Warum misst man zwischen zwei Phasen, die verschoben sind, 400V?

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Okay, zweiter Anlauf dir das zu erklären.

Ich nehme nochmals Bezug auf die Sinuskurven in meinem verlinkten Beispiel. Eine Formel wird überhaupt nicht gebraucht, sowas wäre viel zu kompliziert, also lasse das mal weg.

Konzentriere dich einzig auf die Sinuskurven und lasse die Mittellinie auf der nur der zeitliche Verlauf dargestellt wird mal weg, die hat sonst nichts zu sagen!

Gehen wir zunächst mal davon aus, die jeweiligen unteren Punkte der jeweiligen Sinuskurven bedeuten Null und die oberen Punkte der jeweiligen Sinuskurve bedeuten 400 Volt.

Was kannst du dann messen, wenn ein Pol deines Messgrätes zeitlich einen Nullpunkt einer Sinuskurve hat, und der andere Pol deines Messgerätes die egal wo daneben liegende Phase kontaktiert? Also sinngemäß die obere Linie einer daneben liegenden Phase berührt.

Nehmen wir zum leichteren Verständnis einen 400 mm langen Gegenstand.
Nun ist doch egal ob wir vom unteren Punkt aus nach oben 400 mm messen, oder vom oberen Punkt nach unten, oder?

Betrachte also die jeweiligen oberen und unteren Sinuskurvenpunkte als die jeweiligen Stellen die ein Messgerät berühren kann. Somit hast du auch vom oberen Punkt der L2 Sinuskurve zu jedem unteren Punkt der Kurven L1 und L3 welchen Wert? Genau, 400 Volt.

Leuchtet dir das nun besser ein, kannst du jetzt die Angelegenheit besser verstehen? Wenn nein, versuche mal zu erläutern was jetzt noch nicht verständlich ist.

Danke! Jetzt hab ich es verstanden ich war ein bisschen verwirrt und voreingenommen, weil die Lehrer uns das mit irgendwelchen Formeln erklärt haben, die sehr unverständlich sind. Ist ja garnicht so schwer 😅

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@Ceddie2000

Frage doch mal diese Lehrer woher ein Duspol oder sonstiges primitives Messgerät irgendeine Formel kennt! ;-)

Frage diese Lehrer, wieso sie nicht in der Lage sind, es ähnlich wie ich anhand der Sinuskurven zu erklären?

Berichte dann, welche Antworten du bekamst ;-)

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das kann ich nicht bringen :0 die werden ausflippen 😂

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@Ceddie2000

doch kannst du bringen. Sage einfach du hast dich mit einem Elektroniker unterhalten und der will von deinem Lehrer erklärt bekommen woher die primitven Messgeräte irgendeine Formel kennt.
Du sollst nur stellvertretend für mich fragen und mir die Antwort(en) mailen ;-)

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ich bin auch Elektriker aber halt Ausbildung und wie du merkst an einer sehr guten schule

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der Lehrer sagte: Ich kenne mich nicht mit der Funktionsweise eines Messgerätes genauer aus.

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@Ceddie2000

Was will so einer denn lehren? Wie man eine Steckdose anschließt und das war es schon?

Sag ihm die meisten Lehrer kann man vergessen, denn was die wissen und erzählen findet man in Fachbüchern.

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Ja das hab ich dem schon gesagt und ich bin unten durch, mit den Fachbüchern und dem Internet lerne ich aber besser als in der schule 😂

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Das ist eigentlich recht einfach. Schau dir doch mal eine Sinus-Kurve an. Es ist nicht so, dass bei den zwei Leitern Außenleiter und Neutralleiter ständig Plus und Minus getauscht werden. Es ist eher so, dass der Außenleiter den Strom "raus schiebt" und wie der "einsaugt". 

Und wenn du dir jetzt mal eine Zeichnung von den Sinuskurven aller drei Außenleitern anschaust, siehst du, dass sie verschoben sind. Das bedeutet wenn eine der drei Außenleiter Strom "raus schiebt", sind die anderen beiden Außenleiter gerade dabei, den Strom "anzusaugen". Normalerweise fließt der Strom ja dann über den Neutralleiter. Dort herrscht kein Druck und kein Sog. Da du hier beim Drehstrom aber gleichzeitig ein Druck und einen Sog hast, musst du praktisch die positive Spannung des einen Außenleiters mit dem Sog der beiden anderen zusammen rechnen. Und das ergibt bei diesen Sinus-Kurven nunmal zusammen 400V.

mal' mal einen Kreis, Radius entspricht 230 Volt. Im Mittelpunkt liegt der Nullleiter. 3 Phasen gibt's, deren Punkte liegen auf dem Kreis. Spannung von jeder Phase zum Nullleiter ist daher 230 Volt. Die Phasen sind um 120 Grad gegeneinander verschoben - und damit bekommt man von einer Phase zur anderen jeweils etwa 400 Volt. Das ist Geometrie, keine Zauberei.

Danke für die Antwort! Ich versteh es leider nur nicht so wirklich :/ können Sie es vielleicht vorrechnen anhand dieses Beispiels? Danke im voraus

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@Ceddie2000

am einfachsten geht das tatsächlich mit so einer Skizze wie beschrieben. Der Punkt einer Phase (auf dem Kreis) wandert 50 mal pro Sekunde herum (für die üblichen 50 Hz), ein geeignetes Spannungsgerät würde jeweils die Projektion eines Zeigers auf eine der Achsen messen, also u(t) = 230V * sin (2*pi*50*t) als Zeitsignal.

Aber wenn du lieber mit trigonometrischen Formeln herumhantierst, dann bilde doch mal die Summe aus

u1 = 230V * sin(2*pi*f*t) und

u2 = 230V * sin(2*pi*f*t + 2*pi/3) und gucke, wie groß bei u1 + u2 die Spannung wird - etwa 400 Volt müssten rauskommen.

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@Peter42

Und du meinst das versteht jemand, der keinerlei Ahnung von der Elektrotechnik hat? Wie währe es mal damit, es so zu erklären, dass es auch für einen Amateur verständlich ist? Wobei, das hab ich ja bereits getan.

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