Warum wird religion heutzutage noch aufgezwungen?

25 Antworten

Eltern geben ihren Kindern in der Erziehung immer da mit, was sie für gut und richtig halten. Wenn die Eltern ein Instrument spielen, dann ist es wichtig, dass auch das Kind musiziert (mal ehrlich, wer will freiwillig Blockflöte spielen?). Das gilt für Werte, Interessensbereiche, Etiquette und eben auch Religion. Und seien wir ehrlich, eine Religion später anzunehmen ist unwahrscheinlich, da Religion recht komplex ist und nach außen hin auf den ersten Blick unverständlich wirken.

Die Kindererziehung hat Gott den Eltern übertragen:

"Erzieh einen Knaben gemäß dem Weg für ihn; auch wenn er alt wird, wird er nicht davon abweichen." (Spr. 22:6)

Wenn Du später feststellen solltest, dass die Religion Deiner Eltern für Dich nicht in Frage kommt, dann solltest Du sie wechseln / austreten.

Das hat auch Saulus gemacht, der vom Christenverfolger selbst zum Christ — zum Paulus — wurde.

Sei dankbar, wenn sich Deine Eltern ehrlich um Dich bemüht haben. Das ist besser, als Eltern zu haben, denen das geistige Wohl ihrer Kinder egal ist:

"Wenn einer seinen Knecht von Jugend an verzärtelt, wird er in seinem späteren Leben sogar ein Undankbarer werden." (Spr. 29:21)

DAS frage ich mich auch immer wieder.

Meinen beiden Kindern habe ich die freie Wahl gelassen. Als die Nachbarskinder in unserem katholischen Dorf in die Kirche gingen, waren die beiden schon neugierig. So bin ich (lutherisch getauft, aber schon lange ausgetreten)  mit ihnen in die Kirche gegangen, damit sie sich das anschauen können. In der Schule haben die beiden auch probeweise am Religionsunterricht teilgenommen, sich dann aber doch dagegen entschieden.

Obwohl wir eigentlich schon ein spiritueller Haushalt sind - aber eben nicht christlich, sondern eher pantheistisch - stand es meinen Mädels immer frei mitzutun oder auch nicht. Nie hätte ich meinen Kindern etwas aufgezwungen, denn dazu liebe ich sie viel zu sehr.

In meinen Augen sind Religionen, genau wie politische Ideologien, von machtgierigen Menschen erdacht um die Völker zu beherrschen, zu knechten und bei Bedarf aufhetzen zu können. (Bestes Beispiel haben wir im eigenen Land vor Augen, sowohl in der Geschichte, als auch in der Gegenwart)

Um ein anständiger, liebevoller und moralischer Mensch zu sein, braucht es keine Religion.

Wenn ich mir anschaue, wieviele Menschen nur wegen des Glaubens verfolgt und getötet werden, kann ich nur traurig mit dem Kopf schütteln und mich fragen, welchem Gott diese Menschen eigentlich dienen, denn der geistige Schöpfergott kann es nicht sein!

endlich jemand der mich versteht :) .

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Mundlcore55

Dafür kannst Du ruhig einen Stern geben, denn die Weltreligionen dienen nicht Gott sondern der Welt und werden von der Gegenseites Gottes mißbraucht um die Menschen durch Verwirrungen aller Art vom Glauben an Gott fern zu halten.

Damit das hier nicht im Negativen Weltschmerz verfängt möchte ich auf dasThema Glauben umschwenken, Gerade habe ich hierzu eine Antwort zu der Frage "Wie beginnt (religöser) Glaube?" geschrieben. Die möchte ich hier nicht wiederholen.

Es kommt also wirklich darauf an, zum  Glauben kommen ohne dem Irrsinn der Religionen zu verfallen.

LG von Willgott

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Rein philosophisch-aufgeklärt gedacht, würde ich dir Recht geben. Und ich selbst habe es tatsächlich so erlebt. Meine Pflegeeltern haben bezüglich meiner Religionszugehörigkeit nicht vorgegriffen und ich musste mit 16 selbst auf die Suche gehen. Es war ein harter Weg, aber heute bin ich dankbar dafür.

In zwei Punkten mus ich dir aber widersprechen. Die Schule ist nicht in der Lage, alle Religionen vorzustellen. Vor allem könnte sie das nicht neutral. Und es ist auch nicht ihre Aufgabe, einen Katalog für Glaubensentscheidungen zu entfalten. Aufgabe der Schule ist die Bildung.

Ein Weiteres: Auch die Erziehung im Elternhaus vollzieht sich nicht im luftleeren Raum. Sie vollzieht sich innerhalb der Lebensgrundsätze der Eltern, die das Kind entweder übernimmt oder die es irgendwann ablegt. Das betrifft auch den Glauben bzw. Weltanschauung der Eltern. Auch ich habe später realisiert, wie sehr mich die Atmosphäre in meinem Elternhaus (Pflegeeltern) geprägt hat. In sofern war meine Entscheidung also doch nicht frei.

Die religiös/weltanschaulich indifferente Haltung vieler Eltern führt in der Praxis eigentlich nur zu indifferenten Kindern, auch im späteren Leben. Und auch das ist eine Vorprägung.

Ich kann mich der Meinung nicht anschließen, dass gerade in der HEUTIGEN  Zeit irgend Jemandem bezüglich des Glaubens etwas aufgezwungen wird...

In Zeiten der Kirchenaustritte werden verständlicherweise seitens der Eltern auch immer weniger Kinder getauft. 

Niemand wird gezwungen, bspw. dem Konfirmandenunterricht beizuwohnen, sich konfirmieren, sich taufen zu lassen. 

Und da der Fragesteller von der heutigen Zeit schreibt... 

Ich kann mir nicht vorstellen, dass eben in der heutigen Zeit, Eltern ihre Kinder geradezu in den Konfirmandenunterricht prügeln...

( Pardon für meine etwas derbe Ausdrucksweise)

In den vergangenen Jahren ist zumindest in unserer Gemeinde  zu verzeichnen, dass Jugendliche nicht konfirmiert werden wollen, sich nicht taufen lassen wollen.

Und viele (nicht Alle), die sich dann doch konfirmieren lassen, tun es, weil es ja zur Konfirmation ordentlich Kohle gibt, ne... ;-)     Zwang??    Wo??

Und selbst wenn Jemand (wie der Fragesteller schreibt) "gezwungen" wurde, einer Kirche anzugehören...Wo liegt das Problem?  

Wenn er / sie die Volljährigkeit erreicht hat, besteht jederzeit die Möglichkeit, auf dem Amtsgericht den Kirchenaustritt zu beantragen. Das war´s !

Nochmals, zusammengefasst: Ich sehe da keinerlei Zwang.

Man KANN , man MUSS  nicht....

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