Warum stirbt er so schwer? Elendiges Krepieren!

58 Antworten

Vom Beitragsersteller als hilfreich ausgezeichnet

...was einen unmittelbar vor dem Lebensende umtreibt, das dürfte (wie so oft angenommen) weniger die "Angst vor dem Tod" sein, als vielmehr das innere Ringen mit dem, was das eigene Leben ausgemacht hat - der sogenannte "Todeskampf" besteht (das jedenfalls denke ich) aus allem, mit dem man sich -zeitlebens- nicht wirklich auseinandergesetzt hat, was sozusagen "ausgeblendet" wurde. All das tritt dann womöglich (und umso stärker) nochmals zutage.

Der Satz "Wie man lebt, so stirbt man." - hat insofern vielleicht einen sehr wahrhaftigen Kern.

Wenn es gelingt, sich seines Lebens (sowie auch einst des Todes, im Übrigen), des ganzen eigenen Seins und Tuns (inklusive der "Fehler", der "Versäumisse" etc.) möglichst auch bewusst zu sein / zu werden, dann lässt es sich womöglich auch versöhnlicher zurückblicken - und weniger schmerzvollst hadern mit dem, was war; und zwar schon bevor (!) das Leben sich irgendwann dem Ende neigt...

So ein "Todeskampf" ist demzufolge -seinem Wesen nach und im Grunde- vielmehr auch ein "Kampf mit sich selbst". Bis man bereit ist (wiederum sich selbst!) zu verzeihen. Vielleicht die schwierigste Aufgabe überhaupt, wenn man sich zeitlebens nie darin versucht hat...


Und noch dies zur Todesangst:

Wenn der Tod so unmittelbar vor einem steht, dann kann ich mir vorstellen, dass sich Denken und Fühlen so grundlegend verändern, dass sie mit unserem ("alltäglichen") Verständnis dessen nicht mehr zu erfassen sind.

Und insofern wandelt sich vermutlich auch die (immer wieder beschriebene) "Angst vor dem Tod". In etwas, dem man sich zwar "unausweichlich", aber ebenso "selbstverständlich" dann gegenübersieht - dennoch geht jeder diesen Weg für sich alleine. Und jeder geht ihn vermutlich ähnlich, wie er alle Lebens-Wege gegangen ist....


Piephahn  07.07.2012, 11:03

gut geschrieben!

AntwortKing  24.06.2012, 15:43

ich weiß noch wenn man stirbt sieht man den todesengel ka 5 sec lang oder so und dann ist man tot...

kartoffelsirup  12.06.2012, 22:22

Sehr schöner Beitrag mia :)

Sich selbst zu verzeihen ist für den Seelenfrieden meist unumgehbar, doch auch mit Sicherheit eines der schwierigsten Aufgaben im Leben.

Liebe Grüße!

rhapsodyinblue 
Beitragsersteller
 13.06.2012, 07:52
@kartoffelsirup an alle, die hier geantwortet haben, vielen herzlichen Dank dafür

Leider kann ich nur eine einzige hilfreiche Antwort auswählen, aber alle, die hier geschrieben habt, ihr wart hilfreich

Danke!
bookkeeper50002  18.06.2012, 09:27
@rhapsodyinblue

Vielleicht kann dir Krankenschwester dir sagen ob er Evangelisch oder Katholisch ist und kannst so vielleicht den Pfarrer ans Krankenbett holen. Für alte Leute ist es sehr wichig für ihr Moralisches Leben. Dass sie vielleicht bevor sie Sterben die Beiche ablegen.

Ja schwere Kost. Da ich aber selbst in der Altenpflege arbeite. Meist ist es ein starkes Herz was trotz aller Sehnsucht nach dem Tod den Menschen nicht von dieser welt gehen lassen. Und wenn das der Fall ist fragt sich der jenige warum er dieses Leid ertragen muss und nicht gehen darf. Was er vielleicht falsch oder garnicht gemacht hat. Oftmals sind es die Kinder oder sehr nahe stehende Personen die mit den richtigen Worten den Frieden geben können. Wenn es keine Lebensqualität mehr gibt , gibt es niemanden der auf dieser Welt bleiben möchte. Das erfahre ich reglmäßig. Du hast ihm ein gutes Gefühl gegeben indem du bei ihm warst. So hatte er das gefühl wichtig für jemanden zu sein. Hast ihm gut zugeredet. Du warst für ihn da. Mehr kannst du nicht tun. Das weiß auch er.

Die beste Antwort könnte in den restlichen 56 Antworten stecken - registriere Dich jetzt!