Vollblut oder Warmblut was meint ihr?

8 Antworten

Das ist keine Frage der Rasse, sondern des Individuums. Es muss einfach passen. Man fühlt es, wenn man auf das Pferd stößt, für das man viel Zeit, Geld und auch Emotionen spendieren kann, ihne es je zu bereuen. Wenn Du Dich jetzt auf Rasse oder Farbe oder so festlegst, dann kann es sein, dass Du "DEIN" Pferd gar nicht triffst. Natürlich hilft eine Vorauswahl, aus den vielen ausgeschriebenen Pferden die zu filtern, die anzusehen sich lohnt.

Ich hab beispielsweise noch nie in den 37,5 Jahren, die ich nun mit Pferden zu tun habe, mein Herz an einen Schimmel verloren und erst einmal unter vielen an eine Stute. Also würde ich jetzt nicht gezielt Anzeigen mit Stuten oder Schimmeln oder gar Schimmelstuten ansehen. Ob ich dabei was verpasse? Keine Ahnung. Ich hab meinen Braunen jetzt und er ist genau richtig mit allen Nachteilen (er bringt gesundheitliche Vorgeschichten mit), die er hat. Er ist trotzdem das Pferd, das ich auch trainiere, wenn ich gar nicht aus dem Haus wollte, weil ich selbst nicht ganz fit bin, wenn ich aber merke, er braucht wenigstens ein bisschen "Nachhilfe", damit es ihm gut geht. Er ist das Pferd, für das ich mein hart verdientes Geld ausgebe, er ist das Pferd, wo ich sentimental werde, wenn ich sehe, wie seine Augen am Tag der jährlichen Koppelöffnung leuchten, wenn er da draußen toben darf.

Aber es gibt so im blütigen Typ stehende Warmblüter, dass die wie ein groß geratenes Vollblut wirken und es gibt dementgegen auch richtige Kolosse und wenn Dein Herz doch irgendwie die schmaleren mag, dann ist so ein wuchtiges Dressurtier vielleicht nicht das, in das Du Dich verliebst, vielleicht aber doch, wer weiß.

Und neben all den individuellen subjektiven Kriterien sollte immer auch objektiv gewertet werden, wie es um die Reitpferdeeignung bestellt ist. Wenn der Körperbau nur blütig ist, aber frühen Verschleiß direkt nahelegt, ist das natürlich jetzt auch nicht erfreulich.

Was das "entspannte Freizeitpferd" angeht: Das ändert sich oft sehr schnell. Je nachdem, ob der Besitzer ein Händchen dafür hat oder nicht, kann aus dem braven entspannten Freizeittier eines werden, das eigentlich nur noch Fluchttier ist und umgekehrt aus was hibbeligem, heißem, auch schnell ein entspanntes Reitpferd werden.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Durchgenend Pferdeerfahrung seit 1981

Ich hab halt mal mitbekommen das manche sagen das Vollblüter halt hippeliger wären als Warmblüter deswegen wollte einfach mal andere Meinungen hören. Aber bedanke mich trotzdem über die Antworten die ich bekomme.

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Jetzt musste ich tatsächlich lachen 😂. Hab mein Pferd gesehen und es war beidseitig liebe auf den ersten Blick. Es ist ein schimmel, damals knapp 6 und konnte einen Reiter Schritt, Trab, Galopp im Gelände tragen, mehr dann auch nicht . Also genau das, was ich nicht gesucht hatte und nicht der Grund, warum ich in dem Stall war. Habe den Kauf nie bereut, man findet halt nicht immer das, was man sich vorgestellt hat. Manchmal passt es einfach. Schöne Antwort, sehr zutreffend👍

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Je mehr du reiten willst, um so blütiger darf das Pferd sein. An einem Vollblut hast du wenig Freude, wenn er nicht genügend Bewegung hat. Am besten viel Auslauf und zusätzlich 30 km bzw 2 Stunden reiten jeden Tag. Dann hast du einen ausgeglichenen, nervenstarken Freizeitpartner.

Bewgst du dein Pferd unregelmäßiger, verzeiht ein Warmblut das eher.

Vielen Dank für die Antwort :)

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So sucht man sich kein Pferd aus, indem man völlig fremde Leute nach ihrer Meinung fragt. Da geht man idealerweise zum Reitlehrer, den man ja eh haben sollte, gerade wenn man sich mit dem Gedanken zur Anschaffung eines eigenen Pferdes trägt, und fragt diesen um Rat. In der Regel (wenn er nicht zufälligerweise einer ist, der selber immer mal wieder Pferde verkauft), kann dieser einem am ehesten ein Pferd "raten", das reiterlich zu dir passt und auch für deine Ambitionen passend ist. "Hauptsächlich Freizeit geritten" oder irgendwelche Farbwünsche sind jetzt auch kein richtiges Auswahlkriterium, sondern eher Ausbildung und Rittigkeit. Auch ein Freizeitpferd verdient es, gesunderhaltend geritten zu werden, d.h., gewisse Dressurelemente sollte es beherrschen bzw. sich zumindest der Arbeit dann auch nicht komplett verweigern. Ein gutes Freizeitpferd lässt sich nicht daran messen, dass man mit ihm gemütlich geradeaus durchs Gelände dackeln kann, sondern dass es im Grunde genommen für "jeden Sch*" zu haben ist. Mit dem eigenen Pferd steigt erfahrungsgemäß die Lust, auch mal neue Dinge zu wagen, dass müssen keine Turniere sein, Kurse wie z. B. Extremtrail, Rinderarbeit, Springen etc. werden dann plötzlich auch gerne mal besucht. Dazu braucht man aber eben ein rittiges Pferd, das so ausgebildet worden ist, dass es seine Motivation zur Kooperation mit dem Menschen behalten hat.

Abraten würde ich persönlich auch von irgendwelchen Mixen. Mag alles nett und schön sein, allerdings bekommt man da selten die Informationen zum Gesundheitszustand - insbesondere der Eltern (z. B. Erbkrankheiten), sodass es häufig zu einem bitteren Erwachen kommt, wenn das Pferd plötzlich unerklärliche Gesundheitsprobleme hat. Ich würde da, auch wenn es vielleicht ein wenig teurer werden könnte, zu einem vernünftig gezüchteten Pferd mit Papieren raten. Die Auswahl von Ponyfliege finde ich da eigentlich insofern ganz vernünftig.

Aber wie gesagt, ich würde mich beim Kauf vom Reitlehrer meines Vertrauens beraten lassen und nicht zwingend von wildfremden Menschen, die weder mich, meine reiterlichen Ambitionen etc. kennen und einschätzen können.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Hallo :)

Das ist schwer zu sagen, das kommt auch auf das jeweilige Temperament an. Ich hab z.b. ein Oldenburger Springpferd aber seine komplette abstammung sind englische Vollblüter. Also ein Englisches Vollblut mit den Eigenschaften vom Oldenburger Springpferd ;)

Vielen Dank für die Antwort :)

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Ich weis ja nicht was und wieviel Du reitest und was Dir jeweils gefällt von beiden. Aber ein edles Warmblut wäre da auch ne Möglichkeit. Dazu gehört z.B. der Trakehner. Aaaaaber das ist eine Rasse die ich nicht unbedingt einen unerfahrenen anraten würde! Viele sagen, Trakehner seien komplett bescheuert, aber arbeitet man mit denen regelmäßig sind sie in sämtlichen Disziplinen Top Pferde. Sind nicht alle gleich, aber richtiges Trakehnerblut finde ich schon toll, da wird's nicht langweilig ;)

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Reite seid über 30 Jahren, bin selbst Pferdebesitzer

Trakener find ich auch sehen echt sehr toll aus :) ich finde halt Fuchs und dunkelbrauner sind sehr schöne Farben und wünsche mir das ich eventuell eins in der Richtung finde :)

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Na ja, an der regelmäßigen Arbeit liegt es bei d3nen nicht unbedingt...

Ich kenne da so einen, der wird täglich ordentlich geritten, wird aber wohl nie ein rechtes Jagdpferd. Statt dessen schafft er es sogar, seiner (absolut nicht unerfahrenen!) Besitzerin die Finger zu quetschen, wenn sie ihn anbinden will, Halfter zu zerreißen, beim Galoppieren mal eben aus dem nichts heraus zu parken oder ähnliche Scherze...Nun, vielleicht Zufall, dass das Tier ein Trakehner ist..

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Urlewas da hast Du schon recht, ganz umsonst haben die nicht so nen Ruf. Ist auch nicht jedes gleich. Daher würde ich auch niemals einen unerfahrenen oder jemand der nicht so oft reitet solch ein Pferd empfehlen. Trakehner ist schon etwas spezielles, wie ich geschrieben hab, langweilig wird's nie ;)

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@Zanora

Ach, die lieben Trakehner. Diesen so sehr auf Bewegungsdrang gezüchteten Pferden gerecht zu werden, ist echt nicht einfach. Manche Exemplare wird kein Mensch so auslasten können, dass sie für unsere menschlichen Maßstäbe entspannt wirken. Aber wenn sie das können, sich entspannen und einfach "beim Menschen" sein, sind die derart verlässlich, die gehen im wahrsten Sinne des Wortes für einen durch's Feuer, ich hab schon etliche durch Feuerreifen springen sehen und so Zeug.

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