Von Matheniete zum Mathegenie - geht das?

5 Antworten

Hallo,

das ist eine Frage, die öfter auftaucht. Ich selber frage mich heute noch, wie das alles zusammenhängt, Erfolg, Noten, Schule, Studium, Verunsicherung, Selbsteinschätzung..., das Thema ist wohl komplex.

Da ich seit vielen Jahren Nachhilfe in Mathe gebe, sind mir sind mir die verschiedensten Probleme bei Lernenden begegnet.

Bei mir weiss ich, dass mir der Unterricht in der Schule nicht besonderes zugesagt hat. Ich war mittelmässig in Mathe, überhaupt in allen Fächern. Als ich mein Studium anfing, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben richtig gearbeitet.

Ich glaube, mir hat auch das Leben an der Schule ganz allgemein nicht gefallen. An der Uni fühlte ich mich viel freier.

Was mir am Mathestudium gefallen hat, war, dass wir bei Adam und Eva angefangen haben. Wir hatten den Standpunkt, dass wir nicht einmal die natürlichen Zahlen kennen; wir haben sie aus der Mengentheorie und Logik herleiteten. Das hatte mich fasziniert. Es war ein selbstständiges arbeiten.

Mir gefällt was Berny96 zu deiner Frage geschrieben hat.

Ein weiterer Punkt hat mich erstaunt: im Studium hatte ich den Eindruck, dass ich in meiner Schulzeit fast nichts verstanden habe. Oder ich hatte fast alles vergessen. Oder der neue Zugang zur Mathematik an der Uni hat sich bei mir so ausgewirkt, dass die Schulmathematik in meinem Bewusstsein total in den Hintergrund gedrängt worden ist.

Was ich für wichtig halte, ist eine starke Motivation. Wenn man motiviert ist, arbetet man. Wenn man arbeitet, dann lernt man lernen. Dadurch macht man Fortschritte und das gibt Erfolgserlebnisse. Diese werden mit neuem Stoff sofort wieder gedämpft, da immer wieder neuer Stoff kommt, den man erstmal nicht versteht.

Aber so hangelt man sich langsam hoch, Schritt für Schritt, ich glaube ein anderer hier hatte das Studium mit dem Besteigen eines Berges verglichen. Das Bild fand ich recht zutreffend: beim Bergsteigen muss man mit seinen Kräften haushalten, sich anstrengend, zäh sein, Ausdauer haben. Man sieht hinter jeder Kurve etwas neues und will wissen, wie es dahinter aussieht.

Die Mathematik an der Uni ist jedenfalls eine Chance, nochmal von vorne anzufangen. Das Tempo ist hoch, aber daran gewöhnt man sich auch.

Ich denke, wenn du motiviert bist, mach es.

Gruss

Natürlich ist das möglich. Hatte genau das selbe Problem. Wollte unbedingt programmieren können aber habe Mathe gehasst wie sonst was. Letztendlich lernt man im Studium zum ersten mal wie man denn überhaupt lernt. Wenn man weiß wie man lernt, kann man alles lernen. Bei mir hat es ein wenig gedauert bis es Klick gemacht hat aber seit dem weiß ich einfach dass ich nichts lernen kann ohne mir es selber überhaupt zu erlauben.  Vorher hab ich alles was ich nicht unbedingt lernen wollte oder nicht dran interessiert war einfach an mir vorbei fliegen lassen. So kamen auch bei mir Dreien und Vieren in Mathe (Klasse 8 - 10). In der 12 Klasse aber, habe ich zum ersten Mal Wiederholungsthemen aus der 10. gecheckt und mir ist klar geworden wie einfach der ganz Sche*** eigentlich war. Es sieht immer alles so kompliziert und fremd aus. Lässt man sich aber einmal richtig drauf ein, so erkennt man die Logik dahinter und man akzeptiert dass es manchmal einfach so ist wie es an der Tafel steht und es keinen anderen Weg drum herum gibt als sich damit zu beschäftigen und für sich mal zu erkennen warum es denn so da steht. Wie gesagt, dass muss man einmal verstanden haben. Danach ist es sehr einfach sich komplizierte Themen anzueignen. 

Wichtig ist dass du dir jetzt erstmal merkst dass es 100% für dich noch ein Platz in der Informatik gibt. Egal wie schlecht du gerade in Mathe bist. Dann, wenn du Informatik am studieren bist, wirst du genug anderes dazu lernen was dir vielleicht auch mehr Motivation geben wird dich auch mal mit Mathe auseinanderzusetzen. Wünsche dir viel Erfolg!

Grundsätzlich würde ich das nicht ausschließen. Nicht nur Einstein wird nachgesagt, das er in Mathe keine gute Noten hatte, auch ich kam anfangs in Mathe nicht unter eine 3, obwohl das damals mein Lieblingsfach war. Das lag daran, dass bei Prüfungen es meist um einfaches Rechnen ging und mein Interesse und Verständnis gar nicht so zum Zug kamen. Erst später konnte ich mit besseren Noten aufwarten. Dann beim Programmieren im Beruf waren meines Erachtens manche andere besser, aber im Endeffekt war ich erfolgreicher. Ich habe Programmiermethoden benutzt und auch selbst entwickelt, wo der Rechner mir viel Arbeit abgenommen hat. Das hat mir mehr Spaß gemacht als Knochenarbeit und ich konnte fast immer meine Mitbewerber ausstechen. Aus heutiger Sicht glaube ich, dass ich Probleme gut durchschauen und deshalb bessere Lösungen finden kann. Heute bin ich 78 und entwickle selbständig anspruchsvolle Datenbankanwendungen für Kunden.

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