Von Schulpferd gebissen was tun?

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Also, ich bin da ein wenig anderer Meinung als meine Vorschreiber.

Natürlich darf man Tiere nicht misshandeln und definitiv nicht auf sie einschlagen. Ich liebe Pferde und ihr Wohl liegt mir unglaublich am Herzen.

Aber wenn ein Pferd nach mir beisst, dann finde ich es nicht verwerflich, diesem Pferd einen leichten Klaps zusammen mit Schimpfen auf die Schnute zu geben. Pferde sind auch untereinander nicht zimperlich - da passiert es innerhalb einer Weidegruppe ohne Weiteres schon mal, dass sie einander beißen und sich gegenseitig treten, wenn bestimmte Auseinandersetzungen und Machtverhältnisse geklärt werden sollen.

Ich rede nicht von wildem Schlagen - sondern wirklich nur von einem energischen Stimmeinsatz in Verbindung mit einem wirklich leichten (!!!) Klaps. Es geht hier NICHT darum, dass ich dem Pferd einen Schmerz zufüge! Es geht ehr darum, dass das Pferd begreift, warum ich sauer bin. Welches Verhalten seinerseits nicht in Ordnung war. Und es weiß dann, dass ich ihm an der Stelle eine deutliche Grenze setze und es sich nicht alles bei mir herausnehmen darf. 

Sorry, aber das mit dem netten Erklären klappt bei einem Pferd in der Regel nicht. Es muss genau verstehen, warum und weshalb der Mensch gerade sauer ist und dann wissen, dass dieser ihm eine Grenze setzt. Das Ganze muss eine kurze Sequenz sein. Danach geht man wieder zur Tagesordnung über und handelt ganz normal weiter. Schnappt es erneut oder versucht zu schnappen, reicht dann meist schon, dass man noch mal energisch schimpft. Da reicht in der Regel ein bestimmtes "Lass das sein!

Manche Pferde testen ihre Reiter regelrecht aus. Gerade Reitschulpferde sind meist ziemlich gewitzt und wissen sehr gut, wie sie sich manch einen vom Hals halten. Unsicherheiten im Umgang werden dann gnadenlos ausgenutzt. 

Das erste Pony meiner Kinder war ein ehemaliges Reitschulpony, welches wir nach 6 Jahren (!!!) Reitschulbetrieb gekauft haben. Die Gute ist mit allen Wassern gewaschen gewesen. Erst als sie begriffen hat, dass sich ihr Leben wirklich geändert hat, sich ihre Bezugspersonen nicht mehr änderten und sie liebten, egal wie kratzbürstig sie auch war, änderte sich ihr Verhalten. Nächstes Jahr  wird die Gute 30 und ist das loyalste und liebste Pony, welches man sich vorstellen kann. Aber sie ist nun auch schon 18 Jahre kein Reitschulpony mehr.

Beisst ein Pferd nach seinem Reiter, so kann das die unterschiedlichsten Ursachen haben und da kann definitiv auch deutlich mehr hinterstecken wie der Versuch, sich den Schulreiter vom Hals zu halten.

Natürlich kann das Pferd Schmerzen haben. Gerade in der Sattellage, wenn das Reitschulpferd, wie so viele andere Reitschulpferde auch, einen schlecht sitzenden Sattel hat, kann es richtig weh tun, wenn man diesen Teil mit dem Striegel oder der Bürste berührt. Vielleicht haben auch einfach schon viel zu viele viel zu schwere Reiter im Rücken rumgeplumst. Vielleicht fehlt Korrekturberitt und eine vernünftige Bemuskelung. Vielleicht hat es einen Rückenschaden - einen Senkrücken, Kissing Spines oder ähnliches. Was es gesundheitlich sein kann, das kann hier keiner sagen. Möglichkeiten gibt es genug.

Gebissen zu werden ist sicherlich nicht schön. Aber Du schreibst von einem leichten blauen Fleck. Deshalb werte ich das jetzt mal als nicht ganz so dramatisch. Beim nächsten Mal erhebe Deine Stimme und sei energisch. Frag beim Besitzer/ Reitlehrer ob Du dem Pferd überhaupt auf das Maul klapsen dürftest und versichere Dich bei ihm, ob gesundheitlich etwas vorliegt, weshalb das Pferd so reagiert. 

Reagiert es nur auf den Striegel im Rückenbereich und an anderen stellen des Körpers nicht, kannst Du schon davon ausgehen, dass es Rückenschmerzen hat. Reagiert es am ganzen Körper mit Abwehr, dann tippe ich ehr auf ein unerzogenes Pferd, welches auf Deiner Nase herumtanzt.

Generell sollte ein Reitschulpferd jedoch so sein, dass seine Reiter nicht Gefahr geraten verletzt zu werden. Gerade wenn es sich, wie bei Dir, um Anfänger handelt, die noch unsicher sind und wenig erfahren im Umgang mit sperrigen Charakteren. Deine Einstellung dem reiten-lernen gegenüber scheint echt gut zu sein, deswegen gehe ich davon aus, dass Du ein Pferd mit Schmerzen gar nicht reiten wollen würdest.

Normal stimme ich dir immer zu. Aber zum Thema Klaps: Mag sein das Pferde untereinander nicht zimperlich sind. Aber wir sind keine Pferde. Kaninchen z.B sind untereinander auch nicht zimperlich. Sollte man ihnen dann deswegen auch einen Klaps geben, wenn sie mal zwicken? 

Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es vollkommen ausreicht, wenn man mit der Hand eine ruckartige Bewegung macht oder nach der Unterlippe greift. Denn oftmals meint ein Pferd das nur spielerisch oder ist neugierig und nicht böse. 

Hier speziell sehe ich ein Pferd was Schmerzen hat und fände es schon wirklich grenzwertig es dafür zu bestrafen und danach. Das hat dann nix mehr mit Tierliebe zu tun. 

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@VanyVeggie

Du hast Recht - und ich stimme Dir in gewissem Maße zu. 

Vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt - aber mein "Klaps" ist nicht von der Gewaltkraft her anders einzuordnen, als ein nach-der Lippe-greifen. Es geht nicht um Schlagen. Es geht nur darum, dass das Pferd begreift, dass exakt sein Beißen unerwünscht ist. 

Einem beißenden Pferd zum Beispiel auf`s Bein zu hauen, wie es einige tun, halte ich für das Pferd für missverständlich, weil es dann vielleicht die Strafe auf das Bein bezieht. So meinte ich das.

Ich bin mir was die Schmerzen angeht nicht ganz sicher - die Fragestellerin schreibt vom Körperfell, nicht explizit vom Rücken und ich weiß halt wie unser Pony am Anfang beim Putzen war. Sie hatte kein Rückenschmerzen und keine gesundheitlichen Probleme, sie war einfach nur ein mit allen Wassern gewaschenes, ziemlich freches Schulpony, das versuchte sich alle Welt auf Abstand zu halten. Es kann durchaus sein, dass das Schulpferd der Fragestellerin ähnlich drauf ist. Aber leider eben auch, wie ich es ja bereits in meiner Antwort schrieb, Schmerzen haben könnte.

Wir hier wissen ja auch nicht, WIE der Striegel in noch ungeübten Händen zum Einsatz kommt. Wenn es ein Eisenstriegel ist, der kräftig über die Knochen gerubbelt wird, dann kenne ich einige sehr gesunde Pferde, die davon alles andere als begeistert wären und das auch deutlich zeigen würden......

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@Sallyvita

Vielen Dank für die hilfreichste Antwort. Damit habe ich gar nicht gerechnet, aber ich freu mich sehr darüber!

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Ich tippe ganz schwer darauf, dass das Pferd Schmerzen hat. Entweder bei der Ausrüstung, da sollte dann der Sattler alles genau überprüfen, oder das Pferd hat Schmerzen schlicht und ergreifend, weil´s verritten ist und die Muskulatur nicht richtig ausgebildet wurde (kann aber auch sein, dass das Rückgrad, die Halswirbel etc bereits Schaden genommen haben).

Leider ist es auf solchen Ausbildungsbetrieben so, dass da nicht korrekt nachgearbeitet wird, heißt: Kein Bereiter, der ein Gefühl für die Tiere hat und regelmäßig Korrektur reitet was die Schüler "verbockt" haben, kein Zahnarzt (auch das sollte regelmäßig kontrolliert werden), keine vernünftige Hufbearbeitung (da kommen dann die sog. Akkordschmiede alle 6 Wochen die innerhalb eines Tages eine gewisse Anzahl an Pferden "durcharbeiten).

Als Reitschülerin kannst du wenig bis gar nix machen, ausser nicht mehr hingehen. Das muss der Stallbetreiber bzw. der Besitzer einsehen, dass das so nicht in Ordnung ist und etwas geändert werden muss.

Mach dem Pferd bitte keinen Vorwurf, es sieht nicht mehr richtig ist also dem Menschen auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, dazu kommen evtl. noch Schmerzen. Ja, da würd ich auch beißen wenn ich Angst hätte.

Hallo, 

das klingt für mich so als ob das Pferd Schmerzen hätte. Das sollte sich eigentlich mal ein Tierarzt und ein Osteopath ansehen. Leider macht man sich in Reitschulbetrieben jedoch nicht die Mühe. 

Schulpferde haben´s eben nicht leicht. Es sitzen ja ständig Reitanfänger auf ihnen, wodurch der Rücken ziemlich belastet wird. Die Pferde werden mit der Zeit auch total verritten. Ein seriöser Betrieb lässt seine Tiere regelmäßig untersuchen, die Ausrüstung anpassen und die Pferde in Korrektur reiten. Machen aber wenig Reitschulen. 

Du solltest das Pferd keinesfalls schlagen! Überhaupt nie ein Tier, dazu noch ein Fremdes, schlagen o.Ä ausser es ist Notwehr. Da wirst du durch oder dir eine andere Reitschule suchen müssen. Der Reitlehrerin hast du ja bereits gesagt, dass es Probleme mit dem Pferd gibt. Mehr kannst du nicht tun. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

isch habe  heute nochmal eine Stunde wenn sie wieder nach mir schnappt was soll ich dann tun?

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@emilyyyheart

Ihr nicht die Möglichkeit geben nach dir zu schnappen. Mehr nicht.  Das arme Tier hat´s auch nicht leicht. Warum sollte man es dann noch unter Druck setzen und gegen ersichtliche Schmerzenslaute kämpfen? Es stecken ja keine bösen Absichten dahinter. 

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Wenn ein Pferd genau dann schnappt, wenn der Reiter unterm Hals durchgeht, was hat das mit Schmerzen zu tun? ;)

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@stracciatella33

Vielleicht weiß das Pferd, dass sie genau dann jetzt aufsteigt wobei es Schmerzen hat. Es kann auch einfach eine Aggression, veranlasst durch die Schmerzen sein. Viele Tiere verhalten sich bei Schmerzen grundsätzlich launisch bis aggressiv. Wie soll es sich denn sonst äußern? 

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Vielleicht ist sie kitzlig. Dann hilft es meist schon, den Striegel oder die Bürste fester auf das Fell zu drücken. Und bei notorischen Beissern hilft ein lautes Nein, wenn der Kopf nur herum kommt, eventuell mit erhobener Hand, oder mit Greifen in die Nüstern.

Wenn das Pferd so auf das Striegeln reagiert, sollte man mal gucken ob es an bestimmten Stellen Verletzungen hat oder an bestimmten Stellen schmerzempfindlich ist und wenn das so ist, eine verantwortliche Person holen.

Ich denke z.b. an Sattel- oder Gurtdruck. Ebenso "schrubt" man nicht über Knochen.

Vielleicht muß man einfach etwas sanfter sein und keine hektischen Bewegungen machen!

Beißen sollte das Pferd nicht. Es sollte dann vielleicht auch gemaßregelt werden (wenn es keine Verletzungen oder Schmerzen gibt).

Was, glaubt ihr, passiert wenn ein Pferd ein anderes beißt? Ein rangniedrigeres Pferd wird wohl gehen und die Anderen würden es "austragen".

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