Was finden die meisten Menschen so toll daran, ein Kind zu sein?


26.03.2020, 05:15

Ich erinnere mich auch nicht gerne an meine Kindheit, abgesehen von ein paar wirklich schönen Momenten, die aber nichts mit Kindsein zu tun haben. Ich bin so froh, endlich Freiheiten zu haben und selbstständig/er zu sein/werden. Warum müssen manche Leute, meistens ältere mir immer sagen: “Später wirst du wieder Kind sein wollen.“ oder “Sei noch so lange Kind, wie du kannst.“ Ich finde das sehr respektlos! Ich erzähle ihnen doch nicht Sachen á la: “Sei froh, erwachsen zu sein.“ Was kann man gegen solche Leute tun und wie kontert man am besten diese Sprüche?

Sorry für den langen Text.

LG Lavinius

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Eine sehr interessante Frage. Ja, natürlich gibt es diverse "Nachteile" ein Kind zu sein - die meisten dienen allerdings dem Schutz des Kindes, damit es eben in einem der Reife angemessenen Tempo, nach und nach die Welt kennenlernen kann, ohne überfordert zu werden. Man passt sich als Bezugsperson den Bedürfnissen des Kindes an und gibt ihm nach und nach mehr Freiheiten, damit es ein eigenständiger Erwachsener werden kann, der sich um all diese Dinge überhaupt erst in der Lage ist selbst zu kümmern. Eine eigene Persönlichkeit hat totzdem jedes Kind.

Viele Erwachsene denken gern an ihre eigene Kindheit zurück, weil sie im Gegensatz zu heute einfach und unbeschwert erscheint. Die Probleme waren aus Sicht des heutigen Erwachsenen weniger belastend (ein anderes Kind hat mir meine Schokolade weggegessen - heutzutage unbedeutend, da man sich einfach neue kaufen kann, wenn man will). Oft werden die negativen Anteile dabei ausgeblendet. Gerade, dass man selbst auf sehr wenig achten musste ist für viele dabei das schöne - man lebte einfach und konnte frei die Welt erkunden. Wenn etwas gefährlich wurde, passte jemand auf, dass man sich nicht verletzt. Man wurde sofort getröstet, wenn es einem schlecht ging, man durfte weinen wo und wann man wollte... Das ist eine Geborgenheit, die sich viele zurückwünschen.

Natürlich ist es wunderbar erwachsen zu sein und vieles zu dürfen, das man früher nicht durfte, andere Interessen zu entwickeln, mehr Verantwortung übernehmen zu können, eigene Entscheidugen zu treffen, aber auch das Erwachsensein hat viele Nachteile, die so manchen Menschen gelegentlich überfordern.

Danke für den Stern :)

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Für mich ist es die Freiheit von Verantwortung und die damit verbundene Leichtigkeit des Seins.

Dinge (noch) nicht besser zu wissen kann sehr erleichternd sein - neue Dinge zu lernen (vor allem weil das Lernen als Kind so schön leicht fällt), macht zudem Spaß.

Ein Kind hat ständig Aha-Momente.

Und wenn ich von Kind rede, meine ich richtig Kind...also vor der Pubertät.

Natürlich unterliegt man auch gewissen Zwängen bzw. dem Willen der Eltern, aber auch das empfindet man als Kind weniger drastisch (mitunter weil man es eben auch noch gar nicht anders kennt).

Die Dinge, die du da aufzählst...Klamotten, Filme, Osterhase und Co...das waren alles Dinge, die ich als Kind nicht wichtig fand.

Klamotten mussten bequem sein, damit ich damit ordentlich draußen spielen konnte. Wie sie aussahen, ob sie schon getragen waren oder sonst was hat mich gar nicht interessiert.

Filme ebenso wenig. Was ich gesehen habe, wollte ich auch sehen. Wenn ich was nicht sehen wollte, hab ich's mir nicht angeschaut. Und was ich nicht gesehen habe, kannte ich nicht und hatte somit auch nicht das Gefühl etwas zu vermissen.

Ich fühlte mich als Kind zudem durchaus ernst genommen. Wenn jemand mir sagte, dass ich das nicht verstehe bzw. erst später verstehen werde, habe ich das nicht als schlecht empfunden, sondern eben so hingenommen.

Das ist ja das was Kind sein eben so schön macht. Man zerbricht sich über sowas eben den Kopf gar nicht erst, sondern Dinge sind eben so wie sie sind. Ein Kind konzentriert sich auf sowas halt nicht groß. Da ist es nur wichtig, was man als nächstes spielt oder ob am nächsten Tag die Sonne scheint, damit man draußen rumtoben kann.

Als Jugendlicher hingegen ist das was komplett anderes. Da unterliegt man bereits gewissen Erwartungen, da soll man Verantwortung übernehmen bzw. übernehmen lernen, da hängt man halt zwischen Erwachsen werden und noch Kind sein und hat natürlich auch andere Interessen und einen großen Freiheitsdrang...ohne aber zu verstehen, dass die ersehnte Freiheit mit einer ganzen Menge Zwänge, Pflichten und vor allem Verantwortung einher geht.

Ich träumte als Jugendlicher davon, endlich machen zu können was ich will. Kaufen können was ich will, so lange wach bleiben wie ich möchte, mir selbst einteilen, wann ich was tue, weg gehen wohin ich will etc.

Mit mittlerweile 41 Jahren habe ich diese Freiheiten - dafür unterliege ich den Zwängen, die ein eigenverantwortliches Leben eben mit sich bringen.

Das volle Programm das früher die Eltern erledigt haben. Keiner, der einem die Wäsche wäscht, trocknet, bügelt und in den Schrank einsortiert. Keiner, der einem das Essen vor setzt, der für einen einkauft. Keiner, der dafür sorgt, das die Bude sauber und gemütlich ist und keiner, der einem einfach Geld schenkt, damit man sich was Schönes kaufen kann.

Arbeit, Wohnung in Schuss halten, Essen machen, 2-3 Stunden Freizeit - ab ins Bett, weil am nächsten Tag heißt's wieder fit sein. Das ist der Alltag eines eigenverantwortlich lebenden Erwachsenen.

Und treten irgendwo Probleme auf, kommen nicht Mutti oder Papi und regeln das.

Allein Letzteres ist schon ein immenser Unterschied zum Kind-Sein und bedingt auch zum Teenager sein. Zu wissen es ist der eigene Kopf der rollt, wenn was nicht läuft wie es sollte, nimmt schlicht die berühmte Unbeschwertheit nach der sich Menschen sehnen, die eben gern nochmal Kind wären.

Ich hoffe ich konnte deine Frage beantworten :P

PS: Und auch wenn du das nicht hören willst: ''auch du wirst es sehr wahrscheinlich besser verstehen, wenn du erwachsen bist''. Diese Momente in denen man sich denkt ''ach sie hatten so recht'' hat jeder Erwachsene, wenn er an die Worte seiner Eltern bzw. Erwachsenen denkt, als er Kind-/Teenager war. Zumindest kenne ich keinen Erwachsenen, der diese Erfahrung nicht gemacht hat.

Aber du bist sicher anders als alle anderen ...wie jeder Teenager :D

Hallo Lavinius,

ich denke, deine Ansichten über das Kindsein sind zum Teil allgemeingültig und zum Teil von deiner eigenen Kindheit geprägt.

Man kann sehr wohl als Kind eine eigene Persönlichkeit haben (Kinder sind extrem unterschiedlich und gute Eltern gehen auf jedes ihrer Kinder auf die zu diesem Kind am Besten passende Weise ein). Auch sollte man ein Kind stets ernst nehmen und alle seine Fragen ernsthaft beantworten. Diese Erfahrungen machen aber leider bei weitem nicht alle Kinder und das ist sehr traurig.

Ich finde am Kind sein so toll, dass ein Kind voll und ganz im HIER und JETZT lebt, dass es keine Ziele und Pläne verfolgen muss, sondern sich voll dem Flow des Spielens hingeben kann, dass es meist unvoreingenommen auf jeden und alles offen reagieren kann (wenn es nicht durch die Eltern auf Angst u. Misstrauen geprägt ist), dass es sich keine Sorgen um Lebensunterhalt oder Leistungsdenken machen muss (jedenfalls kleinere Kinder, die noch nicht vom Leistungs-und Konkurrenzdenken in der Schule beeinflusst sind), dass Kinder sich über Kleinigkeiten richtig freuen können (diese kindliche Freude findet man bei Erwachsenen selten bis gar nicht mehr), dass sie es nicht nötig haben sich zu verstellen, sondern genau so sind wie sie eben sind und ihre Gefühle zeigen können ohne falsche Rücksichtnahme auf andere.

Das alles sind Merkmale von glücklichen Kindern. Leider gibt es auch sehr viele unglückliche Kinder, denen viele dieser Merkmale fehlen, da die Erwachsenen Ansprüche an sie richten als ob sie es mit Erwachsenen zu tun hätten.

Kinder sind Kinder und müssen nicht vernünftig und super ordentlich sein.

Filme, die ich als Kind sehr mochte (Pippi Langstrumpf, Lassie, Pinnochio...) kommen mir heute eher langweilig vor. Aber das waren auch noch andere Zeiten. Heutzutage- da hast du recht- gibt es für Kinder fast nur noch Zeichentrickfilme von eher zweifelhafter Qualität.

Wenn man Kindern zu viele Vorgaben und Verbote und Regeln gibt, werden sie frustriert und können ihre Kindheit nicht geniessen. Das führt dann dazu, dass sie so wie du das Kindsein schrecklich finden und evt. selbst keine Kinder wollen.

Ich hatte eigentlich eine schöne Kindheit, aber ich mag es einfach nicht, ein Kind zu sein. Ist einfach nicht mein Ding.

[...] sondern sich voll dem Flow des Spielens hingeben kann [...]

Heute bin immer noch mit meinen Gedanken woanders, als in der Realität - allerdings nicht beim Spielen, sondern in meiner Fantasie, einem Buch oder einem Film.

[...] dass Kinder sich über Kleinigkeiten richtig freuen können [...]

Ich freue mich über Kleinigkeiten, aber über andere.

Beispiele:

Als Kind: Man bekommt genau den Stuhl, den man wollte; man hat ein richtig tolles Stock gefunden; man hat die blaue Tasse bekommen...

Jetzt: Man hat beim Einkaufen ein richtig tolles T-Shirt gefunden; man ist pünktlich aufgestanden; heute ist draußen genau das Wetter, das man mag...

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Naja als Erwachsener hast du die ganze zeit Stress, du musst dies machen und du musst das machen und diese Deadline einhalten und diese Rechnungen bezahlen usw... Und als kind sche*ßt du auf alles und gehst erstmal was spielen 😂 darum geht's eben - keine verantwortung haben.. wenn du irgendeinen mist machst, ist es am ende das Problem deiner eltern aber nicht deins.

Gut, mich würds auch nerven, nicht ernst genommen zu werden, kein auto fahren zu dürfen, mir nichts kaufen zu dürfen und im Zweifelsfall sogar von fortnite Kiddies umgeben zu sein 😂 aber es hat eben alles vor und nachteile🤷

Erwachsen sein: du darfst alles

Kind sein: du musst nichts

Hab gerade gelesen wie alt du bist.. ja mit 14 sind einige (vorallem mädchen) an so nem kleinen höhepunkt was die reife an geht und danach werden sie wieder etwas Kindlicher^^ 14 jährige hält man gerne mal für 18 und 16 jährige für 14🤷 einfach stur erwachsen sein ist trotz allem grundsätzlich mal unfassbar langweilig, deshalb ist es so wichtig sich seine kindliche seite zu bewahren - die seite die spaß hat! Ich glaube, das trauen sich nur viele nicht, weil sie zu beschäftigt damit sind, cool und erwachsen zu sein 🤨 man muss schon erwachsen sein, um kindlich sein zu können^^

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Vieles braucht Zeit um zu reifen, entwickeln, zusammenhänge oder Krankheiten überwinden. Im Laufe der Jahre stellt der eine oder die andere fest, das immer mehr abverlangt wir. Die Kindheit wird auch unterschiedlich wahrgenommen und später oftmals schöngeredet.

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