Warum gehörte Schlesien,Pommern und ostpreußen nicht zur DDR?

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11 Antworten

Die UdSSR und Deutschland hatten in einem Geheimabkommen Polen unter sich aufgeteilt (Molotow-Ribbentrop-Pakt).

NAch dem Krieg hat die UdSSR das behalten und die Siegermächte haben das deutsche Gebiete jenseits von Oder udn Neiße (Oder-Neiße-Linie) Polen und zu einem kleineren Teil der UdSSR zugeschlagen. Den sowjetische Teil kennt man heute als Sonderwirtschaftszone Kaliningrad.

Oft vergessen das Saarland wurde zuerst auch separiert und hat sich erst nach mehr als 10 Jahren in einem Volksentscheid für den Anschluss an die Bundesrepublik entschieden.

...weil es in Verhandlungen zwischen den Siegermächten USA, Großbritannien, Sowjetunion noch vor Ende des 2. Weltkrieges so vereinbart wurde. Und weil es den westlichen Siegermächten , die ihrerseits auf Grenzverschiebungen zu ihren Gunsten verzichteten, wohl relativ egal war, daß zwangsläufig im Osten nicht nur deutsche, sondern auch polnische, ukrainische u.a. Zivilbevölkerung - allesamt Opfer des Krieges - von der östlichen Siegermacht zwangsumgesiedelt, also ebenfalls vertrieben wurde.

Allein schon aus diesem Grund erscheint es mir höchst fragwürdig, die Grenzverschiebungen im Osten von der betreffenden Siegermacht als "Wiedergutmachung" zu rechtfertigen: Es ging wohl hauptsächlich um die brutale Ausweitung - brutal, weil über die Köpfe der betroffenen hinweg - des eigenen Einflußgebietes und strategisch um die Westausdehnung bis in das Gebiet Königsberg/Kaliningrad.

Um ferner die Größenordnung der verlorenen Ostgebiete Deutschlands zu beziffern: In einem Gebiet von ca. 104.000 km² (zum Vergleich: Die ehem. DDR umfaßte 108.000km²) lebten zu Kriegsbeginn ca. 14 Mio. Menschen, also fast jeder 4. Deutsche.

Und um als Angehöriger einer ebenfalls damals vertriebenen Familie dies klarzustellen: Ich will kein revanchistisches Gedankengut nähren, sondern bezüglich der Problematik "Vertreibung" (...,die es bis heute in vielen Teilen der Welt gibt...) folgende These in den Raum stellen: Wenn ein Mensch in einem bestimmten Gebiet/Ort geboren wurde, dort aufgewachsen ist und dort mindestens die Hälfte seines Lebens - sagen wir, vielleicht 30 Jahre - dort verbracht hat, dann gibt es keine Rechtfertigung auf der Welt, egal, was vorher passiert ist - ihn von dort zu vertreiben .....abgesehen von der grundsätzulichen Unrechtmäßigkeit von Vertreibungen generell.....

Sorry, wenn das jetzt ein bischen ausschweifend war, aber das ganze ist nun mal sehr komplex.....

Während des zweiten Weltkriegs hatten die Deutschen unheimliches Leid in der Sowjetunion und in ganz Osteuropa verursacht. Sie haben gemordet und geplündert und bei ihrem Rückzug nur verbrannte Erde zurückgelassen. Deutschland sollte natürlich geschwächt werden, damit sie nicht noch einmal anfangen.

Gleichzeitig wurde auch Polen etwas "weggenommen"; große Teile des polnischen Ostens wurden von den Sowjets einverleibt und Weißrussland angeschlossen. Im Austausch bekam Polen dann die deutschen Ostgebiete.

Die DDR (und ihre regierende Partei SED) mussten 1947 unter russischem Druck dieser Grenze, die nun "Friedensgrenze" hieß, zustimmen. Westdeutschland stimmte ihr 1970 zu. Von ganz Deutschland anerkannt wurde sie in Zwei-plus-Vier-Vertrag, in dem alle Ansprüche auf die ehemaligen Ostgebiete aufgegeben wurden.

Und die Sowjets mordeten auf deutsches Gebiet nicht?

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@Rauhreif

Offensichtlich kennst Du nicht den kausalen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung. Oder Du blendest ihn aus, wenn er gerade nicht in Dein (braunes?) Argumentationsmuster paßt.

Die Sowjets haben diesen Krieg weder angefangen noch haben sie einen Vernichtungskrieg geführt. Die deutsche Seite schon.

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@FloydPepper

Dein "kausalen Zusammenhang zwischen Urache und Wirkung rechtfertigt also die Vertreibung von über 11 Millionen Deutsche? Das rechtfertigt die Massenvergewaltigungen an über 2 Millionen deutsche Frauen? Das rechtfertigt die Deindustrialisierung der nachfolgenden DDR? Das rechtfertigt die nachfolgende kommunistische Gewaltherrschaft des gesamten Ostens Europa? Und vor allem: Das rechtfertigt die Gefahr eines Atomkrieges mit der darauffolgenden Vernichtung Deutschlands?

Verbrechen bleiben Verbrechen! Egal ob von deutscher oder sowjetischer Seite. Dies ist unerheblich. Denn NIEMALS dürfen Vertreibung und Völkermord, auch nicht im Nachhinein, „legitimiert“ werden. Das wäre in jedem Fall ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, da die Schaffung eines solchen Präzedenzfalles in seiner Konsequenz für alle Zukunft nur eines bedeuten würde: Vertreibungen und Völkermord lohnen sich!

Und genau dies dürfen alle kultivierten Völker niemals akzeptieren!

Und wenn ich den Vorwurf "braun" wieder höre, weiß ich, woher der Wind weht. Ich danke für deine Bestätigung.

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@Rauhreif
Und genau dies dürfen alle kultivierten Völker niemals akzeptieren!

Kultivierte Völker akzeptieren keinen braunen Nationalismus. Zu den Kultivierten gehörst du ja dann wohl nicht!

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@Rauhreif

Rechtfertigen? Wer spricht denn hier von rechtfertigen?

Was Du hier vorführst, ist eine typische Strohmanndiskussion. Du denkst Dir ein Argument aus, das nicht vorgetragen wurde, um es dann als falsch "entlarven" zu können. Das ist albern und wenig überzeugend.

Der kausale Zusammenhang rechtfertigt nicht die Verbrechen, aber er macht sie erklärbar und er zeigt die Ursachen auf. Ursachen spielen aber in einer Beurteilung von Vorgängen eine wichtige Rolle. Immer. Die Verbrechen an der deutschen Zivilbevölkerung hätte es nicht gegeben, wenn nicht von deutscher Seite wesentlich umfangreichere Verbrechen an der sowj. Bevölkerung verübt worden wären. Wenn Du das ausblendest - und das tust Du - wirst Du Dir auch die Frage nach einer braunen Gesinnung gefallen lassen müssen. Denn genau aus diesem Dunstkreis stammt nun mal Deine Argumentationskette. Wenn Du aus dieser Frage einen Vorwurf konstruierst, ist das allein Dein Problem.

Allein schon 1941 trieb die Wehrmacht eine Flüchtlingswelle von 14 Millionen vor sich her. Das war nicht besser als das, was sich 1945 in den deutschen Ostgebieten abspielte. Was sexuelle Gewalt in den von der Wehrmacht besetzten Gebieten angeht, steht es Dir frei, Dich darüber zu informieren. Niemand hindert Dich daran. Und da sind die Themen Vernichtungskrieg, Holocaust, Einsatzgruppen, Generalplan Ost, Backe-Plan, Kriegsgerichtsbarkeitserlaß, "Banden"-bekämpfung, Zwangsarbeit, Taktik der verbrannten Erde usw., usw. noch nicht mal angeschnitten.

Warum nimmst Du Dir nicht einfach mal die Zeit, und fängst an, Dich darüber zu informieren? Das kann eigentlich nicht so schwer sein:

27 Millionen. So viele Sowjetbürger starben als Opfer des deutschen Krieges zwischen 1941 und 1945. Es ist eine Zahl, die viele hierzulande bis heute nicht kennen. Oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

http://www.zeit.de/2007/25/27-Millionen-Tote

Was die Deindustrialisierung/ Reparationen angeht, darfst Du uns gerne erklären, inwieweit es sich hier um ein Verbrechen handeln soll. Wer etwas kaputtmacht, der haftet auch dafür. Das ist nicht zuletzt auch einer der Grundsätze bürgerlicher Rechtsauffassung und sollte auch Dir geläufig sein. Das einzig Kritikwürdige daran ist, daß diese Reparationen fast nur die DDR betrafen. Das lag allerdings nicht in der Verantwortung der SU.

Zu den menschlichen Verlusten kamen die materiellen: 1945 lagen allein in der Sowjetunion 1710 Städte und etwa 70.000 Dörfer in Schutt und Asche. [...] materielle Gesamtverlust in Höhe von 184 Milliarden Rubel [zu Preisen von 1941], andere Berechnungen veranschlagen sie noch bedeutend höher.

(Christian Hartmann: "Unternehmen Barbaroassa", C.H.Beck, 2013)

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@Rauhreif

Und vor allem: Das rechtfertigt die Gefahr eines Atomkrieges mit der darauffolgenden Vernichtung Deutschlands?

Auch hier scheinst Du nicht besonders gut informiert zu sein. Wer hat denn mit dem atomaren Wettrüsten angefangen? Wer hatte den in den 1950ern an die 30.000 Sprengköpfe, und wer war gezwungen, nachzuziehen?

http://de.wikipedia.org/wiki/Overkill

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1947 gab es keine DDR

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Nach der Konferenz von Jalta war es abgemachte Sache Deutschland zu teilen. Polen hatte damit nichts zu tun. Etwa 1 ooo ooo Polen waren nach Sibirien verschleppt,Deutsche aus dem Osten geschah dies dann auch.

Die Ostgebiete wurde lange Zeit in den deutschen Schulatlanten als, "Unter Polnischer Verwaltung , "unter Sowijetischer Verwaltung" dargestellt.

Diese Gebiete wurden anketiert nicht besetzt. Die ursprüngliche Bevölkerung wurde überwiegend vertrieben oder kam ums Leben.

weil sie z.B. Polen zugeschlagen wurden (Schlesien). Aber das kann man alles prima googeln, also los!

Das ist kein Grund, nur eine Feststellung.

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Schlesien, Pommern und Ostpreußen waren doch nicht Teil der sowjetischen Besatzungszone, die in Jalta ausgehandelt wurden.

weil dass im Tausch gegen die Ukraine an Polen gegeben wurde!

Du hast Ostbrandenburg vergessen.

Hintergrund dürften strategische Überlegungen der Sowjets gewesen sein. Es ist ein Unterschied, ob ein potentieller Angreifer direkt vor der Haustür steht oder mehrere hundert Kilometer entfernt. Zudem ist ein eisfreier Ostseehaften (Königsberg, Memel) von herausragender strategischer Bedeutung.

Pech für die autochthone Bevölkerung. So ist das halt. Krieg wird immer auf dem Rücken der kleinen Leute ausgetragen.

Die autochtone Bevölkerung Ostpreussens sind Slawen, Vorfahren der Polen, also... Pech für die deutschen Eroberer.

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@metpa

Sorry lieber Aptem, aber da bringst Du Einiges durcheinander. Was Du wiedergibst, entspricht dem Geschichtsbild zweifelhafter Panslawisten und hat mit der historischen Realität nichts zu tun.

Ostpreußen hat seit Hermann von Salza eine 700jährige deutsche Geschichte. Eine Bevölkerung, die ein Gebiet 700 Jahre besiedelt, gilt als autochthon.

Die Ureinwohner, die ab 1226 unterworfen und assimiliert wurden, waren keine "Slawen" oder "Vorfahren der Polen", es waren Pruzzen - also Balten. Die Unterwerfung der "heidn." Pruzzen/Altpreußen durch den Deutschen Orden erfolgte auf Bitten des christlichen Herrschers Konrads von Masowien, Seniorherzog von Polen.

Die Nachkommen dieser Balten sind 1945 genauso vertrieben worden, wie der weit größere Teil - der ebenfalls autochthonen deutschen Bevökerung.

Die wenigen polnischstämmigen Bewohner Masurens waren als Protestanten während der Reformationszeit aus Masowien (Kernpolen) eingewandert. Ganz ähnlich wie später die Salzburger Exulanten oder die Hugenotten in Brandenburg-Preußen

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@metpa
Die autochtone Bevölkerung Ostpreussens sind Slawen, Vorfahren der Polen.> Das ist falsch. Die autochtone Bevölkerung von Ostpreußen waren die Prußen, ein baltisches Volk wie die Litauer und Letten. Keine Slawen, keine Vorfahren der Polen.

Das war auch nicht Pech für die Deutschen, sondern letztendlich positiv. Der Deutsche Orden, der vom polnischen Herzog im Kampf gegen die Prußen im Jahr 1226 zu Hilfe gerufen wurde, besiegte die Prußen und vermischte sich mit ihnen. Aus dieser Mischung entstand 500 Jahre später die erste deutsche Großmacht Preußen.

In der Namensgebung "Preußen", abgeleitet vom baltischen Urvolk der Prußen, spiegelt sich die Weitergabe der prußischen Elemente über die Jahrhunderte hinweg. Sicherlich ist einiges vom späteren "Preußentum" auch von Eigenschaften und Charakteristiken der Prußen abgeleitet.

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@Lupilinchen
Das war auch nicht Pech für die Deutschen, sondern letztendlich positiv.

Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich diesen Satz verstehen soll. Was meinst Du, war positiv? Die Vertreibung von etlichen Millionen Zivilisten?

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@FloydPepper

" Ich bin mir nicht ganz sicher, wie ich diesen Satz verstehen soll. Was meinst Du, war positiv? Die Vertreibung von etlichen Millionen Zivilisten?> "

Nein, natürlich nicht. Ich meine, dass wie du schon schreibst, aus dieser Völkermischung, Masuren, Salzburger, Hugenotten - und nicht zu vergessen Litauer, die im nördlichen Ostpreußen siedelten (die litauische Schriftsprache entstand in Preußen, an der Universität in Königsberg) - eine Kultur und ein Kulturvolk entstand, das die Welt verändert und bereichert hat. Nicht nur die "preußischen Tugenden" wie Ordnung, Gründlichkeit und Disziplin, sondern auch ein Immanuel Kant, ein E. T. A. Hoffmann, eine Marion Gräfin Dönhoff und viele andere kleine und große Individualisten, die mit ihrem Fleiß und ihrer Arbeitsamkeit viel zum Wiederaufbau Deutschlands nach dem 2. WK beigetragen haben.

Natürlich sind die Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten und die ethnischen Säuberungen im Königsberger Gebiet völkerrechtlich ein großes Unrecht. Das relativiert jedoch nicht das viel größere Unrecht, das die Deutschen über ihre Nachbarn im 2. WK gebracht haben. Ursache und Wirkung dürfen nicht vertauscht werden. Das logische Denken hat uns auch Kant beigebracht.

Das gibt mir die Gelegenheit, einen Wunsch in der heutigen Situation zu äußern. Wenn wir die Veränderungen in der Ukraine sehen, dann wird es meiner Meinung nach Zeit, dass die Nachfahren der Vertriebenen ein Rückkehr- und Heimatrecht in ihren Herkunftsgebieten bekommen. Für die EU ist das gegeben. Wir leben heute Gottseidank in Frieden mit unseren polnischen und litauischen Nachbarn. Es gibt jedoch Regionen im nördlichen Ostpreußen, wo das noch nicht der Fall ist. Das würde ich mir für die Zukunft wünschen.

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@Lupilinchen

Aha. Dann sind wir also d'accord. :-)

Was ein Rückkehrrecht angeht, hätte ich allerdings so meine Bauchschmerzen. Denn damit kämen immer auch Restitutionsansprüche auf die Tagesordnung. Ich komme zwar selbst aus einer Familie, die bei Königsberg ein Gut von 200 Hektar hatte. Aber dieses Land jetzt Anderen wieder wegzunehmen - an den Gedanken möchte ich mich lieber nicht gewöhnen. :-)

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@FloydPepper

Aber dieses Land jetzt Anderen wieder wegzunehmen - an den Gedanken möchte ich mich lieber nicht gewöhnen.

Das sehe ich auch so. Neue Konflikte bringen nur neues Unrecht. Aber vielleicht ein Rückkaufrecht, wenn etwas zum Verkauf ansteht? Das wäre ein Kompromiss. Mein Großvater hatte einen Bauernhof (Gut) in Masuren, ich kenne das Thema also auch aus eigener Betroffenheit.

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@FloydPepper

Masuren wurden in Polen " masowien prusia" genannt, weil ein Großteil der Masuren aus Masowien/ Polen kam. 1920 haben diese Menschen dann doch nicht für Polen bei der Volksabstimmung gestimmt.

"Unter dem Schutz des polnischen Königs", "TREUE- Eid auf die russische Zarin ",

"Ermländer sind Katholiken" ... sind nur einige Beispiele dafür, dass Du einseitig etwas darstelltst.

Irgendetwas zwischen 70 - 80 % polnische Migrationsgeschichte in Masuren ist möglich.

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@user2492

"Unter dem Schutz des polnischen Königs", "TREUE- Eid auf die russische Zarin ", [... ] "Ermländer sind Katholiken" ... sind nur einige Beispiele dafür, dass Du einseitig etwas darstelltst.

Bitte? Was genau stelle ich einseitig dar? Ich verstehe nicht, was Du mir sagen willst. Könntest du Dir bitte etwas Mühe geben und Dich verständlich ausdrücken? Wo habe ich von ausschließlich Protestanten/ Katholiken gesprochen? Was meinst du mit dem polnischen König? Was willst Du damit sagen???

Warum wirfst Du mir hier nur solche unvollständigen Brocken zu? Oder meinst Du etwa gar nicht meinen Kommentar?

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Wieso? Pommern gehört doch zu Deutschland. Ich komm aus (Vor)pommern und wurde nie vertrieben 

weil es den 2. Weltkrieg gab und seine Ergebnisse.

Weil nach dem Krieg die Verliererseite oft Gebietsverluste in Kauf nehmen muss.

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