wesentlichen die gleichen Gründe, weshalb die USA seit dem Zweiten Weltkrieg jeden ihrer vielen Kriege verloren haben.

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Die Scheiben beschlagen auch mit diesen Mitteln nur ergibt sich ein anderer optischer Effekt.

Unbehandelt besteht das Kondenswasser aus vielen kleinen Tröpfchen, die an der Scheibe anhaften. Diese brechen das Licht und zerstreuen es durch die gekrümmte Tropfenoberflächen so diffus, das man nur noch hell und dunkel, aber sonst nichts mehr erkennen kann. Das ist der gleiche Effekt wie bei aufgerautem Glas.

Durch Rasierschaum, Spüli oder einem andere Netzmittel, wird die Oberflächenspannung der Wassertropfen herabgesetzt und es bilden sich keine kleinen Kondenströpfchen, sondern ein feiner Wasserfilm, durch den man gut sehen kann.

Du kennst das bei aufgerautem Glas, durch das man auch nicht durchsehen kann, außer man benetzt die aufgeraute Seite mit Wasser, Öl oder einer anderen Flüssigkeit.

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Eine ziemlich leicht verständliche Quelle ist eine dünne Broschüre, die Marx und Engels 1847/48 verfasst haben: "Das Manifest der Kommunistischen Partei"

http://www.mlwerke.de/me/me04/me04_459.htm

Die soziale Frage als Wahrnehmung der Diskrepanz zwischen arm und reich ist nach Marx nicht erst mit der Industrialisierung entstanden, hat sich mit dieser aber extrem verschärft.

Um es ganz kurz zu machen. Zu dieser Zeit gab es immer mehr Menschen, die sogenannte doppelt freie Lohnarbeiter waren. Sie waren frei, weil sie keine Leibeigenen mehr waren oder sonst irgendwie zwangsverpflichtet und sie waren frei von Produktionsmitteln. Sie besaßen also kein Land, mit denen sie Landwirtschaft betreiben oder Produktionsstätten, in denen sie Produkte herstellen konnten. Sie waren gezwungen, das Einzige, was sie hatten, nämlich ihre Arbeitskraft zu verkaufen.

Dann gab es Menschen, die Produktionsmittel besaßen und die Arbeitskraft dieser Lohnarbeiter kauften. Mit ihrer Arbeit schufen die Lohnarbeiter Werte, die größer waren, als der Lohn, den sie bekamen. Den so entstandenen Mehrwert eigneten sich die Besitzer der Produktionsmittel an. Das konnten sie, weil sie eben die Eigentümer der Produktionsmittel waren. Diesen Vorgang nennt man Ausbeutung.

Der Lohn für die Lohnarbeiter war so gering, dass diese davon nur im Elend leben konnten. Das war deshalb so, weil je niedriger der Lohn war, desto mehr konnten sich die Eigentümer der Produktionsmittel aneignen. Da es aber viele Lohnarbeiter gab und sie gegenseitig in Konkurrenz traten, um überhaupt einen Job zu bekommen, unterboten sie sich gegenseitig in ihren Lohnforderungen.

Marx sagte nun, dass das Problem augenscheinlich zwar die niedrigen Löhne sind, aber wenn man genauer hinsieht, ist das wahre Problem darin begründet, dass die einen Produktionsmittel besitzen und die anderen nicht. Daraus zog er die Schlussfolgerung, dass man die soziale Frage nicht durch Almosen beseitigt, sondern das Privateigentum an Produktionsmitteln beseitigen muss, indem man es vergesellschaftet, so dass diese allen gehören und alle am geschaffenen Mehrwert teilhaben.

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Ergebnisoffen wird meistens im Zusammenhang mit Gesprächen oder Beratungen gebraucht und meint, dass man im Vorfeld kein bestimmtes Ergebnis im Kopf hat, sondern offen für jedes Ergebnis ist, egal, was dabei herauskommt.

Ergebnisoffen im Zusammenhang mit Verhandlungen ist dummes Zeug, denn wenn kein bestimmtes Ergebnis beabsichtigt wäre, bräuchte man nicht verhandeln und könnte sich gleich den Wünschen der anderen beugen.

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Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit bzw. nach Neuanfang ....

Eigentlich kann ich mit einer solchen Formulierung nicht viel anfangen, weil zu vordergründig platt und inflationär gebraucht und in Zusammenhang mit Musikkommerz schon gar nicht. Aber ganz gut dazu passen könnte das.


https://youtube.com/watch?v=6gqCCAb8xbw

https://youtube.com/watch?v=khg2sloLzTI

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Kommunikation ist Interaktion zwischen Menschen. Treffen zwei Menschen zusammen, kommunizieren sie, selbst wenn sie nichts zueinander sagen. Selbst wenn Menschen die Kommunikation abbrechen, kommunizieren sie, denn auch das ist eine Botschaft. Deshalb ist es unmöglich, nicht zu kommunizieren, wenn es eine Beziehung zueinander gibt.

Konversation ist eine an Sprache gebundene Kommunikation zwischen Menschen, meistens eher oberflächlicher Natur und in der Regel von Angesicht zu Angesicht.

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Gute Frage! Der Absolutismus war nicht der Vorreiter der "Demokratie", aber er hat die Grundlagen eines modernen Staatswesens gelegt und ist ein wichtiger Meilenstein bei der Überwindung der mittelalterlichen Ständegesellschaft.

Die Herrschaft wurde zentralisiert, eine moderne Verwaltung mit einer Bürokratie wurde geschaffen, Merkantilismus als staatliche Wirtschaftspolitik wurde betrieben, das gesellschaftliche Leben wurde verrechtlicht und das Recht wurde vereinheitlicht. Das alles sind wichtige Voraussetzungen, unter denen das aufstrebende Bürgertum immer mehr in Verwaltung und Führung eingebunden wurde.

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Seit etwa dem Beginn des 20. Jahrhunderts stand Großbritannien im Mittelpunkt des Bemühens zionistischer Organisationen, einen Verbündeten für ihr zionistisches Projekt zu gewinnen. Schon Theodor Herzl hatte strategisch darauf orientiert. Der Aufstieg des jüdischen Bürgertums in Großbritannien, die Netzwerke zionistischer Funktionäre und Förderer untereinander und mit Vertretern des britischen politischen Establishments schufen dafür günstige Voraussetzungen.

Seit längerem gab es strategische Überlegungen, dass die Verwirklichung eines jüdischen Nationalstaates am ehesten im Zuge einer Aufteilung des Osmanischen Reiches zu realisieren wäre, dass das in der Folge eines Krieges geschehen könnte, war allen klar. Mit Beginn des ersten Weltkriegs und vor allem mit dem Kriegseintritt des Osmanischen Reiches als deutschem Verbündeten, wurden die Bemühungen seitens der "Zionist Federation", dem britischen Landesverband der zionistischen Weltorganisation, forciert, um die britische Regierung zu einer verpflichtenden Unterstützungserklärung für das zionistische Projekt zu bewegen. Mit dem Amtsantritt von David Lloyd George als Prmeirminister 1916 nahmen diese Bemühungen Gestalt an.

So schrieb Chaim Weizmann, einer der führenden Köpfe der zionistischen Bewegung und später der erste Präsident Israels, an seinen Freund C. P. Scott, dem Herausgeber des „The Manchester Guardian“, im März 1915:

“Wenn Großbritannien verhindern will, dass Palästina einer anderen Macht zufällt, so muss es auf der Hut sein und jedem Eindringen anderer Mächte einen Riegel vorschieben. [ … ] Ein starker jüdischer Staat in der ägyptischen Flanke ist ein wirksamer Schutz gegen jede etwaige Gefahr von Norden. England hätte in den Juden die geeignetsten Vermittler, die besten Dolmetscher ihrer Ideen in den östlichen Ländern, sie wären eine Brücke zwischen zwei Zivilisationen.“

Zwar sei letzteres nicht unbedingt ein praktisches Argument, gab Weizmann in diesem Brief zu, doch dürfte es “sicher bei einigen Politikern, die gern fünfzig Jahre voraussahen, schwer ins Gewicht fallen.

Der Formulierungsvorschalg der britischen Zionisten wurde leicht verändert in die Deklaration übernommen. Der zionistische Entwurf sprach von Palästina als Heimstätte, die Balfour-Deklaration nur von einer Heimstätte in Palästina. Unklar war, was unter Palästina überhaupt zu verstehen sei. Weiter wurde in die Deklaration nicht der Wunsch aufgenommen, die Mittel und Methoden bei der Schaffung dieser Heimstätte mit den Zionisten zu diskutieren.

Die damals ca. 85 Prozent arabischen Einwohner Palästinas wurden nur unter "non-Jewish communities" subsummiert. Ihnen wurden lediglich bürgerliche und religiöse Rechte zugestanden, aber keine nationalen.

Die Frage ist, was die Britische Regierung bewog, eine solche Erklärung abzugeben; völlig uneigennützig wird sie es nicht getan haben.

Eine jüdische Kolonie im geostrategisch wichtigen Palästina, die auf britische Protektion angewiesen ist, wäre für die imperialen britischen Ambitionen vorteilhaft gewesen. Außerdem wurde der propagandistische Effekt auf die in aller Welt lebenden Juden, vor allem in Russland, den USA, aber auch bei den Kriegsgegnern als positiv angesehen.

Der Zionistische Weltkongress hatte sich vor dem Krieg darauf verständigt, sich neutral zu verhalten. Trotzdem kämpften viele Juden in den Armeen ihrer jeweiligen Länder, wenn man von Russland einmal absieht. Mit dieser Deklaration wollte man die Juden bei den britischen Verbündeten zur noch größeren Unterstützung bewegen. Bei den Kriegsgegnern erhoffte man sich das Gegenteil.

Ein weiterer Beweggrund war die Rivalität mit Frankreich im Nahen Osten, das sich seit Mitte des 19. Jahrhindert versuchte, dort (Syrien, Libanon) festzusetzen. Vor dem Krieg versuchten die Briten dem zu begegnen, indem sie das Osmanische Reich unterstützten. Mit Kriegsbeginn hörte das auf und es war klar, dass es im Fall eine Sieges der Entente zu einer Aufteilung des Osmanischen Reiches kommen würde. Deshalb verhandelten Die Briten mit den Franzosen und man einigte sich 1916 auf das Sykes-Picot-Abkommen.

Nach diesem Abkommen sollte Frankreich die Küstengebiete des Libanons und Syriens erhalten, während Großbritannien u. a. das südliche Mesopotamien (heute Irak) bekommen sollte. Außerdem sollte ein nicht näher definierter arabischer Staat geschaffen werden mit einer britischen und französischen Einflusszone. In Palästina sollte ein Streifen mit Akkon und Haifa unter britische Kontrolle gestellt und der Rest sollte internationalisiert werden.

Der britischen Regierung war in dieser Situation daran gelegen, Argumente für die Errichtung ihres Mandats über das Zentrum der arabischen Welt, Palästina, zu bekommen. Sich für die Errichtung einer jüdischen Heimstatt einsetzen zu wollen, erschien den englischen Politikern als eine international wirksame Begründung. Also verband man in der britischen Regierung die zionistische Idee von der Gründung des Judenstaates mit dem eigenen Bestreben nach dem Mandat über Palästina.

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Die weitaus meisten Verben bilden das Perfekt Aktiv mit haben, nur eine abgrenzbare Gruppe von intransitiven Verben bildet das Perfekt mit sein. Das haben-Perfekt ist also der Normalfall, das sein-Perfekt der besondere Fall:

"Die Chirurgin hat das Unfallopfer untersucht. Er hat in einem sanierten Altbau gewohnt. Über die Einladung haben wir uns sehr gefreut. Es hat wochenlang nicht geregnet."

Ein intransitives Verb bildet das Perfekt mit sein, wenn es den Übergang in einen neuen Zustand bezeichnet:

Die Blume blüht auf. (Perfekt:) ... ist aufgeblüht. (Neuer Zustand:) aufgeblüht. Das Lied verklingt. (Perfekt:) ... ist verklungen. (Neuer Zustand:) verklungen.

© Duden - Richtiges und gutes Deutsch, 7. Aufl. Mannheim 2011 [CD-ROM]

Dein Freund hat Recht, es heißt: "... weil ich geschwitzt habe."

Die Schwierigkeiten mit haben und sein sind in den süddeutschen Dialekten anzutreffen. Dort sind die Varianten mit sein häufig anzutreffen, standardsprachlich ist das aber nicht.

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