Warum empfinden es zunehmend mehr Männer als Belastung, sich schick anzuziehen?


08.05.2020, 17:30

Mein FSJ-Pfarrer trägt gerne Anzüge. Aber selbst bei Priestern wird es ja immer mehr erwartet, dass sie "normale Kleidung" tragen.

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Es ist schade, aber so sieht die Realität nunmal inzwischen raus. Die Zeiten, in denen man Sonntags in die Kirche ging und die so genannten "Sonntagskleider" trug, sind vorüber. Ich kenne kaum jemanden, der regelmäßig in die Kirche geht.

Auch mir ist bereits aufgefallen, dass nur noch wenige Leute sich fein machen zu Festivitäten wie Geburtstagen, Weihnachtsfeiern oder sogar Hochzeiten. Ich meine, hallo, Hochzeiten!? Ja, das Brautpaar natürlich. Die engste Familie drum herum (Eltern, Geschwister und vielleicht Großeltern des Paares), die ziehen sich noch fein an. Aber selbst unter den Gästen werden nur noch wenige Anzüge oder feine Kleider getragen, wie es scheint.

Auch mich stimmt das traurig. Ich ziehe gern mal ein schönes Kleid an. Aber in Deutschland ist man mit sowas immer sofort "overdressed".

Man kann es schade finden, aber ändern wird das wohl nichts, fürchte ich.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke für den Stern.

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Anzug? Nur über meine Leiche! Ich bin weder Banker noch Versicherungsvertreter. Sogar bei öffentlichen Lesungen trage ich NIE einen Anzug. Ich würde mich selbst wie ein Fremdkörper fühlen. Das bin nicht ich.

Ich will mich in meinen Sachen wohlfühlen und es muss bequem sein. Jeans, Hemd, evtl. noch n Sakko. Aber das ist bei mir das absolute Maximum. Wem das nicht passt, der muss auf meine Gegenwart verzichten. Das betrifft durchaus auch Hochzeiten, so das Brautpar meint, Kleidervorschriften an ihre Gäste austeilen zu müssen.

Krawatten und Fliegen z.B. engen nur ein, haben absolut keinen praktischen Sinn und sind z.T. sogar schädlich.

Wenn DIR das gefällt, dann zieh es an. Aber gestehe anderen zu, dass es ihnen eben NICHT gefällt.

Anzüge stehen für viele Dinge, die ich persönlich überhaupt nicht leiden kann. Sie sind für mich die Uniform des Kapitalismus - ein Grauen aus schwarz, grau und dunkelblau. Sie stehen für mich für gesellschaftliche Zwänge, Klassendenken, Unnatürlichkeit. "Schick" existiert für mich nicht. Es gibt Kleidung, die ich schön finde und Kleidung, die ich nicht mag.

Ich persönlich ziehe mich am liebsten locker, sportlich und bunt an und sehe mich eher in der Tradition Ludwig XIV., auch wenn ich auf die hochhackigen Schuhe verzichten kann ;)

Sogar Hitler hat Anzüge getragen😂 Und der war nun wirklich gegen das Klassendenken...

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"Belastung"? Es ist schlichtweg Bequemlichkeit, die sich da breitgemacht hat.

Irgendwann sind wir uns zu bequem dafür, überhaupt noch irgendetwas anzuziehen, sprich: Alle laufen nur noch splitterfasernackt herum XD

Aber um solche Kommentare zu vermeiden wie "Da hat sich ja Einer fein gemacht" usw., solltest du eben wirklich tagtäglich Anzüge tragen. Weil dann kannst du kontern:,,Wieso? So ziehe ich mich immer an. Ich will ja nicht in Lumpen rumlaufen, wie mein aktueller Gesprächspartner, dem ich gerade in die Augen sehe."

Und dabei siehst du in seine/ihre Augen und zwinkerst ;)

Woher ich das weiß:Recherche

zieh an, wo dich wohlfühlst. es kann auch eine gute jeans sein.

den anzug deines großvaters würde ich nicht tragen

Dabei würde das gar nicht so auffallen. Die modernen Anzüge orientieren sich im Schnitt stark an den 50ern. Schmale Tallie, schmale Hose und schmaler Kragen. Wenn ich einen Anzug aus den 80ern tragen würde...ja...das würde auffallen 🤣

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