Unlösbare Frage?

Support

Liebe/r ChacalCatmoon,

Du bist ja noch nicht so lange auf der Plattform. Deine Frage ist ein Grenzbereich zwischen Ratsuche und Diskussionsfrage, aus diesem Grund wäre es wichtig, dass Du beim nächsten Mal noch etwas deutlicher beschreibst, welchen Rat Du suchst.

Herzliche Grüsse

Amelie vom gutefrage.net-Support

20 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Der Inhalt der Frage ist ein altes Paradoxon, das schon aus dem Mittelalter bekannt ist (Allmächtigkeitsparadoxon).

In beiden Fällen scheint ein Widerspruch aufzutreten:

1) Wenn Gott einen Stein/Felsbrocken erschaffen kann, den er nicht hochheben kann, so ist er nicht allmächtig (Allmacht zum Hochheben fehlt).

2) Wenn Gott keinen Stein/Felsbrocken schaffen kann, den er selbst nicht hochheben kann, so ist er nicht allmächtig (Allmacht zum Erschaffen eines so schweren Steines/Felsbrockens fehlt).

Die Frage kann einfach innerhalb der Hypothese eines allmächtigen Gottes (unabhängig von Erörterungen über eine tatsächliche Existenz oder Nichtexistenz und den dabei zugrungeliegenden Gottheitsvorstellungen) logisch untersucht werden.

Die Lösung liegt meines Erachtens in der Definition von Allmacht. Eine Begriffsbildung, die von Allmacht verlangt, auch das logisch Unmögliche zu vollbringen, geht zu weit. Dann steht ein solches Wesen außerhalb jeder Logik und es sind keine widerspruchsfreien Aussagen und Folgerungen möglich. Ein solcher Begriff von Allmacht ist logisch sinnfrei. In der Logik gibt es manchmal Fälle, wo etwas in der gestellten Form nicht sinnvoll entscheidbar ist. In diesem Fall ist der Grund eine vorausgesetzte Erwartung an Allmacht, die eine begriffliche Übertreibung darstellt.

Wer hat eigentlich behauptet, dass Gott allmächtig ist? Gott von sich selber oder nur ein "Fan" von ihm? Und wenn er es nun von sich selber behauptet hätte, wie meinte er das dann?

Meinte er das vielleicht so, dass er alles, was möglich ist, wahr werden lassen kann? Das hört sich zwar zunächst selbstverständlich an, aber nicht jeder kann alles realisieren, was möglich ist.

Von welchem / wessen Gott sprechen wir überhaupt?

Ich frage mich langsam, wie es kommt, dass regelmäßig immer wieder dieselben Fragen gestellt werden. Die Frage ist auch bei GF ein alter Hut, man müsste sich nur mal die Mühe machen, nachzuschauen.

Gott ist deshalb allmächtig, weil er das Sein selbst ist und aus ihm alles hervorgegangen ist, was existiert. Er ist in einer Weise allmächtig, wie Er die Liebe ist und Allmacht in diesem Sinne nur aus dem Wesen Gottes als Liebe, Güte, Barmherzigkeit, Gerechtigkeit fließen kann.

In Gott gibt es nur Vollkommenheit und keine negativen Eigenschaften. Eine "negativ" besetzte Allmacht ist bei Gott nicht zu finden, sonst wäre das Wesen Gottes in sich gespalten. Konkret gesagt: Gott "kann" all das nicht, was Menschen sich antun können an Bösem. Gott kann auch nicht hassen, weil Er die Liebe ist. Gott kann sich auch nicht ändern, weil Er die ewige Weisheit ist und damit unwandelbar.

Gott ist allwissend, aber er ist nicht in seinem Wissen "gefangen", wie es unten jemand schreibt. Er lebt im ewigen Jetzt, es gibt für Ihn keine Zeiten wie Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft. In Ihm ist alles Wissen und Tun ein einziger Augenblick der Ewigkeit. Aus diesem Allwissen heraus wirkt er das Heil für jeden einzelnen Menschen, ohne seinen Geschöpfen die Freiheit eigener Mitwirkung zu nehmen.

Gott kann auch nicht hassen

Spr. 6, 16

Gott "kann" all das nicht, was Menschen sich antun können an Bösem.

Schon mal das AT gelesen?

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