Warum wird religion heutzutage noch aufgezwungen?

22 Antworten

Rein philosophisch-aufgeklärt gedacht, würde ich dir Recht geben. Und ich selbst habe es tatsächlich so erlebt. Meine Pflegeeltern haben bezüglich meiner Religionszugehörigkeit nicht vorgegriffen und ich musste mit 16 selbst auf die Suche gehen. Es war ein harter Weg, aber heute bin ich dankbar dafür.

In zwei Punkten mus ich dir aber widersprechen. Die Schule ist nicht in der Lage, alle Religionen vorzustellen. Vor allem könnte sie das nicht neutral. Und es ist auch nicht ihre Aufgabe, einen Katalog für Glaubensentscheidungen zu entfalten. Aufgabe der Schule ist die Bildung.

Ein Weiteres: Auch die Erziehung im Elternhaus vollzieht sich nicht im luftleeren Raum. Sie vollzieht sich innerhalb der Lebensgrundsätze der Eltern, die das Kind entweder übernimmt oder die es irgendwann ablegt. Das betrifft auch den Glauben bzw. Weltanschauung der Eltern. Auch ich habe später realisiert, wie sehr mich die Atmosphäre in meinem Elternhaus (Pflegeeltern) geprägt hat. In sofern war meine Entscheidung also doch nicht frei.

Die religiös/weltanschaulich indifferente Haltung vieler Eltern führt in der Praxis eigentlich nur zu indifferenten Kindern, auch im späteren Leben. Und auch das ist eine Vorprägung.

Eltern geben ihren Kindern in der Erziehung immer da mit, was sie für gut und richtig halten. Wenn die Eltern ein Instrument spielen, dann ist es wichtig, dass auch das Kind musiziert (mal ehrlich, wer will freiwillig Blockflöte spielen?). Das gilt für Werte, Interessensbereiche, Etiquette und eben auch Religion. Und seien wir ehrlich, eine Religion später anzunehmen ist unwahrscheinlich, da Religion recht komplex ist und nach außen hin auf den ersten Blick unverständlich wirken.

Ach weißt du, ich hätte auch lieber in Amerika geboren werden wollen. Wieso wurde ich gezwungen, in Deutschland aufzuwachsen und die deutsche Staatsbürgerschaft zu haben. Auch die deutsche Sprache gefällt mir nicht besonders. Wieso werden Kinder heutzutage noch gezwungen, deutsch als Muttersprache zu haben. Soll doch jeder selber entscheide....

DAS frage ich mich auch immer wieder.

Meinen beiden Kindern habe ich die freie Wahl gelassen. Als die Nachbarskinder in unserem katholischen Dorf in die Kirche gingen, waren die beiden schon neugierig. So bin ich (lutherisch getauft, aber schon lange ausgetreten)  mit ihnen in die Kirche gegangen, damit sie sich das anschauen können. In der Schule haben die beiden auch probeweise am Religionsunterricht teilgenommen, sich dann aber doch dagegen entschieden.

Obwohl wir eigentlich schon ein spiritueller Haushalt sind - aber eben nicht christlich, sondern eher pantheistisch - stand es meinen Mädels immer frei mitzutun oder auch nicht. Nie hätte ich meinen Kindern etwas aufgezwungen, denn dazu liebe ich sie viel zu sehr.

In meinen Augen sind Religionen, genau wie politische Ideologien, von machtgierigen Menschen erdacht um die Völker zu beherrschen, zu knechten und bei Bedarf aufhetzen zu können. (Bestes Beispiel haben wir im eigenen Land vor Augen, sowohl in der Geschichte, als auch in der Gegenwart)

Um ein anständiger, liebevoller und moralischer Mensch zu sein, braucht es keine Religion.

Wenn ich mir anschaue, wieviele Menschen nur wegen des Glaubens verfolgt und getötet werden, kann ich nur traurig mit dem Kopf schütteln und mich fragen, welchem Gott diese Menschen eigentlich dienen, denn der geistige Schöpfergott kann es nicht sein!


willgott  20.09.2017, 01:17


Mundlcore55

Dafür kannst Du ruhig einen Stern geben, denn die Weltreligionen dienen nicht Gott sondern der Welt und werden von der Gegenseites Gottes mißbraucht um die Menschen durch Verwirrungen aller Art vom Glauben an Gott fern zu halten.

Damit das hier nicht im Negativen Weltschmerz verfängt möchte ich auf dasThema Glauben umschwenken, Gerade habe ich hierzu eine Antwort zu der Frage "Wie beginnt (religöser) Glaube?" geschrieben. Die möchte ich hier nicht wiederholen.

Es kommt also wirklich darauf an, zum  Glauben kommen ohne dem Irrsinn der Religionen zu verfallen.

LG von Willgott

Mundlcore55 
Beitragsersteller
 10.09.2017, 02:44

endlich jemand der mich versteht :) .

Ich denke nicht.. Ich sage: Im Rahmen der sog. "Diversität" wird Religion als etwas beschrieben, dass am Menschen nicht zu ändern ist.. Diversität ist in manipulativer Form des linksextremisten "Koran"! Zu dem Zwngsreligionen gehören sowohl der Islam, als auch das Judentum, als auch die Zeugen Jehovas, weil diese "Religionen" per se einem Gruppenzwang unterliegen und das NICHTS mit einer "Freiheit" der Religionsausübung zu tun hat. In sofern ist das Christentum eine Religion aus der man selbstverständlich auch wieder austreten kann.. Das mit der Taufe nicht endgültiges, sondern nur ein Ansatz ohne soziale Folgen. Es werden in diesem Rahmen niemanden strafbare Handlungen beigebracht, im Gegensatz zum Islam!