Warum alleine auf der offenen Straße mit Maske, oder alleine im Auto?

19 Antworten

Wahrscheinlich haben diese Leute einfach nur vergessen, ihre Maske wieder abzusetzen, nachdem sie an einem Ort waren, an dem eine Maskentragepflicht herrscht (beziehungsweise sie eigenverantwortlich eine aufgesetzt haben).

Oder vielleicht müssen diese Personen in kurzer Abfolge von einem der vorbezeichneten Orte zum nächsten und verzichten darauf, für eine beispielsweise nur 50 m lange Fahrt oder einen 15 m langen Fußmarsch die Maske abzusetzen.

Unabhängig davon empfinden es manche Menschen bei Kälte angenehmer, eine Maske zu tragen, weil die Nase weniger auskühlt.

Vielleicht helfen diese Ansätze etwas weiter, dieses Phänomen, über welches ich mich auch schon etliche Male gewundert habe, zumindest teilweise zu erklären.

Ich habe auch schon welche gesehen, die alleine im Auto saßen und Maske trugen. Verstehe ich nicht. Zu der offenen Straße: Es kann gut sein, dass in einigen Städten festgelegt ist, dass man dort in der Innenstadt Masken tragen MUSS. Das ist bei einer Stadt, die den Regierungsbezirk stellt, in dem ich wohne, durch aus der Fall. Ob das jetzt immer noch so ist, weiß ich nicht.

Also meines Wissens muss man im FREIEN schon lange keine Maske mehr tragen. Ausgenommen sind jetzt Veranstaltungen, da kann es schon mal sein)

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Ist bei mir genauso. Der Grund ist einfach:
Wenn ich die Maske abnehmen will, sollte ich saubere Hände haben. Da ich aber nur von einem Supermarkt in den Nächsten fahre, lohnt die ganze Desinfiererei nicht, also lass ich die Maske einfach auf.
Mag blöd erscheinen, aber ich hab von vielen Freunden erfahren, dass sie seit ihrer Corona-Infektion nichts mehr riechen, und das ist gut 2 Jahre her.
Da muss man sich auch nichts mehr vor machen, die riechen bis ans Ende ihrer Tage nichts mehr.
Ich habe kein Problem mit 14 Tagen Fieber und Atemnot, aber wenn mir 24 Leute sagen, sie riechen seit fast 2 Jahren nichts mehr, ist das für mich Warnung genug.
Maske. Maske. Maske... Mir sagt im Winter auch keiner, wann ich ne Mütze tragen sollte, also: So What! Maske auf und fertig!

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Es gibt halt die Leute welche den Sinn der Maske nicht verstanden haben und sie nicht oder falsch tragen, wo es notwendig wäre und es gibt die Leute welche den Sinn der Maske nicht verstanden haben und diese vermutlich sogar unter ihrer eigenen Dusche tragen.

Die meisten Menschen sind extrem primitive Wesen. Das ist der Grund für vieles was schief läuft in großen Gemeinschaften oder Gesellschaften. Dann gibt es noch die soziale Ansteckung(die aber darauf beruht, weil die Menschheit ja eben extrem primitiv ist. Zumindest die meisten).

Mit sozialer Ansteckung meine ich folgendes:

Studien zufolge (Nicholas A. Christakis, James H. Fowler) werden nicht nur Krankheiten, sondern auch Verhaltensweisen von einem Menschen zum anderen weitergegeben - ob Lachen oder Suizidhandlungen, Kaufentscheidungen oder Essgewohnheiten. Diese soziale Ansteckung dominiere viele Lebensbereiche, ohne dass wir uns dessen bewusst wären.
So beeinflusse es auch das eigene Einsamkeitsgefühl, das Personen in der Umgebung jene empfinden. Auch bewegten sich unglücklichere Menschen eher am Rande des sozialen Netzwerks und am Ende einer Kette sozialer Beziehungen.
Die Analysen offenbarten auch wie ansteckend Glück ist: Wer mit einen glücklichen Menschen in Kontakt stand, dessen Zufriedenheit stieg im Mittel um 15%! Wer nur mit dem Freund eines glücklichen Menschen bekannt war, profitierte um ca. 10%. Zum Vergleich: Materielle Zugewinne von 10000 US-Dollar steigerten das individuelle Glück um lediglich 2%.
Wie die Forscher feststellten, ließ sich das individuelle Hochgefühl dennoch nicht allein aus sozialen Faktoren erklären: Wohlstand, Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt die körperliche Gesundheit spielten weitere wichtige Rollen. Hinzu kommt: Netze sind komplexe Gebilde, in denen viele Gefühle gleichzeitig übertragen werden. Augenscheinlich bestimmen sie jedenfalls mit darüber, ob wir zu oder abnehmen, depressiv oder fröhlich sind, uns einsam fühlen oder nicht.
Doch prägen sie auch persönliche Lebensentscheidungen? Zwar nehmen wir zumeist wie selbstverständlich für uns in Anspruch, autonom zu handeln - übernehmen gleichzeitig aber oft die Ansichten unserer Nächsten. Und was wir für richtig oder falsch halten, für erstrebenswert oder verwerflich, beeinflusst wiederum unser Handeln - ob bei politischen Wahlen, in Sachen Karriere oder Familienplanung.
Ilana Kuziemko analysierte eine große Zahl amerikanischer Familiendynastien, ihr wichtigster Befund: Geschwister stecken sich mit ihrem Kinderwunsch an.
Doch wie kommt es zu alldem? Viele Sozialpsychologen glauben: Oberstes ziel der Mitglieder eines Netzwerks ist, zu beweisen, dass sie ebenso denken, fühlen, handeln wie die anderen - nur sind sie sich der Tendenz oft nicht bewusst. Das stärkt die eigene Gruppenidentität und fördert im Nebeneffekt das Mit-dem-Strom-schwimmen, das den meisten Menschen Sicherheit gibt.
Eine Studie des Soziologen Peter Shawn Bearman (2001) bestätigte die subtile Macht der Cliquenbildung. Bearman untersuchte Gläubige Teenager aus dem Umkreis der Southern Baptist Church, die ein feierliches Jungfräulichkeitsgelöbnis abgelegt hatten. Die meisten von ihnen hielten sich fortan an das Bekenntnis und praktizierten keinen vorehelichen Sex. Wurde ein Anhänger deswegen von anderen, außenstehenden abgelehnt oder belächelt, so behielt er sein restriktives Sexualverhalten umso wahrscheinlicher bei. Sammelte er doch Sympathisanten um sich, die ebenfalls keusch Leben wollten, brach er das Gelöbnis eher.
Bearmans Erklärung: Wenn das Versprechen einer religiösen Minderheit von der Mehrheit übernommen wird, verliert es seine identitätsstiftende Wirkung.
"Wenn Menschen tun können, was sie wollen, ahmen sie einander nach", erklärte schon der amerikanische Moralphilosoph Eric Hoffer(1902-1983), unser Spezies habe allgemein eine Vorliebe fürs Synchronisieren.
Der Akt des wechselseitigen Nachahmens basiert - wie die meisten Prozesse in sozialen Netzwerken - auf der Ähnlichkeit zwischen den Mitgliedern. Gemeinsamkeiten stiften Vertrauen und gegenseitiges Verständnis. Nicht zuletzt deshalb sind Ärzte mit Ärzten befreundet, Handwerker mit Handwerkern; Familienväter treffen sich mit anderen Familienvätern und allein Erziehende mit allein Erziehenden.
Doch birgt es auch Risiken, sich vor allem mit Menschen zu umgeben, die einem selbst in der einen oder anderen Hinsicht ähnlich sind. Erstens ist empirisch belegt, dass in homogenen Gruppen oft nur solche Informationen ausgetauscht werden, über die die Mitglieder ohnehin schon verfügen. Und zweitens kann die empfundene Ähnlichkeit mit anderen zur Bedrohung werden - etwa wenn artverwandte Menschen in Krisen geraten. Dann beschleicht uns unwillkürlich die Angst, wir könnten womöglich das gleiche Schicksal erleiden.
Mittlerweile belegen zahlreiche Studien, dass soziale Isolation ein bedeutendes Gesundheitsrisiko darstellt. Menschen die sich von anderen unterstützt fühlen, leben zufriedener, länger und altern langsamer. Wichtiger als die tatsächliche Hilfe, ist das Gefühl, im Notfall aufgefangen zu werden. Ob diese Annahme begründet ist oder nicht, erscheint dabei zweitrangig.
Die Medizinerin Bernadette Boden-Alaba stellte in einer Studie an 656 Herzinfarktpatienten fest: Wer sozial isoliert war, erlitt mit doppelter Wahrscheinlichkeit einen zweiten Infarkt wie gut integrierte Patienten. Dieser Risikofaktor wog erstaunlicherweise sogar schwerer als Bewegungsmangel oder Arteriosklerose.
Viele soziale Netze zu pflegen, stärkt im Allgemeinen die psychische und körperliche Verfassung. Ein "Allheilmittel" für Gesundheit und Zufriedenheit ist es allerdings nicht.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/nicholas-a-christakis-u-a-connected-um-sechs-ecken-herum-kennen-wir-uns-alle-1971788.html